Ultras

Beitrag » 5. Aug 2014, 14:58


skajunge hat geschrieben:
Goal hat geschrieben:Warum Hannovers Ultras viertklassig sind


lg an :clown:

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  • Beitrag » 6. Aug 2014, 07:27


    Die Hamburger (glaube kürzel HSV :oops: :eye: ) machen das nun anders, die haben sich entschieden, einen eigenen Verein zu gründen, den HFC Falke.

    Faszination Fankurve sprach mit Philipp Markhardt, einer der Initiatoren bei der Gründung des Fanvereins HFC Falke e.V. und Mitglied bei Chosen Few, über den neuen Verein und wie es für Chosen Few und andere beim Hamburger SV weitergeht. Das erste Interview mit dem HFC Falke.

    Faszination Fankurve: Gestern sollte der Hamburger Fußball-Club Falke gegründet werden. Könnt ihr den Vollzug melden?
    Philipp Markhardt: Jein. Zwar ist die vorläufige Satzung beschlossen und ein kommissarisches Präsidium gewählt, der Eintrag ins Vereinsregister muss allerdings noch warten, da die Satzung erst noch durch einen Anwalt und das Finanzamt geprüft werden soll, um keinen Fehler zu machen. Das ändert allerdings nichts am Gründungsdatum, dem 19.06., mit dem wir den Bogen zum HSV-Vorgängerverein FC Falke 06 schlagen. Wie die Satzung und das Präsidium dann endgültig aussehen, haben später die Mitglieder zu entscheiden. Das ist alles verhandelbar bzw. kann geändert. Eine Ausnahme stellen die von der Ewigkeitsklausel berührten Punkte dar, wie zum Beispiel die Rechtsform. Beim HFC Falke wird es nicht möglich sein, per Satzungsänderungsantrag eine Ausgliederung herbeizuführen.

    Faszination Fankurve: Wer ist mittlerweile alles in dem Projekt involviert?
    Markhardt: Beteiligt sind Leute aus so ziemlich allen Teilen der HSV-Mitgliedschaft bzw. –Fanszene und auch eine „HSV-fremde“ Person. Derzeit sind wir etwa zwanzig Personen, die alles vorbereiten, um am 13. Juli die Gründerversammlung durchzuführen.

    Faszination Fankurve: Werdet ihr weiterhin die Spiele des Hamburger SV besuchen?
    Markhardt: Das steht jedem frei. Mit Sicherheit werden viele noch hingehen, es gibt jedoch auch Leute, die ihre Dauerkarte nicht verlängert haben. Da ist jeder frei in seiner Entscheidung.

    Faszination Fankurve:Wieso habt ihr den HFC Falke gegründet bzw. wie habt ihr euch vom Hamburger SV entfernt? Kannst du die Ereignisse der vergangenen Monate zusammenfassen?
    Markhardt: Es war ja leider abzusehen, dass es zu einer Ausgliederung der Profiabteilung des HSV kommen würde. Da hat sich wohl keiner großen Illusionen hingegeben. Wie das Ganze dann am 25. Mai abgelaufen ist, fanden wir jedoch beschämend. Den Sporttreibenden im HSV wurde leider sehr schmerzlich vor Augen geführt, dass die Amateurabteilungen von der überwiegenden Mehrheit der Mitglieder als lästiges Anhängsel gesehen werden. Es offenbarte sich außerdem, dass es den meisten Mitgliedern weniger um Ideale geht, als um erfolgreichen Bundesliga-Fußball und dass sie bereit waren, all ihre Mitspracherechte zu opfern. Mit dieser Einstellung gehen wir nicht konform. Der HFC Falke war für uns die Konsequenz – auch wenn wir damit nicht das Ziel verfolgen, gegen die HSV AG zu sein. Vielmehr wollen wir einen Verein schaffen, der für etwas steht: für Vereinsleben, Mitbestimmung und den Spaß am Fußball, wie wir ihn uns vorstellen.

