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Beitrag » 14. Jun 2018, 13:52


Auf Veränderung zu hoffen, ohne selbst was dafür zu tun,
ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten

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  • Beitrag » 13. Jul 2018, 22:31


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  • Beitrag » 26. Jul 2018, 17:51


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  • Beitrag » 5. Sep 2018, 07:03


    Hab keinen besseren Thread gefunden (gibts keinen für die sportliche Leitung / Clubführung?)

    https://www.zentralplus.ch/de/news/spor ... %C2%BB.htm
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  • Beitrag » 6. Sep 2018, 09:14


    Hätte RM vor Pascis Absage klar Stellung bezogen und gesagt: "Wir werden PS zu keinem Preis der Welt abgeben" hätte ich ihm das abgenommen. Im Nachhinein wirkt mir das Schöngeredet. Dafür kann er aber nichts. Denn bei - vielleicht - 2 Mill Ablöse hätt der FCL gar nicht nein sagen können. Dafür hätte Don Alpstaeg schon gesorgt. RM ist auch nur ein Bauer im Schachspiel der "Investoren".
    @Aufwindfahne: ich habe übrigens nur die Überschrift gelesen :mrgreen:

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  • Beitrag » 6. Sep 2018, 09:50


    Sammler hat geschrieben:Hätte RM vor Pascis Absage klar Stellung bezogen und gesagt: "Wir werden PS zu keinem Preis der Welt abgeben" hätte ich ihm das abgenommen. Im Nachhinein wirkt mir das Schöngeredet. Dafür kann er aber nichts. Denn bei - vielleicht - 2 Mill Ablöse hätt der FCL gar nicht nein sagen können. Dafür hätte Don Alpstaeg schon gesorgt. RM ist auch nur ein Bauer im Schachspiel der "Investoren".
    @Aufwindfahne: ich habe übrigens nur die Überschrift gelesen :mrgreen:


    dann lass doch in Zukunft solche Postings gleich ganz weg.

    "zu keinem Preis der Welt abgeben" jo genau... Genau so eine Aussage ist nie einzuhalten. Jeder hat irgendwo eine Schmerzgrenze, das gibt es in jeder Transferphase zu beobachten.
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  • Beitrag » 9. Sep 2018, 19:36

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  • Beitrag » 12. Sep 2018, 16:38


    https://www.n-tv.de/sport/fussball/Es-reicht-endgueltig-moderner-Fussball-article20618843.html

    Fußball ist ein Arschloch, ja. Das eigentliche Problem ist nur: Er gehört jetzt auch den Arschlöchern.
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  • Beitrag » 13. Sep 2018, 08:02




    Abnabeln von diesem irrsinnigen Kommerz ist erlenbar. Bezahl-TV ist bei uns daheim schon lange kein Thema mehr. Jahresabo? Längst Geschichte.

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  • Beitrag » 13. Sep 2018, 08:45


    Sehr guter Bericht. Ich habe es mit Sammler und verzichte genau aus diesem Grund auf Pay-TV. Das traurige ist nur, dass an diesem Tag, an dem wir beide uns entscheiden uns dem ganzen Zirkus loszusagen, gleichzeitig 9999 Chinesen ein Abo für die Champions-League lösen.

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  • Beitrag » 13. Sep 2018, 09:06


    In seinem Buch "In den Sand gesetzt" über die WM 2022 in Katar hat der Autor Glenn Jäger angeregt, die Fifa in die UN zu überführen.

    Zum Schluss dann doch noch etwas ntv-Humor.

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  • Beitrag » 13. Sep 2018, 10:39


    sidi hat geschrieben:Sehr guter Bericht. Ich habe es mit Sammler und verzichte genau aus diesem Grund auf Pay-TV. Das traurige ist nur, dass an diesem Tag, an dem wir beide uns entscheiden uns dem ganzen Zirkus loszusagen, gleichzeitig 9999 Chinesen ein Abo für die Champions-League lösen.


