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Die Kominukations-Abtheilung bem Fc Luzern

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bjaz
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Re: Die Kominukations-Abtheilung bem Fc Luzern

Beitrag von bjaz » 4. Jun 2020, 13:08

Btw finde ich folgenden Satz heikel:
Wenn du das Formular nicht bis zur oben genannten Frist an uns zurücksendest, erhältst du automatisch eine Rechnung mit einem Rabatt
von 20% und wirst als Dank (nach erfolgtem Zahlungseingang) ebenfalls auf dem Heim- oder Auswärtstrikot 1) verewigt.
Ich kenne mich rechtlich nicht so gut aus, aber nicht nur seit der neuen europäischen Datenschutzverordnung dürfte man sich damit in einem Graubereich wiederfinden. Ob dieses Sätzchen reicht, um nicht gegen das Datenschutzrecht zu verstossen, würde ich jetzt einfach mal anzweifeln. Gefühlt würde ich vermuten, dass mein Name nur dann verwendet werden darf, wenn ich bewusst zustimme. In den AGB steht diesbezüglich auf jeden Fall, dass meine Daten nur auf einem Server gespeichert werden.

Eventuell ziehe ich Option 5 vor: Ich warte mal den 26.6. ab, bezahle dann die erhaltene Rechnung und klage dann wegen Datenschutzverletzung. Was für mich rausschauen würde weiss ich nicht, aber der FCL könnte den Seich wohl eintonnen.

Aber das ist nur ein weiteres Detail. Ich würde meinen Verein so gerne einfach nur lieben, aber auch hier finde ich einen faden Beigeschmack.

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Re: Die Kominukations-Abtheilung bem Fc Luzern

Beitrag von Hebi » 4. Jun 2020, 13:18

bjaz hat geschrieben:
4. Jun 2020, 13:08
Btw finde ich folgenden Satz heikel:
Wenn du das Formular nicht bis zur oben genannten Frist an uns zurücksendest, erhältst du automatisch eine Rechnung mit einem Rabatt
von 20% und wirst als Dank (nach erfolgtem Zahlungseingang) ebenfalls auf dem Heim- oder Auswärtstrikot 1) verewigt.
Der Satz sagt Dir auch, wenn Du solidarisch sein willst, hast Du zusätzlichen Aufwand. Fürs Nichtstun geben sie Dir 20% Nachlass...

Edit:
Die Aktion ist zwar heute aufgeschaltet, aber bitte die Formulare erst ab Montag einreichen. Gem. automatischem Abwesenheitsmail sind sie noch nicht erreichbar.
Zuletzt geändert von Hebi am 4. Jun 2020, 13:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Kominukations-Abtheilung bem Fc Luzern

Beitrag von Jake1901 » 4. Jun 2020, 13:23

Geil ist, dass wenn man das Formular per Mail schickt, man folgende Antwort erhält :scratch: :scratch: :

Atuomatische Antwort



Der Fanshop und die Geschäftsstelle bleiben voraussichtlich bis am 05. Juli 2020 geschlossen!

Ab Montag 08. Juni 2020 sind wir jeweils von Montag bis Freitag von 09:00 Uhr bis 16:00 Uhr wieder telefonisch unter 0848 317 000 für Sie erreichbar.



In dringenden Angelegenheiten erreichen Sie uns unter der Mailadresse office@fcl.ch. Wir bemühen uns trotz des reduzierten Personalaufwands um eine zeitnahe Beantwortung Ihrer Anfragen. Der Onlineshop ist wie gewohnt geöffnet.
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Re: Die Kominukations-Abtheilung bem Fc Luzern

Beitrag von Aufwindfahne » 4. Jun 2020, 13:36

ich will euch ja nicht noch den vorwiegend einzig positiven punkt zu "wenigstens ist es fair" vermiesen, aber... wieso findet ihr das angebot genau fair? ist schon in euren köpfen drin, dass das geld dem FCL gehört und ihr ihnen etwas schuldet? nur so zur info, es ist im fall eigentlich umgekehrt...
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Re: Die Kominukations-Abtheilung bem Fc Luzern

Beitrag von Aufwindfahne » 4. Jun 2020, 14:42

Nur noch zu meinem Verständnis: Wieso soll man jetzt genau von der Aktion Gebrauch machen, was ist die Motivation? (Egal, welche der angebotenen Optionen)

a) Solidarität (mit wem?)
b) Chli Rabatt
c) wägem Name ofem Liibli
d) weils einfach dazugehört
e) ?

Bin ernsthaft an den Überlegungen interessiert, weil ich es gerade überhaupt nicht auf die Reihe kriege, weshalb ich vorab schon auf sämtliche Rückerstattungs-Ansprüche verzichten sollte, wenn ich noch gar nicht weiss, was das Corona-Virus und der FCL so mit und ohne uns plant.

Freue mich auf einen ernsthaften (!) Austausch zu dem Thema.
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Re: Die Kominukations-Abtheilung bem Fc Luzern

Beitrag von LU-57 » 4. Jun 2020, 15:57

Aufwindfahne hat geschrieben: Bin ernsthaft an den Überlegungen interessiert, weil ich es gerade überhaupt nicht auf die Reihe kriege, weshalb ich vorab schon auf sämtliche Rückerstattungs-Ansprüche verzichten sollte, wenn ich noch gar nicht weiss, was das Corona-Virus und der FCL so mit und ohne uns plant.
ähnlicher meinung. mich interessiert die kohle nen scheiss, aber bevor ich einem unternehmen, dass (juristisch gesehen) fast vollständig im besitz von multimillionären ist, geld schenke, möchte ich doch zumindest darüber informiert werden, warum ich das tun sollte. das beinhaltet zum allerersten, dass man von seiten des fcl glaubhaft darlegt, dass - und warum - man sich aktuell in einer (wie?) schwierigen finanziellen situation befindet. das beinhaltet des weiteren, dass man aufzeigt, wie man diese situation zu überbrücken gedenkt, also in erster linie, wie man gewillt ist, sowohl auf der ausgaben-seite (ich hätte endlos ideen parat, wo man überall einsparungen vornehmen könnte, und da denke ich nicht einmal an fcl-interne sachen, sondern an so gschmöis wie den var, unsinnige verbandsauflagen, ect., welche alle vereine finanziell belasten und die - in zeiten wo der fussball scheinbar am sterben ist - ganz einfach überdenkt und kosten eingespart werden müssen) als auch auf der einnahmen seite (stichwort: welchen anteil übernehmen nebst den fans die anderen bereiche der fcl-familie - sprich spieler, mitarbeiter und vorallem die holding) für problemlinderung zu sorgen.

nur weil wir fans von einem verein und im endeffekt der garant dafür sind, dass in der schweiz kein einziger grösseren fussballclub untergehen kann und wird ("schlimmstenfalls" - obschon dies nicht einmal annähernd das worstcase-szenario wäre - gehts halt in der 1. liga weiter), müssen wir doch nicht bereits in vorsorglichem gehorsam - ohne mitsprache/garantien/transparenter info - für vielleichtirgendwiemögliche finanzielle schwierigkeiten geld einschiessen, nur weil aktuell chli schlechtwetterstimmung herrscht.

wer solidarität will, der muss sie sich auch verdienen.

