Der Plastikarena Thread

Beitrag » 9. Nov 2018, 10:35


«Konkurrenz belebt», stimmt Philipp Studhalter, Präsident des FC Luzern, zu. Auch er wünscht sich, dass dieser Abstimmungskampf zugunsten des Stadions ausfällt: «Aller guten Dinge sind drei.» Mit der Swissporarena hat der FCL seit 2011 ein neues Zuhause mit Platz für 16'800 Zuschauer und zwei Wohntürmen – also ähnlich wie in Zürich. «Wir haben ein attraktives Stadion und damit haben sich die Vermarktungschancen erhöht», so Studhalter. Natürlich habe aber auch die finanzielle Verantwortung zugenommen.


https://www.20min.ch/schweiz/zuerich/st ... n-13527943

ui, sind aber schon noch froh, dass die erhöhten vermarktungschancen des defizit durch das stadion decken, uiuiui.. glück gehabt! :rabbit:
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Master (am Do 20. Okt 2005 22:24 ) hat geschrieben:ich sage immer das gleiche.. dass er dem verein helfen wird, davon bin ich überzeugt!
dass er der fanszene schaden wird, davon bin ich genau so überzeugt! aber ich hoffe wir werden das überstehen!

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  • Beitrag » 9. Nov 2018, 10:56


    Auch top, wie "belebt" und sportlich er die neue Situation mit der Barrage nimmt. Hätte noch nie ein schlechtes Wort von ihm gehört diesbezüglich. :clown: Einfach ein unglaublicher Sportsmann wie aus dem Bilderbuch ist er.
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  • Beitrag » 19. Nov 2018, 17:03


    Für den FC Luzern sind solche internationalen Auftritte wichtig. Zum einen sei dies wirtschaftlich attraktiv, sagt FCL-Mediensprecher Markus Krienbühl. «Für uns sind solche Länderspiele aber auch interessant, weil wir uns präsentieren dürfen und zeigen können, dass wir in der Lage sind, solche internationalen Spiele zu organisieren.»


    wundertoll zu sehen, dass die verantwortlichen mal zeigen können, dass sie (solche) internationale spiele organisieren können..
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    Master (am Do 20. Okt 2005 22:24 ) hat geschrieben:ich sage immer das gleiche.. dass er dem verein helfen wird, davon bin ich überzeugt!
    dass er der fanszene schaden wird, davon bin ich genau so überzeugt! aber ich hoffe wir werden das überstehen!

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  • Beitrag » 19. Nov 2018, 17:30


    Vielleicht haben wir ja mal ein Megaglück und YB lässt bei uns z.B. ein CL-Spiel austragen, weil in Bern zeitgleich der Zibelemärit stattfindet?
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  • Beitrag » 19. Nov 2018, 17:54


    Aufwindfahne hat geschrieben:Vielleicht haben wir ja mal ein Megaglück und YB lässt bei uns z.B. ein CL-Spiel austragen, weil in Bern zeitgleich der Zibelemärit stattfindet?


    Kaum möglich, da der Zibelemärit jeweils Montags stattfindet.

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  • Beitrag » 19. Nov 2018, 19:08


    Delling hat geschrieben:
    Aufwindfahne hat geschrieben:Vielleicht haben wir ja mal ein Megaglück und YB lässt bei uns z.B. ein CL-Spiel austragen, weil in Bern zeitgleich der Zibelemärit stattfindet?


    Kaum möglich, da der Zibelemärit jeweils Montags stattfindet.

    Der schmotzige Donnschtig ist meines Wissens auch nicht am Mittwoch...
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  • Beitrag » 20. Nov 2018, 10:33


    Aufwindfahne hat geschrieben:
    Delling hat geschrieben:
    Aufwindfahne hat geschrieben:Vielleicht haben wir ja mal ein Megaglück und YB lässt bei uns z.B. ein CL-Spiel austragen, weil in Bern zeitgleich der Zibelemärit stattfindet?


    Kaum möglich, da der Zibelemärit jeweils Montags stattfindet.

    Der schmotzige Donnschtig ist meines Wissens auch nicht am Mittwoch...


