Re: Buchclub: Welches sind empfehlenswerte Bücher?
Verfasst: 23. Okt 2013, 14:55
imperium von christian kracht.
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DITORadiohead hat geschrieben:
Eines der geilsten Bücher, das ich seit langem gelesen habe!Burner hat geschrieben:imperium von christian kracht.
NZZ hat geschrieben:Ein Leben als Fussballfan
Wunder im Weserstadion
Manfred Koch
Es gehört einiges dazu, derzeit Fan von Werder Bremen zu sein. Der deutsche Meister von 2004, lange Zeit der hartnäckigste Konkurrent des FC Bayern München, ist zum Abstiegskandidaten geworden. Wer Wiebke Porombkas Liebeserklärung an Werder liest, realisiert plötzlich, wie nahe noch die Tage der einstigen Grösse sind. Im April 2009 fuhr Porombka von ihrem jetzigen Wohnort Berlin ins heimische Bremen, um am folgenden Tag beim Uefa-Cup-Spiel Werder - Udinese Calcio im Stadion zu sein. Sie leistete sich den Luxus einer Übernachtung im teuersten Hotel Bremens.
Und siehe da: Als sie abends in der Hotel-Lobby sitzt, in einem «Ostfriesen-Tee» rührend, erscheinen sie alle: «Einer von links, einer von rechts. Frank Baumann, Diego, Almeida. Wie in einer Choreografie. Frings, Mertesacker, Özil, Pizarro. [. . .] Es ist, als würde es Sterntaler regnen. Naldo von links. Wiese (mit Handtuch unter dem Arm) von rechts.» Eine Epiphanie, ohne Zweifel! Und dann darf sie auch noch im Fernsehraum des Hotels gemeinsam mit ihren Göttern verfolgen, wie Barcelona die Münchner Bayern mit 4:0 abfertigt, ein unvergleichlicher Genuss für Bremer Fans. Eingefleischten Werderanern könnten beim Lesen dieser Szene, dieser Namen die Tränen in die Augen treten: Keiner ist übrig geblieben, alle sind sie entweder verkauft worden oder haben die Karriere beendet.
Aber Wiebke Porombka wäre kein Fan, wenn für sie nicht Werder Werder bliebe, gleichgültig, wer gerade dort spielt, und gleichgültig, wie miserabel das Gekicke manchmal ist. Die Akteure wechseln, der «Geist» bleibt, und zum Geist gehört auch das Leiden am Lieblingsklub. Dass dieser Geist letztlich nichts anderes ist als das kleine Quantum Halt, das auch die Treue zum Heimatverein einer Lebensgeschichte verleihen kann, macht Porombkas Buch auf ganz unangestrengte, heitere Art deutlich. Denn dies ist kein weiterer Beitrag zur Philosophie des Fussballs, die neuerdings so viele Intellektuelle umtreibt. Den hätte die promovierte Medienwissenschafterin, die sich als Literaturkritikerin und Moderatorin einen Namen gemacht hat, sicher auch liefern können. Doch dieses Genre ist ihr eher suspekt. Ihr Buch ist stattdessen, kurz gesagt, eine Autobiografie im Zeichen des W.
«W wie Wiese. W wie Werder. W wie Wunder», buchstabiert sie (ohne zu verhehlen, dass Werder auch ein «Wunder der Unzuverlässigkeit» ist). Aber eben auch W wie Wiebke, ein Mädchen, das in der Stadt an der Weser aufwuchs und, kaum alphabetisiert, ihren «Vornamen mit einem – mehr oder weniger gekonnten – Werder-W» schrieb. Werder ist ein Teil ihrer Familiengeschichte, angefangen beim Grossvater, der – immerhin – in der zweiten Mannschaft spielte, und bei der skurrilen Grossmutter, die samstags aufgetakelt wie zu einem Konzertbesuch ins Stadion marschierte, um dort in euphorischen Anfällen ihre Stöckelschuhe in die Luft zu schmeissen.