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«Stellen sie sich vor, ein Pyro mit 2000 Grad trifft ein Kind und das Kind stirbt. Was sagen Sie dann?»
«Gewaltanwendungen gab es zwar keine, es hätte aber auch anders kommen können!»

Romano Simioni, Allmend-Buch, 2009 hat geschrieben:Das KKL ist kein Ort, der für uns Luzerner und Innerschweizer
gemacht wurde, sondern ein Ort, der in erster Linie dazu da ist,
dem Prestige der Stadt gut zu tun. Ich befürchte, dass das neue
Stadion eher ein KKL des modernen Fusballs wird und nicht eine
lebendige Volksbühne, wie es die so sympathisch unperfekte
Allmend war.


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Re: Die Kominukations-Abtheilung bem Fc Luzern

Beitrag von bjaz » 4. Jun 2020, 16:43

Aufwindfahne hat geschrieben:
4. Jun 2020, 14:42

Bin ernsthaft an den Überlegungen interessiert, weil ich es gerade überhaupt nicht auf die Reihe kriege, weshalb ich vorab schon auf sämtliche Rückerstattungs-Ansprüche verzichten sollte, wenn ich noch gar nicht weiss, was das Corona-Virus und der FCL so mit und ohne uns plant.

Freue mich auf einen ernsthaften (!) Austausch zu dem Thema.
Eventuell sind es die «Goodies»? Ich bin komplett gegen diese Gutschein-Beilagen. Auch ein Fanyard würde es nicht besser machen. Die Beilagen entscheiden nicht darüber, ob ich eine Saisonkarte kaufe oder nicht. Aber der FCL befindet sich ja im Dienstleistungssektor und meint ja dass all seine Kunden so rechnen. Auch ich rechne mir vor, vor allem ob ich den Preis angemessen finde oder ob er überrissen ist.

Einige der Gutscheine benutze ich. Schliesslich werden sie mir fast schon hinterher geworfen und eine "Option X" ohne Goodies gibt es ja nicht, obwohl es früher nur diese Option gab. Falls mein oder dein Haupt-Anreiz mal nicht mehr der emotionale Wert sein sollte, sondern lediglich der finanzielle Wert der Dienstleistung, dann käme ich bei meiner Verwendung der Gutscheine auf durchschnittlich unter 5 Franken pro Spiel. Im Extrazug habe ich schon zu viele Schnägge in "wer di höcher ziehd" verloren, als dass dies eine überissene Zahl wäre. Ich gehe sowieso ab und zu ins Casino, ab und zu ins National und ab und zu in den Otto'(!)s einkaufen. Weil ich zum Fussball gehe, werde ich sogar noch beschenkt und muss denn Drittanbietern nicht mal meine Daten angeben. Ich müsste in meiner persönlichen Rechnung nächste Saison mindestens 6 der 31 Spiele besuchen (können), damit ich in etwa finanziell da bin, wo ich aktuell noch bereit bin in der Schweiz für ein Fussballspiel zu zahlen. Ab 10 gesehenen Spielen bin ich in dem Bereich, wo ich fast schon ein schlechtes Gewissen kriegen könnte. Ich gehe mal davon aus, dass ich 6 Spiele sehen werden kann, denke und hoffe dass es mehr sein werden. Für mich ist das mega fair. Ich will nicht nichts, sondern schlicht einen angemessenen Preis für Fussball bezahlen. Sollte ich wider erwarten alle 31 Spiele sehen können, dann spende ich dem LSC einen gewissen Betrag.

LU-57 hat geschrieben:
4. Jun 2020, 15:57
nur weil wir fans von einem verein und im endeffekt der garant dafür sind, dass in der schweiz kein einziger grösseren fussballclub untergehen kann und wird
Es ist das Eine, dass die Vereine in dieses Horn blasen und einen Untergang des Schweizer Club-Fussballs herbeijammern. Es ist etwas anderes und meines Erachtens viel Schlimmeres und Erbärmlicheres, wenn es Fans oder Journalisten gibt, die das einfach so nachplappern. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass schon einige Vereine "gestorben" sind und dennoch leben. Xamax, Sion, Servette, Wil, Lugano, und Lausanne sind die bekanntesten lebenden Toten. Fast und wohl bald unsere halbe Liga ist bestückt mit solchen Zombie-Vereinen ergänzt durch ein paar Halbtote wie Luzern, welche zumindest schon am Abgrund standen, es aber, oh Wunder, dennoch geschafft haben. Damals wie heute aufgrund der selben Problematik und nicht wegen irgend einem Virus. Ich will die Situation gewisser vermeintlich kleineren Vereine nicht verharmlosen. Aber auch das ist ein strukturelles Problem.

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Re: Die Kominukations-Abtheilung bem Fc Luzern

Beitrag von Don Pedro » 4. Jun 2020, 22:30

Aufwindfahne hat geschrieben:
4. Jun 2020, 14:42

a) Solidarität (mit wem?)
b) Chli Rabatt
c) wägem Name ofem Liibli
d) weils einfach dazugehört
e) ?

Bin ernsthaft an den Überlegungen interessiert, weil ich es gerade überhaupt nicht auf die Reihe kriege, weshalb ich vorab schon auf sämtliche Rückerstattungs-Ansprüche verzichten sollte, wenn ich noch gar nicht weiss, was das Corona-Virus und der FCL so mit und ohne uns plant.

