Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag » 8. Mai 2015, 15:36


Pommes frites statt Pyro
http://www.tagesanzeiger.ch/sport/axpos ... y/26612071

Noch gut geschrieben.....
Fußball spielen ist sehr simpel, aber simplen Fußball zu spielen, ist das Schwierigste überhaupt. (Johan Cruyff)

Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft. (J.-P. Sartre)

Die Situation ist bedrohlich, aber nicht bedenklich. (Friedhelm Funkel)

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  • Beitrag » 10. Mai 2015, 10:40


    L U C E R N E - Till I Die!

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    Master (am Do 20. Okt 2005 22:24 ) hat geschrieben:ich sage immer das gleiche.. dass er dem verein helfen wird, davon bin ich überzeugt!
    dass er der fanszene schaden wird, davon bin ich genau so überzeugt! aber ich hoffe wir werden das überstehen!

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  • Beitrag » 11. Mai 2015, 09:25


    Wie wärs, wenn man einfach mal die Klappe hält, wenn man keine Ahnung hat?!

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  • Beitrag » 11. Mai 2015, 23:32


    solche klatschspalten sind doch immer wieder horizonterweiternd.

    da wär zum einen ein grillbarbetreiberbelächelnder bündner (cannabis, hihi), der im england des endigen 20. jahrhunderts die grösste berittene kavallerie (hundertschaften! jahrelang! vor allen stadien!) seit könig wili dem vierten gesehen haben will. seine idee ist unterstützenswert. fraglich zwar, ob sich genügend reitgeschultes polizeipersonal finden lässt. aber den rössern im jura kann man wohl mal flächendeckend uniformen verteilen. oder man schifft die rossbullenherde aus dem königreich ein, da galoppieren sie ja jetzt nur noch gelangweilt durch die städte, sogar durch die innenstadt londons. vielleicht könnte er mit seiner firma aber auch direkt helfen und beim csi n paar gaule zurückstellen. der name seines arbeitgebers passt sowieso zur thematik: gsesch du en chreis, gsen ech es carre. oder so.

    ond denn de tscherarrrd. geri jenni liebt fussball. und er liebt fans. und darum möchte er auch mehr fans. weil "fussball braucht fans". logischerweise "aber nur wahre fans". im gegensatz zum quadratischen caviezel sieht er allerdings den kreis. und er wünscht sich, dass sich der kreis schliessen möge, denn: "viele fans, viele medien, grosse reichweite, attraktive sponsoren, noch mehr sportler". leider nur, geht bei uns "ausser den fans niemand ins stadion". hä? alles klar. oder so. auf alle fälle no good news.

    ich sollte glaubs auch mal mit feuerwerksähnlichen gegenständen um mich werfen. nur schon um zu verhindern, dass so reto caviezels plötzlich zum fussball gehen, anstatt zum elite model look.

    greez
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    «Stellen sie sich vor, ein Pyro mit 2000 Grad trifft ein Kind und das Kind stirbt. Was sagen Sie dann?»
    «Gewaltanwendungen gab es zwar keine, es hätte aber auch anders kommen können!»

    Romano Simioni, Allmend-Buch, 2009 hat geschrieben:Das KKL ist kein Ort, der für uns Luzerner und Innerschweizer
    gemacht wurde, sondern ein Ort, der in erster Linie dazu da ist,
    dem Prestige der Stadt gut zu tun. Ich befürchte, dass das neue
    Stadion eher ein KKL des modernen Fusballs wird und nicht eine
    lebendige Volksbühne, wie es die so sympathisch unperfekte
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  • Beitrag » 12. Mai 2015, 11:06


    Video: European decisiveness ... Who will go to the final dream ..?

    Watch Here :
    http://find-yourselfheree.blogspot.com/ ... o.html?m=1


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  • Beitrag » 20. Mai 2015, 15:43

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  • Beitrag » 22. Jun 2015, 17:00


    http://www.blick.ch/news/schweiz/luzern ... 95786.html

    bin gespannt wie die "zusätzlichen polizeikosten" vor gericht definiert werden

    durchschnittliche zahl der eingesetzten pozilisten bei den letzten zehn samstagabend spielen gegen basel z.b. und dann wird alles was drüber ist verrechnet oder wird es so berechnet, dass man für die differenz zwischen den ursprünglich aufgebotenen und beim vorfall effektiv im einsatz stehenden cops tucken darf!?
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    Master (am Do 20. Okt 2005 22:24 ) hat geschrieben:ich sage immer das gleiche.. dass er dem verein helfen wird, davon bin ich überzeugt!
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  • Beitrag » 22. Jun 2015, 18:08


    Master hat geschrieben:http://www.blick.ch/news/schweiz/luzern-geht-gegen-chaoten-vor-30000-fr-busse-fuer-randalierer-id3895786.html

    bin gespannt wie die "zusätzlichen polizeikosten" vor gericht definiert werden

    durchschnittliche zahl der eingesetzten pozilisten bei den letzten zehn samstagabend spielen gegen basel z.b. und dann wird alles was drüber ist verrechnet oder wird es so berechnet, dass man für die differenz zwischen den ursprünglich aufgebotenen und beim vorfall effektiv im einsatz stehenden cops tucken darf!?

    Es wird wohl auf einen Freipass für die Polizei herauslaufen, wenn man die "Fähigkeiten" der unsrigen Bullen kennt..

    Eine detaillierte Kostenaufschlüsselung, gerade auch in solchen Fällen mit Extrakosten, wäre schon mal spannend zu sehen.
    Walter Stierli in NLZ hat geschrieben:Ich bin ein Gegner von Schnellschüssen.

