Verfasst: 10. Aug 2010, 16:00
Stellungnahme zur Freistellung von Stefan Niedermaier
Mit grosser Überraschung haben die beiden Fanorganisationen gäubschwarzsüchtig und Ostkurve Bern von der sofortigen Freistellung Stefan Niedermaiers Kenntnis genommen. Die Meldung traf die aktiven Fans völlig unvorbereitet und insbesondere der Zeitpunkt dieser Massnahme hinterlässt einige offene Fragen und einen bitteren Nachgeschmack.
Danke Stefan
Die beiden Fanorganisationen danken Stefan Niedermaier bestens für die Arbeit, welche er in den letzten fünf Jahren für YB geleistet hat. Ein ganz besonderer Dank gilt ihm für seinen stetigen Willen, sich mit den Anliegen und Problemen der Fans auseinander zu setzen. In Zeiten medialer Hysterie rund um die Fanthemen war dies alles andere als selbstverständlich. Stefan Niedermaier hat die Fans jedoch von Beginn weg mit Respekt behandelt und die Anliegen der treuen Supporter – und auch der übrigen Stadionbesucher – absolut ernst genommen. Dank einem regen und stets ehrlichen Austausch mit Stefan Niedermaier war deshalb das Verhältnis zwischen Fans und Verein immer sehr angenehm, sachlich und unaufgeregt. Man fühlte sich als wichtiger Partner akzeptiert. So konnten im Dialog unter anderem die Einführung von Stehplätzen im Sektor D sowie der Aufbau der Fanarbeit Bern realisiert werden. Bei Problemen oder Meinungsverschiedenheiten wurden stets pragmatische Lösungen gefunden.
Uns bleibt nichts anderes übrig, als Stefan Niedermaier für seinen Einsatz (für YB und die Fans) nochmals ganz herzlich zu danken. Für die Zukunft wünschen wir ihm alles Gute. MERCI STEFAN!
Zukünftige Zusammenarbeit mit YB
Die Fanorganisationen gehen davon aus, dass sämtliche mit Stefan Niedermaier und dessen Mitarbeitern getroffenen Abmachungen weiterhin ihre Gültigkeit haben. Dies betrifft insbesondere die Bereitstellung von Stehplätzen sowie die Weiterführung der bewährten Fanarbeit Bern. Auch die bisherigen Vereinbarungen betreffend Choreografien und organisatorischen Angelegenheiten (Ticketverkauf, Abläufe an Spieltagen etc.) sind für uns wichtige Punkte, welche auch in Zukunft ihre Gültigkeit haben müssen.
Des Weiteren erwarten wir, dass uns die Verantwortlichen des BSC YB und des Stadions weiterhin als wichtigen Partner betrachten und dass entsprechend auch zukünftig ein reger Austausch mit uns stattfindet.
Offene Fragen
Die Freistellung Stefan Niedermaiers kam für uns nicht nur überraschend, sondern sie wirft auch einige Fragen auf. Vor allem der Zeitpunkt dieser Entscheidung ist für die Fanorganisationen nicht nachvollziehbar. Aufgrund der Aussagen von verantwortlichen Personen soll durch die neue personelle Besetzung eine neue Phase bei YB und dem Stadion eingeläutet werden. Dabei handelt es sich aus unserer Sicht um strategische Entscheide, welche nicht von heute auf morgen gefällt werden. Umso unverständlicher ist für uns, dass ein solch wichtiger Entschluss kurz nach Saisonstart gefällt wird. Ausgerechnet in einem Augenblick, wo mit der Qualifikation für die europäische Gruppenphase sowie dem ersten Erfolg in der Meisterschaft Ruhe in das Umfeld eingekehrt wäre. Eine Ruhe, welche nun wiederum erheblich gestört wird. Weshalb hat man sich, wenn man von diesem Schritt so überzeugt ist, nicht bereits zum Ende der vergangenen Saison von Stefan Niedermaier getrennt?