    Ok, aber unter "zeitgleich", wie du es schreibst, verstehe ich halt zur selben Zeit. Aber ist wohl Interpretationssache. :wink:

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  • Beitrag » 20. Nov 2018, 10:47


    Shit, dann wird also nichts mit dem Heimtausch in der CL. Sonst jemand noch ne Idee bezüglich internationale Spiele?
    Auf Veränderung zu hoffen, ohne selbst was dafür zu tun,
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  • Beitrag » 20. Nov 2018, 11:21


    ach Fähnchen.. bisschen fabulieren ist ja schön und gut, aber das mit internationalen spielen ist schon ein bisschen weither geholt.. :roll:
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    Master (am Do 20. Okt 2005 22:24 ) hat geschrieben:ich sage immer das gleiche.. dass er dem verein helfen wird, davon bin ich überzeugt!
    dass er der fanszene schaden wird, davon bin ich genau so überzeugt! aber ich hoffe wir werden das überstehen!

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  • Beitrag » 22. Jan 2019, 19:23


    Ihr dürft dreimal raten, wer es in die Top 20 der Vereine mit den durchschnittlich teuersten Ticketpreisen in Europa geschafft hat...

    https://www.watson.ch/sport/fussball/32 ... schweizern

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  • Beitrag » 22. Jan 2019, 19:41


    Don Promillo hat geschrieben:Ihr dürft dreimal raten, wer es in die Top 20 der Vereine mit den durchschnittlich teuersten Ticketpreisen in Europa geschafft hat...

    https://www.watson.ch/sport/fussball/32 ... schweizern


    Bin auch darüber gestolpert, Ticketpreis-Ranking leider wenig überraschend. Bin dann bei der "Original-Quelle" gelandet:
    https://www.uefa.com/MultimediaFiles/Do ... WNLOAD.pdf
    Durchaus interessante Lektüre. Zuschauereinnahmen machen in der CH durchschn. 29% der Vereinsbudgets aus (nur in Schottland mehr). Und wie ich schon lange sage wird unsere Liga einfach viel zu schlecht vermarktet (ok, müsste erst ein neues System her!). Da haben Länder wie Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Dänemark (viel) bessere TV-Verträge...

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  • Beitrag » 23. Jan 2019, 02:08


    OldRabbit hat geschrieben:
    Don Promillo hat geschrieben:Ihr dürft dreimal raten, wer es in die Top 20 der Vereine mit den durchschnittlich teuersten Ticketpreisen in Europa geschafft hat...

    https://www.watson.ch/sport/fussball/32 ... schweizern


    Bin auch darüber gestolpert, Ticketpreis-Ranking leider wenig überraschend. Bin dann bei der "Original-Quelle" gelandet:
    https://www.uefa.com/MultimediaFiles/Do ... WNLOAD.pdf
    Durchaus interessante Lektüre. Zuschauereinnahmen machen in der CH durchschn. 29% der Vereinsbudgets aus (nur in Schottland mehr). Und wie ich schon lange sage wird unsere Liga einfach viel zu schlecht vermarktet (ok, müsste erst ein neues System her!). Da haben Länder wie Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Dänemark (viel) bessere TV-Verträge...


    Ich weiss jetzt nicht, ob ich deine Aussage einfach für naiv oder dumm halten soll.
    ein "besserer TV-Vertrag" wird die Situation für Fans garantiert nicht verbessern, im Gegenteil. Ticketpreise werden nicht sinken, Spiele im Free-TV wären auch bald Geschichte und Pay-TV noch teurer. Danke, aber nein danke.

