
sollte es stierli tatsächlich schaffen, endlich alle parteien am gleichen strick ziehen zu lassen, nehme ich alles was ich bisher gegen ihn gesagt habe unverzüglich zurück!
Stierli will Stadion bereits 2008
Walter Stierli zeigt seine Pläne für ein FCL-Stadion. Wichtigste Punkte: 2008 soll der Neubau stehen, und die Stadt soll 10 von 35 Millionen Franken zahlen.
mva/sti. Walter Stierli, der designierte Nachfolger von Peter Pfister als Präsident des FC Luzern, verdeutlicht erstmals, was er sich darunter vorstellt, dass er seine Kandidatur von einem neuen Stadion abhängig macht. Konkret will er mit diesem Neubau Investoren, Sponsoren und Donatoren für ihr langfristiges Engagement mehr zurückgeben können als bisher. Dieses helfe dem FC Luzern vor allem dabei, pro Saison jene Million Franken zu generieren, die er «mit einem realistischen Budget nicht einnehmen kann», wie Stierli ausführt.
Stierli sagt auch, dass das Stadion nicht erst 2010 bezugsbereit sein dürfe, sondern schon 2008 in Betrieb genommen werden müsse. Dies sei möglich, «denn so ein Bau wird heute ohne Unterkellerung im Stahl- und Betonbau-Prinzip erstellt». Vernünftig wären laut Stierli 16 000 gedeckte Sitzplätze und 1000 VIP-Logenplätze mit adäquater Infrastruktur.
Neuer Standort
Kosten soll das neue, multifunktionelle Stadion, das rechts vom Zihlmattweg geplant ist, gemäss Stierli maximal 35 Millionen Franken. Die Stadt müsste das Baurecht für einen symbolischen Beitrag von 1 Franken abtreten und einmalig 10 Millionen zum Stadionbau beisteuern. Dieses Geld könne sie allerdings zurückerhalten, wenn das alte Allmend-Hauptspielfeld frei würde. Den Rest müssten Kanton und Private aufbringen. Noch diese Woche erwartet Stierli unterschriebene Absichtserklärungen.
Der Stadtluzerner Baudirektor Kurt Bieder erklärt, dass die Stadionpläne im Rahmen der Allmend-Planung geprüft würden. Er will aber «verlässliche Verhandlungspartner» haben. In den vergangenen Jahren habe es dem FCL diesbezüglich an Konstanz gemangelt.
Stierli: «2010 ist zu spät, viel zu spät»
Walter Stierli weiss, was er will: FCL-Präsident werden und ein neues Stadion. Er weiss, wo es stehen, wie viel es kosten und wer den Neubau bezahlen soll.
Walter Stierli, Sie machen Ihre Wahl zum neuen FCL-Präsidenten von einem modernen Stadion abhängig. Bloss: Luzerns Baudirektor Kurt Bieder sagt, dass dieses erst im Jahr 2010 realisiert sein könnte …
Walter Stierli: Und ich sage: 2010 ist zu spät, viel zu spät. In sechs Jahren brauchen wir kein Stadion mehr, weil es dann keinen FCL oder keinen Spitzenfussball in Luzern mehr geben wird.
Das müssen Sie erklären!
Stierli: Das hat verschiedene Gründe. Ein Grund sind die Auflagen der Swiss Football League betreffend Sicherheit, Komfort und Infrastruktur für die Bereiche VIP und Medien. Stadien, welche diese Anforderungen nicht erfüllen, sind ab der Saison 2006/2007 nicht mehr zugelassen. Und Übergangsbewilligungen gibt es nur für Klubs, die realistische Bauprojekte vorlegen können. Ein weiterer Grund ist die Tatsache, dass der FCL pro Saison in der Challenge League 1 Million Franken mehr für den Spielbetrieb zur Verfügung haben muss, als er mit einem realistischen Budget einnehmen kann. Das heisst: Der FCL müsste gemäss Planungshorizont von Kurt Bieder 6 Millionen Franken generieren. Das ist unmöglich. Die Differenz bleibt übrigens auch in der Super League. Spiel- und Werbeeinnahmen sind höher, aber auch die Ausgaben für den Spielbetrieb.
Und mit einem modernen Stadion wäre diese Million zusätzlich zu generieren?
Stierli: Absolut, weil damit ganz andere Möglichkeiten bestehen, den Investoren, Sponsoren und Donatoren etwas für ihr Engagement zurückzugeben. Wichtig ist deshalb, dass die «Vision neues Stadion» vorhanden ist und verschiedene Parteien vernetzt denken.
Sie sprechen von einem neuen, nicht von einem modernisierten Allmend-Stadion.