    Faszination Fankurve:Der HFC Falke soll erst in der Saison 2015/2016 seinen Spielbetrieb aufnehmen. Was macht ihr in der Zwischenzeit?
    Markhardt: In der Zwischenzeit wollen wir uns so aufstellen, dass der HFC Falke keine Eintagsfliege wird. Einen Amateurverein zu gründen, ist sicher nichts, was man mal eben nebenbei macht. Da müssen diverse Dinge beachtet werden. Zum Beispiel benötigen wir eigene Schiedsrichter, eine sportliche Heimat, etc. Das bricht man nicht mal eben übers Knie. Nicht zu vergessen, dass wir auch eine Mannschaft zusammenstellen müssen.

    Faszination Fankurve:Sollen die Spieler vom HFC Falke aus der Fanszene des HSV kommen?
    Markhardt: Gerne. Aber am Ende entscheidet das derjenige, der als Trainer engagiert wird. Wir haben bereits zahlreiche Angebote von Interessenten bekommen, aber am Ende entscheidet das dann wie gesagt der Übungsleiter.

    Faszination Fankurve:In welcher Liga und in welchem Stadion wollt ihr antreten? Gibt es hier schon erste Überlegungen?
    Markhardt: Wir würden nach derzeitigem Stand ganz unten in der Kreisklasse anfangen. Was allerdings natürlich auch die Chance erhöht, dass eben Spieler aus der Fanszene des HSV dabei sein können. Beim Thema Stadion können wir noch keinen Vollzug melden. Hier kümmern wir uns zeitnah um Gespräche mit Verantwortlichen. Wunsch ist es, im Hamburger Westen anzutreten. Warten wir mal ab, wie viele Leute am 13.7. zur Gründerversammlung erscheinen, um eine ungefähre Hausnummer zu haben, was auch vom Platz her nötig ist.


    Faszination Fankurve:Du warst in den vergangenen Jahren bei Chosen Few Hamburg aktiv. Wirst du dies weiterhin sein und wie steht der Rest der Gruppe zum HFC Falke?
    Markhardt: Ich weiß es ehrlich gesagt noch nicht. Ende Juni haben wir unser jährliches Treffen, auf dem die Marschrichtung für die kommende Saison festgelegt wird. Das alles natürlich auch vor dem Hintergrund der Ausgliederung und den Ereignissen beim Spiel gegen den FCB. Derzeit tendiere ich dazu, sporadisch auch HSV-Spiele zu besuchen, da sich dort schließlich der überwiegende Teil meines Freundeskreises aufhält. In Stein gemeißelt ist aber noch nichts. In der Gruppe selbst gibt es sowohl Interessenten, als auch Skeptiker. Das ist allerdings in meinen Augen auch normal.

    Faszination Fankurve:Wird der Großteil der Chosen Few weiterhin die Spiele des Hamburger SV besuchen?
    Markhardt: Das wird man Ende Juni wissen. Nach meinem Kenntnisstand haben sich die meisten noch Dauerkarten gekauft. Ob die auch genutzt werden, sehen wir dann.

    Faszination Fankurve:Was sind eure langfristigen Ziele mit dem HFC Falke? Bis zu welcher Liga wäre ein Aufstieg wünschenswert und ab wann hättet ihr Angst vor Fehlentwicklungen?
    Markhardt: Ich denke, dass ein Durchmarsch nicht sehr realistisch ist. Bis wohin man gehen möchte, ist so eine Frage. Ich persönlich hätte kein Problem damit, irgendwann einmal Oberliga zu spielen. Ob es für mehr reicht, ist die große (finanzielle) Frage. Denn die Regionalliga ist für die meisten Amateurclubs Gift. In Hamburg hat es zum Beispiel lange Zeit keinen Oberliga-Meister gegeben, der es sich zugetraut hat, die Lizenz für die Regionalliga zu beantragen, weil die Kosten immens sind, das Interesse am Amateurfußball jedoch in der Hansestadt eher überschaubar. Aber die Frage stellt sich erstmal nicht.