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  • Beitrag » 23. Jan 2019, 12:15


    Wieso sollte man in einen Bereich investieren, wo nicht mal das natürlichste und authentischste Erlebnis, der Matchbesuch, zieht? Da kannst du mit zig Statistiken, dem einzigen TV-Mehrwert, nebst Wiederholungen, den HbbTV vollsauen, aber spannender wird ein Spiel dadurch nicht. Das Ziel der Verbände müsste es eigentlich sein, die Auslastung der Stadien zu erhöhen. Ein höherer Zuschauerschnitt ermöglicht den Vereinen in der Regel höhere Sponsoren-Einnahmen. Höhere Sponsoren-Einnahmen erhöhen das Budget für den sportlichen Bereich. Konkurrenzfähige Teams ergeben mehr Spannung und Emotionen im Stadion, was sich wiederum auf die Wahrnehmung am Fernseher auswirkt. Ich kann es wahrscheinlich an einer Hand abzählen, wieviele Nati A Spiele ich in den letzten Jahren in voller Länge im TV gesehen habe. Absolut kein Reiz in das leere Letzigrund zu blicken, wo man zeitweise nur den Wind hört. Wahrscheinlich habe ich ähnlich viele, wenn nicht sogar mehr Nati B Spiele gesehen. Aus dieser einfachen Aussage lässt sich auch einiges deuten.
    Natürlich ist diese einfache Rechnung in Tat und Wahrheit nicht ganz so simpel und von weiteren Faktoren abhängig. Einige Vereine haben in der Vergangenheit grossen Image-Schaden erlitten und müssten sich da zuerst herauskämpfen. Das Image haben sie sich selbst erarbeitet und ist ihnen zu gönnen. Denn die Vereine halsen sich neue sinnlose Investitionen wie für den VAR auf, weil sie die eigentlichen Probleme nicht sehen oder sehen wollen.

    Man kann sich fragen, weshalb die Auslastung nicht höher ist. Ich für mich weiss, dass nur gerade die Ticketpreise im Stehplatzbereich in einem für mich akzeptablen Bereich sind. Auch für effektiv besseren Fussball bin ich nicht wirklich bereit wesentlich mehr zu bezahlen. Es gäbe Auslöser die es mir schwer machen würden, mich vom FCL zu trennen. Eine überhöhte Preispolitik würde es mir hingegen relativ einfach machen. Selbst für Schweizer Verhältnisse ist das teilweise schon jetzt absoluter Wucher. Und das soll was heissen. Ungeachtet dessen, wie die Berechnung in dieser watson-Liste genau aussah. Die Leute werden sich bei solchen Preisen nur die Rosinen herauspicken. Die Planungssicherheit und die Identifikation sinkt. Ersteres hilft im Tagesgeschäft, letzteres ist dem FCL scheissegal. Dabei hat dies nebst einem emotionalen auch einen wirtschaftlichen Wert. Ihr nennt das einfach Kundenbindung, ihr Ficker.

    Man gewinnt im Sport keine neuen Fans mit einmaligen Ticket-Sonderaktionen, sondern nur über Begeisterung und Emotionen. Die Begeisterung bei solchen Lockvogelangeboten verfliegt schnell, wenn ich das nächste Mal 60.- mehr zahlen muss. Ich komme meine Emotionen dann wieder abholen, wenn ich wieder vergünstigt rein kann. Selbst wenn ich dann nicht die gleiche Begeisterung verspüre, so habe ich immerhin ein Schnäppchen gemacht. Ein hoch auf Endorphine. Dem Verein bleibt nichts. Es gibt keinen Grund den x-fachen Betrag zu zahlen. Als Verein muss man ein preiswertes Angebot schaffen, das die Vernetzung der Leute mit sich zieht. Die Zuschauer müssen emotional an den Verein oder die Leute, die diesen Verein begleiten gebunden werden. Viele Menschen kenne ich nur vom FCL her und ich muss zum FCL um sie zu sehen. Es ist ein Treffpunkt. Eigentlich. Denn der FCL sieht dies oftmals als notwendiges Übel oder tritt zumindest so auf. Es müsste ihm ein Anliegen sein, den Zuschauern ein Begegnungsort zu bieten. Stattdessen wurde man zeitweise praktisch davongejagt. Es kommt kein einziger Zuschauer neu oder wegen Siegfried & Leu, irgendwelchen Sponsoren-Spielchen oder sonst irgendwelchem Gugus ins Stadion. Die Leute wollen eine Mischung aus Sport und Fasnacht. Den emotionalen und lokalpatriotischen Teil des Sports und den geselligen und unterhaltenden Teil der Fasnacht. Wie schafft man einen solchen Ort, der beides verbindet?