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  • Beitrag » 24. Jun 2015, 10:08


    messi, cvp! ezt chani weder rüig schlofe.
    ond fühl mech einisch me beschtätigt, dass ehr di grüsigschte onder de grusige send.

    interessant die abstimmungsergebnis-folge. 10k anstatt 4k, dann 30k anstatt 10k. quasi im selben stimmverhältnis. ein richtiges bieter-spiel. wollte wohl wieder jeder chli oberhardliner sein. nur vereinzelte oberkuscheljustizpussys enthielten sich in runde 2 plötzlich. pfui.

    nicht zuviel erwarten. die "detailkostenrechnung" der schmierigen wird wohl öpen 3 positionen aufweisen...

    greez
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    Romano Simioni, Allmend-Buch, 2009 hat geschrieben:Das KKL ist kein Ort, der für uns Luzerner und Innerschweizer
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    dem Prestige der Stadt gut zu tun. Ich befürchte, dass das neue
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  • Beitrag » 24. Jun 2015, 13:26


    Der Kantonsrat zeigt mal wieder keinerlei Bedenken bezüglich Rechtsstaatlichkeit und Verhältnismässigkeit und überschreitet einmal mehr seine Kompetenzen, nur um "ein Signal zu geben". Durchaus peinlich, wenn die beschlossene Gesetzesrevision vor Gericht wieder mal nicht im geringsten Stand hält. Man sollte mal wieder alle Kantonsräte (oder zumindest 76 von ihnen) in den Staatskundeunterricht schicken.

    http://www.luzernerzeitung.ch/nachricht ... t92,554482

    Aber eben, jedem Volk das Parlament, das ihm gebührt.
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  • Beitrag » 9. Jul 2015, 16:46


    "Wer sich vor nichts Grossem fürchtet, der hat vor jeder Kleinigkeit Schiss. Gerade der postmoderne Relativismus führt dazu, dass wir nichts mehr relativieren können. So werden wir bei jeder minimalen Gelegenheit zu reaktionären Mimosen, die sofort nach Repressionsmassnahmen rufen und sich auch beträchtliche Zumutungen - wie zum Beispiel Leibesvisitationen, Nacktscannen, Rauchverbote, Bologna-Reformen oder massive Umverteilungen gesellschaftlichen Reichtums - gerne gefallen lassen."
    - Robert Pfaller -

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  • Beitrag » 13. Jul 2015, 12:02


    Das Chaoten-Sündenregister

    Fortsetzung auf nächster Seite

    Luzern Der Saisonstart im Fussball steht an und damit auch Gewalt, Vandalismus, Pyros. Unsere Zeitung zeigt, wie oft es wirklich kracht.

    Jérôme Martinu

    jerome.martinu@luzernerzeitung.ch

    In fünf Tagen beginnt für den FC Luzern die neue Saison in der Super League. In fünf Tagen beginnt die neue Fussballsaison für die Hooligans. Sachbeschädigungen, Gewalt, Polizeieinsätze, reihenweise verbotene Pyro-Aktionen auch beim FCL. Ein übertriebener Vergleich? Frisch sind die Erinnerungen an die Ausschreitungen zwischen Zürcher und Luzerner Chaoten in der Luzerner Neustadt vom Pfingstmontag. Die Auswüchse des Fussballs und die damit verbundenen Polizeikosten sind wieder ein Politikum in Luzern.
    378 Vorfälle im letzten Jahr

    In diesen Tagen ist die Hooligan-­Ereignisliste des Bundesamtes für Polizei (Fedpol) für das Jahr 2014 publiziert worden. Darauf aufgeführt sind Fälle von Hooliganismus an Sportveranstaltungen, im Fussball und im Eishockey. Die Liste, die sich wie ein Sündenregister liest, ist ein jährlicher Zusammenzug der polizeilichen Einträge von Ereignissen in der nationalen Datenbank «Hoogan».

    Die Kantonale Konferenz der Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD), wo die Liste aufgeschaltet wird, kommentiert: «Wir stellen über die letzten Saisons fest, dass die Entwicklung relativ stabil ist allerdings aus Sicht der KKJPD auf nach wie vor zu hohem Niveau», so Generalsekretär Roger Schneeberger. 378 Fälle von Hooliganismus werden im 17-seitigen Papier für 2014 gelistet, 237 im Fussball und 141 im Eishockey. Überwiegend sind es Spiele in der Super-League-Meisterschaft. Die Hooligan-Liste des Fedpol erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie sei «eine Momentaufnahme», wie es auf Anfrage heisst. Heisst auch: Es gibt noch mehr Vorfälle. Die Liste wird als Dienstleistung für die Kantonale Konferenz der Justiz- und Polizeidirektoren erstellt. Dazu werden die Rapporte der Polizeikorps aus der nationalen Datenbank «Hoogan» zusammengefasst.
    15 Vorfälle an FCL-Heimspielen

    Unsere Zeitung hat die Liste ausgewertet: Erstmals können hiermit Zahlen zu Chaoten-Vorfällen bei Spielen des FC Luzern detailliert aufgelistet werden. Der FCL ist bei den Einträgen in zuverlässiger Regelmässigkeit vertreten:

    An 27 Spieltagen kam es 2014 bei FCL-Partien zu Vorfällen.Zu diesen 27 Einträgen zählen Vorfälle, bei denen es in oder um die Swissporarena oder in der Stadt Probleme gab. Bei den Auswärtspartien sind diejenigen Fälle berücksichtigt, in denen FCL-Supporter als «Gästefans» explizit erwähnt wurden (komplette Liste: nächste Seite).
    Von den Luzerner Vorfällen ereignete sich die Mehrheit an Heimspielen,nämlich deren 15. In den letzten drei Jahren waren es im Schnitt 13 Heim-Vorfälle (siehe Tabelleoben). Bei 18 Meisterschaftsspielen pro Saison in der Swissporarena heisst das übersetzt: An zwei von drei Heimspielen des FC Luzern «knallt» es.
    Allein in der ersten Saisonhälfte 2014/15 kam es in der Stadt im öffentlichen Raum vier Mal zu grösseren Vorfällen.Der heftigste Vorfall ist derjenige vom 16. August 2014, als es am Bundesplatz zu gewalttätigen Konfrontationen zwischen Anhängern des FC Zürich und des FCL kam. Dabei wurden fünf Polizisten verletzt. Polizeikommandant Adi Achermann sprach von einer neuen Stufe der Gewalt.
    In jedem Luzerner Eintrag werden verbotene Pyro-Aktionenaufgeführt. Auch in der Swissporarena «brennt» es regelmässig. Und die Fedpol-Liste widerlegt auch die in Ultra-Kreisen oft wiederholte Aussagen, wonach Pyros ungefährlich seien: Im Februar 2014 brannten FCL-Supporter in Thun Feuerwerk ab. Eine 17-jährige Jugendliche erlitt dabei Verbrennungen zweiten Grades und musste hospitalisiert werden.

