Absolut lesenswert

Beitrag » 26. Mai 2017, 15:06


Windfahne hat geschrieben:wohl nicht ganz, aber 50'000 tickets wurden schon verkauft.


ah schau an, die haben ja ein derby..
L U C E R N E - Till I Die!

Kämpfe Lozärn, Kämpfe Lozärn!
mer wend Euch gwönne gseh!


Master (am Do 20. Okt 2005 22:24 ) hat geschrieben:ich sage immer das gleiche.. dass er dem verein helfen wird, davon bin ich überzeugt!
dass er der fanszene schaden wird, davon bin ich genau so überzeugt! aber ich hoffe wir werden das überstehen!

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  • Beitrag » 26. Mai 2017, 15:18


    Master hat geschrieben:
    Windfahne hat geschrieben:wohl nicht ganz, aber 50'000 tickets wurden schon verkauft.


    ah schau an, die haben ja ein derby..


    soll ja noch guter Hass sein zwischen Jahn und Sechzig München :wink:

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  • Beitrag » 31. Mai 2017, 10:19


    Am Ende warens 62'200.

    http://www.zeitspiel-magazin.de/klartext-tsv-1860-das-erste-opfer-des-modernen-fussballs.html

    KLARTEXT: TSV 1860, das erste Opfer des „modernen Fußballs“

    von Hardy Grüne

    „TSV 1860, das erste Opfer des modernen Fußballs“, schrieb ich gestern während der Spielunterbrechung im Relegationsrückspiel zwischen den Löwen und dem Jahn aus Regensburg.

    Natürlich gab es auch vorher schon „Opfer“ des „modernen Fußballs“. Tennis Borussia unter der unheilvollen „Göttinger Gruppe“, einige der sogenannten „Kölmel-Klubs“, zu denen auch mein Verein Göttingen 05 gehörte, beispielsweise (der übrigens in seiner reinkarnierten Form als Doppelgänger just am Wochenende in die Bezirksliga abstieg, aber das nur am Rande.) Und natürlich ist es viel zu einfach und auch populistisch, dem „modernen Fußball“ den Niedergang der Löwen in die Schuhe zu schieben.

    Der TSV 1860 ist für mich das „erste Opfer des modernen Fußballs“, weil bei dem Verein nahezu alles zusammenkommt, was wir heute unter dem schwammigen Kampfbegriff „moderner Fußball“ verbuchen: ein Besitzer mit viel Geld, wenig Sachverstand und spektakulärem Ego. Eine herausfordernde Situation mit dem absoluten Platzirschen des deutschen Fußballs in der Nachbarschaft, die durch das rasante Tempo der Kapitalisierung des Fußballs verschärft wurde. Eine bis ins Mark zerstrittene Mitglieder- und Anhängerschaft, die sich vor allem am Thema „Geld“ gespalten hat. Die eine Seite sieht in „noch mehr Geld“ den einzigen Ausweg, die andere Seite will „runter und im Amateurfußball neustarten“. Der Verlust der Heimat zugunsten eines dieser modernen Eventtempel. Und schließlich eine Fankultur, von der sich Teile derart radikalisiert haben, dass selbst ein Daniel Bierofka, 1860-Ikone schlechthin, vom Platz gejagt wird.

    All das macht den TSV 1860 in meinen Augen zum „ersten Opfer des modernen Fußballs“.

    Das ist der TSV 1860 auch deshalb, weil es sich um einen wirklich großen Verein handelt. Über das Potenzial der Löwen ist viel geschrieben worden. Alle sind sich einig, dass auch neben dem FC Bayern genügend Luft zum Atmen für einen erfolgreichen TSV 1860 in München wäre. Der Niedergang des Klubs, der im Übrigen, so ist zu befürchten, in der 3. Liga nicht zu Ende sein wird, ist damit umso tragischer.

    Man kann sich als neutraler Fußballfan sicher „freuen“, dass es die Löwen erwischt hat. Neben dem HSV – oder vielleicht sogar noch mehr als der HSV – steht der TSV 1860 für alle Verfehlungen, die man sich als Fußballunternehmen so leisten kann aber nicht leisten sollte. Dass es gescheitert ist, dass Hasan Ismaik mit seiner „Führungspolitik“ Schiffbruch erlitten hat, erfüllt auch mich mit Genugtuung. Es ist ein deutliches Zeichen, dass Geld allein eben nicht reicht. Eine Botschaft, die hoffentlich auch in Hamburg ankommt.