    Eigentlich ist es gar nicht so schwierig. Den Leuten ist nämlich scheissegal, ob sie sich am Ottos-Corner oder der Casino-Beiz auf der Lumag die Rübe vollaufen lassen können. Es muss einfach etwas Einzigartiges sein. Etwas wo man dabei sein will oder gar sein muss. Aktuell ist es aber so, dass man diese Mischung im gleichen Mass auch in Tschuppis Wonderbar oder im Anfield erleben kann. Erst seit ein paar Spielen kann man sich musikalisch von solchen Alternativen, auch wenn noch nicht wesentlich, abheben. Ein Ort der so einfach zugänglich ist und nur Luzerner Musik gespielt wird, erfüllt schon viele Punkte für ein Alleinstellungsmerkmal. Wenn sich so etwas herumspricht - nein sowas gehört auf kein Plakat, sondern muss von Mund zu Mund getragen werden - gewinnt ihr langfristig Leute. Ein fixer Begegnungsort ist aber noch notwendiger. Wenn es langfristig das Ziel sein soll wirtschaftlich gesund zu agieren, ohne auf einer solchen Liste zu stehen, ist dies nur über einen Weg der in diese Richtung zeigt möglich. Das Traurige: Das wissen eigentlich alle.

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  • Beitrag » 23. Jan 2019, 14:08


    Merci Jossen!
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  • Beitrag » 23. Jan 2019, 16:58


    https://www.watson.ch/!323504041?utm_so ... on-app-ios

    FCL gemäss UEFA Statistik auf Rang 18 bei den durchschnittlichen Eintrittspreisen....
    Fußball spielen ist sehr simpel, aber simplen Fußball zu spielen, ist das Schwierigste überhaupt. (Johan Cruyff)

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft. (J.-P. Sartre)

    Die Situation ist bedrohlich, aber nicht bedenklich. (Friedhelm Funkel)

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  • Beitrag » 23. Jan 2019, 17:27


    Zuschauereinnahmen sind eine sehr wacklige Komponente im Budget. Das haben die meisten Profi-Ligen in Europa längst erkannt. Sponsoren gewinnt man nicht durch stupides Mitläufertum. Gelingt es einem Verein, regelmässig an die grösseren Fleischtöpfe - sprich Europapokalwettbewerbe (bald gibt's wieder deren zwei) zu gelangen, so steigert das naturgemäss auch seinen Bekanntheitsgrad. Ein gutes Argument für Sponsoren. Auch der Wert einzelner Spieler lässt sich so erhöhen, ohne dass diese nun plötzlich besser Fussball spielen. Somit würde sich auch beispielsweise ein FC Luzern unabhängiger von den Besucherzahlen machen. Wozu gibt es dieses Stadion, das sogar länderspieltauglich ist? Ich bin mir sicher, dass dann auch die Leute wieder zahlreicher ins Stadion kommen, wenn sie einen ehrgeizigen FCL erleben, der mehr will, als sich Jahr für Jahr im Mittelmass zu verstecken und am Saisonende selber auf die Schulter zu klopfen.
    Um dahin zu kommen - und nun klage ich wieder die alte Leier - müssen die jetzigen Investoren aber endlich mal über ihren Schatten springen und mit einem kalkulierbaren Risiko ihrem Ruf gerecht werden. Begegnungspunkt FCL hin oder her: Es ödet mich längst an, zwei Mal pro Saison ganzen neun gegnerischen Mannschaften hier zuschauen zu müssen ohne den erkennbaren Willen beim FC Luzern daran etwas zu ändern. Am Stadion selbst liegt es definitiv nicht. Mit der versifften Almend wäre der FCL längst Ligakonkurrent des FC Aarau. Da würde sich nicht mal Otto^s hineinwagen. Das neue Stadion war überfällig. Ein erster Schritt. Schon längst wäre aber der Verein am Zuge. Ich frage mich in der Tat, worauf man beim FC Luzern eigentlich noch wartet.