Auch was die strategische Ausrichtung von YB und des Stadions anbelangt ist für uns noch einiges im Unklaren. So soll YB gemäss Medienmitteilung auf der Stade de Suisse-Website in den nächsten Jahren sportlich und wirtschaftlich gezielt weiterentwickelt werden. Wie diese Weiterentwicklung jedoch genau aussehen soll, wird nicht erwähnt. Gerne würden wir – und wohl auch die breite Masse der YB-Fans – wissen, wie man gedenkt, diese Weiterentwicklung zu realisieren.
Die Fananliegen wurden von den neuen Verantwortlichen bisher noch gar nicht erwähnt. Wie oben bereits bemerkt, ist es für die Fanorganisationen essentiell, auch künftig respektvoll behandelt und ernst genommen zu werden. Wir stehen weiterhin für eine lebendige und kreative Fankultur ein und hoffen, dass dies von den involvierten Entscheidungsträgern auch in Zukunft so akzeptiert und unterstützt wird. Deshalb möchten wir von den Verwaltungsräten der BSC YB Betriebs AG, der Stade de Suisse Nationalstadion AG sowie von Ilja Kaenzig rasch eine klare Antwort, wie in Zukunft der Austausch mit den Fanorganisationen aussehen soll.
Generell sei uns an dieser Stelle erlaubt, die Entscheidungen des Verwaltungsrates der Sport und Event Holding AG zu hinterfragen. Die Freistellungen von Rohr, Andermatt sowie nun Niedermaier zeugten und zeugen nicht gerade von strategischer Weitsichtigkeit. Dies widerspiegelt sich auch in der Tatsache, dass bisher keine der vom Verwaltungsrat getroffenen Entscheidungen einen nachhaltigen Erfolg gebracht hat. Es macht viel eher den Eindruck, dass bei den wichtigsten Entscheidungsträgern auf strategischer Ebene der nötige Fussballsachverstand nicht vorhanden ist. Deshalb ist nun sicher auch der Zeitpunkt gekommen, wo der Verwaltungsrat sein Tun unbedingt kritisch reflektieren muss.
Quo vadis YB?
Wie sieht die Zukunft des BSC Young Boys aus? In Zeiten des modernen Fussballs, wo Clubs von Leuten aus der Finanzwelt oft primär als Investitionsobjekt benutzt werden, wecken die momentanen Geschehnisse rund um YB bei vielen Fans Ängste. Schenkt man heutigen Zeitungsberichten Glauben, soll das Wankdorf-Stadion zu einem „Event-Tempel“ werden und dafür eigens eine Überdachung erhalten. Ob dadurch wirklich der sportliche Bereich mehr Beachtung erhält, wagen wir zu bezweifeln. Es scheint, als ob der Vermarktung sowie dem finanziellen Erfolg alles untergeordnet werden soll und dabei vergessen wird, dass für erfolgreichen Fussball auch Leidenschaft und Emotionen vonnöten sind.
Die Tatsache, dass Ilja Kaenzig als CEO bei der Firma „Boutique Football“ tätig war, trägt nicht gerade dazu bei, diese vorhandenen Ängste zu beseitigen. Die genannte Firma hat – kurz zusammengefasst – zum Ziel, Investoren und Fussballclubs zusammen zu bringen. Ein Fussballverein als Anlagemöglichkeit und/oder „Spielzeug“ für reiche Financiers aus aller Welt. Beispiele wie Red Bull Salzburg zeigen, dass dabei vor nichts zurück geschreckt wird. Uns ist durchaus bewusst, dass Fussball unterdessen ein grosses Business geworden ist und dass für den sportlichen Erfolg gesunde finanzielle Strukturen nötig sind. Dem Kommerz sind jedoch aus unserer Sicht klare Grenzen gesetzt. Namen sowie Farben des Clubs sind sakrosankt und auch weiterhin soll der Fussball im Vordergrund stehen. Denn wie oben erwähnt, lebt das Spiel von Emotionen und Leidenschaft – deswegen kommen die Zuschauer ins Stadion. Für diese Traditionen und Werte werden wir uns weiterhin einsetzen!
Allen Bedenken zum Trotz hoffen wir, dass es gar nie soweit kommen wird und die neuen Verantwortlichen unsere Zweifel rasch widerlegen. Wir stehen selbstredend weiterhin zu unserem Verein, werden jedoch ebenso die künftigen Handlungen kritisch hinterfragen.