Freue mich auf einen ernsthaften (!) Austausch zu dem Thema.
Verstehe deine Abneigung gegen das Angebot nun ehrlich gesagt wirklich nicht. Der einzige Punkt, den ich dir gebe, ist die Problematik, was "der FCL so mit und ohne uns plant". Aber auch nur, weil es die Aktionäre nicht für nötig halten, vor Abschluss des Saisonkarten-Verkaufs ihre neue Lösung zu präsentieren. Das habe ich aber schon im letzten Herbst kritisiert und ist eine andere Geschichte. Dies ist für mich ehrlich gesagt ein ernsthafter Grund, mit dem Kauf zuzuwarten. Corona aber nicht.

Wieso ich das Angebot an sich fair finde?
1. Der Name auf dem Trikot ist eine faire Aktion und eine nette Geste. Ich persönlich brauche es nicht, aber ich bin da sicher nicht der Durchschnittsbürger. Allgemein sehe ich da viel mehr Verbindung zwischen Fans und Verein/Mannschaft, wenn man auf dem Trikot verewigt wird, als irgendwo auf einer Stadionwand oder sonst einem Stuhl. Nicht dass wir uns mit Güllen messen müssten, aber immerhin da finde ich die LU-Geste massiv besser, wenn's auch mich persönlich nicht anspricht.
Was man sich fragen kann ist, wieso erst eine solche Krise kommen musste, bis eine solche Aktion gestartet wurde?
2. Rein rechnerisch und als "Kunde" gedacht: Mit 20% Rabatt würde ich noch ziemlich exakt 50% des Preises für 18 Heimspiele bezahlen, also den Preis für 9 Heimspiele. Bis Ende Dezember werden anscheinend 17 Runden gespielt. Ergibt nach der Winterpause nach Adam Riese noch 19 Runden oder mind. 9 Heimspiele. Ich bin jetzt mal so positiv, dass wir mindestens 50% der Spiele noch im Stadion verfolgen können in der nächsten Saison. Und wenn coronabedingt nicht, ist dies nicht die Schuld des FCL. Damit kann ich leben, ist halt höhere Gewalt. Chance aktuell schätze ich 50/50 ein.
3. Solidarität: Ja auch, das kann ich bei aller Härte gegenüber dem FCL nicht leugnen. Ich bin zwar einer der härteren Kritiker des FCL und seiner Kommunikationspolitik hier drin. Oftmals auch etwas überspitzt und bewusst provokativ. Und heute auch mit einem ernst gemeinten Post am Nachmittag. Aber ich wäre nicht mehr hier drin aktiv oder im Stadion, wenn mir der Verein am Arsch vorbei gehen würde. Irgendwo Idealismus, irgendwo verträumte Naivität, nenn es wie du willst. Zudem gibt es mir persönlich ein besseres Gefühl, wenn auch ich etwas dazu beitrage, dass der FCL liquid bleibt, als wenn es nur "die da oben" tun. Hat wohl einfach auch mit meiner persönlichen Wertehaltung zu tun, dass wenn ich viel fordere (und das tue ich), auch bereit bin viel zu geben. Eine grosse "Solidarität" seitens Fans kann zudem auch als Argument bei der Vereinsleitung für die künftige Ausrichtung eingebracht werden, da die Fans ein grosses Gewicht haben.
4. Corona: wie schon erwähnt. Der FCL kann für viele Dinge etwas. Aber nicht für die aktuelle Corona-Situation. Verlieren tun wir alle, das Angebot kann also auch als Kompromiss und ein Entgegenkommen beider Seiten angesehen werden.
5. Es ist ein Angebot. Angebote kann man annehmen oder ablehnen. Hier verweise ich gerne auf den Avatar vom Bejass: "Just do it or los lo sii". :wink:
6. Trotz aller Ablehnung gegenüber vielen Punkten im Umfeld, so sehe ich den FCL nicht unbedingt als gewinnorientierten Konzern, der auf Ausbeutung aller Ressourcen und von Arbeitskräften oder dergleichen aus ist. Ich kaufe mir da Emotionen und das, was einen grossen Teil meines Lebens ausmacht.
7. Geld zurückfordern für "nicht bezogene Dienstleistungen" ist mir ganz ehrlich einfach zu heftiges Kundenverhalten. Aber das habe ich glaube ich schon erwähnt. ;-)


So, und nun werde ich wieder zum gewohnten Kritiker. Scheiss Geisterspiele! *Als Demokrat akzeptiere ich aber natürlich diesen falschen Entscheid*
Bienvenido a Lucerna, hijo de puta!

Die ganze Wahrheit unzensiert.

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Re: Die Kominukations-Abtheilung bem Fc Luzern

Beitrag von LU-57 » 5. Jun 2020, 09:15

ich weiss, ich bin einer der sich eine freude daraus macht, relativ vieles zu hinterfragen und relativ wenig als gegeben anzuschauen. aber insbesondere nach dem kommunikativen hickhack, welches die gesamte liga und auch der fcl punkto geisterspiele (und fast allem anderen) veranstaltet hat (zuerst waren sie des finanziellen todes, in der zwischenzeit eine akzeptable notlösung), darf man sich schon einige gedanken darüber machen, wie fest bzw. ob diese corona-pause bzw. die geisterspiele den vereinen wirklich (zusätzliche!) verluste bescheren.

eine kurze, zugegebenermassen simpel gestrickte rechnung unter einigen, m.e. nicht unrealistischen, annahmen:

der personalaufwand (mit abstand grösster kostenpunkt der fcl-gruppe, über 50% des aufwands) betrug in der vorsaison gemäss geschäftsbericht 13,6 millionen franken. jetzt mal ganz naiv angenommen, sämtliches personal ist in den vergangenen drei monaten fast vollständig auf kurzarbeit gewesen, wären nach der einfachstmöglichen berechnung (13.6:12*3) deren 3.4 millionen franken vom bund übernommen worden. Bzw. 80% davon, aber hochgerechnet spart der fcl ja trotzdem 100% ein, die differenz trägt (in existenzbedrohten unternehmen üblicherweise) der arbeitnehmer).