    Da kauft ein Chinese ein Abo und 9998 schauen gratis seinen Stream. So läufts in good old China.
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  • Beitrag » 13. Sep 2018, 11:10


    Bundesliga, tschempiensliig, restliche grosse ligen, wm, em, pay-tv, carlsberg, heineken, 0815-schönsten-stadien-der-welt, kunstrasen, superstars, Geld, noch mehr Geld, immer ausverkaufte Stadien, märkte, pipapo... sollen sie sich doch gegenseitig kaputtwachsen, who cares. mich auf alle fälle nicht. wie oft werde ich im büro bzw. beim rav bzw. bei der kontrollierten heroin-abgabestelle auf den "tollen gestrigen tschempiensliig-abend" angesprochen. ich bin ja fussballfan, der grösste des clans. in den allermeisten fällen muss ich dann axelzuckend mitteilen, dass ich mir das "grosse spiel" nicht angeschaut habe und das Resultat nur weiss, weil ichs entweder auf fotmob oder im 20min erhascht habe. bevor replay-funktion + co. erfunden wurde, habe ich mich gar richtiggehend genervt ab diesen tschempiensliig-fernsehspielen, die auf den besten spielfilmsender (orf, srf, ect.) zwei abende vollgemüllt haben. damals hätt ichs mir gewünscht, alles wär nur aufm Pay-TV gelaufen. aber wer das gerne guckt, nur zu. allerdings frage ich mich schon etwas, wie man als bayern-oder-ähnliches-fan erst jetzt - und z.b. wegen der nations league - den stecker zieht. das nimmt ja schon fast redbull2-züge an, wo sich die verbliebenen paar konsumenten in der kurve fängs jahre nach der clubzerstörung erbosen, dass der club auf seine Traditionen, ect. ja gar keine Rücksicht mehr nehme, weil er zu einem Zulieferer für redbull1 in Leipzig verkäme.

    Bezüglich "moderner fussball" sehe ich, zumindest in bezug auf den für mich relevanten fussball hier in der schweiz (und auch beim fcl), weniger schwarz als auch schon. ich finde, hat sich die situation eher wieder verbessert. zumindest im vergleich zu vor 5-10 jahren. was mit der vergabe der euro08 und der "Professionalisierung" im schweizer profifussball zerstört wurde - sämtlichen grossartigen alten stadien / die ehrenamtlichkeit, ect. - lässt sich nicht bzw. nicht so einfach korrigieren. man hat sich in der Zwischenzeit auch daran gewöhnt, dass fast alle stadien ziemlich bis ganz langweilig sind. d.h. es wird in diesem Fazit wohl auch etwas abstumpfung mit drin sein. trotzdem: einiges läuft wieder besser...

    Cup: wir feiern seit einigen jahren wieder (fast) überall richtig geile kuhacker-cupfeste (scheiss krienser waren die beschämende einzige ausnahme), wo früher (plaffeien, ect.) noch ein heer von bullen für landei-Skandale gesorgt haben.

    Konfliktherd Eingang/Gästesektor: die eingangssituationen zu den gästesektoren haben sich (ausser in Luzern, zum fremdschämen) überall sehr bis ungemein verbessert. abgezogen wurden etwa die delta-idioten in Zürich, dank denen es bei jedem zweiten besuch geschäppert hat. neu stehen da lustige Kontrolleure, welche grüezi sagen und einem ohne abtasten ins Stadion lassen. das sind welten. vor einigen jahren hats quasi bei jedem Auswärtsspiel am eingang zumindest heikle Szenen bis Krawalle gegeben. heute ist die Situation entspannt, es kommt - zumindest an fcl spielen, wo ichs beurteilen kann, kaum bis nie zu vorfällen. auch die (verbliebenen) Sicherheitsdienste im Stadion halten sich ggü. früher eher zurück, sind weniger präsent. und heute würde wohl auch kein protectas-angriff auf den gästesektor mehr befohlen o.ä.

    Bullen: es gibt (immer noch) genug gründe sie weiterhin und für immer zu hassen. aber sie treten an den auswärtsspielen grundsätzlich doch weniger offensiv auf, als auch schon. es gab Zeiten, da knallte es z.b. in st.gallen bei jedem Auswärtsspiel mehrmals. einmal am zaun vor dem Stadion (100% pfefferspray-Quote, bei jeder anreise), einmal am eingang, ein- bis zweimal nach dem spiel beim auslass (blocksperre aufheben, 50 meter weiter läuft der mob auf die nächste blocksperre in form von einer polizeistaffel, die vordersten fans werden von den hinteren, die nicht sehen/checken, dass nun schon wieder aufgehalten wird, an die bullenfront gedrückt, pfefferspray/Eskalation). das waren eigentlich unhaltbare zustände. klar, man hatte immer etwas zu erzählen und dem einen oder anderen kams vielleicht auch gelegen, mal wieder zu testen, wie weit man gegenstände noch werfen kann. aber im Grundsatz ist wohl keiner traurig, dass dieses vorgehen nicht mehr standard ist.