    Faszination Fankurve:Soll der HFC Falke optisch und akustisch unterstützt werden?
    Markhardt: Gute Frage. Wünschenswert ist das auf jeden Fall. Ich kann aber noch überhaupt keine Prognose abgeben, wie sich das Publikum zusammensetzen wird.

    Faszination Fankurve:In Europa gibt es schon einige Fanvereine, wie z.B. in Wimbledon, Salzburg, und Manchester. Habt ihr zu einem dieser Vereine den Kontakt gesucht, um euch den ein oder anderen Rat einzuholen?
    Markhardt: Ja, haben wir. Wobei wir uns hauptsächlich in Deutschland umgehört haben, ganz einfach, weil die rechtlichen Voraussetzungen international doch andere sind, als bei uns. Kontakte gibt es aber.

    Faszination Fankurve:Gegen welchen Fanverein würdet ihr gerne ein Testspiel absolvieren, schließlich ist bis Saisonstart 2015/2016 noch reichlich Zeit für Testspiele?
    Markhardt: Da wird sicherlich jeder seine eigenen Favoriten haben. Grundsätzlich sind wir da aber zu allen Seiten offen. Der Kontakt aus Manchester liegt allerdings schon auf meinem Schreibtisch.

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  • Beitrag » 19. Nov 2014, 08:09

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  • Beitrag » 23. Nov 2014, 20:43


    Bin mir nicht so sicher wo meine Frage hingehört. Warum wird in der Kurve eigentlich die "Konzertpyro" so verachtet? Ich fand das ganze am Freitag doch sehr gelungen und sah aus meiner Sicht auch gut aus. Antworten können auch per PN gegeben werden.
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  • Beitrag » 11. Dez 2014, 12:27


    Läuft dieses Wochenende im Bourbaki (weiss nicht ob danach noch länger):
    http://www.kinoluzern.ch/kino/108639/istanbul-united.html?aktuell

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  • Beitrag » 11. Dez 2014, 12:35


    war ganz ok. aber die erwartungshaltung war dann doch etwas höher. teilweise etwas langatmig. ausserdem konnte ich die protagonisten beziehungsweise ihre wichtigkeit in der kurve nicht abschliessend einordnen.
    Fussballfan ist man trotzdem und nicht deswegen

    Wer nicht dazu bereit ist, für seine Einstellung bis zum bitteren Ende zu kämpfen sollte eventuell seine Einstellung überdenken...

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  • Beitrag » 11. Dez 2014, 12:38


    jossen hat geschrieben:war ganz ok.
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  • Beitrag » 11. Mai 2015, 10:54


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    GEGEN DEN MODERNEN SCHIFFSBAU

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    JASSOBIG RETTEN - NIEDER MIT DEN WETTEN!

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  • Beitrag » 16. Jun 2017, 09:26


    maré am 9. August 2011, fett markierte sätze am 16.6.17 hervorgehoben von windfahne hat geschrieben:Wir bleiben in Bayern, wechseln aber von den Passauern zu den Münchner ULTRAS:

    Sie haben ausgebrüllt: Aus Protest gegen Investor Hasan Ismaik zieht sich die einflussreiche Ultra-Gruppierung "Cosa Nostra" aus der Fankurve von 1860 München zurück. Ein Gespräch mit CN-Mitglied Mathias K. über die Schizophrenie wahrer Fankultur, den drohenden Ausverkauf des Fußballs und die Relevanz der 50+1-Regel.

    In der Nordkurve der Arena klaffte beim ersten Heimspiel der "Löwen" gegen den Karlsruher SC ein Loch. Wo sonst die Ultras von der "Cosa Nostra" (CN) für Stimmung sorgen, blieben einige Stehplätze leer. Die CN, eine der einflussreichsten Fangruppierungen des Klubs, hatte sich in stillem Protest auf den Mittelrang zurückgezogen - um ihre Haltung gegen das Investorenprojekt des Vereins auszudrücken.