3.4 millionen franken. verteilt auf die sieben verbleibenden heimspiele wären das knapp 0.5 millionen franken, die man pro match (nur durch wenigereinnahmen! -> sämtlicher matchaufwand, ect. ist ja bereits im geschäftsbericht enthalten (5,1 millionen) -> effektiv dürfte es auch in diesem ausgabenbereich noch einsparungen geben, da ein leeres stadion weit weniger kosten verursacht als ein volles, ect. aber klammern wird dies mal vollständig aus) verlieren könnte ohne dass dem verein aus dem zuschauer-bann ein verlust entsteht.

annahme die nächste saison startet wieder regulär mit zuschauern (bzw. die saisonkarten-verkäufe brechen nicht ein -> beispiele/tendenzen z.b. aus st.gallen zeigen, dass dies überhaupt nicht der fall sein muss), halte ich es - sollte die kurzarbeitsentschädigung wie angenommen ausbezahlt worden sein - nach wie vor für absolut realistisch, dass der fcl kein grösserer verlust zu erwarten hat, als üblich. wenn aktuell gar noch darüber diskutiert wird, ob die clubs trotz der saisonfortführung evtl. gar weiterhin anrecht auf kurzarbeitsentschädigung geltend machen können, sehe ich in der theorie gar die möglichkeit, dass er (aus kurzfristiger sichtweise) gar finanziell profitieren könnte. denn im grossen gegensatz zu "normalen" unternehmen, denen wie dem fcl quasi ein arbeitsverbot auferlegt wurde, hat ein verein wie der fcl in diesen monaten alles andere als einen kompletten einnahme-verlust erlitten. saisonkarten, sponsoren/vip, tv-gelder, ect. ect. sind (pro rata) trotzdem geflossen und können, wenn weder fans noch sponsoren rückforderungen im grösseren rahmen anmelden (wovon ich nicht ausgehe) trotzdem als einnahmen gerechnet werden (diese beträge fliessen auch in normalen jahren nicht in den monaten märz-mai). ich habe den stand der verkauften saisonkarten nicht im kopf, aber im schnitt dürften zwei von drei stadionbesucher keinen zusätzlichen eintritt bezahlen, weil sie ein abo haben. entsprechend entfallen den clubs nur die zusätzlichen einnahmen auf einzeltickets, catering (wovon allerdings vorallem die migros betroffen ist, indirekt dann aber natürlich wieder der fcl), led-bandenwerbungen, ect. ob diese mehr als 0.5 millionen pro spiel ausmachen, bezweifle ich, wenn ich im geschäftsbericht (s.49) die ertragspositionen (15) eintritte meisterschaft inkl. vip (7.3 mio) und (16) led-/bandenwerbung (1.8 mio) betrachte. selbst unter der (unrealistischen, siehe saisonkarteninhaber/sponsoren verlangen keine rückzahlung) annahme, dass von diesen total 9.2 millionen für die sieben fehlenden heimspiele anteilsmässig die kompletten einnahmen wegfallen (9.2 / 18 = 0.51 mio pro heimspiel) beläuft sich der fehlbetrag auf maximal eben diesen betrag.

ich weiss nicht, ob ich mit dieser ansicht komplett im schilf stehe, etwas total falsch interpretiere oder übersehen habe. sehr gerne lasse ich mich eines besseren belehren. aber solange ich keine anderweitigen infos habe bzw. die clubs nicht offenlegen, wie die kurzarbeitsentschädigungs-lösung für den profifussball effektiv ausschaut, finde ich es nicht total abwegig, dass sich die finanzielle lage bislang gar nicht markant verschlechter hat. entsprechend wird man nach zwei schwarzen saisons wohl wieder einmal einen verlust einfahren, allerdings bloss in der grössenordnung des "strukturen defizits", weil diesen sommer unter den aktuellen voraussetzungen wohl keine/unlukrativere millionen-transfers zu erwarten sind, wie in den vergangenen zwei jahren. dieses defizit, so wissen wir alle, tragen gemäss öffentlichkeitswirksamer publikation die sogenannten investoren. wenn mit der sogenannten solidarität gegenüber dem fcl also nur die herren alpstaeg + co. profitieren, weil sie einen kleineren anteil am "regulären" und von ihnen so gewollten bzw. abgenickten "strukturen" defizit tragen müssen, dann darf man sich sehr wohl ein paar gedanken machen, ehe man auf die rückforderung verzichtet.

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Zuletzt geändert von LU-57 am 5. Jun 2020, 09:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Kominukations-Abtheilung bem Fc Luzern

Beitrag von Aufwindfahne » 5. Jun 2020, 09:23

Merci Don Pedro!
Verstehe deine Abneigung gegen das Angebot nun ehrlich gesagt wirklich nicht.
Nun, mag sein, vielleicht sehe ich das genau andersrum etwas zu banal und auch zu kritisch. Erläutere Dir gerne meine Perspektive.

Ich gehe davon aus, dass die Investoren (die meisten in ihrem ureigensten Interesse) die Liquidität und Fortführung sicherstellen müssen, ganz unabhängig davon, wieviel Fans sich nun bereits festlegen, ihnen finanziell etwas unter die Arme zu greifen. Ich unterstütze also mit einem Saisonkarten-Kauf zum jetzigen Zeitpunkt weder den FCL-Nachwuchs, noch die Kaderspieler mit dem erbärmlichen Mindestlohn, sondern verringere höchstens das Defizit der zerstrittenen Aktionärs-Chaos-Truppe.

Der Name aufs Trikot: Nett. Nicht wirklich innovativ, aber ok, kann attraktiv sein für den einen oder anderen.

Rein rechnerisch bin ich davon überzeugt, dass man mit der Saisonkarte sowieso schon seit Jahren den schlechteren macht, wenn man nur schon ein, zwei Spiele aus termintechnischen Gründen nicht besuchen kann. Kann ich sogar mit einem eigenen Modell belegen :mrgreen: . Es ist davon auszugehen, dass es in der neuen Saison eh schwierig genug werden wird, wirklich sämtliche Spiele im Stadion verfolgen zu können, weil die Termine noch skurriler werden. Zudem wird sich der FCL höchstwahrscheinlich schon bald gezwungen fühlen, weitere Rabattschlachten/Promotionen/Gratistickets einzuführen. Die Lancierung einer „Mehrfahrtenkarte“ steht im Raum, die Auslastung der Stadien wird sowieso nochmals merklich sinken und und und…

Dazu kommt: Mich persönlich triffts bisher zum Glück nicht, aber nicht jeder von uns Fans weiss schon ganz genau, was für ein Gehalt er die nächsten Monate/Jahre so bezieht und wie der Arbeitsmarkt sich entwickeln wird. Ich wäre da mit mir selbst auferlegten Fixkosten ohne klaren Gegenwert schon ziemlich vorsichtig…

Meine bildlich gesprochene Überlegung ist die: Wenn ich unbedingt „Corona-Solidarität“ an den Tag legen will, ist es vermutlich solidarischer, das Geld nun unmittelbar von den Millionären zurückzufordern und dann dieses zweckgebunden dorthin zu überweisen, wo es wirklich nötig ist. Oder zumindest einzufrieren und zuzuwarten, bis der FCL tatsächlich mal verbindlicher durchblicken lässt, dass die Fans irgendwie eine Rolle in ihrem ganzen System spielen.