    FCL-Konzept: Deeskalation

    Zu den Zahlen der Hooligan-Liste sagt der FCL, dessen Sicherheitsdispositiv auf Deeskalation und Prävention ausgerichtet sei, gemäss Mediensprecher Max Fischer: «Klar, die Statistik macht deutlich, wie schwierig es ist, trotz all der verschärften Massnahmen der Probleme Herr zu werden. Alle Clubs sind interessiert, Zwischenfälle wie Randale oder Pyros aus der Stadt zu verbannen. Doch schlussendlich sind wir trotz aller Kontrollen und Bestrafungen auch auf die Vernunft der Fans angewiesen.» Fischer sagt auch, für Zwischenfälle im öffentlichen Raum sei die Polizei zuständig, «dort sind oft auch Repression und Eskalation die richtigen Mittel. Uns ist es aber alles andere als gleichgültig, was im öffentlichen Raum passiert. Uns machen die Vorfälle sehr betroffen sie schaden auch dem Image des Fussballs.» Deshalb arbeite der FCL laufend und eng mit Polizei, VBL und Stadt zusammen.
    Ultras: «Aussenseiterromantik»

    Vertreter der Luzerner Ultras sagen gegenüber unserer Zeitung, sie würden in den letzten Jahren eine «Radikalisierung der Szene» beobachten. Dies habe mit der gestiegenen Repression seitens der Behörden zu tun. Es werde dadurch eine «Aussenseiterromantik» gepflegt, dem harten Kern gefalle diese Rolle.

    Der Luzerner Polizeikommandant Adi Achermann überblickt die Entwicklung der letzten rund anderthalb Jahre seiner Amtszeit: «Ich kann ein Auf und Ab feststellen, ich würde aber nicht von einer Radikalisierung sprechen. Wir hatten in früheren Jahren auch immer wieder Probleme mit Hooligans.» Im ersten Halbjahr 2014 sei die Situation recht gut gewesen, das Polizeiaufgebot sei abgebaut worden. Die Ausschreitungen vom 16. August habe die Polizei dann dazu bewogen, «wieder mit mehr Kräften präsent zu sein. Von gestiegener Repression der Behörden als Ursache kann also keine Rede sein», so Achermann. Aufgrund der Analyse gebe es aus Sicht der Polizei gegenüber dem FCL keinen unmittelbaren Handlungsbedarf für die neue Saison.
    Pyros als «Fankultur»?

    Die Ultra-Szene will sich von gewaltbereiten Hooligans abgrenzen, die Grenzen sind aber immer wieder unscharf. Pyros sehen die Luzerner Ultras als Teil der «Fankultur» und wünschen sich hier mehr Toleranz. Die «Pyro-Jagd» drehe sich sonst stetig im Kreise.

    KKJPD-Sekretär Schneeberger: «Solange wir eine so hohe Zahl von Pyro- und Böllerwürfen konstatieren, kann nicht im Ernst Toleranz dafür gefordert werden.» Es gehe primär darum, die Gefährdung anderer Personen zu verhindern. Darum seien «vor allem die Pyro-Würfe und die zunehmende Zahl der Böller, die zu Gehörschäden führen, zu verurteilen». Der FCL konfisziere bei den Eingangskontrollen regelmässig Pyros. «Trotzdem lässt es sich nicht vollständig verhindern, dass Pyros ins Stadion geschmuggelt werden. Oft transportieren Fans das Pulver ins Stadion und basteln dort ihr Feuerwerk zusammen, was das Aufspüren noch schwieriger macht», erklärt der FCL-Sprecher.
    Neu: Risiko-Info für Anwohner

    Die Stadtbehörden wollen auf die neue Saison hin den Informationsfluss zu den betroffenen Quartierbewohnern verbessern. Diese können neu einen Newsletter abonnieren, wie der städtische Sicherheitsmanager Maurice Illi sagt. «Der Newsletter informiert insbesondere über bevorstehende Hochrisikospiele und die damit verbundenen Zeiten und Verkehrseinschränkungen», wie Illi erklärt. Was erwartet die Stadt vom FCL? Die Stadt anerkenne grundsätzlich die Bemühungen des FCL im Bereich Hooliganismus. Sie werde sich laut Illi bei der Beantwortung des hängigen CVP-Vorstosses inhaltlich dazu äussern. Dieser fordert vom Stadtrat, sich für Massnahmen einzusetzen, um das Prinzip Nulltoleranz gegenüber Chaoten durchzusetzen.


    FC Luzern: 23 Stadionverbote während der Saison 2014/15

    Die komplette Hooligan-Liste finden Sie unter: http://www.luzernerzeitung.ch/bonus

    Hooligan-Datenbank Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) stellt jährlich eine Liste mit Hooligan-Vorfällen zusammen (siehe Tabelle rechts mit den FCL-Spielen). Die Daten stammen aus der Hooligan-Datenbank, sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Dazu sagt Roger Schneeberger, Generalsekretär der Kantonalen Konferenz der Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD): «Wir gehen davon aus, dass zumindest die Spiele mit nennenswerten Vorfällen erfasst sind.» Eine zahlenmässige Auswertung bei welchem Klub gibt es wie viele Vorfälle – gibt es nicht. Laut Schneeberger sei eine «qualitative Analyse» wichtiger.