    Berichterstattung: auch wenn dank den hardturm-tropedierungsversuchen der Südkurve immerhin noch etwas zunder übrig bleibt für die serbelnde print- und onlinemedienlandschaft, so sind die guten alten Zeiten der omnipräsenten tendenziös-skandalösen Hetzkampagnen vorbei. schade eigentlich. aber scheinbar finden es die Leser mit der zeit auch langweilig, immer wieder dasselbe vorgesetzt zu erhalten.

    Anspielzeiten: entgegen allem trend, sind wir wieder bei zwei Spielzeiten pro runde. leider immer noch 3 am sonntag und nur 2 am samstag - und weil die 1345-kick-offs weggefallen sind, triffts uns nun viel mehr am sonntag (die garantierten 2/9 samstagsspiele im schletzi gibt's nicht mehr). dass die Fixierung quartalsweise - und nicht immerhin halbjährlich kommuniziert wird, ist weiterhin unschön, aber man kann das jahr doch eingermassen anständig am fussball vorbeiplanen.

    Kommerz: ladies night wurde gesterbt. drehbanden haben den led-flimmerkästen platz gemacht. eckbälle werden immer noch präsentiert und die grässlichsten stadien nennen sich nach Sponsoren. immer noch grausig. ausländische Investoren haben auch in der schweiz ihre fühler ausgestreckt - und bislang ist dann noch jeder Club daran zugrunde gegangen. aber auch einheimische "Investoren" bringen alles andere als den heiland zurück, wie wir wissen.

    Situation fcl: wir haben das Problem scheissschüssel und es geht einfach viel zu langsam oder gar nicht vorwärts, dieses anzugehen. aber ansonsten finde ich, hat der fcl auf vielen ebenen (exkl. zuoberst) fortschritte gemacht. Zeiten, in denen stierli und seine besten freunde bei der pfadizeitung fans und den Club in zwei ziemlich verfeindete lager gespalten haben, sind vorüber.

    von daher ist trotz modernem fussball ect. nicht alles verloren gegangen. gewisses wird sogar wieder besser. weil sich die leute dageben wehren - und weil schlussendlich auch jene "oben" merken, dass die "heile-neue-stadien-supertruperliig-welt-alle-werden-reich-blase" ziemlich schnell geplatz ist. klar ist dies beim fcl oder in Zürich und basel einfacher als bei Manchester united oder Bayern münchen. aber ich arbeite ja auch nicht für glencore oder sonstige grosse gaunerkonzerne, wenn ich mir ethisches unternehmerisches handeln und einen anständigen umgang mit menschen wünsche. fussball gehört schliesslich nicht erst seit gestern den arschlöchern. vielleicht sollte Autor Christian bartlau wieder bei seiner ersten, ins alter gekommenen freundin in Rostock (oder beim damaligen Gegner 1860) vorbeischauen, anstatt sich bei seinen neuen, grossbusigen angebeten der Bundesliga, tschempienslig und deutsche Nationalmannschaft auszutoben. vielleicht würde er da seine fussballliebe wieder finden. aber von Rostock oder ähnlichem liest man im weiteren verlaufe des jammertexts gar nichts mehr...

    greez
    STADION ALLMEND 1934 - 2009
    cumk :: ultras mongos :: choooom

    «Stellen sie sich vor, ein Pyro mit 2000 Grad trifft ein Kind und das Kind stirbt. Was sagen Sie dann?»
    «Gewaltanwendungen gab es zwar keine, es hätte aber auch anders kommen können!»

    Romano Simioni, Allmend-Buch, 2009 hat geschrieben:Das KKL ist kein Ort, der für uns Luzerner und Innerschweizer
    gemacht wurde, sondern ein Ort, der in erster Linie dazu da ist,
    dem Prestige der Stadt gut zu tun. Ich befürchte, dass das neue
    Stadion eher ein KKL des modernen Fusballs wird und nicht eine
    lebendige Volksbühne, wie es die so sympathisch unperfekte
    Allmend war.

