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Verfasst: 26. Aug 2009, 10:25
von mysterius
puur hat geschrieben:west ham - millwall bitte nicht grundsätzlich mit "england" gleichstellen. da hilft vermutlich weder repression noch prävention.
der gestrige vorfall ändert daher nix an der aussage, dass sich pauschal gesehen die gewaltsituation in england verlagert hat. und dass die stimmung in den oberen ligen schlechter geworden ist.
Völlig korrekt. Wollte viel mehr genau darauf hinweisen, dass das Gewaltproblem in england eben nicht gelöst ist, was ja in hiesigen Medien regelmässig erzählt und dann sogar von den Entscheidungsträgern geglaubt wird.
Verfasst: 14. Sep 2009, 01:54
von LU-57
WOZ vom 10.09.2009 hat geschrieben:Das Gamma-Game:
Eine Sportfan-Datenbank soll aus Zürcher PolizistInnen ProphetInnen machen
In Zürich soll die Datenbank Gamma Sportfans erfassen, von denen man glaubt, sie könnten in Zukunft gewalttätig werden. Dafür kämpfen BefürworterInnen und Polizei mit unlauteren Mitteln. Wer brüllt, boxt wohl.
Es war als stadträtliches Argument gedacht, um Skeptikerinnen und Gegner zu beruhigen: Zugriff auf die Datenbank Gamma hätten nur wenige ausgewählte Polizisten, und zwar jene der Hooliganabteilung der Stadtpolizei Zürich. Dumm nur, dass am Montag vergangener Woche Angehörige genau dieser Abteilung vor dem Meisterschaftsspiel GC-Xamax Abstimmungsflyer konfiszierten, die GC-Fans und Gamma-Gegner vor dem Stadion verteilten.
Die Polizei griff damit nicht nur aktiv in einen Abstimmungskampf ein, bei dem es um polizeiliche Arbeit geht. Sie verletzte auch geltendes Recht, indem sie die jederzeit erlaubte politische Information auf öffentlichem Grund verbot. «Unglücklich und ärgerlich» nennt Polizeisprecher Michael Wirz im «Tages-Anzeiger» die Aktion seiner Kollegen.
Mitten im Getümmel
Die Verordnung über die polizeiliche Datenbank Gamma, über die in der Stadt Zürich am 27. September abgestimmt wird, sieht vor, rund um Sportveranstaltungen Personen zu erfassen, die laut Verordnungstext als «Gewalt suchend» auffallen und deren «problematisches Verhalten» die öffentliche Sicherheit gefährdet. Im Gegensatz zur nationalen Datei Hoogan, in der Fans mit Massnahmen wie Rayon- oder Stadionverbot registriert sind, zielt Gamma also auf zukünftige Gewalt- und StraftäterInnen. Der Polizei kommt dabei die Rolle der Prognostikerin zu: Situativ muss sie bei Ausschreitungen entscheiden, wessen Verhalten genug «problematisch» ist, um daraus eine zukünftige Straftäterschaft abzuleiten.
Wie waghalsig die Idee ist, mitten im Getümmel sauber zwischen friedlichen Matchbesucherinnen, Gaffern, Gewaltsuchenden und Gewalttätigen zu unterscheiden, lässt sich am Beispiel des Meisterschaftsspiels FCZ-Basel vom 17. Mai dieses Jahres illustrieren. Zürcher und Basler Fans in angrenzenden Sektoren provozierten sich so lange, bis es nach Spielschluss zur Eskalation kam: Petarden flogen in den Zürcher Block, Basler Fans rissen den Zaun zwischen den Sektoren nieder. Obwohl in der Situation ein erhebliches Gefahrenpotenzial lag und obwohl die grosszügige Architektur des neuen Letzigrund-Stadions genug Platz für eine rasche Flucht bot, blieben zahlreiche «unbeteiligte» ZürcherInnen, einige mit Kindern, im Stadion und verfolgten gebannt und zum Teil pöbelnd die Auseinandersetzung. Wer von diesen vielleicht 200 wäre nun ein Fall für Gamma? Nach welchen objektiven Kriterien könnte die Polizei entscheiden, wer bei einem nächsten ähnlichen Vorfall nicht mehr nur zuschauen und rumbrüllen, sondern auch randalieren oder boxen würde?
Bild aus Belgrad
Die Idee einer «Präventiv»-Datenbank, bei der die Unschuldsvermutung ausser Kraft gesetzt wird und auf Vorrat persönliche Daten gesammelt werden (unter anderem auch über die «Freundschaften» der Registrierten), stösst in breiten Kreisen und quer durch die politischen Lager auf Ablehnung. Alternative Liste, Grüne und SVP empfehlen ein Nein, die SP hat Stimmfreigabe beschlossen. Verschiedene Fan-Organisationen unterstützen die Gamma-Nein-Kampagne. In einem halbseitigen Kommentar bezog am letzten Samstag auch die NZZ gegen die geplante Datenbank Stellung: «Wer sich (noch) nichts hat zuschulden kommen lassen, gehört nicht fichiert.»