    In der Hooligan-Datenbank werden von den Schweizer Polizeikorps aber nicht nur Vorfälle in und um Sportstadien verzeichnet. Das 2007 eingerichtete System «Hoogan» führt auch die Namen derjenigen Personen, gegen die Ausreisebeschränkungen, Massnahmen nach kantonalem Recht (Rayonverbote, Meldeauflagen und Polizeigewahrsam) oder Stadionverbote verhängt worden sind. Per Ende Januar 2015 waren 1477 Personen in der Datenbank registriert.
    FCL diskutiert mit der «Kurve»

    Der FC Luzern hat während der Saison 2014/15 gegen 23 Personen ein Stadionverbot ausgesprochen, wie Medienchef Max Fischer auf Anfrage mitteilt. Was den direkten Kontakt mit dem harten Kern der Anhänger angeht, so sei man nicht nur in ständigem Kontakt mit der Fanarbeit als Bindeglied zu den Fans, sondern auch mit den United Supporters Luzern (USL), also der «Kurve». Fischer sagt: «Wir sind davon überzeugt, dass die Selbstregulierung bei den Fans das A und O für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist.» Seitens des FCL würden auf verschiedenen Ebenen anstehende Probleme diskutiert, etwa am runden Tisch mit FCL-Präsident, USL, Regierungen von Stadt und Kanton, Polizei, VBL und weiteren Fan-Vereinigungen. Weiter käme es jeweils vor Beginn der Vor- und Rückrunde zu Treffen mit der sportlichen Führung (etwa Trainer Markus Babbel und Sportchef Rolf Fringer) im Fan­lokal, der Zone 5. «Und im ‹Pausentee› diskutieren beispielsweise drei Spieler mit einer Fan-Delegation», erklärt Fischer.
    Kantone prüfen Meldepflicht

    Mit dem im Februar 2012 in Kraft getretenen verschärften Hooligan-Konkordat ist eine Bewilligungspflicht für die Spiele eingeführt worden. Seither werde die Zusammenarbeit zwischen Klubs und Behörden «zunehmend strukturierter», wie KKJPD-Sekretär Schneeberger sagt. Zudem wurde mit den Regierungs-, Stadt- und Gemeinderäten der Swiss-Football-League-Klubs eine Arbeitsgruppe gegründet, um die Anwendung des Hooligan-Konkordats zusammen mit den Polizeikommandanten möglichst zu harmonisieren. Schneeberger: «Die Arbeiten sind im Gang, werden aber für den Beginn der neuen Saison noch keine konkreten Massnahmen zur Folge haben.» Insbesondere ist eine konsequentere Anwendung von verschärften Rayonverboten und Meldeauflagen das Ziel. Der FCL unterstützt diese Massnahmen, wie Präsident Ruedi Stäger unserer Zeitung sagte (Ausgabe vom 10. Juni).