    Die Ultras können sich nicht damit anfreunden, dass die HAM Internation Ltd. in Person von Hassan Abdullah Mohamed Ismaik nun 60% der TSV München von 1860 GmbH & Co KGaA besitzt. Der Verein verkaufte damit genau die Anteile, in welche die Profi-, Amateur- und A-Jugendmannschaft des TSV München von 1860 e.V. ausgegliedert sind. Politisch interessierte Fans sehen die im deutschen Fußball vorgeschriebene 50+1-Regel längst in Gefahr. Diese verbietet es Kapitalanlegern, bei Vereinen mehr als 49% der Stimmrechte zu übernehmen. Mathias K. ist Mitglied der CN - wie viele Ultras, möchte er seinen vollen Namen in der Öffentlichkeit nicht preisgeben.

    sueddeutsche.de: Wieviel Spaß macht es derzeit, Fan des TSV 1860 zu sein?

    Mathias K.: Momentan ist das Vergnügen ziemlich begrenzt. Was im Verein abläuft, ist schon seit Ende der letzten Saison nicht mehr besonders witzig. Trotzdem kann ich mich nicht ganz von diesem Klub lossagen, schließlich bin ich schon seit Jahren dabei. Wir von der "Cosa Nostra" sind bekannt für gute Stimmung und Aktivitäten in der Kurve - und jetzt schauen wir die Spiele still und im Sitzen. So stellen wir uns das natürlich nicht vor.

    sueddeutsche.de: Für welche Art Fantum steht die "Cosa Nostra"?

    Mathias K.: Wir vertreten eine Ultra-nahe Fankultur. Wir fahren der Mannschaft hinterher, um sie zu unterstützen und versuchen, bei den Spielen optisch und akustisch Akzente zu setzen: Durch Choreographien, Fahnen und Gesänge. Wir begleiten den Verein so nah es geht, bringen uns als aktive Mitglieder ins Vereinsgeschehen ein und wollen ein Sprachrohr für die Kurve sein.

    sueddeutsche.de: Was macht das Gefühl dieses Klubs für Sie aus?

    Mathias K.: Ich bin mit Sechzig aufgewachsen und schon als kleiner Junge ins Stadion gegangen. Fußball gehört für mich zum Alltag - früher war ich sicher etwas weniger emotional als heute. Mittlerweile sind die 90 Minuten am Wochenende das absolute Highlight. Bis dahin vergeht viel Zeit mit Organisieren, da überlegen wir uns, was wir mit ins Stadion nehmen, wie wir zu Auswärtspartien gelangen oder welche Aktionen wir planen. Letztlich arbeiten wir die ganze Woche nur für das Spiel. Da wollen wir die Sau raus lassen, die Mannschaft anfeuern, mitleiden und mitfeiern. Wir leben und lieben diesen Verein mit vollem Herzen. Aber es gibt Grenzen.

    sueddeutsche.de: Wie jetzt mit dem Rückzug aus der Kurve demonstriert wird. Warum dieser Schritt?

    Mathias K.: Die neuesten Entwicklungen sind uns zu viel. Wir vertreten eine andere Auffassung davon, wie Vereine funktionieren. Wir sind Mitglieder im TSV 1860 e.V. und waren nie besonders glücklich darüber, dass die KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien, d. Red.) ausgegliedert wurde, weil wir uns als Teil des Klubs sehen und uns über Delegiertenversammlungen repräsentiert sehen wollen. Der Investor hat 60% der Anteile der KGaA gekauft, darunter sind auch die Profi -und Amateurmannschaften - also genau die Teams, die wir unterstützen. Auch wenn der Investor in den Gremien nur 49% Stimmberechtigung besitzt, ist das ganz schön viel Macht. Im Endeffekt hat ein externer Geldgeber damit bei 1860 das Sagen. Die Querelen der letzten Wochen haben gezeigt, dass Investorentum und Klubseele nicht miteinander zu vereinbaren sind.

    sueddeutsche.de: Sie hätten schon viel früher protestieren können. Wäre das nicht konsequenter gewesen?