Das Verhalten der letzten zwei, drei Monate lassen mir da nämlich schon auch das eine oder andere Fragezeichen aufkommen. Zuerst hört man wochenlang, dass die Fortführung der Saison viel wichtiger ist als alles andere und jetzt, wo klar ist, wie es zumindest in den nächsten Wochen läuft, geht es prioritär mal darum, möglichst rasch möglichst viel Zaster von den Fans einzuheimsen. Wenigstens ein paar vereinzelte Nasen ins Stadion lassen? Viel zu aufwändig. Oder ein gewisses Rückgaberecht einräumen? Viel zu riskant. Ich habe NULL Anzeichen, dass sich der FCL irgendwie einen kleinen Schritt näher zu den Fans bewegt, mehr Mitspracherecht einräumt, die Solidarität vielleicht sogar beidseitig spürbar wäre. Es ist bisher eine einzige Einbahnstrasse. Mir geht das einfach gröber auf den Sack.

In meinen Augen ist das kein faires Angebot, sondern eine einzige Mogelpackung mit einem sehr durchsichtigen Ziel: Liquidität.

Ach ja, ich hätte vom FCL noch gerne eine Antwort zum Thema:
“Philipp Studhalter“ hat geschrieben:Aufgrund des in Aussicht gestellten Bundeskredites und den positiven Zeichen unseres Aktionariats sowie der gesamten FCL-Familie hat sich der FC Luzern dazu entschieden, der Wiederaufnahme des Spielebetriebes, trotz Geisterspielen, zuzustimmen.
Was bedeutet der erste Satzteil nun konkret für den FCL? Wieso spielte der Bundeskredit in den Überlegungen des FCLs eine Rolle? Hey Wyrsch oder Ineiche, froged ehr vielleicht mol noche? Danke ond gärn gscheh för de Input.
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Re: Die Kominukations-Abtheilung bem Fc Luzern

Beitrag von bjaz » 5. Jun 2020, 09:42

Don Pedro hat geschrieben:
4. Jun 2020, 22:30

3. Solidarität: Ja auch, das kann ich bei aller Härte gegenüber dem FCL nicht leugnen. Ich bin zwar einer der härteren Kritiker des FCL und seiner Kommunikationspolitik hier drin. Oftmals auch etwas überspitzt und bewusst provokativ. Und heute auch mit einem ernst gemeinten Post am Nachmittag. Aber ich wäre nicht mehr hier drin aktiv oder im Stadion, wenn mir der Verein am Arsch vorbei gehen würde. Irgendwo Idealismus, irgendwo verträumte Naivität, nenn es wie du willst. Zudem gibt es mir persönlich ein besseres Gefühl, wenn auch ich etwas dazu beitrage, dass der FCL liquid bleibt, als wenn es nur "die da oben" tun. Hat wohl einfach auch mit meiner persönlichen Wertehaltung zu tun, dass wenn ich viel fordere (und das tue ich), auch bereit bin viel zu geben. Eine grosse "Solidarität" seitens Fans kann zudem auch als Argument bei der Vereinsleitung für die künftige Ausrichtung eingebracht werden, da die Fans ein grosses Gewicht haben.
Ich verstehe deine Sichtweise, kann aber diesen Teil nicht unterschreiben. Ich finde es ein absoluter Witz hier von Solidarität zu schwafeln. Es macht mich fast schon grantig, dass das von dir kommt.

Es ist durchaus vorbildlich nicht nur zu fordern, sondern auch etwas zurückzugeben. Vor allem dann, wenn man auch etwas zurückerhält. Mit einem Rabatt auf die Artikel im Fanshop ist es dann aber nicht getan. Auch die Video- oder Audioformate von fcl-tv.ch oder vom FCL Radio sind an sich eine gute Sache. Leider sind dies allerdings weniger identifikationsstiftende Überlegungen die diesen Ideen seitens FCL zu Grunde liegen, sondern werden vielmehr als Möglichkeit der "Kundenbindung" gesehen. Das entspricht der Denkweise auf der Allmend. Das ist keine Unterstellung, sondern das ist einfach so. Wie lieblos man diese Aktion wieder hingeklatscht hat ist ja mal wieder typisch.

Solidarität hat etwas Gegenseitiges. Von mir wird Solidarität erwartet, während ich in Barcelona niedergeknüppelt werde? Man wartet heute noch auf ein versprochenes Statement seitens FCL. Versprechen bricht man nicht. Na gut, sie haben nicht gesagt, an welchem Montag oder Dienstag eine Stellungsnahme kommt. Aber eventuell ist auch da das Verständnis anders. Oder womöglich ist einfach die Solidarität zu diesem verabscheuungswürdigen System grösser als zu den eigenen Fans. Schlussendlich darf man sich auch mal die Relationen vor Augen führen: Zwei Personen, ganz oben, besitzen zusammen über zwei Milliarden Franken. Warum soll sich die Coiffeuse von Sektor B2 "solidarisch" zeigen? Wenn es um fünf Millionen Coiffeusen ginge hätte das natürlich eine Relevanz. Die einzelne Coiffeuse verhindert den "Untergang" nicht. Es sind auch nicht Milliarden nötig. Aber die beiden erwähnten sind ja nicht mal selber solidarisch zum FCL. Und es geht da nicht einmal darum, dass der eine nicht bereit ist ein FCL-Logo an "sein" (nicht unser) Stadion anzubringen oder Personen aufgrund ihres Aussehens diskriminiert oder sich sexistisch zeigt. Allgemein haben sie sich mit ihrem Verhalten bereits mehrfach unsolidarisch gezeigt.