    Der Freude (und Häme) über den Abstieg darf nun aber gerne auch etwas Zurückhaltung und Empathie folgen. Denn der TSV 1860 ist einer jener Vereine, deren Anhänger schon früh im Kampf gegen die Veränderungen im Fußball aktiv waren. Das Dilemma 1860 begann ja nicht unter Hasan Ismaik. Es begann auch nicht unter Karl-Heinz Wildmoser. Es begann mindestens unter Dr. Erich Riedl, dessen Amtszeit 1982 zum Lizenzentzug und Absturz in die Bayernliga führte. Im Grunde begann es mit der Meisterschaft 1966 und Max Merkel und Adalbert Wetzel, aus der rein gar nichts gemacht wurde. Fatal insofern, als der FC Bayern zur selben Zeit aufholte und schon drei Jahre später Nummer eins von München wurde und seitdem ist.

    Ein Dorn, der den Löwen stets im Fleisch saß und Harakiri-Politik wie die von Dr. Riedl, Wildmoser und Ismaik erst möglich machte. Als ich 1996 für mein erstes Buch über den TSV 1860 in München recherchierte, traf ich eine zerstrittene Fanszene. Die Löwen spielten im Olympiastadion, vor dessen Toren die Inititaive „Rettet das Grünwalder“ Flugblätter verteilte. Überall stritten Löwen-Fans über den richtigen Weg. Die einen sagten, „Wildmoser muss weg, wir müssen zurück ins Grünwalder, wir brauchen eine Heimat“, die anderen sagten „Ohne Wildmoser wären die Lichter schon längst ausgegangen“. Die einen gingen nur noch zur Zweiten in die Bayernliga, die anderen glorifizierten Wildmoser zum Sonnengott. Aus diesem Disput ist der Klub bis heute nicht rausgekommen. Stattdessen hat sich der Riss über die Jahrzehnte noch vertief. Auf der einen Seite die ARGE, brav und angepasst, auf der anderen Seite die Ultras, aber auch nicht nur die, rebellisch, nostalgisch, irgendwann fatalistisch.

    Der TSV 1860 ist ein Symbol und Paradebeispiel, wie sich ein Verein – und dazu zähle ich an dieser Stelle auch die Anhänger – selbst zerfleischt. Und das muss die Warnung sein. Dass ein Klub sich zum Spielball umwandeln lässt und dies über Jahrzehnte erduldet ist eine Tragik, die betroffen macht. Ich habe nie verstanden, warum die Löwen-Fans das unbestreitbare Potenzial ihrer Fanmacht nicht nutzten, um den Klub in einen Fanverein umzuwandeln. In meinen Augen ist der TSV 1860 dafür so prädestiniert wie kaum ein anderer Traditionsverein in Deutschland. Stattdessen setzten sich immer wieder die Träumer durch, die von Champions League schwadronierten und die Veränderungen der Zeit negierten. Das liegt auch an den Anhängern, die die Konsequenzen der veränderten Rahmenbedingungen – mögliches/wahrscheinliches Ausscheiden aus dem Profilager, mindestens aber Herunterfahren der Ansprüche – nicht wahrhaben wollten und sich lieber dem Geldadel an die Brust warfen.

    Der gestrige Abend hat aber noch etwas anders bestätigt. Wir haben in Deutschland ein Fanproblem. Am Montag der Böllerwurf von Braunschweig, der in meinen Augen ursächlich für das Wolfsburger Führungstor war, weil er die Konzentration des Publikums auf das Spiel störte. Die Szenen von München waren unfassbar, und dass das Spiel überhaupt zu Ende geführt werden konnte verdanken wir vor allem einer Regensburger Mannschaft, die angesichts des sicheren Vorsprungs cool blieb und ihren Erfolg nicht mit einem Urteil am grünen Tisch erringen wollte. Was der Jahn-Torwart wortwörtlich über sich ergehen lassen musste, ohne dass er dabei zur Meckerziege gegenüber dem Unparteiischen wurde gebührt höchsten Respekt.

    Dass es möglich ist, das Spiel, den Fußball, derart in Geiselhaft zu nehmen, darf nicht mehr geduldet werden. Ich sehe da im Übrigen weniger die „kriminelle Energie“, von der verbandsseitig vornehmlich gesprochen wird, als vor allem einen hohen Grad an Frustration und eine verantwortungslose Grenzenlosigkeit, die uferlos ist. Viele von denen, die Sitzschalen u.a. warfen werden sich im Recht gesehen haben. „Das ist mein Verein, der kaputt gemacht wird“. Das ist vielleicht sogar ein stückweit verständlich. Dann hört es aber auch schon auf, denn diese Selbstsucht ist egoistisch, anmaßend und zerstörerisch.