YB FOR EVER!
gäubschwarzsüchtig & Ostkurve Bern
Mit grosser Überraschung haben die beiden Fanorganisationen gäubschwarzsüchtig und Ostkurve Bern von der sofortigen Freistellung Stefan Niedermaiers Kenntnis genommen. Die Meldung traf die aktiven Fans völlig unvorbereitet und insbesondere der Zeitpunkt dieser Massnahme hinterlässt einige offene Fragen und einen bitteren Nachgeschmack.
Danke Stefan
Die beiden Fanorganisationen danken Stefan Niedermaier bestens für die Arbeit, welche er in den letzten fünf Jahren für YB geleistet hat. Ein ganz besonderer Dank gilt ihm für seinen stetigen Willen, sich mit den Anliegen und Problemen der Fans auseinander zu setzen. In Zeiten medialer Hysterie rund um die Fanthemen war dies alles andere als selbstverständlich. Stefan Niedermaier hat die Fans jedoch von Beginn weg mit Respekt behandelt und die Anliegen der treuen Supporter – und auch der übrigen Stadionbesucher – absolut ernst genommen. Dank einem regen und stets ehrlichen Austausch mit Stefan Niedermaier war deshalb das Verhältnis zwischen Fans und Verein immer sehr angenehm, sachlich und unaufgeregt. Man fühlte sich als wichtiger Partner akzeptiert. So konnten im Dialog unter anderem die Einführung von Stehplätzen im Sektor D sowie der Aufbau der Fanarbeit Bern realisiert werden. Bei Problemen oder Meinungsverschiedenheiten wurden stets pragmatische Lösungen gefunden.
Uns bleibt nichts anderes übrig, als Stefan Niedermaier für seinen Einsatz (für YB und die Fans) nochmals ganz herzlich zu danken. Für die Zukunft wünschen wir ihm alles Gute. MERCI STEFAN!
Zukünftige Zusammenarbeit mit YB
Die Fanorganisationen gehen davon aus, dass sämtliche mit Stefan Niedermaier und dessen Mitarbeitern getroffenen Abmachungen weiterhin ihre Gültigkeit haben. Dies betrifft insbesondere die Bereitstellung von Stehplätzen sowie die Weiterführung der bewährten Fanarbeit Bern. Auch die bisherigen Vereinbarungen betreffend Choreografien und organisatorischen Angelegenheiten (Ticketverkauf, Abläufe an Spieltagen etc.) sind für uns wichtige Punkte, welche auch in Zukunft ihre Gültigkeit haben müssen.
Des Weiteren erwarten wir, dass uns die Verantwortlichen des BSC YB und des Stadions weiterhin als wichtigen Partner betrachten und dass entsprechend auch zukünftig ein reger Austausch mit uns stattfindet.
Offene Fragen
Die Freistellung Stefan Niedermaiers kam für uns nicht nur überraschend, sondern sie wirft auch einige Fragen auf. Vor allem der Zeitpunkt dieser Entscheidung ist für die Fanorganisationen nicht nachvollziehbar. Aufgrund der Aussagen von verantwortlichen Personen soll durch die neue personelle Besetzung eine neue Phase bei YB und dem Stadion eingeläutet werden. Dabei handelt es sich aus unserer Sicht um strategische Entscheide, welche nicht von heute auf morgen gefällt werden. Umso unverständlicher ist für uns, dass ein solch wichtiger Entschluss kurz nach Saisonstart gefällt wird. Ausgerechnet in einem Augenblick, wo mit der Qualifikation für die europäische Gruppenphase sowie dem ersten Erfolg in der Meisterschaft Ruhe in das Umfeld eingekehrt wäre. Eine Ruhe, welche nun wiederum erheblich gestört wird. Weshalb hat man sich, wenn man von diesem Schritt so überzeugt ist, nicht bereits zum Ende der vergangenen Saison von Stefan Niedermaier getrennt?
Auch was die strategische Ausrichtung von YB und des Stadions anbelangt ist für uns noch einiges im Unklaren. So soll YB gemäss Medienmitteilung auf der Stade de Suisse-Website in den nächsten Jahren sportlich und wirtschaftlich gezielt weiterentwickelt werden. Wie diese Weiterentwicklung jedoch genau aussehen soll, wird nicht erwähnt. Gerne würden wir – und wohl auch die breite Masse der YB-Fans – wissen, wie man gedenkt, diese Weiterentwicklung zu realisieren.