Aber du und ich, wir sollen uns solidarisch zeigen? Ich soll jetzt ein FCL-Brot kaufen, gods no? Damit der FCL die Portokosten für einen Monat bezahlen kann? Oder wohin geht die Kohle denn? Die FCB-Spieler standen in der Kritik, weil sie ohne dieses Wissen nicht auf einen Teil ihres Lohnes verzichten wollten. Und ich finde völlig zu Recht, obwohl diese Leute genauso ein Teil meiner Kritik sind. Bei uns geht das Geld vielleicht nicht nach Indien, aber verunstaltet irgendwelche Werbeflächen der VBL. Mir kommt immer wieder das eine Bild in den Sinn wo eine auf nem Pferd sitzt und für die Saisonkarten wirbt. Mich schüttelt es jedes Mal wenn ich daran denke. Es hat sich seither eigentlich recht wenig geändert. Will ich dass dieser Gugus weiterhin bezahlt wird? Nein und jetzt habe ich in meiner Gedankenwelt die Hoffnung, dass sich beispielsweise da etwas ändern könnte. In welcher der drei Organisationen mit dem jeweils gleichen Präsidenten landet meine Kohle? Wem gegenüber soll ich mich solidarisch zeigen? Den Marketingangestellten, die mich jahrelang zur Weissglut gebracht haben? Na super. Dann lass ich es lieber.

Ey und man kann es auch umdeuten. Man kann beispielhaft "So muss Fussball" als Forderungskatalog sehen. Natürlich. In meiner Wahrnehmung sind einige Punkte aber so selbstverständlich, dass man sie nicht einmal hätte ausformulieren müssen. Teilweise sind es vielmehr Befürchtungen als Forderungen. Es ist tragisch, dass man das aufschreiben muss und noch viel tragischer, dass der FCL in keinem Wort darauf eingeht und sich für einen Teil verpflichtet. Nicht jede Forderung muss man an den Gegenüber verkaufen und eine Gegenleistung erbringen. Gewisse Dinge darf man einfach erwarten. Kommt hinzu, dass wenn ich diese Liste durchgehe und ich mir die Fragen stelle "wem würde dies etwas bringen? würde dies dem FCL etwas nützen?" ich die zweite Frage vielfach mit ja beantworten könnte. Ist es dann noch eine Forderung? Man kann dies auch als solidarischen Akt der Unterstützung deuten.

Und jetzt plädierst du indirekt für den Systemerhalt, für das weitere Aufblasen dieser Blase. Die Vereine müssten jetzt bluten, sind aber noch nicht einmal verwundet. Der Fussball muss in dieser Form in Frage gestellt werden. Einem Alpstäg muss sein kaputtes Spielzeug verleiden. Jetzt nichts positives aus der ganzen Sache zu ziehen wäre so traurig, wirklich. Ich will den FCL nicht finanziell unterstützen, damit ich etwas am Leben erhalten kann, was ich vorher kritisiert habe und danach wieder kritisieren werde. Ein unlogischeres Verhalten kann man ja kaum an den Tag legen. Jetzt wäre die Chance das System zu überdenken und zum Ändern zu bringen. Und wenn es nur in dieser lokalen Ausprägung passiert. Stattdessen läuft es darauf hinaus, dass alles beim Alten bleibt. Na Gratulation! Warum soll ich mich gegenüber einem System solidarisch zeigen, dass sich in seiner Gesamtheit zutiefst unsolidarisch zeigt?

Ob man als einzelner den Solidaritätsbeitrag bezahlt oder nicht, ändert sowieso genau gar nichts. Ich finde, man muss überhaupt kein schlechtes Gewissen haben, wenn man sich sogar gegen eine Saisonkarte entscheidet. Ich werde es wohl grundsätzlich aus Bequemlichkeit automatisiert machen lassen und weil es sich für mich bisher, ja finanziell, gelohnt hat. Oder wie bis anhin, kurz vor dem Saisonstart, damit ich ausschliessen kann, dass bis dahin irgend etwas unverzeihbares passiert. Ob man sich jetzt für oder gegen eine oder mehrere der Optionen entscheidet sagt nichts über das Fansein aus. Geld wird nie etwas über das Fansein aussagen. Das ist eben genau der Unterschied zu den anderen "Partnern" und "Stakeholdern" usw.

Ob man sich als Masse entscheidet, kann tatsächlich ins Gewicht fallen, da gebe ich dir recht. Ich bezweifle aber dass eine "Solidaritätsbekundung" seitens der Fans irgend einen nachhaltigen Effekt hätte, wie du ihn dir erhoffst. Die klopfen sich da hinten auf die Schultern und denken, dass sie etwas supertolles geleistet haben und es mit diesem Trikot getan ist. Oder hast du das Gefühl, dass es anders ist? Wäre es nicht effektiver sich jetzt eben nicht scheinbar "solidarisch" zu zeigen, um aufzuzeigen, dass man etwas anderes unter Solidarität versteht. Um zu zeigen, dass man mit dem Konstrukt nicht zufrieden ist. Dass sie das eigene Schlamassel bitte selber aufräumen sollen. Ja, sie sind zu einem grossen Teil mitverantwortlich, dass sie heute da stehen wo sie jetzt stehen.

Was kann denn passieren, wenn man sich gemeinsam "unsolidarisch" zeigt? Wovor hat man Angst? Dass künftig die Forderung nach einer Stadionbeiz abgewiesen wird, welche vor allem dem FCL etwas bringen würde und deren Fehlen man sich gewöhnt hat? Wer soll ins Stadion kommen, wenn nicht die, die bisher gekommen sind? Ein Austausch des Publikums ist nur da möglich wo auch genügend Nachfrage vorhanden ist. Eventuell wird man dann auf diesen Teil der Besucher hören und nicht versuchen mit rosa Schals und Ballermannmusik Leute ins Stadion zu locken die maximal einmal kommen. Sie sollen endlich das tun, was die Leute wollen, welche im Stadion sind. Eventuell muss man mal nicht ins Stadion gehen, damit sie die Forderungen erfüllen und die Leute so ins Stadion lockt.

Aber ja, diese Meinung ist nicht mehrheitsfähig. Insofern, möched was ehr wend.

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Re: Die Kominukations-Abtheilung bem Fc Luzern

Beitrag von Master » 5. Jun 2020, 09:51

Mein grösstes Problem an der ganzen Sache sind nicht mal die Optionen an sich. Die sind +/- ordentlich (wenn man die aktuelle Situation ausser Acht lässt).

Was mir die Haare zu Berge stehen lässt, ist das Zustandekommen!