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  • Beitrag » 23. Jan 2019, 18:32


    dragao hat geschrieben:
    OldRabbit hat geschrieben:
    Don Promillo hat geschrieben:Ihr dürft dreimal raten, wer es in die Top 20 der Vereine mit den durchschnittlich teuersten Ticketpreisen in Europa geschafft hat...

    https://www.watson.ch/sport/fussball/32 ... schweizern


    Bin auch darüber gestolpert, Ticketpreis-Ranking leider wenig überraschend. Bin dann bei der "Original-Quelle" gelandet:
    https://www.uefa.com/MultimediaFiles/Do ... WNLOAD.pdf
    Durchaus interessante Lektüre. Zuschauereinnahmen machen in der CH durchschn. 29% der Vereinsbudgets aus (nur in Schottland mehr). Und wie ich schon lange sage wird unsere Liga einfach viel zu schlecht vermarktet (ok, müsste erst ein neues System her!). Da haben Länder wie Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Dänemark (viel) bessere TV-Verträge...


    Ich weiss jetzt nicht, ob ich deine Aussage einfach für naiv oder dumm halten soll.
    ein "besserer TV-Vertrag" wird die Situation für Fans garantiert nicht verbessern, im Gegenteil. Ticketpreise werden nicht sinken, Spiele im Free-TV wären auch bald Geschichte und Pay-TV noch teurer. Danke, aber nein danke.


    Das naiv und dumm gebe ich hiermit gerne zurück.
    Habe in keinem Wort von der "Situation der Fans" (welche sich dadurch in der Tat kaum (direkt) verändern würde) geschrieben, sondern von der (finanziellen) Situation der Clubs. Wir haben gerade mal (lächerliche) 10 Clubs in der höchsten Liga, wovon 7 regelmässig mit finanziellen Sorgen kämpfen. Vergleichbare Länder (mit weniger Zuschauern in den Stadien!) erhalten über TV-Verträge (& Sponsoring) viel mehr Geld. Wieso soll es bitte wünschenswert sein, dass wir uns da deutlich unter Wert verkaufen??? Diese Gelder sollen für finanzielle Sicherheit sorgen. Das würde in vielen anderen Bereichen Ressourcen frei machen (u.a.wäre man weniger abhängig von Investoren). Ob dadurch die Ticketpreise sinken würden kann ich nicht sagen. Sicherlich wäre aber der wirtschaftliche Druck in diesem Bereich deutlich kleiner, Aktionen im und um das Stadion könnten wieder sinnvollere Ziele als rein wirtschaftliche verfolgen (siehe Post von Jossen). Und ja, wer den FCL lieber zu Hause im Fernsehen (live) "geniesst", darf durchaus auch etwas beisteuern (oder kommt dann eben doch lieber ins Stadion).

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  • Beitrag » 23. Jan 2019, 19:03


    OldRabbit hat geschrieben:Sicherlich wäre aber der wirtschaftliche Druck in diesem Bereich deutlich kleiner, Aktionen im und um das Stadion könnten wieder sinnvollere Ziele als rein wirtschaftliche verfolgen (siehe Post von Jossen). Und ja, wer den FCL lieber zu Hause im Fernsehen (live) "geniesst", darf durchaus auch etwas beisteuern (oder kommt dann eben doch lieber ins Stadion).

    Die Argumentation hinkt dahingehend ein bisschen, dass praktisch alle Vereine in den obersten beiden Ligen irgendwo in Europa eng am finanziellen Limit operieren, ganz egal ob das Budget nun 5 oder 25 Millionen beträgt. Wenn man jedem NLA-Club eine Million mehr pro Jahr zuschiesst, dann steigen eben die Löhne oder die Ablösesummen. Aber venünftiger geschäften wird deswegen niemand. Identifikation zu stiften dagegen ist eher ein intrisischer Wert in der Vereinskultur und kann bzw. sollte von einem Verein unabhänging von Fernsehgeldern etc. angestrebt werden. Und das passiert bei uns eben nicht, oder nur stümperhaft. Zugegeben, manchmal derart stümperhaft, dass es schon fast wieder sympathisch wirkt.
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  • Beitrag » 23. Jan 2019, 19:30


