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Re: ZÄME MEH ALS 52%!

Verfasst: 25. Sep 2026, 08:08
von lucerne
Nach all dem, was vorgefallen ist, will man (wenn man der Luzernerzeitung glaubt) mit diesem Menschen nun doch einen Deal machen und er soll dabei die 52% zurückerhalten? Niemals!
lucerne hat geschrieben: 14. Okt 2023, 13:27 Ergänzt um neue Punkte zum Stadion aus den Artikeln der letzten Wochen (NLZ vom 26.09./27.09. und 14.10.2023)
lucerne hat geschrieben: 19. Dez 2022, 17:00 Im Folgenden der Versuch einer Zusammentragung der wichtigsten der brisanten Infos aus dem Adventsblog (https://adventsblog.meh-als-52.ch/) rechtzeitig vor der GV am Mittwoch in chronologischer Reihenfolge (kann gerne noch editiert/ergänzt werden).

Gratulation und herzlichen Dank allen Involvierten für die fantastische (Recherche-)Arbeit!

Spätestens wenn man diese Kernpunkte unten liest, wird klar, dass Alpstaeg als Inhaber des FCL nicht mehr tragbar ist und seine Anteile an der FCL Holding abgeben soll.
Bernhard Alpstaeg:
  • Bei der Gründung der FCL Holding im Jahr 2005 besass Walter Stierli 100 % der Aktien.
  • Obwohl nirgends belegt ist, wie viel Bernhard Alpstäg tatsächlich zur Finanzierung des neuen Stadions beitrug, wurde er dafür fürstlich belohnt. So wurde ihm sein Aktienpaket von 26 % an der FCL Holding «in Verrechnung von bisherigen und zukünftigen Leistungen an den Club» gratis übertragen. Bezahlt hat er dafür nichts.
  • Um das Projekt «Sportarena Allmend Luzern» zu realisieren, wurde damals eine sogenannte Public-Private-Partnership (PPP) gebildet, also ein Zusammengehen von öffentlicher Hand und Unternehmen aus der Privatwirtschaft. Das mit ca. 75 Millionen veranschlagte Sportstadion sollte durch Beiträge der Stadt Luzern, des Kantons Luzern und der Abgabe des Grundstücks im Baurecht an die Immobilien-Anlagegefässe der Credit Suisse finanziert werden. Und auch der FC Luzern wurde zur Kasse gebeten: 9.8 Millionen musste er übernehmen.
  • Diese Intransparenz sorgte an der Sitzung des Grossen Stadtrats vom 25. September 2008 für rote Köpfe. Über Parteigrenzen hinweg fragten sich Politiker und Politikerinnen, ob der Finanzierungsbeitrag des FCL tatsächlich aus rein privaten Geldern bestehen würde – oder ob auch öffentliche Kassen angezapft wurden bzw. Gelder von staatsnahen Betrieben wie der EWL, der VBL oder der Luzerner Kantonalbank. Diese Befürchtungen waren nicht ganz unbegründet, hatte sich doch bereits eine Million aus dem kantonalen Lotteriefond in den FCL-Finanzierungsbeitrag hineingeschmuggelt.
  • Wir wissen also bis heute nicht, in welchem Umfang Bernhard Alpstäg tatsächlich an der Finanzierung der Sportarena beteiligt war, wie hoch zum Beispiel eine allfällige Bürgschaft von ihm war.
  • Wenn man berücksichtigt, dass 26 % an der FCL Holding AG heute wohl über 8 Millionen wert wären, muss man nicht Mathematik studiert haben, um zu merken, dass die Stadion-Mitfinanzierung für Bernhard Alpstäg ein sehr, sehr lukratives Geschäft war.
  • Für die Namensrechte am Stadion zahlte Alpstäg in den ersten zehn Jahren pro Jahr eine halbe Million Franken – und nicht eine Million, wie es fälschlicherweise kolportiert wurde.
  • Vom Geld, das Alpstäg für die Namensrechte am Stadion zahlt, sieht der FC Luzern keinen Rappen.
  • Die späteren Aktionäre Marco Sieber, Samih Sawiris, Hans Schmid sowie Josef Bieri bezahlten für ihre nicht einmal halb so grossen Pakete jeweils 2 bis 3 Millionen Franken an den FCL.
  • Um bei einem Weiterverkauf Kasse zu machen [wurde 2012 "Die Löwen Pool AG" gegründet, diese] finanziert Transfers und besitzt ab 2012 FCL-Spieler (z. B. Lezcano, Hyka).
  • Wieso die zusätzliche Firma? Eigentümer von Löwen Pool AG und FCL Holding sind dieselben [, u.a. auch Alpstaeg mit einem ca. 15% Anteil]
  • Und nun zur zentralen Frage: Wer verdient (und wie) an diesem Konstrukt? Für Verkäufe von LP-Spielern gibt es eine klar definierte Vorgehensweise. Vereinfacht: Der erwirtschaftete Netto-Gewinn (Transferertrag abzüglich sämtlicher Kosten wie Einkaufspreis, Beraterkommission etc.) wird zwischen dem FCL (51 %) und der Löwen Pool AG (49 %) nahezu hälftig geteilt.