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  • Beitrag » 13. Sep 2018, 13:13


    "Champions"-League schaue ich schon lange nicht mehr. Europa League, wenn's denn ab und zu mal europäischer Fussball sein muss. Dort sind ja sowieso noch die verbliebenen "echten" Vereine dabei.
    Resultate der BuLi, Serie A, Ligue 1 oder der Primera Division sind mir sowas von schnuppe. Die Auf- oder Absteiger der jeweiligen Ligen kenne ich kaum noch. Das war früher ganz anders.
    Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag, Montag, Dienstag, ... etc usw usf. Gäääääääähn, Fussball (auf dem Platz), Du bist mir bis auf die Ausnahmen des FCL, der U21, mit Abstrichen des lokalen Dorfvereins und eines Premier League-Vereins, den ich im Kindheitsalter irgendwann lieben gelernt habe, sowas von egal geworden. Dasselbe passierte schon bei der Aufblähung der Eishockeyliga auf 50 sinnlose "Qualispiele". Gääääääähn.

    Und trotzdem rege ich mich immer noch auf, wenn die UEFA einen CL-Final in NYC, oder die Primera Division Ligaspiele in Übersee austragen lassen wollen. Es ist eine Schande, eine verdammte Schweinerei, gerade für die armen Geschöpfe, die als Fans von Basel, Barça, ManUtd, oder nun eben auch Girona geboren wurden. Aber eben, man hat ein "grossartiges Sportprodukt", das vermarktet werden muss, um die eigenen Taschen, jene der Spieler, der Spielerberater und der Medienmogulen zu füllen. Die Asiatischen, Europäischen und Amerikanischen Modefans tun alles, um "ihre" Vereine einmal im Leben live zu sehen. Kaufen sich beim einzigen Spielbesuch (Ticket über viagogo erstanden) natürlich den Matchschal, machen das Selfie vor dem Tempel und fühlen sich so ultrageil, weil sie ja so richtig fett geile Fans sind. Und die Kassen klingeln...

    Schön, dass das Gefühl der Übersättigung immer weitere Kreise zieht. Auch die grössten Verfechter des "Champions"-League-Fussballs in meinem Freundeskreis äussern sich mittlerweile in die selbe Richtung. Ob der grosse Knall irgendwann kommt, wage ich zu bezweifeln. Es finden sich immer neue Konsumopfer, das beweisen ja auch wir selbst im sonstigen Alltag zur Genüge.

    Schade, aber für mich stimmt meine beschränkte Fussballwelt immer mehr. Denn das Allerheiligst konntet ihr Parasiten uns Luzernern hierzulande (noch) nicht nehmen: Die Emotionen, den Moment wenn der Ball im Netz zappelt und eine ganze Kurve, ein ganzes Stadion ekstatisch aufspringt. Diese zwei, drei, vier, fünf Sekunden alle ein, zwei Wochen konntet ihr uns noch nicht nehmen. Hoffen wir, der VAR kommt hierzulande nicht. Denn dann sehe ich auch dies arg in Gefahr!
    Bienvenido a Lucerna, hijo de puta!

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  • Beitrag » 13. Sep 2018, 15:59


    Don Pedro hat geschrieben:Ob der grosse Knall irgendwann kommt, wage ich zu bezweifeln. Es finden sich immer neue Konsumopfer, das beweisen ja auch wir selbst im sonstigen Alltag zur Genüge.


    Es hat ja eigentlich schon an einigen Orten geknallt. Bei der schleichenden Kommerzialisierung/Produktanpassung ist wahrscheinlich auch kein einzelner grosser Knall zu erwarten. Bekannte Beispiele wie United of Manchester oder Austria Salzburg sind nicht einfach so entstanden. In Berlin wurde ein Stadion von Fans errichtet, auch das hatte Gründe. Wenn man sich in dieser(teils etwas abschweifenden) Liste mal ein wenig durchklickt hat es noch andere interessante Konzepte, welche teilweise stark gegen den Trend zeigen und auch andere Sportarten schaffen es sich zu vermarkten ohne sich dabei zu verkaufen. Bei einigen grösseren Fussballclubs rumort es schon lange, aber Störer in Hamburg, Hannover oder sonst wo können auf dieser Stufe leichter ersetzt werden. Traditionsvereine in der unteren Bundesliga, sprich in der zweiten, und in der 3. Liga (notabene die beste 3. Liga der Welt) scheinen aber aktuell gefühlt eher einen zweiten Frühling zu erleben. Die Verbrüderung der deutschen Fankurven in der letzten Saison gegen den DFB ist ebenfalls spannend, versandet derzeit aber leider ein wenig. Sie zeigt jedoch, dass die Kritik an den heutigen Fussball nicht von ein paar wenigen kommt, sondern ganze Massen verärgert sind. Das oder das kollektive Neymar-Bashing während der WM tut gut, ob es hilft ist eine andere Frage. Bei der Tessera war das ähnlich, wenn auch nicht vergleichbar, gebracht hat der Protest nicht viel.