    Aber auch das ist „moderner Fußball“: eine Fankultur, die in Teilen schauerlich selbstgerecht ist. Nur weil man sich im Fantrikot hinter das Tor stellt und 90 Minuten singt ergibt sich jedoch nicht das Recht zur Selbstjustiz, wie es gestern Abend geschah. Zugleich unterstreichen die Vorfälle die zunehmend angespannte Stimmung bei vielen Klubs – sei es Dortmund, sei es FC Bayern, sei es HSV, sei es Schalke. Der „moderne Fußball“ spaltet auch die Fankurven.
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  • Beitrag » 4. Jun 2017, 18:09


    [...] Viele von denen, die Sitzschalen u.a. warfen werden sich im Recht gesehen haben. „Das ist mein Verein, der kaputt gemacht wird“. Das ist vielleicht sogar ein stückweit verständlich. Dann hört es aber auch schon auf, denn diese Selbstsucht ist egoistisch, anmaßend und zerstörerisch.

    Aber auch das ist „moderner Fußball“: eine Fankultur, die in Teilen schauerlich selbstgerecht ist. Nur weil man sich im Fantrikot hinter das Tor stellt und 90 Minuten singt ergibt sich jedoch nicht das Recht zur Selbstjustiz, wie es gestern Abend geschah. Zugleich unterstreichen die Vorfälle die zunehmend angespannte Stimmung bei vielen Klubs – sei es Dortmund, sei es FC Bayern, sei es HSV, sei es Schalke. Der „moderne Fußball“ spaltet auch die Fankurven.


    Da scheint einer ganz gut drauszukommen. Wie wärs mit einem Co-Kommentatorenposten bei Sport1?

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  • Beitrag » 4. Jun 2017, 20:53


    Naja, ist jetzt schon unfair, ausgerechnet auf dieser Passage rumzureiten. Die Botschaft dürfte klar sein, die Beobachtung ist grundsätzlich kaum falsch...
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  • Beitrag » 5. Jun 2017, 13:12


    Mein Gott harud, das ist doch wohl nicht dein ernst jetzt.
    Ersetze Trikot durch schwarzen kapu und 90 min durch ganze freizeit und dann wurde der nagel genaustens auf den kopf getroffen.
    Was passiert wenn man sich und seine "sache" zu ernst nimmt und für zu wichtig hält kannste in in tausenden büchern zum thema krieg, unterdrückung, folter etc nachlesen.
    es gibt immer auch noch die "anderen" welche die lage anders beurteilen und deswegen nicht im unrecht sind.
    stänkerer gegen oben

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  • Beitrag » 16. Jun 2017, 13:01

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  • Beitrag » 23. Jul 2017, 00:13


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  • Beitrag » 24. Jul 2017, 16:43


    Interessanter Artikel zum Thema Ecken im Fussball: https://www.11freunde.de/artikel/ein-re ... usgewertet
    Relativiert etwas unsere eigene Schwäche bei den Ecken.

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  • Beitrag » 24. Jul 2017, 17:38


    dragao hat geschrieben:Relativiert etwas unsere eigene Schwäche bei den Ecken.


    In der Rückrunde in der letzten Saison hat ein Kommentator mal gesagt der FC Luzern sei dieses Jahr die gefährlichste Mannschaft nach Eckbällen gewesen... :wink:
    Für all diese Fans - so unterschiedlich sie auch waren - bedeutete die Luzerner Allmend in den letzten gut 30 Jahren ein Stück Heimat. Auch wenn zum Schluss das alte Stadion zunehmend vom eisigen Wind der Repression umweht wurde und dem vorherrschenden Sicherheitsdenken entsprechend überbordende Fans unnachsichtiger als früher aussortiert wurden, bemühte sich die Allmend nach Kräften, den Fans ein paar letzte Freiräume zu erhalten. Denn sie wusste ganz genau, dass es letztlich das bunte und (nur allzu) menschliche Treiben auf den Stehplätzen war, das dafür sorgte, dass die Allmend eine Kultstätte des Schweizer Fussballs wurde und nicht ein Stadion unter vielen blieb. - Allmendbuch

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  • Beitrag » 23. Aug 2017, 09:04


    offene wettschulden: +10 von TJ (bald verjährt), +10 von Torpedo (bald verjährt), Saldo +20 von TW II

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  • Beitrag » 25. Nov 2017, 12:30


    Immer wieder amüsant Geschichten über CC zu lesen :-)

    https://www.derbund.ch/sport/fussball/c ... y/15356647
    SUPER LEAGUE - PASST AUF! Irgendwann...

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  • Beitrag » 1. Dez 2017, 12:23


    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/tsv-sechzig-bedeutet-fuer-mich-mein-ganzes-leben-1.3773158

    geil auch die fotostrecke von einzelnen fans
    Was treibt Fußballfans ins Stadion? Warum hält man einem Chaos-Verein über Jahrzehnte hinweg die Treue?

    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/tsv-sechzig-ist-mein-ganzes-leben-1.3772263
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