    Sammler hat geschrieben:Zuschauereinnahmen sind eine sehr wacklige Komponente im Budget. Das haben die meisten Profi-Ligen in Europa längst erkannt. Sponsoren gewinnt man nicht durch stupides Mitläufertum. Gelingt es einem Verein, regelmässig an die grösseren Fleischtöpfe - sprich Europapokalwettbewerbe (bald gibt's wieder deren zwei) zu gelangen, so steigert das naturgemäss auch seinen Bekanntheitsgrad. Ein gutes Argument für Sponsoren. Auch der Wert einzelner Spieler lässt sich so erhöhen, ohne dass diese nun plötzlich besser Fussball spielen. Somit würde sich auch beispielsweise ein FC Luzern unabhängiger von den Besucherzahlen machen. Wozu gibt es dieses Stadion, das sogar länderspieltauglich ist? Ich bin mir sicher, dass dann auch die Leute wieder zahlreicher ins Stadion kommen, wenn sie einen ehrgeizigen FCL erleben, der mehr will, als sich Jahr für Jahr im Mittelmass zu verstecken und am Saisonende selber auf die Schulter zu klopfen.
    Um dahin zu kommen - und nun klage ich wieder die alte Leier - müssen die jetzigen Investoren aber endlich mal über ihren Schatten springen und mit einem kalkulierbaren Risiko ihrem Ruf gerecht werden. Begegnungspunkt FCL hin oder her: Es ödet mich längst an, zwei Mal pro Saison ganzen neun gegnerischen Mannschaften hier zuschauen zu müssen ohne den erkennbaren Willen beim FC Luzern daran etwas zu ändern. Am Stadion selbst liegt es definitiv nicht. Mit der versifften Almend wäre der FCL längst Ligakonkurrent des FC Aarau. Da würde sich nicht mal Otto^s hineinwagen. Das neue Stadion war überfällig. Ein erster Schritt. Schon längst wäre aber der Verein am Zuge. Ich frage mich in der Tat, worauf man beim FC Luzern eigentlich noch wartet.


    Oh ja... Wunderbar auf den Punkt gebracht, wieso die allermeisten Vereine rote Zahlen schreiben. Kaum schreit einer in der Vorrunde den Abstieg herbei, wird der Trainer entlassen, weil ja ein Abstieg so mega schlimm wäre. Das Budget wird belastet, manchmal über Jahre hinweg. Gewisse Teams verschleissen in solchen Phasen gleich mehrere Trainer. Im Winter will dann dieser Trainer besseres Spielermaterial. Und er wird immer mehr fordern, um beim Misserfolg sagen zu können, dass es an den fehlenden Investitionen lag. Medial wird solange Druck aufgebaut, bis das Porte-Monnaie geöffnet wird. Solche Hauruck- und Feuerwehrübungen können kurzfristig sportlich erfolgreich sein, sind aber nicht langfristig durchdacht. Wie auch? Und zufrieden ist sowieso niemand. Weder die Investoren, welche unnötig Geld einschiessen mussten, noch der Verein, der jetzt ein neues Konzept um die neuen Faktoren erstellen muss, noch die neuen Akteure, welche im Extremfall nur für eine halbe Saison geholt wurden. Bereits in der darauffolgenden Saison hat man mit den Folgen zu kämpfen, die mit weiteren Investitionen ausgeglichen werden müssen. Man befindet sich längst im Abwärts-Strudel und kann nur reagieren und nicht mehr agieren. Im schlimmsten (oder vielleicht besten?) Fall steigt man dennoch ab. Der Super-Gau. Finanziell hat man sich total verausgabt und das eigentliche Ziel nicht erreicht. Denn der Witz ist ja, dass die anderen Vereine ähnlich kopflos reagieren und am Ende derjenige mit dem grössten Porte-Monnaie das Rennen gewinnt. Zugegeben, niemand weiss wie es rausgekommen wäre, hätte man den Plan, den man am Anfang einer Saison hatte, weiterverfolgt. Ein Plan mit mehreren Eskalationsstufen, der nicht beim ersten Widerstand über den Haufen geworfen wird. Ich behaupte, dass viele Vereine ihre Ziele erreicht hätten, hätten sie an ihrem Plan festgehalten. Natürlich hätten sie das: Auch wenn fünf Vereine gegen den Abstieg spielen - absteigen kann nur einer. Ok, dieses Jahr eineinhalb. Aber gewisse Clubs haben ja nicht mal das: einen Plan. Denn man kann ja immer noch um Geld betteln, wenn es nicht aufgeht.