Es ist inzwischen seit mehreren Wochen bekannt, dass sicher bis Ende August keine Zuschauer im gewohnten Rahmen im Stadion seien werden. Seit dem Saisonunterbruch ist bekannt, dass es irgendwann mal weiter geht. Massenkonkurse der Clubs war nie ne Option. Da hat der Bundesrat mit seiner frühen finanziellen "Stabilisation" und dem grossmütigen Auftreten dafür gesorgt, dass dies klar war. Auch wenn der Sport nicht explizit erwähnt wurde. Es gab Ungewissheiten bezüglich wie, wo, was. Klar. Diese Ungewissheit wirkt sich natürlich auf den "Verein" (Nachwuchs? Budget?) aus. Fernsehgelder sowie der mögliche europäische Batzen sind für uns auch nicht so gross resp. fix eingeplant. Auf was es aber keinen Einfluss hat, ist dass es eine schwierige Situation bleibt und man mehr denn je auf Goodwill und Support der Bevölkerung/Fans angewiesen ist.* Da gibt man sich doch Mühe und holt möglichst viele Leute ab. Ehrlich, offen, "bodenständig" und "agil" ( :lol: Sorry, dieser Running-Gag musste sein..)

So eine ruhige Phase wie die letzten Wochen wird es wohl im Fussball niemehr geben. Keine laufenden Projekte, keine Spiele. Dafür massenhaft Zeit um kreativ zu sein. Ein kurzer Blick auf die HP des FCL zeigt etwa zehn Nasen, welche im Bereich Marketing/Vermarktung/Events angestellt sind. Eine geballte Ladung Kreativität. freigesetzt durch situationsbedingt verordnete Untätigkeit. Und diese Corona-Zeit ist nun das Ergebnis? Der FCL-Podcast und die Re-Live-Spiele, welche von Externen organsiert wurde und dieses Angebot für Saisonkarten? Wirklich? Ernsthaft? Ich muss da wohl Einiges vergessen haben. Ich muss zugeben, dass ich das nicht so verfolgt habe. Bitte teilt mir mit, was ich alles vergessen habe. Zu wenig, zu plump, zu einfältig war es auf jeden Fall, sonst hätte ich es nämlich mitgekriegt.

Ich weiss, die Lösung für alles wird sein "ja sorry, wir hatten Kurzarbeit". Ah auch sorry, ich vergass. :roll: Es wäre auch für viele nicht mehr nötig gewesen als "kurz zu arbeiten", genau wie all die Unternehmer im Umfeld nur wenig hätten "unternehmen" müssen und schon stünde man besser da. Dazu arbeiten ja alle mit Herzblut und grosser Freude für den Verein. Da ist man sicherlich in einer solchen Notlage auch mal bereit etwas freiwillig zu investieren. Wenn man auf Grund der persönlichen Situation Kinder hüten oder sonst was muss, hat man doch immerhin mal einen Geistesblitz, mit dem was anstossen könnte. Man ist ja schliesslich in einem kreativen Job.

Nun könnte ich weit ausholen und würde plötzlich wieder bei der "Vision" landen, aber ja..

Nei sorry..

*Sollte das der FCL nicht sein und die ganze Situation, widererwarten, anyway von den Investoren abgedeckt sein, dann hätte man dies auch so kommunizieren müssen. Verbandspolitisches mimimi hin oder her.
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Kämpfe Lozärn, Kämpfe Lozärn!
mer wend Euch gwönne gseh!

Master (am Do 20. Okt 2005 22:24 ) hat geschrieben:ich sage immer das gleiche.. dass er dem verein helfen wird, davon bin ich überzeugt!
dass er der fanszene schaden wird, davon bin ich genau so überzeugt! aber ich hoffe wir werden das überstehen!
Master hat geschrieben:
4. Mär 2021, 10:55
Danke sonnenkönnig*
*meine Prophezeiung in der Signatur ist kolossal falsch.. Die Fanszene hat sich geeint und geformt durch ihn, um den Verein steht es schlechter als erwartet..

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Re: Die Kominukations-Abtheilung bem Fc Luzern

Beitrag von LU-57 » 5. Jun 2020, 11:10

Aufwindfahne hat geschrieben:
5. Jun 2020, 09:23
Was bedeutet der erste Satzteil nun konkret für den FCL? Wieso spielte der Bundeskredit in den Überlegungen des FCLs eine Rolle? Hey Wyrsch oder Ineiche, froged ehr vielleicht mol noche? Danke ond gärn gscheh för de Input.
chch, der war gut.

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«Gewaltanwendungen gab es zwar keine, es hätte aber auch anders kommen können!»

Romano Simioni, Allmend-Buch, 2009 hat geschrieben:Das KKL ist kein Ort, der für uns Luzerner und Innerschweizer
gemacht wurde, sondern ein Ort, der in erster Linie dazu da ist,
dem Prestige der Stadt gut zu tun. Ich befürchte, dass das neue
Stadion eher ein KKL des modernen Fusballs wird und nicht eine
lebendige Volksbühne, wie es die so sympathisch unperfekte
Allmend war.


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Re: Die Kominukations-Abtheilung bem Fc Luzern

Beitrag von Vblstöbli » 5. Jun 2020, 11:16

Rückerstattung laut FCL bzw. laut AGBs nicht möglich. Dafür werden 2 x 2 Tix angeboten für Spiele nach Wahl in der neuen Saison...
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Re: Die Kominukations-Abtheilung bem Fc Luzern

Beitrag von LU-57 » 5. Jun 2020, 11:20

Vblstöbli hat geschrieben:
5. Jun 2020, 11:16
Rückerstattung laut FCL bzw. laut AGBs nicht möglich. Dafür werden 2 x 2 Tix angeboten für Spiele nach Wahl in der neuen Saison...
bezieht sich dieses angebot auf die rückerstattung von einzeltickets?

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Romano Simioni, Allmend-Buch, 2009 hat geschrieben:Das KKL ist kein Ort, der für uns Luzerner und Innerschweizer
gemacht wurde, sondern ein Ort, der in erster Linie dazu da ist,
dem Prestige der Stadt gut zu tun. Ich befürchte, dass das neue
Stadion eher ein KKL des modernen Fusballs wird und nicht eine
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Re: Die Kominukations-Abtheilung bem Fc Luzern

Beitrag von Vblstöbli » 5. Jun 2020, 11:55

LU-57 hat geschrieben:
5. Jun 2020, 11:20
Vblstöbli hat geschrieben:
5. Jun 2020, 11:16
Rückerstattung laut FCL bzw. laut AGBs nicht möglich. Dafür werden 2 x 2 Tix angeboten für Spiele nach Wahl in der neuen Saison...
bezieht sich dieses angebot auf die rückerstattung von einzeltickets?

greez
ne, auf Saisonkarte...wobei ich den Ausschnitt der AGBs noch verlangt habe...
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Re: Die Kominukations-Abtheilung bem Fc Luzern

Beitrag von Aufwindfahne » 5. Jun 2020, 13:09

Gemäss AGB kannst Du tatsächlich leer ausgehen, das muss man hier schon klar sagen.