    Jérôme Martinu

    jerome.martinu@luzernerzeitung.ch


    Zwischenfälle bei Spielen des FC Luzern 2014

    gemäss Liste Bundesamt für Polizei (Fedpol), Sektion Hooliganismus


    Datum Spielort Partie Ereignisbeschreibung*
    2. Feb. Luzern FCL - GC Steinwurf gegen Polizei durch GC-Fan am Bahnhof; Gummischroteinsatz, um ZürcherFanmarsch zu verhindern. Pyrotechnik im Gästesektor.
    8. Feb. Thun Thun - FCL Pyrotechnik im Gästesektor. 17-jähriges Mädchen erlitt durch Sprühlinge der Fackel Verbrennungen 2. Grades und musste hospitalisiert werden.
    15. Feb. Luzern FCL - Aarau Nach Ankunft der Extrazuges warfen Gastfans gezielt Knallpetarden gegen szenekundige Beamte und Deeskalationsteams der Polizei. Pyrotechnik im Heimsektor während des Spiels.
    2. März St. Gallen St. Gallen - FCL In der Nacht vor dem Spiel wurde in St. Gallen der FCL-Teambus beschä­digt. Pyrotechnik während Spiel durch Gastfans. Nach Spiel griff Heimfan einen Gastfan an und stahl ihm das Mobiltelefon. Beim Rückmarsch zum Bahnhof Auseinandersetzungen mit Heimfans, 1 Festnahme.
    16. März Luzern FCL - FC Zürich Pyrotechnik durch Gastfans nach Ankunft des Extrazuges und während Einlassphase. Pyrotechnik durch Heimfans während des Spiels. Nach dem Spiel Pyrotechnik durch Gastfans vor Abfahrt Extrazug.
    26. März Basel Basel - FCL Pyrotechnik im Heimsektor während des Spiels. Nach dem Spiel Tätlichkeiten von Heimfans gegen Gastfans vor dem Stadion.
    30. März Luzern Luzern - Basel Pyrotechnik bei Gastfanmarsch, beidseitig Pyrotechnik während Spiel.
    13. April Luzern FCL - St. Gallen Beim Gasteingang wurde eine Rauchbombe gezündet und ein Paket vol­ler Pyrotechnik über den Zaun auf Stadiongelände geworfen. Sicherheitsdienst konnte das Material beschlagnahmen, weil es in die falsche Richtung geworfen wurde. Pyrotechnik im Heimsektor während Spiel.
    16. April Aarau Aarau - FCL Pyrotechnik im Gästesektor während des Spiels. 1 Heimfan verhaftet.
    26. April Zürich FC Zürich - FCL 1 Gastfan bei Eingangskontrolle mit Pyrotechnik angehalten.
    3. Mai Luzern FCL - Sion Vor dem Spiel Rucksack mit Pyros ins Stadion geschmuggelt, Angriff auf Sicherheitsdienst durch Heimfans, 2 Heimfans mit Pyrotechnik angehalten. Vor Anpfiff Pyrotechnik im Heimsektor, Spielverzögerung.
    27. Juli Basel Basel - FCL Pyrotechnik durch Heim- und Gastfans während des Spiels.
    3. Aug. St. Gallen St. Gallen - FCL Pyrotechnik im Gästesektor während Spiel, Ausschreitungen am Bahnhof Winkeln nach Spiel, Steinwürfe durch Gastfans gegen Heimfans und anschl. gegen Polizei, Einsatz von Gummischrot durch Polizei.
    16. Aug. Luzern FCL - FC Zürich Pyrotechnik durch Gastfans nach Ankunft des Extrazuges. Auseinandersetzungen zwischen Gastfans und Sicherheitsdienst beim Gästeeingang, Polizei setzte Gummischrot ein, Sachschaden im Eingangsbereich, beidsei­tig Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen während Spiel. WC-Anlage im Gästesektor durch FCZ-Fans zerstört. Nach Spiel Angriff von Heim­fans auf Bus-Konvoi Gastfans mittels Steinwürfen. Eingeschlagene Busscheiben, Gummischroteinsatz durch Polizei, bei Bundesplatz erneut Angriff durch Heimfans, Steinwürfe gegen Polizei. Gastfans reagierten mit Pyrowürfen. Gummischroteinsatz gegen beide Fanlager.
    24. Aug. Konol- fingen** Konolf. - FCL Knallpetarden Gastfans bei Ankunft Extrazug, nach Spiel Knallpetarde bei Bahnhof-Unterführung;Angriffvon10 bis 15 FCL-Risikofans auf Polizei.
    30. Aug. Luzern FCL - Aarau Knallpetarde durch Gastfan vor Spiel, Pyrotechnik im Heimsektor.
    14. Sept. Bern YB - FCL Pyrotechnik im Gästesektor während des Spiels.
    20. Sept. Schaff- hausen** Schaffhausen - FCL Rauchpetarden bei Gastfanmarsch, beidseitig Pyrotechnik während des Spiels, nach dem Spiel Rauchpetarde durch Gastfans.
    28. Sept. Luzern FCL - St. Gallen Knallkörper aus fahrendem Extrazug bei Ankunft Gastfans. Pyrotechnik im Heimsektor während des Spiels, nach dem Spiel tätliche Auseinandersetzungen zwischen Heim- und Gastfans. Bei der Voltastrasse Pyrotechnik. Heimfans bewarfen abfahrenden Extrazug, Zug-Stopp,Ausstieg vermummter Gastfans und Konfrontationssuche, Polizeiintervention nötig.
    5. Okt. Sitten Sion - FCL Pyrotechnik im Gästesektor. Bei Extrazug-Abfahrtwarf ein vermummter Gastfan drei volle Getränkedosen gegen Fahrzeuge(zweibeschädigt).
    19. Okt. Luzern FCL - Vaduz Pyrotechnik im Gästesektor während des Spiels.
    29. Okt. Luzern** FCL - Aarau Pyrotechnik im Heimsektor. Heimfans nach Spiel auf Konfrontationssuche, Gummischroteinsatz,um Angriffe auf Gastfan-Bussezu verhindern.
    1. Nov. Zürich FC Zürich - FCL Beidseitig Pyrotechnik während Spiel. Nach Spiel beim Bahnhof Altstetten Angriff Heim- auf Gastfans, durch Polizei mit Reizstoff-/Gummischroteinsatz verhindert. Auch Gastfans mit Gummischrot ferngehalten. Beide Lager setzten Knallkörper, Fackeln gegeneinander und gegen Polizei ein.
    8. Nov. Luzern FCL - Thun Pyrotechnik im Heimsektor während des Spiels.
    29. Nov. Aarau Aarau - FCL Pyrotechnik bei Gastfanmarsch, Gastfans auf Konfrontationssuche, beidseitig Pyrotechnik während Spiels. Spielunterbruch für mehrere Minuten in Folge starker Rauchbildung. Nach Spiel Gastfans auf Konfrontationssuche.Beim Versuch, von Fanmarsch-Route abzuweichen,Polizei-Intervention. In der Folge zahlreiche gefährliche Gegenstandswürfe gegen Polizei (Steine, Flaschen, Fahnenstangen, Blumentöpfe), Gummischrot- und Reizstoffeinsatz durch Polizei, Sachschaden durch Wurfgegenstände.
    3. Dez. Luzern FCL - YB Pyrotechnik im Gästesektor während des Spiels.
    6. Dez. Luzern FCL - Basel Knallpetardenwürfe aus ankommendem Extrazug durch Gastfans am Bahnhof Luzern. Pyrotechnik während Gastfanmarsch, Konfrontation zwischen Risikofans beider Vereine beim FCL-Fanlokal Zone 5, Gummischrot- und Wasserwerfereinsatz. Pyrotechnik im Gästesektor während des Spiels. Nach dem Spiel beim Lokal Zone 5 erneut Provokationen, Polizeipräsenz verhinderte Ausschreitungen.

    * inkl. Auswärtsspiele, bei denen vom Fedpol auch FCL-Supporter erwähnt werden (Beschreibungen jeweils leicht gekürzt). / ** Schweizer Cup.


    Quelle: Neue Luzerner Zeitung vom 13.07.2015

    edit:
    komplette Liste als pdf http://www.kkjpd.ch/?action=get_file&la ... ink_id=6f9
    Zuletzt geändert von choengu am 13. Jul 2015, 13:00, insgesamt 1-mal geändert.
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  • Beitrag » 13. Jul 2015, 12:56


    Viel gefährlicher als die FCL Spiele sind ja die Spiele der Nationalmannschaft. Da sind 100% der Spiel auf dieser Hooliganliste aufgeführt. Hoffe die CVP Luzern wird da aktiv.

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  • Beitrag » 13. Jul 2015, 18:11


    Für all diese Fans - so unterschiedlich sie auch waren - bedeutete die Luzerner Allmend in den letzten gut 30 Jahren ein Stück Heimat. Auch wenn zum Schluss das alte Stadion zunehmend vom eisigen Wind der Repression umweht wurde und dem vorherrschenden Sicherheitsdenken entsprechend überbordende Fans unnachsichtiger als früher aussortiert wurden, bemühte sich die Allmend nach Kräften, den Fans ein paar letzte Freiräume zu erhalten. Denn sie wusste ganz genau, dass es letztlich das bunte und (nur allzu) menschliche Treiben auf den Stehplätzen war, das dafür sorgte, dass die Allmend eine Kultstätte des Schweizer Fussballs wurde und nicht ein Stadion unter vielen blieb. - Allmendbuch

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  • Beitrag » 27. Jul 2015, 11:27


    http://www.faszination-fankurve.de/inde ... &bild_nr=1

    Nach dem Platzsturm an Karneval errichtete die Polizei Mönchengladbach eine Sonderkommission aus acht Beamten. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden gegen vier Fans und zwei Ordner von Borussia Mönchengladbach aufgenommen (Faszination Fankurve berichtete). Die juristische Aufarbeitung der Vorfälle ist nun fast abgeschlossen. (Faszination Fankurve, 27.07.2015)


    rofl rofl rofl
    L U C E R N E - Till I Die!