    Mathias K.: Klar, der Verein torkelt seit Jahren ins Verderben, vor allem durch die Mietzahlungen an den FC Bayern. Jetzt präsentiert man uns als Ausweg, den Verkauf von Anteilen am eigenen Verein an einen unbekannten Investor, der absolut nichts mit dem TSV zu schaffen hat. Für ihn ist dieser Klub ein Prestigeobjekt, ein Spielball mit dem er Geschäftspartner ins Boot holen kann. Fußball sollte nicht so laufen, dass Businessmenschen einsteigen und mit ihrem Privatportemonnaie die zweite Liga aufmischen, Geld springen lassen und irgendeinen Verein subventionieren. Mäzene machen aus unserer Sicht den Sport kaputt - wie bei RB Leipzig (mit dem Sponsor Red Bull, d. Red.) oder Hoffenheim zu sehen ist.

    sueddeutsche.de: Immerhin hat der Investor 1860 vor dem Bankrott gerettet. Wäre Ihnen Amateurfußball lieber gewesen?

    Mathias K.: Auch wenn Politiker und Vereinsobere das vielleicht nicht so sehen: Eine Insolvenz und ein Neubeginn in einer unteren Spielklasse hätte uns sehr gut getan. Ein großer Teil des Mythos von 1860 beruht doch darauf, dass der Klub lange Zeit in der Bayernliga herumdümpelte. Diesen Weg wären viel mehr Leute mit ganzem Herzen mitgegangen. Vereine wie Reutlingen oder Mannheim haben gezeigt, dass es zu schaffen ist. Für mich ist das die weitaus ehrlichere Variante - aber das hätten wir schon machen sollen, als Sechzig die Anteile an der Arena verkaufen musste. Insgesamt wird die jetzige Situation den Klub langfristig mehr Fans kosten, als es ein Neuanfang im Grünwalder Stadion getan hätte.

    sueddeutsche.de: Sie schwingen sich mit ihrer Ablehnung des Investors auch zum Hüter der 50+1-Regel auf. Ist Ihnen das wichtig?

    Mathias K.: Ja, das ist unser Hauptargument. Wir konnten uns einfach nicht mehr vorstellen, beim ersten Heimspiel wie gewöhnlich in der Nordkurve zu stehen, dort unsere Zaunfahnen aufzuhängen und eine Fan-Aktion zum Saisonauftakt zu starten. Damit hätten wir nach außen demonstriert: Ist doch in Ordnung, dass ein Investor 60% von unserem Verein kauft - das wollen wir nicht. Das Team weiter anzufeuern, bedeutet doch auch, den Ausverkauf des Fußballs zu unterstützen. Dieses Pilotprojekt könnte darüber entscheiden, wie es mit dem Mäzentum im deutschen Fußball weitergeht. Dazu gehört auch die 50+1-Regel - und deshalb geht diese Debatte weit über den eigenen Verein hinaus. Auf Friede, Freude, Eierkuchen haben wir keine Lust mehr.

    Mathias K.: Der Rückzug der "Cosa Nostra" ist eigentlich ein Kompromiss. Wir haben Leute in der Gruppe, die sehr massiv gegen den Investoreneinstieg sind, während andere damit auch leben könnten. Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir als Fanvereinigung erhalten bleiben wollen. Wir gehen weiter ins Stadion und fahren zu Auswärtsspielen, verabschieden uns aber von der Vorreiterrolle in der Kurve - und schauen uns die Spiele in der Arena ohne Support von den Sitzplätzen im Mittelrang an. Das soll ein deutliches Zeichen nach außen sein.

    sueddeutsche.de: Wie fühlt es sich an, als Ultra auf einem Sitzplatz zu hocken und still zu sein?