Trotzdem, angesichts der hohen Loyalität eines Saisonkarteninhabers ist das „Angebot“ aus meiner Sicht eine Frechheit. Vergleichen wir mal z.B. mit Fluggesellschaften, die nur sehr ungern bar auszahlen, da kriegt man meistens einen Voucher im Wert des bezahlten Betrages, in einigen Fällen sogar plus 10% oder ähnliches. Und das auch als „Einmalkunde“ ohne grosse Buchungshistorie.
Auf Veränderung zu hoffen, ohne selbst was dafür zu tun,
ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten

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Re: Die Kominukations-Abtheilung bem Fc Luzern

Beitrag von Che » 5. Jun 2020, 13:20

LU-57 hat geschrieben:
5. Jun 2020, 11:20
Vblstöbli hat geschrieben:
5. Jun 2020, 11:16
Rückerstattung laut FCL bzw. laut AGBs nicht möglich. Dafür werden 2 x 2 Tix angeboten für Spiele nach Wahl in der neuen Saison...
bezieht sich dieses angebot auf die rückerstattung von einzeltickets?

greez
Ich vermute mal eher für die 7 Geisterspiele der Abocard. Bei den Optionen fehlt mir die Information bezüglich einer Rückerstattung dieses Anteils, was ich als zwingend erachte bei einem seriösen Angebot. Da verschenkt der FCL definitiv Goodwill. Eine solche Option ziehen sowieso nur die wenigsten Abocard-Besitzer. Aber der FCL sollte solche freien Entscheide ihrer treuen Saisonkarteninhaber respektieren und nicht irgendwelche Stolpersteine in diesen Prozess einbauen. Erst dann bin ich bereit, die aktuelle Aktion des FCL wirklich mit dem Solidaritätsgedanken zu verbinden. Ansonsten ist es ein einseitiger, liquiditätsgetriebener Kundenbindungsprozess unter dem Deckmantel der Solidarität und der Minimierung eigener Pflichten. Diese Strategie ist kaum nachhaltig. Kulanz schon, wenn in diesem Fall überhaupt davon gesprochen werden darf.

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Re: Die Kominukations-Abtheilung bem Fc Luzern

Beitrag von Vblstöbli » 5. Jun 2020, 13:28

Che hat geschrieben:
5. Jun 2020, 13:20
LU-57 hat geschrieben:
5. Jun 2020, 11:20
Vblstöbli hat geschrieben:
5. Jun 2020, 11:16
Rückerstattung laut FCL bzw. laut AGBs nicht möglich. Dafür werden 2 x 2 Tix angeboten für Spiele nach Wahl in der neuen Saison...
bezieht sich dieses angebot auf die rückerstattung von einzeltickets?

greez
Ich vermute mal eher für die 7 Geisterspiele der Abocard. Bei den Optionen fehlt mir die Information bezüglich einer Rückerstattung dieses Anteils, was ich als zwingend erachte bei einem seriösen Angebot. Da verschenkt der FCL definitiv Goodwill. Eine solche Option ziehen sowieso nur die wenigsten Abocard-Besitzer. Aber der FCL sollte solche freien Entscheide ihrer treuen Saisonkarteninhaber respektieren und nicht irgendwelche Stolpersteine in diesen Prozess einbauen. Erst dann bin ich bereit, die aktuelle Aktion des FCL wirklich mit dem Solidaritätsgedanken zu verbinden. Ansonsten ist es ein einseitiger, liquiditätsgetriebener Kundenbindungsprozess unter dem Deckmantel der Solidarität und der Minimierung eigener Pflichten. Diese Strategie ist kaum nachhaltig. Kulanz schon, wenn in diesem Fall überhaupt davon gesprochen werden darf.
AGB, Artikel 8, Version 04. Mai 2018:
« Im Falle von Spielabsagen, -abbrüchen, -ausfällen und/oder Spielen unter vollständigem oder teilweisem Ausschluss von Zuschauern, die nicht direkt durch die FC Luzern Innerschweiz AG/swissporarena events ag veranlasst werden, besteht kein Anspruch auf Ersatz oder Teilersatz des Kaufpreises und auch kein (teilweises) Rückgabe- oder Umtauschrecht. Rückgabe oder Umtausch von Einzeltickets und ABO CARDS sind ausgeschlossen.»

Option 1 & 2:
Ich kaufe die ABO CARD 2020/212) …….ABO CARD Mehrwertgutscheinen profitieren! Auf eine teilweise Rückerstattung der ABO CARD 2019/20 verzichte ich zugunsten des FC Luzern.
Was soll den der Verweis "teilweise Rückerstattung" in den Varianten? Demzufolge sollte doch eine Rückerstattung doch möglich sein :scratch:
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Re: Die Kominukations-Abtheilung bem Fc Luzern

Beitrag von Don Pedro » 5. Jun 2020, 13:39

Vblstöbli hat geschrieben:
5. Jun 2020, 13:28

AGB, Artikel 8, Version 04. Mai 2018:
« Im Falle von Spielabsagen, -abbrüchen, -ausfällen und/oder Spielen unter vollständigem oder teilweisem Ausschluss von Zuschauern, die nicht direkt durch die FC Luzern Innerschweiz AG/swissporarena events ag veranlasst werden, besteht kein Anspruch auf Ersatz oder Teilersatz des Kaufpreises und auch kein (teilweises) Rückgabe- oder Umtauschrecht. Rückgabe oder Umtausch von Einzeltickets und ABO CARDS sind ausgeschlossen.»

Option 1 & 2:
Ich kaufe die ABO CARD 2020/212) …….ABO CARD Mehrwertgutscheinen profitieren! Auf eine teilweise Rückerstattung der ABO CARD 2019/20 verzichte ich zugunsten des FC Luzern.
Was soll den der Verweis "teilweise Rückerstattung" in den Varianten? Demzufolge sollte doch eine Rückerstattung doch möglich sein :scratch:
Ok, meine Fresse. Hehe. :lol:
Das lässt die ganze Sache wieder in einem fragwürdigeren Licht erscheinen. Ging effektiv auch davon aus, dass Option 4 eine Rückerstattung zulässt.
Bienvenido a Lucerna, hijo de puta!

Die ganze Wahrheit unzensiert.

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