    Kämpfe Lozärn, Kämpfe Lozärn!
    mer wend Euch gwönne gseh!


    Master (am Do 20. Okt 2005 22:24 ) hat geschrieben:ich sage immer das gleiche.. dass er dem verein helfen wird, davon bin ich überzeugt!
    dass er der fanszene schaden wird, davon bin ich genau so überzeugt! aber ich hoffe wir werden das überstehen!

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  • Beitrag » 7. Aug 2015, 08:34


    knappdaneben.net hat geschrieben:“Angst, bedroht zu werden”

    Posted on August 6, 2015 by admin


    “Die Situation, die im St. Jakob-Park herrscht, will bei uns niemand. (…) Dauernder Krawall und Pyros, dazu immer wieder Schlägereien, aber verhältnismässig wenig Stadionverbote. Diejenigen, die ein Stadionverbot haben, sind relativ schnell wieder im Stadion. Das sind schlimme Zustände. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Offiziellen des FC Basel Angst haben, gewissen Leuten Stadionverbot zu geben, da sie persönlich bedroht werden.”

    Thomas Hansjakob, Erster Staatsanwalt des Kantons St. Gallen, im Interview im aktuellen SENF (http://senf.sg/), dem Magazin aus St. Gallen.


    solche proleten-aussagen kannst fürs tagblatt bringen und alle jubeln, aber was erhofft man sich bei so gequasel fürs fan-magazin...? harriherrsch. :D

    na gut, vielleicht glaubt er effektiv, dass es noch "normale fans" gibt, die gegen die "chaoten" und für die "bullen" sind. :eye:

    greez
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    «Stellen sie sich vor, ein Pyro mit 2000 Grad trifft ein Kind und das Kind stirbt. Was sagen Sie dann?»
    «Gewaltanwendungen gab es zwar keine, es hätte aber auch anders kommen können!»

    Romano Simioni, Allmend-Buch, 2009 hat geschrieben:Das KKL ist kein Ort, der für uns Luzerner und Innerschweizer
    gemacht wurde, sondern ein Ort, der in erster Linie dazu da ist,
    dem Prestige der Stadt gut zu tun. Ich befürchte, dass das neue
    Stadion eher ein KKL des modernen Fusballs wird und nicht eine
    lebendige Volksbühne, wie es die so sympathisch unperfekte
    Allmend war.

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  • Beitrag » 10. Aug 2015, 01:20


    SENF hat geschrieben:AUSREISEVERBOTE GEGEN ST.GALLER FANS

    Am kommenden Samstag, 8. August findet im Stadion an der Kreuzeiche das DFB-Pokalspiel zwischen dem SSV Reutlingen und dem Karlsruher SC statt. Die Deutsche Polizei rüstet sich für ein Hochrisikospiel. Das Pokalspiel schlägt dabei Wellen bis in die Schweiz: Das Bundesamt für Polizei (fedpol) hat aufgrund der Fanfreundschaft mit der Szene E gegen 22 St.Galler Fans ein Ausreiseverbot erlassen.

    Bild

    Die Fanfreundschaft zwischen der St.Galler und Reutlinger Fanszene besteht seit vielen Jahren und ist allgemein bekannt. Zudem verfügen die Reutlinger über eine enge Freundschaft mit den Fans des VfB Stuttgart, welche ihrerseits mit der Karlsruher Fanszene verfeindet sind. Aus diesem Grund wurde die Begegnung zu einem Hochrisikospiel erklärt. 1000 Polizisten und 200 Ordner sollen die Sicherheit gewährleisten. Gemäss dem Reutlinger General-Anzeiger soll sogar das Freibad in der Nähe des Stadions früher schliessen – dies um die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten.

    Fedpol wird aktiv
    Aufgrund der Brisanz der Partie wurde nun sogar das fedpol aktiv. Man habe gegen 22 St.Galler Fans eine Ausreisebeschränkung erlassen, wie das fedpol auf Anfrage des SENF erklärte. Dies stelle jedoch kein Novum dar, so habe man schon bei anderen Partien ohne Beteiligung von Schweizer Clubs Ausreisesperren erlassen. Die Rechtsgrundlage des Bundesgesetzes zur Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS) ermöglicht es dem fedpol, Ausreisesperren zu erlassen, wenn gegen die Person ein Rayonverbot besteht und «aufgrund ihres Verhaltens angenommen werden muss, dass sie sich anlässlich einer Sportveranstaltung im Bestimmungsland an Gewalttätigkeiten beteiligen wird.» Ferner kann eine Ausreisesperre gegen Personen ohne Rayonverbot verhängt werden, wenn «konkrete und aktuelle Tatsachen die Annahme begründen, dass sie sich im Bestimmungsland an Gewalttätigkeiten beteiligen werden.» In der Regel werden die Ausreiseverbote auf Antrag der kantonalen Polizeibehörden erlassen, das fedpol kann aber auch von sich aus aktiv werden.

    Im vorliegenden Fall wurden einige Ausreiseverbote mit dem Besuch des Spiels zwischen dem SSV Reutlingen und dem SSV Ulm am 9. Mai 2015 begründet. Am besagten Spiel kam es zwar zu Tumulten, ob sich die vom Ausreiseverbot betroffenen Personen daran beteiligt haben, ist jedoch nicht bewiesen. Das fedpol nimmt jedoch an, dass sich die betroffenen Personen aufgrund ihres Rayonverbotes und des Besuches der Begegnung am 9. Mai am Pokalspiel gewalttätig verhalten werden. Sicher ist hingegen, dass auch Ausreisebeschränkungen gegen Personen verhängt wurden, welche noch nie ein Spiel in Reutlingen besucht haben. Wie das fedpol zum Schluss kommt, diese Personen könnten nun nach Reutlingen reisen und sich dort an Ausschreitungen beteiligen, bleibt rätselhaft.