Für ihre Enkelin sind Fussballmomente zu prägenden Stationen der Biografie geworden, auf sie blickt sie nun wie auf Sterntaler der Erinnerung zurück: natürlich vor allem die Triumphe, wie das 5:1 gegen Maradonas Neapel 1989, aber auch die tragischen Momente (Kutzops verschossener Elfmeter, der die Meisterschaft kostete) und die Wut-Höhepunkte (Augenthalers legendäres Foul gegen Rudi Völler). Porombka bekennt sich launig zu allen Irrationalismen, über die ein Fan verfügen muss – Aberglaube, Ritualzwang, schrille Parteilichkeit –, und hat doch Distanz genug, um spöttische Seitenblicke auf die männliche Fankultur, speziell den Hang zum endlosen Dozieren über Fussball, zu werfen. Kaum besser weg kommen allerdings die weiblichen Anhänger, die seit einigen Jahren die Fanmeilen bevölkern und sich «durch penetrante hibbelige Fröhlichkeit hervortun».
Ganz sachte nur deutet das spritzig geschriebene Buch an, dass das Werder-W auch etwas mit einer biografischen Wunde zu tun hat. In einem Nebensatz handelt Porombka vom frühen Tod ihrer Eltern und dem damit verbundenen Verlust eines Ortes, an dem sie sich in Bremen weiter hätte heimisch fühlen können. Es blieb das Stadion. An einer ganz anderen Stelle schreibt sie, mit dem Fussballfan-Sein verhalte es sich «ähnlich wie mit dem Kinderglauben, dass die Eltern immer da sein werden». Womöglich sei «das eine sogar der Ersatz für das andere». Mehr wird nicht gesagt. Das Eigentor einer gefühligen Selbstdarstellung schiesst diese Autorin nicht.
Wiebke Porombka: Der zwölfte Mann ist eine Frau. Mein unerhörtes Leben als Fussball-Fan. Berlin-Verlag, Berlin 2013. 189 S., Fr. 23.90.
Heisst er nicht Michael?Radiohead hat geschrieben:
da kann ich mich anschliessen. gutes buch.jossen hat geschrieben:
gelungene Satire über den Führer. Das Buch hätte meinetwegen noch 3x länger sein können.

Fabelhaft!Insider hat geschrieben:Neustens gelesen:
Joël Dicker - Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert. Die vielen überschwänglichen Lobeshymnen sollten einen vorsichtig machen, jedoch sind alle vollkommen gerechtfertigt. Geniales Buch. Hat man mal angefangen, geht es ziemlich schnell. Erzählungsstil, Charaktere, Spannung => TOP! 10/10
Hammer Tipp, danke!Frizzel hat geschrieben:Fabelhaft!Insider hat geschrieben:Neustens gelesen:
Joël Dicker - Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert. Die vielen überschwänglichen Lobeshymnen sollten einen vorsichtig machen, jedoch sind alle vollkommen gerechtfertigt. Geniales Buch. Hat man mal angefangen, geht es ziemlich schnell. Erzählungsstil, Charaktere, Spannung => TOP! 10/10
nordvietnam, nordpol, nordschtärn, nordkorea... du würdest auch besser mal n geographiebuch lesen.Kaiser hat geschrieben:"Das geraubte Leben des Waisen Jun-Do" heisst die Perle. Handelt von einem Waisen in Nordvietnam und seinem aussergewöhnlichen Leben.
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Chchch... Ist doch alles Hans was Heiri...LU-57 hat geschrieben:nordvietnam, nordpol, nordschtärn, nordkorea... du würdest auch besser mal n geographiebuch lesen.Kaiser hat geschrieben:"Das geraubte Leben des Waisen Jun-Do" heisst die Perle. Handelt von einem Waisen in Nordvietnam und seinem aussergewöhnlichen Leben.
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greez