Als einzige befürwortende Stimme neben Stadt- und Gemeinderat ist der Verein Pro Sportstadt Zürich zu vernehmen. Auf einer von SP-Mitglied Alan Sanginés betriebenen Website wirbt er mit dem Slogan «Gegen Hooliganismus - Ja zur Gammadatenbank», obwohl selbst Polizeivorsteherin Esther Maurer im Gemeinderat klarstellen musste, dass es sich bei Gamma eben gerade nicht um eine Hooligandatei handelt. Den bewusst irreführenden Slogan - wer ist schon nicht gegen Hooligans? - verstärkt Pro Sportstadt Zürich in seiner Plakataktion mit einem Gewaltbild aus Belgrad. Der (fragwürdige) Zweck heiligt offenbar jedes Mittel.
Dem Vorstandsmitglied des FC Zürich und Fanverantwortlichen Philipp Burckhardt ging diese Art von Propaganda zu weit: Er distanzierte sich vor wenigen Tagen öffentlich von der Ja-Kampagne und bedauert, dass der FCZ sein Klubemblem dem Verein Pro Sportstadt Zürich zur Verfügung stellte.
Pascal Claude unterstützt als Erstunterzeichnender die Gamma-Nein-Kampagne.
nimmt mich echt wunder, wie die abstimmung ende september raus kommt, ist das nein-lager doch sehr breit und glaubwürdig abgestützt.
greez
Verfasst: 14. Sep 2009, 08:27
von Sonny Black
Verfasst: 14. Sep 2009, 15:56
von Insider
LU-57 hat geschrieben:
nimmt mich echt wunder, wie die abstimmung ende september raus kommt, ist das nein-lager doch sehr breit und glaubwürdig abgestützt.
greez
breit abgestützt wenn eine der vier grössten parteien die ablehnung empfiehlt? naja...
Verfasst: 14. Sep 2009, 16:12
von the_wolf
Insider hat geschrieben:LU-57 hat geschrieben:
nimmt mich echt wunder, wie die abstimmung ende september raus kommt, ist das nein-lager doch sehr breit und glaubwürdig abgestützt.
greez
breit abgestützt wenn eine der vier grössten parteien die ablehnung empfiehlt? naja...
NZZ quasi FDP...

Verfasst: 14. Sep 2009, 21:25
von LU-57
Insider hat geschrieben:breit abgestützt wenn eine der vier grössten parteien die ablehnung empfiehlt? naja...
nana, insider: diese eine partei (svp) ist mit 34% wähleranteil die mit
abstand mächtigste politische kraft im kanton. die zweitgrösste partei (sp)
mit noch knapp 20% wähleranteil, spricht sich - unverständlich wie viel
zu oft - für stimmfreigabe aus. nur die mitte (fdp, 13% und cvp, 7%)
steht geschlossen für eine annahme ein. zudem sind die grünen mit 10%
wähleranteil die 4. grösste kraft in zürich und sitzen logischerweise
wie die restliche linke im nein-lager. die mitte, die solche vorlagen
ja jeweils trägt, ist in zürich verhältnismässig schwach. zusammen mit glp
und evp repräsentiert sie nur ca. einen drittel der stimmbürger.
folgen alle wähler den vorschlägen ihrer partei, kommt die vorlage nicht
durch... die praxis wird's zeigen.
greez
Verfasst: 14. Sep 2009, 21:41
von malfunction
LU-57 hat geschrieben:Insider hat geschrieben:breit abgestützt wenn eine der vier grössten parteien die ablehnung empfiehlt? naja...
nana, insider: diese eine partei (svp) ist mit 34% wähleranteil die mit
abstand mächtigste politische kraft im kanton. greez
dachte sei eine städtische vorlage? dann happerts mit diesen prozentsätzen nämlich (leider) es bitzli...
Verfasst: 14. Sep 2009, 22:35
von steve
andixedge hat geschrieben:LU-57 hat geschrieben:Insider hat geschrieben:breit abgestützt wenn eine der vier grössten parteien die ablehnung empfiehlt? naja...
nana, insider: diese eine partei (svp) ist mit 34% wähleranteil die mit
abstand mächtigste politische kraft im kanton. greez
dachte sei eine städtische vorlage?
'aight
Verfasst: 14. Sep 2009, 22:50
von jossen
Verfasst: 15. Sep 2009, 07:52
von schesl
Echt übel..!
Verfasst: 15. Sep 2009, 10:47
von paintballer86
schesl hat geschrieben:Echt übel..!
fackt!!
Verfasst: 15. Sep 2009, 10:56
von TurbojugendFCL
LU-57 hat geschrieben:
folgen alle wähler den vorschlägen ihrer partei
hat vor allem jeder "seine" partei...

Verfasst: 27. Sep 2009, 21:03
von malfunction