    Verhältnismässige Massnahme?
    Das fedpol kann eine Ausreisesperre bis zu drei Tage vor bis einen Tag nach einem Spiel verhängen. Eine ziemlich lange Einschränkung der persönlichen Bewegungsfreiheit, da die Gefahr von Ausschreitungen ja nur am Spieltag besteht. Zudem stellt sich die Frage, ob es verhältnismässig ist, Ausreisesperren zu erlassen, wenn der Club, dem der betroffene Fan zuzuordnen ist, nicht im Einsatz steht. So könnten theoretisch Ausreiseverbote für jegliche Spiele im Ausland erlassen werden. Natürlich ist es unwahrscheinlich, dass das fedpol so weit geht, dennoch zeigt die Zunahme der Ausreiseverbote, dass diese Massnahme vermehrt genutzt wird. Während im Jahr 2013 noch drei Ausreiseverbote erlassen wurden, waren es 2014 bereits 56. Da es sich um ein Verwaltungsverfahren handelt, steht nur der Rechtsmittelweg an das Bundesverwaltungsgericht offen. Bis dieses aber entschieden hat, dürfte die Ausreisesperre abgelaufen sein. Daher ist es faktisch unmöglich, sich gegen eine Ausreisesperre zu wehren. Damit verfügt der Staat über eine weitere Sanktionsmöglichkeit, deren verhältnismässige Umsetzung nicht immer gewährleistet ist, zumal man offenbar in einem krassen Umkehrschluss des Prinzips «Im Zweifel für den Angeklagten» seine Unschuld beweisen muss. Und rechtliches Gehör hat nach Informationen des SENF auch keiner der mit einer Ausreisesperre belegten Fans erhalten. Ob deshalb ein juristisches Nachspiel folgt, bleibt abzuwarten.

    Was ein Rayonverbot genau ist und was es mit dem fedpol und den Ausreisebeschränkungen auf sich hat, kann auch in der aktuellen Ausgabe des SENF nachgelesen werden.

    Bild: neunzehn05.de

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  • Beitrag » 20. Aug 2015, 05:42


    Quelle: Neue Luzerner Zeitung vom 20.08.2015
    Extrazüge für Fans: Erfolg ist umstritten

    Fussball Seit zehn Jahren fahren die SBB Fussballfans an Auswärtsspiele und beklagen eine Zunahme an Zwischenfällen. Das sehen die Fanarbeiter ganz anders.

    avd. Sie rollen seit 2005 regelmässig zwischen den Spielorten der Schweizer Fussballvereine, die Extrazüge der SBB. Der Dachverband Fanarbeit Schweiz zieht nun in seinem aktuellen Jahresbericht ein positives Fazit. Zwar gebe es durchaus «Problemfahrten», wie Dachverbands-Geschäftsleiter Christian Wandeler einräumt. «Es gibt aber auch die problemlosen Fahrten und diese sind zum Glück immer häufiger auszumachen.» Für Jörg Brack, SBB-Produktmanager Fantransporte, ist die Situation indes «sehr labil. Im Gesamten ist eine Steigerung der Ereignisse vorhanden.» Die Art der Delikte reicht laut Brack vom Petardeneinsatz bis zu Sachbeschädigungen. Die SBB berappen jährlich knapp 3 Millionen Franken an Schäden.

    SBB-Lob für FC Luzern

    Immerhin: Laut Jörg Brack hat sich insbesondere die Situation mit Luzerner Fans «deutlich verbessert». Das ist Wasser auf die Mühlen von Wandeler, der auch die Fanarbeit Luzern leitet. Denn die Fanarbeit will die Abwicklung der Transporte weiterhin den einzelnen Klubs überlassen, während die SBB eine einheitliche Lösung anstreben, die auf einem Vertrag mit dem Berner Klub YB basiert. Der FCL hingegen setzt auf die vertragslose Kooperation FanarbeitFans–SBB. Zwei Fanarbeiter begleiten jeweils die Luzerner Anhänger im Extrazug, der von Fans auch grob gereinigt wird. Kommentar 5. Spalte 19
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  • Beitrag » 20. Aug 2015, 05:44


    Quelle: Neue Luzerner Zeitung vom 20.08.2015

    Den Jahresbericht 2014 der Dachorganisation Fanarbeit Schweiz finden Sie unter: http://www.luzernerzeitung.ch/bonus

    Transport Die Schäden in Fussball-Extrazügen sind stabil bis abnehmend, sagt der Dachverband der Fanarbeit die SBB sagen das Gegenteil. Einigkeit herrscht indes über das Benehmen der FCL-Fans.

    Alexander von Däniken

    alexander.vondaeniken@luzernerzeitung.ch

    Am Samstag um 17.25 Uhr besteigen die FCL-Fans in Luzern den Extrazug nach Zürich für das Auswärtsspiel gegen den FCZ. Was vor zehn Jahren noch undenkbar schien, hat sich etabliert. Dennoch: Der in diesen Tagen veröffentlichte Jahresbericht der Dachorganisation Fanarbeit Schweiz fasst auf 15 Seiten zusammen, wie unterschiedlich die bisherigen Erfahrungen mit Extrazügen gewertet werden. Christian Wandeler, Geschäftsleiter des Fanarbeit-Dachverbands und Stellenleiter der Fanarbeit Luzern, verhehlt nicht, dass es «Problemfahrten» gibt, betont indes: «Es gibt aber auch die problemlosen Fahrten und diese sind zum Glück immer häufiger auszumachen.» Ganz anders lässt sich Jörg Brack, Produktmanager Fantransporte bei den SBB, in einem Interview zwei Seiten weiter hinten zitieren: «Im Gesamten ist eine Steigerung der Ereignisse vorhanden.» Näher will Brack auf Nachfrage nicht eingehen: «Fakt ist aber, dass die Ereignisse in den Fan-Extrazügen punktuell teilweise deutlich zugenommen haben.»

