Schalker jung hat geschrieben: ↑12. Sep 2025, 16:45
Schalker jung hat geschrieben: ↑28. Aug 2025, 19:08
Zverotic erfährt in Aarau das gleiche Schicksal wie bei Remo Meyer. Unglaublich, dass Spielerberater, Medien,und

Prominänte" dem Erfolgreichen Sportchef anschwärzen. Schmid-Bechtel ist der Alpstaeg des FCA einfach ohne Geld, CH Media Nau des Aargaus.

KÄMPFE ZVERO
FCA Talk auf Tele M1 schiesst schon sehr heftig. Geht fast unter Hetzjagt
Der FC Aarau hat die Untersuchung gegen Sportchef Elsad Zverotic abgeschlossen. Die Vorwürfe bezüglich des Transferwesens konnten nicht bestätigt werden. Zverotic geniesst weiterhin das volle Vertrauen der Klubführung.
https://www.luzernerzeitung.ch/sport/fc ... ld.4013042
FC Aarau: Untersuchung gegen Elsad Zverotic und wer dahinter steckt
Warum der FC Aarau gegen Elsad Zverotic eine Untersuchung einleitete und wer dahinter steckt
Spielerberater erheben schwere Vorwürfe gegen Elsad Zverotic. Wochen später reagiert der Klub, lässt das Wirken seines Sportchefs von externen Spezialisten durchleuchten. Nach Abschluss der Untersuchung spricht die FCA-Führung Zverotic ihr vollstes Vertrauen aus. Wir erzählen die Geschichte dahinter.
François Schmid-Bechtel
Sebastian Wendel
17.09.2025, 05.00 Uhr
Treffpunkt Oftringen. Irgendwo im Industriequartier. Vor dem Gebäude parkt ein weisser Maserati mit einem Aufkleber von Diego Maradonas Konterfei. Wir werden ins oberste Geschoss gebeten. In einen Sitzungsraum mit dunklen Lederstühlen. Und wir staunen, dass ein Spielerberater im fortgeschrittenen Alter – nennen wir ihn Mister Monney - am Kopfende des Tisches sitzt und diktiert, wer wo zu sitzen hat.
Wenige Tage zuvor erhielten wir einen kryptischen Anruf eines anderen Spielerberaters. Jemand sei auf ihn zugekommen und hätte um Rat gefragt, wie er mit brisanten Informationen rund um den FC Aarau umgehen soll. Es kommt zum Treffen.
Die Anwesenheit von Mister Monney, der mit Deals in Italien und Deutschland viel Geld gemacht hat und beste Beziehungen zum früheren Juventus-Turin-Boss Luciano Moggi (seit 2011 vom italienischen Fussballverband lebenslang gesperrt) pflegte, erschliesst sich uns nicht. Denn der Mann mit der angeblich brisanten Geschichte ist jener, der neben ihm sitzt: Azamir Nukic.
Nukic, etwa Mitte 40, grossgewachsen, schlank. Seine Wurzeln liegen in Bosnien-Herzegowina. Er sagt, er komme aus dem Bankwesen. Am Handgelenk eine Uhr, die das zu bestätigen scheint. Er wählt seine Worte sorgfältig und achtet auf einen möglichst emotionslosen Ausdruck.
Die Geschichte beginnt mit einem geplatzen Transfer
Nukic hat einen Neffen, der einst als hoffnungsvolles Talent galt: Elmedin Fazlic. Der heute 23-jährige Verteidiger bringt es auf 10 Einsätze für verschiedene Schweizer U-Nationalteams. Als er beim FC Basel den Schritt in die erste Mannschaft nicht schafft, strebt er den Durchbruch in Slowenien an.
Obwohl er für Domzale in einem Jahr zu 18 Einsätzen in der höchsten Liga kommt, will er zurück in die Schweiz. Nukic, der seinen Neffen berät, nimmt Kontakt zu einem Mann auf, den er von früher kennt: FCA-Sportchef Elsad Zverotic.
Zverotic signalisiert Nukic, einem Transfer nicht abgeneigt zu sein. Aber er hält ihn hin. So lange, bis Nukic nach Alternativen sucht. Er wird fündig. Elmedin Fazlic absolviert die Rückrunde der Saison 23/24 nicht in Aarau, sondern im Nachwuchs des FC Luzern.
Doch Nukic lässt den Kontakt zu Zverotic nicht abreissen. Schliesslich verständigen sich die beiden auf einen Transfer im Sommer 2024. Es geht so weit, dass Zverotic Elmedin Fazlic am 21. März 2024 einen Vertrag schickt, der ihm für die Saison 24/25 2750 Franken Bruttolohn plus 250 Franken Spesen garantieren würde.
Auf dem Kontrakt, den uns Nukic zeigt, fehlen indes die Unterschriften sowohl von Sportchef Zverotic wie auch jene von CEO Sandro Burki. Ausserdem wissen wir: Elmedin Fazlic hat nie für den FC Aarau gespielt. Was ist da schiefgelaufen?
Wie Zverotic mit Nukic verbandelt ist
Als Zverotic 2018, damals noch als Spieler, zum FC Aarau wechselt, spürt er bald so etwas wie Verbundenheit mit der Region. Auf der Suche nach der passenden Immobilie macht er Bekanntschaft mit Nukic. Dieser hat zwar ein paar Objekte im Angebot, aber zu einem Deal kommt es nicht. Entweder zu teuer oder die Lage passt nicht. Negativ beeinflusst wird das Verhältnis der beiden deswegen nicht. Im Gegenteil. Der Austausch über WhatsApp bleibt bestehen.