    Es muss bei jedem Verein und seinen Anhängern unterschiedlich viel falsch laufen, um den Arsch hochzureissen und etwas zu riskieren. Und "etwas" ist nun mal nicht nur die Geschichte des Vereins, sondern auch die eigene, mit anderen Menschen, beispielsweise dem Vater oder verstorbenen Grossvater erlebte Geschichte, die man nicht einfach so aufgeben kann und will. Es droht dabei etwas verloren zu gehen. Etwas Unsichtbares, weniger materielles sondern vielmehr ein Gefühl und der Glaube an gewisse Werte. Hinzu kommt, dass Fussballfans eher rebellisch sind und sich nicht gerne enteignen lassen und dem "Gegner" das Feld bzw. den Verein überlassen möchte. Zudem lebt man in der Hoffnung, dass doch noch alles gut wird - wie in einem schlechten Hollywood-Film mit Happy End. Spoiler: Wird es nicht. In diesem System funktionieren die Winterthurs und Union Berlins nur so lange sie wirtschaftlich nicht zu erfolgreich sind oder Werte wichtiger bleiben als Erfolge. Aber wo es sportliche Erfolge zu feiern gibt, werden auch immer Betrug und Vermarktung nicht weit sein. In dieser Gesellschaft werden Werte immer mehr an Wert verlieren. Der Point of no Return wurde gesamtgesellschaftlich vor ein paar Jahren oder Jahrzehnten überschritten. Der Fussball ist nur ein Teil eines grösseren Problems.

    Zurück zum Fussball: Ich glaube fest daran, dass sich in den nächsten zwanzig Jahren entweder der UEFA-Fussball soweit vom normalen Fussball abgekoppelt haben wird oder umgekehrt der finanzschwache Teil des Fussballs von den UEFA-Millionen, dass eine fussballerische Parallelgesellschaft entsteht. Meiner Generation wird das noch etwas bedeuten. Lieber wäre es mir in einem alternativen und eigenständigen Ligensystem, wahrscheinlicher aber als nicht relevante Abkoppelung aber trotzdem ins System integrierte Version. Letzteres wäre eine Unterjochung und Bevormundung, ersteres ein Gegenentwurf. Selbst als Gegenentwurf würde man aber Gefahr laufen die gleichen Fehler zu begehen. Nike, Adidas und Co. fänden es marketingtechnisch wohl etwas vom geilsten, gäbe es Konkurrenz nicht nur unter den Ausrüstern, sondern unter einem neuen Konkurrenzverband und den bestehenden Strukturen. Bis dahin müsste allerdings massiv viel passieren und es ist wahrscheinlich realistischer, dass einer der grossen Verbände, UEFA oder FIFA, das Spiel an sich versucht zu vereinnahmen, mittels Patenten oder was auch immer, als dass sich internationale oder nur schon nationale Alternativ-Verbände entwickeln würden. Die geldgierigen Bastarde schwärzen sich jetzt schon gegenseitig an, als dass es nicht unrealistisch ist, dass sich FIFA und UEFA kurz über lang gegenseitig angreifen werden und versuchen den ganzen Kuchen zu kriegen.

    Don Pedro hat geschrieben:Hoffen wir, der VAR kommt hierzulande nicht. Denn dann sehe ich auch dies arg in Gefahr!

    Ich halte die Fankurven der Schweizer Liga als eine der kritischsten Szenen Europas. Insofern bin ich gespannt, wie sie darauf reagieren werden. Ich hoffe schwer, dass man sich mit allem dagegen stemmt. Denn mit der Einführung des VAR würde tatsächlich ein grosses Stück Fussball sterben, das dem Fussball bis in alle Ewigkeit erhalten bleiben wird.

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  • Beitrag » 22. Nov 2018, 00:12


    https://www.nzz.ch/sport/fc-lugano-nach ... ld.1437204

    Spannender Bericht über die Lage im Tessiner (Nachwuchs-) Fussball, den Paten (Renzetti) und die Russen :-).
    Irgendwie eine ewig-traurige Geschichte im Tessin - glaube (noch) nicht an Besserung. Würden da die Vereine im Nachwuchsbereich professionell zusammenarbeiten wäre wohl einiges möglich, aber im Tessin herrscht irgendwie immer "survival of the fittest". Lugano, Chiasso, Locarno & Bellinzona für mich alles "klingende Fussballvereine", schade geht regelmässig einer von denen zu Grunde...

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