Re: Saison 2013/2014 Nationalliga A
Verfasst: 8. Jul 2013, 19:12
http://www.20min.ch/sport/fussball/stor ... n-28958390" onclick="window.open(this.href);return false;Der FCL will wieder eine Attraktion sein
von Eva Tedesco - Mit einem ehemaligen Topstar als Sportchef und Dortmund als Vorbild will der FC Luzern die letzte Saison vergessen machen. Sportchef Alex Frei ist überzeugt vom Potenzial des Teams.
Schuldzuweisungen zwischen der sportlichen Leitung und den Investoren und zwei Trainerwechsel haben den Innerschweizern schwer zugesetzt. Mit einem Schlusseffort von 20 Punkten aus 10 Partien schaffte es Trainer Carlos Bernegger, den FCL aus den Abstiegsplätzen (Platzzu manövrieren. Deshalb lautet das Saisonziel von Sportchef Alex Frei vorsichtig: «Alles, was besser ist als letzte Saison, ist beim FCL willkommen. Wir lassen uns nicht auf einen fixen Tabellenplatz festnageln, aber der FCL soll wieder eine Attraktion sein – mit einer besseren Ausstrahlung als im letzten Jahr.»
Bildstrecken Drmic wechselt nach NürnbergAlain Nef wechselt zum FCZNeuer Co-Sponsor: Swiss Life steigt beim FCL einTrainingsstart FCLFCL setzt beim neuen Dress stärker auf Tradition
Dafür sollen aber nach BVB-Vorbild junge, hungrige Spieler sorgen und nicht wie von Investor Walter Stierli angekündigt «zwei Topspieler». So holte Frei den australischen Mittelfeldspieler Oliver Bozanic (24), den 19-jährigen Offensivmann Kevin Holz von Dortmund II und statt eines Routiniers wie Alain Nef in der Abwehr setzt Frei auf den Schweizer Nachwuchsinternationalen Ferid Matri (19). Nach dem Abgang von Pajtim Kasami (zurück zu Fulham) fehlt dem FCL aber noch ein Spielmacher.
Die Jungen werden von einem alten Hasen angeführt
Die Mannschaft habe bewiesen, dass viel Potenzial in ihr steckt, ist Frei überzeugt. Deshalb will der ehemalige Topstar in seiner Rolle als Sportchef nur Akzente im Team setzen. Der FCL habe schliesslich nichts zu verlieren, könne mit einem systematischen Aufbau und Konzept, das auf jungen, talentierten Spielern basiert, Ähnliches schafffen, wie es der BVB in den letzten Jahren gemacht hat.
Das Rudel der jungen Wilden wird von einem alten Hasen angeführt. Von Trainer Bernegger bestimmt, wird Michel Renggli auch in der Saison 2013/14 als Captain die junge Truppe zusammenhalten. Mit über 150 Pflichtspielen für den FCL und mehr als 280 Partien in der Super League für Thun, GC und Luzern verfügt er über jede Menge Routine. «Ich werde meine organisatorischen Aufgaben erfüllen, mir die Wünsche und Sorgen der Spieler anhören und versuchen, für positive Stimmung in der Kabine zu sorgen», umreisst der 33-jährige Mittelfeldspieler seine Vorhaben.
Urgestein und Identifikationsfigur
«Ich habe vielleicht nicht die Traumkarriere gemacht, bei mir hat viel über harte Arbeit geführt. Trotzdem habe ich die meisten Spiele in unserem Team und mein Beispiel zeigt auf, dass man auch über diesen Weg einiges erreichen kann», so das Urgestein. Und als gebürtiger Luzerner, der seinen sportlichen Weg bei den Junioren des FC Hergiswil startete ist Renggli die Identifikationsfigur beim FCL.
«Als Nummer sechs kann er mit seinem Spiel unsere Ideen im Spiel beeinflussen», sagt Bernegger über seinen Captain. «Er ist jederzeit in der Lage, einen Angriff zu kreieren, aber auch Tempo aus dem Spiel zu nehmen. Er ist immer gut positioniert und jederzeit anspielbar. Er ist kein lauter Captain, aber einer, der sich zu allen Dingen rund um die Mannschaft Gedanken macht und fähig ist, die Spieler bei ihren Wünschen und Problemen zu unterstützen. Er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und kommt nun in ein Alter, in dem er als Spieler nicht mehr so leicht beeinflussbar ist.»
Eine befreite Mannschaft
Unterstützung spürt Renggli aber nicht nur vom Trainer, sondern auch vom Sportchef. Renggli: «Ich glaube an die Zukunft des FCL, da nun Grundlagen geschaffen werden, die Bestand haben. Mit Alex Frei haben wir einen Sportchef, der als Spieler viel Erfahrung gesammelt hat und noch nicht lange aus dem Aktivgeschäft ist. Diese Verbindung zwischen Vereinsleitung und Spieler hat bisher gefehlt. Er sieht viele Dinge aus beiden Blickwinkeln und kann nun diese Seiten gut miteinander kombinieren.»
Zudem werde unter Bernegger im ganzen Staff hervorragend und sehr seriös gearbeitet. «Es macht wieder Spass», so der Captain. «Bernegger behandelt alle gleich. Jeder sieht wieder seine Chance und die Möglichkeiten, die da sind. Das ist auch vom Kopf her eine Befreiung. Diese Möglichkeiten müssen wir nun als Team umsetzen.»
Der Cup als Saisonziel
Wie weit der FCL diese Saison in der Tabelle kommen wird, liesse sich aber schwer voraussagen. Schon die letzte Saison habe gezeigt, dass jeder jeden schlagen könne. Aber wie für fast alle Fussballer und Fans in der Schweiz ist auch für Renggli einmal mehr wieder der FC Basel Favorit auf den Titel. «Rein von den finanziellen Möglichkeiten her und dem Spielermaterial, das die Basler haben».
St. Gallen und GC traut Renggli mehr zu, als noch zu Beginn der letzten Saison. YB habe aufgerüstet und auch mit dem FCZ sei wieder mehr zu rechnen. «Diese Unberechenbarkeit in der Liga wollen auch wir für uns nutzen», so Renggli. «Unsere grössten Chancen sehe ich im Cup. Für die Innerschweizer ist dieser Wettbewerb sehr wichtig und deshalb wollen wir uns im Cup so lange wie möglich halten und in der Meisterschaft als Wundertüte immer wieder überraschen.»