Stierli: Ja. Auf Grund der oben erwähnten Stadion-Anforderungen ab Sommer 2006 - und dabei gehe ich immer von den Uefa-Richtlinien aus - muss das aktuelle Hauptspielfeld 8 Meter Richtung Horw verschoben werden, damit zwischen Lumag-Tribüne und Torlinie mehr Platz entsteht für die Zirkulation der Matchbesucher. Das heisst: Anpassungen im Bereich Haupt- und Gegentribüne sind unumgänglich. Das ist zwar nur Flickwerk, kostet aber viel. Deshalb plädiere ich für ein ganz neues Stadion rechts vom Zihlmattweg (siehe Grafik).
Ein neues Stadionprojekt? Das kann aber sehr lang dauern und sehr viel kosten.
Stierli: Wieso? So ein Stadion wird heute ohne Unterkellerung im Stahl- und Betonbau-Prinzip erstellt, und zwar in nicht einmal zwei Jahren. Das heisst: Mitte 2008 kann der FCL dort spielen. Die Kosten beziffere ich mit maximal 35 Millionen Franken. Die Stadt muss nur das Baurecht für den symbolischen Betrag von 1 Franken abtreten und einmalig 10 Millionen zum Stadionbau beisteuern; genau so viel kann der Grosse Stadtrat nämlich sprechen, ohne dass eine Volksabstimmung obligatorisch wird. Ein Referendum wäre zwar möglich, aber ich sage: So kostengünstig kommt Luzern nie mehr zu einem Stadion, das der Stadt würdig ist.
Kurt Bieder denkt auch laut über eine Kombination Stadion/Hallenbad nach.
Stierli: Diesen Gedanken halte ich für sehr gut. Denn die 10 Millionen erhält die Stadt für das Land zurück, das im alten Stadion frei wird. Dort kann die Haupttribüne abgerissen und das neue Hallenbad mit einem 50-Meter-Becken gebaut werden, das auch den Gästen des neu dort angesiedelten Migros-Fitness-Centers zur Verfügung stehen könnte. Da keine Mantelnutzung geplant ist und sich alles der Sport- und Freizeitzone unterordnet, ist auch keine Zonenplanungsänderung nötig. Das spart jetzt viel Zeit. Und künftig sorgt diese Entflechtung dafür, dass auch während Messen und Fussballspielen das Fitness-Center oder eben das Hallenbad besucht werden können.
Selbst wenn das alles so nach Ihrem Plan läuft, fehlen noch immer 25 Millionen Franken zur Finanzierung.
Stierli: Im Hauptgebäude des neuen Stadions könnten die Sportschule Kriens mit ihren rund 200 Schülern sowie das Angebot des Talentförderungszentrums untergebracht werden, das derzeit provisorisch im Bereich Schiessstand ist. Es macht doch Sinn, wenn die Schüler am Morgen dort unterrichtet werden, wo sie am Nachmittag trainieren.
Das heisst?
Stierli: Der Kanton müsste sich im Rahmen der Tourismusförderung auch einmalig am Stadionbau beteiligen, schliesslich ist der FC Luzern nicht nur Sache der Stadt, sondern des Kantons, ja, der ganzen Region Innerschweiz. Zug gibt jetzt ja ein ähnliches Modell mit dem Eisstadion vor. Und Luzern selber hat mit dem Regionalen Eiszentrum ähnliche Wege beschritten. Das letzte Stück Finanzierung wird von Privaten geleistet, denn mit dieser Vision lassen sich Investoren und Sponsoren für die Zukunft finden.
Sind Sie sicher?
Stierli: Ich denke, ich habe in diesem Metier den Durchblick. (Pause) Die ersten Gespräche sind sehr positiv verlaufen, sowohl mit Sponsoren als auch mit Repräsentanten der Politik und Wirtschaft. Bei mir zählen aber keine Versprechungen, sondern nur unterschriebene Absichtserklärungen.
Haben Sie schon welche?
Stierli: Fragen Sie mich am Ende dieser Woche wieder!
Wie gross soll das neue Stadion werden?
Stierli: Vernünftig wären 16 000 gedeckte Sitzplätze und 1000 VIP-Logenplätze mit adäquater Infrastruktur. Wenn man in Bern 550 von 1000 solchen Plätzen schon ein Jahr vor dem Stadionbezug verkauft hat, ist das in Luzern auch möglich. Diese Einnahmen eröffnen neue Perspektiven für die Teamzusammenstellung und garantieren die Finanzierung des Spielbetriebs. Schliesslich soll das neue Stadion multifunktionell sein, für andere sportliche und auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden können, wie das etwa im Limburg-Sportpark des holländischen Ehrendivisionärs Roda Kerkrade der Fall ist, der zu Luzern sehr gut passen würde.
Wie geht es konkret weiter?
Stierli: Jetzt ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und FCL wichtig. Der Stadtrat hat in den letzten Tagen ein positives Zeichen gesetzt. Ich glaube, dass 15 Jahre nach dem Projekt Waldstadion ein neues Stadion realisiert werden kann. Basel hat ja auch 13, Bern 10 Jahre Anlaufzeit gebraucht. Wir brauchen uns also nicht zu verstecken.