    Vereine, welche sich ihre Ziele rein sportlich aussuchen, werden früher oder später an den Punkt gelangen, an welchem sie versagen und an welchem die bisher geleistete Arbeit und die erarbeiteten Prozesse vermeintlich den totalen Wertverlust erleiden und alles in Frage gestellt wird. Alles andere als nachhaltig, aber Nachhaltigkeit findet man im Fussball sowieso nur noch selten. Mit dem sturen Blick auf die Nachhaltigkeit wird man auch mal Durststrecken durchleben müssen. Es gibt aber auch Zeiten in denen man aber auch ein Polster aufbauen kann, mit welchem, und mit gezielten Investitionen verstärkt, man tatsächlich einen Sprung schaffen kann. Der FCL ist aber meilenweit davon entfernt. Langfristig ist dies der Weg erfolgreich zu sein. Sportlich wie auch in finanzieller Hinsicht, ohne allzu grosse Abhängigkeit von Investoren. Ja, ich messe Erfolg möglicherweise mit anderen Massstäben. Unabhängigkeit sehe ich als grossen Erfolg an.

    Der werte Sammler möchte den Verein hingegen noch weiter in die Abhängigkeit der Alpstägs und Co. bringen (oder sie einfach schröpfen, kann auch sein). Sportlicher Erfolg als Götter-Lösung. Er vergisst aber, dass die grossen internationalen Unternehmen mit klarer Markenphilosophie, kaum Interesse daran haben ihr Unternehmen mit dem FCL in Verbindung zu bringen. Alleine mit dem sportlichen Erfolg, wird der FCL sein Image nicht verändern können und ein nötiger interner Umbruch treibt er damit auch nicht voran. Der FCL kann froh sein, dass er einen Hauptsponsor gefunden hat, der eher nach der Devise «Jede Presse ist gute Presse» handelt. Der wird auch bereit sein mehr zu zahlen, wenn der Verein mehr Leute anzieht - ganz bestimmt. Und selbst wenn es Unternehmen gäbe, welche sich ein Sponsoring vorstellen könnten, würden sie den FCL in einer Position vorfinden, in welcher die Sponsoring-Plätze, welche in Frage kommen würden, zwar unter Wert, aber dennoch bereits besetzt sind. Die teilweise mehrjährigen Verträge setzen bei Sammlers Idee voraus, dass über Jahre hinweg konkurrenzfähige Teams zusammengekauft werden, bis die Investitionen Früchte tragen. Investitionen die ein Verein wie der unsrige niemals tätigen darf, weil das Risiko immer zu hoch sein wird, die sportlichen Ziele nicht zu erreichen.

    Es kotzt mich an zu lesen, dass mehr Geld der Investoren, die Lösung aller Probleme wäre. Natürlich zeigen die PSGs und Manchester Uniteds dieser Fussballwelt wie man Geld in sportlichen Erfolg umsetzen kann. Natürlich generieren sie daraus auch Geld, sind aber dennoch genötigt immer noch mehr zu investieren, um ihren Platz zu wahren. Eine traurige Tradition. Ist das wirklich der Weg, den du für den FCL siehst? Von so einem Verein will und kann ich nicht Fan sein. Leider scheissen in dieser Zweiklassengesellschaft zu wenige auf die erste, vermeintlich bessere. Fussball geht um Gefühle und Emotionen, nur in zweiter Linie um Pokale und Trophäen. Und Emotionen kennen keine Liga. Wer das anders sieht hat den Fussball nie richtig geliebt...

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  • Beitrag » 23. Jan 2019, 20:30


    @Jossen, Dir genügt Sicherheit im Mittelmass.

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