Später, als Zverotic bereits im Management des FC Aarau tätig ist, lädt er Nukic zu sich nach Hause ein. Dabei wird nicht nur über den Transfer von Fazlic gesprochen. Zverotic wollte von Nukic wissen, wie viel ihn ein Pool im Garten kosten würde, wenn er ihn von Fazlic’ damaligem Arbeitgeber erstellen liesse.
Zverotic hat wohl naiv gehandelt. Allein, weil er in seiner Funktion als Sportchef mit jemandem in Verhandlungen getreten ist, mit dem er auch privat Geschäfte machen wollte. Und weil er seinen Arbeitgeber nicht über die Konstellation und den Inhalt der Gespräche informierte. Aber einen Beweis für die happigen Vorwürfe, die uns Nukic auftischt, finden weder die vom FC Aarau angeheuerten Experten noch wir.
Was Zverotic gefordert haben soll
Nukic erzählt, er wäre bei einem Transfer seines Neffen einen Sponsoring-Deal mit dem FC Aarau eingegangen. Doch Zverotic, so Nukic, sei nicht darauf aufgesprungen. Stattdessen hätte er signalisiert, eher an Direkt-Zahlungen interessiert zu sein. Nukic behauptet: Zverotic soll wahlweise einen sechsstelligen Betrag oder den Bau des Pools in seinem Garten als Gegenleistung für die Verpflichtung von Fazlic gefordert haben. Beides wirkt arg überzogen und Beweise kann er keine vorlegen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Zwei Tage nach dem Treffen erhalten wir von Nukic den versprochenen Chatverlauf zwischen ihm und Zverotic sowie eine Tonaufnahme. Der Chat reicht bis ins Jahr 2019 zurück. Der Grossteil der Kommunikation wird auf Bosnisch geführt. Zwar geht daraus hervor, dass die beiden neben der Personalie Fazlic auch den Pool-Bau besprechen. Aber eine konkrete finanzielle Forderung von Zverotic verbunden mit einem Transfer von Fazlic zum FC Aarau gibt es nicht. Ausserdem: Die Tonaufnahme wurde ohne Wissen von Zverotic aufgenommen und würde deshalb nicht als zulässiges Beweismittel durchgehen.
Einiges ist nebulös in der Konversation zwischen Nukic und Zverotic. Aber ein flapsiger Spruch wie «du kennst meinen Preis» beweist kein Fehlverhalten. Ausserdem gewinnt man mit Fortdauer der Konversation zwischen den beiden den Eindruck, als wollte Nukic Zverotic eine Falle stellen, als drängte er ihn zu einer Aussage, mit der er sich verdächtig macht.
Wie wir wird auch der FC Aarau von den Vorwürfen gegen Zverotic in Kenntnis gesetzt. Doch nach Aussen dringt mehrere Wochen nichts. Wir sind den Vorwürfen nachgegangen, haben den Chatverlauf und die Tonaufnahme übersetzen lassen, analysiert. Wir haben recherchiert, mit diversen Personen gesprochen. Wir sind auf Informationen gestossen, darunter der Konkurs von Zverotic’ Immobilienfirma, aber nicht auf handfeste Beweise.
Die Frage nach dem Motiv: 4,2 Millionen Gründe
Die Vorwürfe scheinen aus der Luft gegriffen. Umso mehr, weil Nukic während der externen Untersuchung gegen Zverotic die Kooperation verweigert haben soll. Da stellt sich die Frage: Wer könnte ein Interesse daran haben, Elsad Zverotic bewusst zu schaden? Im Zug unserer Recherche erfahren wir, dass sich der Nationalspieler Ardon Jashari sich einst bei Zverotic über Mister Monney erkundigt hatte, als es darum ging, sich für einen Berater zu entscheiden. Zverotic soll einst negative Erfahrungen mit Mister Monney gemacht haben, als ein Wechsel zu GC nicht zu Stande gekommen war. Davon soll er Jashari berichtet haben.
Jashari ist inzwischen eine grosse Nummer und Mister Monney war nie sein Agent. Und: Jashari hat mit den Wechseln von Luzern zu Brügge und in diesem Sommer von Brügge zu Milan etwa 42 Millionen Franken Ablöse generiert. Bedenkt man, dass der Berater im Minimum 10 Prozent einstreicht, gibt es für Mister Monney 4,2 Millionen Gründe, Zverotic eins auszuwischen. Aber auch hier gilt die Unschuldsvermutung.
Bleibt die letzte Frage zu klären: Warum leitet der Verwaltungsrat des FC Aarau mehrere Wochen nachdem er von Nukic’ Vorwürfen in Kenntnis gesetzt worden ist, doch eine Untersuchung gegen seinen Sportchef ein? Ganz einfach: Weil er sich der guten Geschäftsführung wegen dazu verpflichtet fühlt. Weil sich Zweifel breitmachten. Und weil später weitere Vorwürfe aufgetauchen. Unter anderem behauptet eine anonyme Quelle, beim Transfer von Isaac Pappoe im Sommer 2024 von Aarau zu Ferencvaros Budapest hätte Zverotic nicht sauber gearbeitet. Auch hier gilt die Unschuldsvermutung.
Wir haben Elsad Zverotic die Möglichkeit geboten, zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen detailliert Stellung zu nehmen. Sein Anwalt teilte mit: «Ob Sie nochmals einen Artikel zu diesem Thema veröffentlichen wollen, bleibt selbstverständlich Ihnen überlassen. Von unserer Seite wird es hierzu keine Stellungnahme geben.» Auch der FC Aarau will sich nicht weiter zum Thema äussern.