Verfasst: 13. Nov 2008, 15:51
Tanzbär hat geschrieben:Abwarten....
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Tanzbär hat geschrieben:Abwarten....
3'112 Unterschriften wurden vom Amt für Gemeinden ausgezählt.Gunner hat geschrieben:Tanzbär hat geschrieben:Abwarten....
TOPCamel hat geschrieben:3'112 Unterschriften wurden vom Amt für Gemeinden ausgezählt.Gunner hat geschrieben:Tanzbär hat geschrieben:Abwarten....
Referendum somit def. zu Stande gekommen.
Radiohead hat geschrieben:Hast du wirklich einen etwas objektiveren Bericht erwartet?
NLZ hat geschrieben:Fans kämpfen gegen die Rayonverbote
Gewaltbereiten Chaoten kann die Polizei ein Rayonverbot auferlegen oder sie in Gewahrsam nehmen. Dies stösst den organisierten FCL-Fans sauer auf.
Um Krawalle bei Fussballspielen zu vermeiden, kann die Polizei seit der Euro 08 Massnahmen gegen Chaoten verhängen. So kann sie Rayonverbote aussprechen, Meldeauflagen auferlegen, Leute für 24 Stunden in Polizeigewahrsam nehmen oder eine Ausreisebeschränkung verfügen. Diese Praxis wird heute schweizweit angewendet und soll auch in Zukunft gelten - in den Kantonen, die dem Konkordat über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen beitreten.
Doch genau dies wollen Fussballfans im Kanton Luzern verhindern. Die Fan-Dachorganisation United Supporters Luzern hat für das Referendum Nein zu Polizeiwillkür 3112 beglaubigte Unterschriften eingereicht. Damit wird das Luzerner Stimmvolk über den Beitritt zum Konkordat entscheiden.
Übeltäter sofort einsperren
«Es ist bedenklich, dass gegen Leute auf blossen Verdacht hin Sanktionen verhängt werden können», begründet René Schwarzentruber, Präsident der Fanvereinigung, ihr Referendum. Das Prinzip der Unschuldsvermutung werde dadurch ausgehebelt. Problematisch sei ausserdem, dass die Sanktionen sofort in Kraft treten, was eine wirksame Beschwerde faktisch verunmögliche. «Wenn gegen jemanden ungerechtfertigt zum Beispiel ein Rayonverbot ausgesprochen wird, nützt ihm seine Unschuld im Nachhinein nichts», so Schwarzentruber. Unbestritten sei für ihn, dass man gezielt gegen wirkliche Straftäter vorgehen müsse.
Kantonsrat Guido Luternauer (SVP, Schenkon) hat Verständnis für die Bedenken der organisierten Fans. Doch: «Es darf nicht sein, dass Chaoten erst Jahre nach ihrer Tat zur Rechenschaft gezogen werden.» Nur wenn man einen Übeltäter sofort einsperre, habe dies Signalwirkung. Es stelle sich die Frage, ob die Sicherheitsbehörden nicht zu lange zugewartet haben, um gezielt gegen Chaoten vorzugehen.
Ähnlich argumentiert Kantonsrätin Marie-Theres Knüsel Kronenberg (CVP, Dagmersellen): «Es ist zwar so, dass die Sanktionen eine Einschränkung des Grundrechts bedeuten, aber es ist im öffentlichen Interesse, dass man bei Eskalationen reagieren kann.»
Leute von Stadion fernhalten
Die Notwendigkeit der Sanktionen ist für FCL-Sicherheitschef Mike Hauser unbestritten. «Wir unterstützen jede Massnahme, die gegen Randale an Spielen getroffen werden können. Die Polizei muss einfach bestimmte Leute vom Stadion fernhalten.»
Gesetz sei nötig
Die Luzerner Justizdirektorin Yvonne Schärli bringt es auf den Punkt: «Solange es in den Sportstadien Probleme gibt, muss die Polizei die Möglichkeit haben, zu handeln und durchzugreifen.» Das Gesetz sei nötig. «Wenn wir es nicht anwenden müssen, dann haben wir unser Ziel erreicht.»
Medien halt! Ausserdem deckt der Bericht leider auch mehrheitlich die Meinung vom Volk! Hab da schon einige Diskussionen mitgehört... Tönte in etwa gleich.Shava hat geschrieben:Edit: Bericht nicht überraschend. NLZ halt...
Wasserturm hat geschrieben:Käseblatt NLZ machte seinem Ruf mit diesem Artikel wieder alle Ehre....
Für mich keine Ueberraschung der Bericht in dieser Form - Gruss an die Verfilzung FCL - NLZ (Erwin Bachmann Mitglied im FCL-Beirat)....
NLZ hat geschrieben:Falsches Signal
Luzern wird wohl als erster Schweizer Kanton darüber abstimmen, ob gegen gewaltbereite Fussballchaoten härtere Sanktionen verhängt werden können. Das interessiert weit über den Kanton hinaus. Denn der FCL zieht Fans in der ganzen Zentralschweiz in seinen Bann. Und gerade deshalb werden hier diese Sanktionen, die von Rayonverboten bis zu Meldeauflagen reichen, in Fankreisen besonders ausgiebig diskutiert.
Die United Supporters Luzern, die Dachorganisation der FCL-Fans, haben nun mit ihrem Referendum dafür gesorgt, dass nach dem Kantonsrat auch das Luzerner Stimmvolk über den Beitritt zum schweizweiten Konkordat abstimmen kann. Die Fans befürchten, dass die neuen Sanktionen zu Polizeiwillkür führen würden, weil schon auf blossen Verdacht hin Massnahmen gegen Fans ausgesprochen werden könnten.
Das Referendum dürfte in weiten Teilen der Bevölkerung auf Unverständnis stossen. Denn Chaoten- und Rowdytum, wie es auch in Luzern vorgekommen ist, vermiest vielen Matchbesuchern die Freude am Sport. Ausschreitungen sind nicht nur ärgerlich und gefährlich, sondern sie verursachen auch hohe Sicherheitskosten, die die Öffentlichkeit berappen muss.
Sicher ist, dass die organisierten FCL-Fans mit dem Referendum ein falsches Signal aussenden: Statt sich von gewaltbereiten Chaoten deutlich und unmissverständlich zu distanzieren, setzen sie sich zur Wehr, wenn der Staat härtere Massnahmen gegen Hooligans durchsetzen will. Zum eigenen Schutz müssten Fanorganisationen daran interessiert sein, dass schwarze Schafe gezielt sanktioniert werden. Deshalb sollten sie die vorgesehenen Massnahmen unterstützen, um sich klar gegenüber der gewaltbereiten Szene abzugrenzen. Mit dem Referendum bekämpfen sie eine Vorlage, die eigentlich im ureigenen Interesse der friedliebenden Fans liegen sollte - nein, müsste.
stefan.inderbitzin@neue-lz.ch
Stefan Inderbitzin