    Notbremse bei jeder achten Fahrt

    Ein Blick in die Statistik, welche die Fanarbeit Schweiz nach dem Interview ausrollt, gibt Aufschluss über die unterschiedlichen Meinungen. Für die Fans spricht, dass in der Hinrunde 2014/15 knapp 80 Prozent aller Extrazüge ohne Sachschaden verlassen wurden, was dem Durchschnitt der letzten Saison entspricht (siehe Tabelle). Für die SBB spricht, dass mehr als bei jedem vierten Extrazug Knallpetarden gezündet werden und dass in der letzten Hinrunde bei jedem achten Extrazug (12,5 Prozent) missbräuchlich die Notbremse gezogen wurde, mehr als in der Rückrunde 2013/14 (5,9 Prozent).

    Der häufige Gebrauch von verbotenem Pyromaterial ist gemäss Christian Wandeler auf einzelne Clubs beschränkt, wobei die FCL-Fans nicht dazuzählen würden. «Es liegt nun an den jeweiligen Vereinen und Fanarbeitern, diese Probleme zu lösen.» Das gehe weniger über eine engere Begleitung der Fans als über das Setzen von Schwerpunkten in Gesprächen.

    «Deutliche Verbesserung» beim FCL

    Jörg Brack will die Statistik nicht kommentieren, beurteilt aber die Situation in den Fanzügen als «sehr labil». Bei einzelnen Vereinen fänden unverändert Fahrten «mit sehr vielen Gefährdungen» statt. Bisher haben sich die SBB mit der Nennung der Vereinsnamen zurückgehalten. Nun macht Brack beim FC Luzern eine Ausnahme. Bei diesem sei eine «deutliche Verbesserung» festgestellt worden. Brack vermutet, dass die aktive Pflege der direkten Kontakte zwischen den SBB und den lokalen Ansprechpersonen zur Verbesserung beigetragen hat. Für Fanarbeiter Wandeler ist der positive Befund der SBB keineswegs überraschend: «Wir leisten in Luzern schon seit Jahren gute Arbeit, und die Fans halten sich mit wenigen Ausnahmen sehr gut an die Regeln. Neu ist nur, dass das jetzt auch von einer anderen Seite honoriert wird.» Negativ in der Bilanz: Der Vorfall vom 15. Februar dieses Jahres, als eine Gruppe FCL-Anhänger in einem Extrazug von St. Gallen nach Luzern drei Transportpolizisten angegriffen hatte.

    FCL-Sprecher Max Fischer erklärt auf Anfrage: «Es freut uns, dass die Extrazüge mit FCL-Fans von den SBB positiv beurteilt werden. Wir führen das auf die gute Zusammenarbeit und den Dialog zwischen der Fanarbeit, den Fans, dem FCL und den SBB zurück. Die Abwicklung der Extrazüge liegt in den Händen der Fanarbeit, die einen hervorragenden Job macht. Bei Problemen kann sie aber sofort auf das gesamte Netzwerk zurückgreifen. Hinzu kommt, dass die Selbstregulierung der Fans mit wenigen Ausnahmen bestens klappt.»

    SBB halten an YB-Modell fest

    Dass Fanarbeit und SBB nicht auf dem gleichen Gleis fahren, macht sich auch beim sogenannten YB-Modell bemerkbar. Die YB-Fans sorgen in den Extrazügen selber für Ordnung. Für allfällige Schäden haftet YB nicht. Dafür stellt der Club rund 20 eigene Sicherheitsleute, welche die Fanzüge begleiten. Die sogenannten «Stewards» sind Fans, welche von Bahn- und Sicherheitsspezialisten ausgebildet worden sind. Das erspart den SBB den Einsatz der Bahnpolizei.

    Die SBB loben das Modell als mustergültig, versuchen aber seit Jahren vergeblich, es auch anderen Clubs schmackhaft zu machen. «Die Haftungsfrage ist umstritten», erklärt dazu der SBB-Fantransportmanager Jörg Brack. Die Fanarbeit hingegen hält Lösungen, die auf die jeweiligen Fan- und Clubbedürfnisse abgestimmt sind, für sinnvoller. Doch das hat unter anderem nun zur Vertragsauflösung per Ende 2014 zwischen dem Dachverband und den SBB geführt.

    Neue Rolle für Dachverband unklar

    Hauptzweck des Vertrags war es, die Extrazüge und deren Begleitung durch geschultes Personal zu etablieren, was nun erreicht wurde. Gleichzeitig arbeiten die Vereine vermehrt direkt mit den SBB zusammen ohne den Dachverband. Beide Partner wollen aber auch in Zukunft zusammenarbeiten. «Die neue Rolle muss aber noch definiert werden», so Brack.

    Die Schweizer Fussballliga will sich derzeit nur grob zu den Extrazügen äussern. Dies, weil laut Sprecher Philippe Guggisberg im kommenden Oktober ein nationaler runder Tisch mit allen Beteiligten zu diesem Thema stattfinden wird als Konsequenz dafür, dass die von den SBB gewünschte Revision des Personenbeförderungsgesetzes vom Parlament an den Bundesrat zurückgewiesen wurde.


    http://www.fanarbeit.ch/fileadmin/downl ... 14_def.pdf
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  • Beitrag » 22. Aug 2015, 15:29


    STADION ALLMEND 1934 - 2009
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    «Stellen sie sich vor, ein Pyro mit 2000 Grad trifft ein Kind und das Kind stirbt. Was sagen Sie dann?»
    «Gewaltanwendungen gab es zwar keine, es hätte aber auch anders kommen können!»

    Romano Simioni, Allmend-Buch, 2009 hat geschrieben:Das KKL ist kein Ort, der für uns Luzerner und Innerschweizer
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    dem Prestige der Stadt gut zu tun. Ich befürchte, dass das neue
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