Die Fananliegen wurden von den neuen Verantwortlichen bisher noch gar nicht erwähnt. Wie oben bereits bemerkt, ist es für die Fanorganisationen essentiell, auch künftig respektvoll behandelt und ernst genommen zu werden. Wir stehen weiterhin für eine lebendige und kreative Fankultur ein und hoffen, dass dies von den involvierten Entscheidungsträgern auch in Zukunft so akzeptiert und unterstützt wird. Deshalb möchten wir von den Verwaltungsräten der BSC YB Betriebs AG, der Stade de Suisse Nationalstadion AG sowie von Ilja Kaenzig rasch eine klare Antwort, wie in Zukunft der Austausch mit den Fanorganisationen aussehen soll.
Generell sei uns an dieser Stelle erlaubt, die Entscheidungen des Verwaltungsrates der Sport und Event Holding AG zu hinterfragen. Die Freistellungen von Rohr, Andermatt sowie nun Niedermaier zeugten und zeugen nicht gerade von strategischer Weitsichtigkeit. Dies widerspiegelt sich auch in der Tatsache, dass bisher keine der vom Verwaltungsrat getroffenen Entscheidungen einen nachhaltigen Erfolg gebracht hat. Es macht viel eher den Eindruck, dass bei den wichtigsten Entscheidungsträgern auf strategischer Ebene der nötige Fussballsachverstand nicht vorhanden ist. Deshalb ist nun sicher auch der Zeitpunkt gekommen, wo der Verwaltungsrat sein Tun unbedingt kritisch reflektieren muss.
Quo vadis YB?
Wie sieht die Zukunft des BSC Young Boys aus? In Zeiten des modernen Fussballs, wo Clubs von Leuten aus der Finanzwelt oft primär als Investitionsobjekt benutzt werden, wecken die momentanen Geschehnisse rund um YB bei vielen Fans Ängste. Schenkt man heutigen Zeitungsberichten Glauben, soll das Wankdorf-Stadion zu einem „Event-Tempel“ werden und dafür eigens eine Überdachung erhalten. Ob dadurch wirklich der sportliche Bereich mehr Beachtung erhält, wagen wir zu bezweifeln. Es scheint, als ob der Vermarktung sowie dem finanziellen Erfolg alles untergeordnet werden soll und dabei vergessen wird, dass für erfolgreichen Fussball auch Leidenschaft und Emotionen vonnöten sind.
Die Tatsache, dass Ilja Kaenzig als CEO bei der Firma „Boutique Football“ tätig war, trägt nicht gerade dazu bei, diese vorhandenen Ängste zu beseitigen. Die genannte Firma hat – kurz zusammengefasst – zum Ziel, Investoren und Fussballclubs zusammen zu bringen. Ein Fussballverein als Anlagemöglichkeit und/oder „Spielzeug“ für reiche Financiers aus aller Welt. Beispiele wie Red Bull Salzburg zeigen, dass dabei vor nichts zurück geschreckt wird. Uns ist durchaus bewusst, dass Fussball unterdessen ein grosses Business geworden ist und dass für den sportlichen Erfolg gesunde finanzielle Strukturen nötig sind. Dem Kommerz sind jedoch aus unserer Sicht klare Grenzen gesetzt. Namen sowie Farben des Clubs sind sakrosankt und auch weiterhin soll der Fussball im Vordergrund stehen. Denn wie oben erwähnt, lebt das Spiel von Emotionen und Leidenschaft – deswegen kommen die Zuschauer ins Stadion. Für diese Traditionen und Werte werden wir uns weiterhin einsetzen!
Allen Bedenken zum Trotz hoffen wir, dass es gar nie soweit kommen wird und die neuen Verantwortlichen unsere Zweifel rasch widerlegen. Wir stehen selbstredend weiterhin zu unserem Verein, werden jedoch ebenso die künftigen Handlungen kritisch hinterfragen.
YB FOR EVER!
gäubschwarzsüchtig & Ostkurve Bern