    Mathias K.: Seltsam. Im Stadion mitzufiebern, ohne zu hüpfen und zu singen, ist natürlich völlig schizophren. Wer es über Jahre gewohnt ist, unten am Zaun zu stehen und voll dabei zu sein, tut sich mit einem Sitzplatz schwer. Ich musste beim ersten Heimspiel aber nicht mit mir kämpfen. Ich habe rüber auf die Haupttribüne geschaut und daran gedacht, dass die Investorenseite bereits nach wenigen Wochen versuchte, im Aufsichtsrat des TSV 1860 e.V. Einfluss zu nehmen. Da wusste ich wieder: Damit kann ich mich nicht identifizieren - für sowas möchte ich mir nicht 90 Minuten die Seele aus dem Leib schreien.

    sueddeutsche.de: Beim ersten Heimspiel gegen den KSC zeigte sich, dass der großen Masse der Fans der Investor ziemlich egal ist - Sie sind mit ihrem Protest in der Minderheit.

    Mathias K.: Man muss akzeptieren, dass sich ein Großteil dafür nicht sonderlich interessiert. Dasselbe geschah damals beim Umzug in die Arena. Anfangs gab niemand etwas auf die Gegenstimmen. Im Endeffekt jammerten aber alle, als dann die Millionen an Altschulden ans Licht kamen. Das tangiert die Fans nämlich doch. Irgendwann merken diejenigen, die jetzt der Investoreneinstieg kalt lässt, dass es Probleme mit sich bringt. Und von einem riesigen Boom sehe ich durch das Geld des Investors bisher nicht viel. Gegen Karlsruhe waren nicht einmal 20.000 zahlende Zuschauer im Stadion, zudem verkaufte der Klub so wenige Dauerkarten wie lange nicht.

    sueddeutsche.de: Viele Ultras kritisieren die Kommerzialisierung des Fußballs - lehnen Sie somit auch Investoreneinstiege grundsätzlich ab?

    Mathias K.: Ich würde ein kleines Hintertürchen offen lassen. Bei allem Engagement gegen das moderne Fußballgeschäft können wir eine gewisse wirtschaftliche Komponente nicht verhindern. In Maßen sind Sponsoren und Investoren auch erträglich - ohne sie funktioniert heute nichts mehr. Mir ist aber wichtig, dass eine Regel wie 50+1 nicht verletzt wird. Dass ein Geldgeber die Macht an sich reißt, indem er 60% der Vereinsanteile kauft, verstößt gegen meine Grundsätze. Würde ein Investor nur zehn oder 20% besitzen, um dem Klub als regional verwurzelter Unternehmer ein wenig unter die Arme zu greifen, könnte ich damit leben. Es ist aber ein schmaler Grat: Was bei 1860 passiert, geht mindestens drei Schritte zu weit.

    6 Jahre später und zwei (!) Ligen tiefer so:
    http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.neuer-hype-ums-sechzger-stadion-noch-keine-tickets-doch-alle-loewen-wollen-ins-gruenwalder.d695cccb-70a2-4824-ac34-90589a1ac897.html
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  • Beitrag » 24. Nov 2017, 16:59


    falls jemand noch ein Hobby sucht :D
    Mein Traum wäre, dass wir in den Heimspielen 800 bis 900 Zuschauer haben, dass wir eine Fanszene mit friedlichen Ultras von rund 100 Leuten haben, die uns lautstark unterstützen. Wir lassen uns da auch etwas einfallen. Zum Beispiel sollen sie eine Fanausstattung von uns und eine Jahreskarte bekommen. Wer dazu Lust hat, kann sich gerne bei uns melden oder bei unserem bereits existierenden Fanclub.


    https://www.ovb-online.de/sport/regionalsport/mein-traum-zuschauer-spiel-9391244.html
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