Zentralschweiz am Sonntag, 03.10.2010 hat geschrieben:
Merchandising
Im Fanshop hat der FCL gegen YB nichts zu melden
In der Tabelle obenauf, beim
Merchandising ganz weit
unten: Der FCL will mit Fanartikeln
künftig mehr Geld
verdienen. Wie mans macht,
zeigen YB, FCB und FCZ.
Tabellenführer der Super League und
ein neues, schmuckes Stadion im Rohbau:
Der FCL und seine Fans haben
allen Grund zur Freude. Einzig wenn es
darum geht, die Begeisterung für die
eigenen Farben kundzutun, herrscht in
Luzern blau-weisse Tristesse. Denn
während beinahe alle anderen Clubs der
Liga ihre Fans mit teils riesigen Fanartikel-
Paletten beglücken, gibts für FCLFans
nebst Trikot, Schal und Autowimpel
nicht viel zu kaufen. Gerade mal 36
Artikel umfasst der Luzerner Fanshop
zurzeit. Nur Bellinzona, Thun und Sion
bieten noch weniger. «Das Angebot ist
momentan noch sehr bescheiden», gesteht
Sabine Haidan, Marketingchefin
des FCL, ein. Verglichen mit anderen
Vereinen stecke der FCL beim Merchandising,
dem Geschäft mit Fanartikeln
also, noch in den Kinderschuhen. «Da
sind andere Clubs viel weiter als wir.»
Gelb-schwarze YB-Pasta
Beim heutigen Gegner des FCL, den
Berner Young Boys, hat man das Potenzial
der Fanartikel schon längst erkannt.
«2005, als wir in unser neues Stadion
gezogen sind, haben wir begonnen, ins
Fanartikel-Business zu investieren», sagt
YB-Mediensprecher Albert Staudenmann.
Inzwischen laufe das Geschäft
«wie geschmiert», die zwei Shops – eines
im Stade de Suisse, ein weiteres in der
Berner Innenstadt – bieten 165 verschiedene
YB-Artikel. Darunter Schmuck,
Krawatten, Baby-Kleider oder auch Skurriles
wie YB-Unterwäsche oder YB-Pasta
in den Vereinsfarben Gelb-Schwarz. «Die
Fans lieben originelle, verrückte Dinge –
entweder für sich selbst oder als Geschenk
für andere», sagt Staudenmann.
Vor Weihnachten würden die Verkäufe
jeweils markant ansteigen.
YB erzielte mit seinen Fanartikeln im
vergangenen Jahr rund 1 Million Franken
Umsatz. Über die Gewinnmarchen
will Albert Staudenmann keine Auskunft
geben. Er verrät aber: «Das Geschäft
lohnt sich.» Der FC Luzern hingegen
setzt mit seinen Fanartikeln jährlich
gerade mal 200 000 Franken um.
«Da ist noch grosses Potenzial vorhanden
», sagt FCL-Marketingexpertin Sabine
Haidan.
Neue FCL-Kollektion geplant
Der FCL will dieses Potenzial nun
besser ausschöpfen. Schon auf das
Weihnachtsgeschäft 2010 hin werden 15
bis 20 neue Produkte lanciert. Geplant
ist, die bestehende Kleiderlinie «Lozärn
1901» um neue T-Shirts, Caps und
Schals zu erweitern. Zudem dürfen sich
FCL-Fans auf eine neue «Lifestyle-Kollektion
» sowie eine «Basic-Kollektion»
freuen. «Wir möchten, dass unsere Fans
FCL-Kleider auch ausserhalb des Stadions
tragen können. Darum werden wir
trendige Pullover, T-Shirts und zudem
auch Produkte wie etwa Herrenhemden
und Frauenblusen fürs Büro entwerfen,
auf denen das FCL-Logo nur dezent zu
sehen ist», sagt Sabine Haidan. Auch
originelle Geschenkideen à la YB, etwa
ein FCL-Baby-Nuggi oder silber-blaue
FCL-Christbaumkugeln, werden gegen
Ende Jahr zu kaufen sein.
«So richtig durchstarten werden wir
2011, wenn das neue Stadion fertig ist»,
so Haidan. Dann nämlich kann der FCL
in der Swissporarena einen 100 Quadratmeter
grossen Fanshop eröffnen –
und will seine Fanartikel-Palette auf
etwa 100 Produkte aufstocken.
Businesskleidung im Trend
Als Vorbil in Sachen Fanartikel dient
dem FC Luzern nebst YB und FC Basel,
der mit seinen 260 Fanartikeln jährlich 2
bis 4 Millionen Franken umsetzt, vor
allem der FCZ. Nicht etwa, weil der
Zürcher Stadtclub mit über 380 verschiedenen
Fanartikeln den grössten
Fanshop der Liga betreibt, sondern weil
die Zürcher – wie der FCL – vor allem
auf Kleider setzen. «Fans wollen einfach
mehr als nur das aktuelle Saison-Trikot
», sagt Andrea Paur, Merchandising-
Leiterin beim FCZ. «Wir bieten deshalb
Kollektionen an, die von Sport über
Freizeit bis hin zu Business reichen.» So
gibt es für Zürcher Geschäftsleute etwa
Hemden, Krawatten, Business-Schals,
Anstecknadeln oder Schreibsets – allesamt
in diskretem FCZ-Business-Look.
«Die Kleiderlinien verkaufen sich ausserordentlich
gut», sagt Andrea Paur. Mit
Textilien generiere der FCZ einen Grossteil
seines Merchandising-Umsatzes.
Dieser betrug in den vergangenen 18
Monaten 3,3 Millionen Franken.
Startschuss zum neuen Stadion
Ob in Zürich, Bern, Basel, Neuenburg
oder auch St. Gallen: Augenfällig ist,
dass das Geschäft mit den Fanartikeln
überall jeweils beim Bezug des neuen
Stadions forciert wurde – und überall
mit Erfolg. «Das ist einfach ein idealer
Zeitpunkt», erklärt YB-Sprecher Albert
Staudenmann. «Denn am Anfang ist
das Stadion der Star und zieht neue
Leute an.» Diese müsse man dann mit
möglichst originellen Fanartikeln eindecken
können. Staudenmann findet:
«Fanartikel werden immer wichtiger.
Sie sind nebst dem Stadion die Visitenkarte
eines Vereins.»
Fan-Shop: Den Online-Shop des FC Luzern
finden Sie unter
www.fcl.ch (Rubrik «Fan-Shop»).
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