  • Interessenkonflikte vorprogrammiert: Operative Entscheidungsträger sind privat an einzelnen Spielern des Vereins beteiligt.
  • Die FIFA besiegelt das Ende: Stierli, Alpstäg + Co. müssen die Löwen Pool AG 2015 aufgeben.
  • Ans Tageslicht kam die fragwürdige Aktion 2015, als Wirtschaftsprüfer von KPMG eine Due-Diligence-Kontrolle beim FCL durchführten. Marco Sieber betont: «Die Zusammenhänge von Rigi-Gruppe und Löwen Pool AG sind nachweislich klar. Mike Hauser hatte sein Geld unaufgefordert sofort zurückbezahlt und alles offengelegt.» Anders Walter Stierli. Ihn habe der FCL deshalb 2014 wegen Veruntreuung anzeigen wollen. «Als Kompromiss schlugen wir vor, er solle seine 25 Prozent an den FCL übertragen lassen. Die Aktien hätten dann für rund 7,5 Millionen Franken an neue Aktionäre weiterverkauft werden können, das Geld wäre dem FCL zugutegekommen.» Einer habe sich laut Sieber und Schmid aber vehement widersetzt und sich schützend vor Stierli gestellt: Bernhard Alpstaeg. Er wollte weder von einer Anzeige noch vom Kompromissvorschlag etwas wissen. Schmid sagt: «Erst heute realisieren wir, warum. Denn mit unserem Vorschlag wäre sein Plan, die Mehrheit beim FCL zu erlangen, nicht mehr möglich gewesen.» (Quelle: NLZ, 19.05.2023)
  • Bernhard Traugott Alpstäg bezahlte 2015 für Walter Stierlis Aktienpaket [an der FCL Holding] 500’000 Franken und sicherte sich dadurch die Mehrheit an der FCL Holding AG.
  • Per Anfang des Jahres liess der 2014 als Präsident zurückgetretene Walter Stierli (Nachfolger; Mike Hauser) seine Aktien treuhänderisch verwalten [von der Studhalter Rechtsanwälte AG]. Sie sollten, so der einstimmige Beschluss des FCL-Holding-AG-Verwaltungsrates 2015, an neue Investoren verkauft werden. Für den FCL erhoffte man sich dadurch 7,5 Millionen Franken neues Kapital. Da Stierli nicht mehr als aktiver Aktionär galt, wurden die finanziellen Verpflichtungen anteilsmässig unter den verbleibenden Aktionären (Alpstaeg [27%], Sawiris [12,5%], Schmid, Sieber und Bieri [je 10%]) aufgeteilt. (Quelle: NLZ, 23.10.2022)
  • Im Dezember 2018 wurde dann öffentlich bekannt, dass Alpstaeg das Stierli-Paket als sein Eigentum betrachtet und sich mit 52 Prozent als Mehrheitsaktionär sieht. Alpstaeg soll Stierli für den 25-Prozent-Anteil 500’000 Franken überwiesen haben. Diese Aktion hat schliesslich zum Aktionärsstreit zwischen Bernhard Alpstaeg und der «Triple-S-Gruppe» Sawiris, Schmid, Sieber geführt. Walter Stierli schweigt sich bis heute zu diesem Deal aus. (Quelle: NLZ, 23.10.2022)
  • Alpstaeg hatte mit dem Stierli-Deal das Vorverkaufsrecht seiner Mitaktionäre missachtet und dem Klub entgingen über 7 Millionen Franken an neuem Kapital, das bei einem Verkauf an neue Aktionäre in die Kassen der Holding geflossen wären. Zudem sah sich die Triple-S-Gruppe auch von Alpstaeg getäuscht, da dieser so eigentlich seit 2015 anteilsmässig für 52 Prozent der Defizite hätte aufkommen müssen. Knapp eine Million Franken hat die Gruppe deshalb nach eigenen Berechnungen zu viel bezahlt.(Quelle: NLZ, 23.10.2022)
  • Zudem [gab es zw. Alpstaeg und Stierli einen Aktionärsbindungsvertrag]: Das Triple-S-Trio hatte vom durch Stierli-Anwalt Lauper geltend gemachten Aktionärsbindungsvertrag zwischen Alpstaeg und Stierli keine Kenntnis und ein solcher Vertrag sei auch in den nachfolgenden Verträgen und Schriftlichkeiten belegbar nie genannt worden. «Doch das wäre zwingend gewesen», wie Sieber auf Nachfrage betont. Stierli-Anwalt Cyrill Lauper bestätigt den ABV: "Tatsache ist auch, dass Walter Stierli bereits bei dessen Einstieg beim FCL 2007 und 2010 mit Alpstaeg einen Aktionärsbindungsvertrag (ABV) betreffend ihre Aktien der FCL Holding AG abgeschlossen und dabei die Mehrheit für die Zukunft – zusammen 51 Prozent – langfristig abgesichert hat.» Mit den neu gewonnenen Investoren wurde dann am 11. Mai 2012 ein neuer Aktionärsbindungsvertrag mit den gleichen Beteiligungen von Walter Stierli (25 Prozent) und Bernhard Alpstaeg (26 Prozent) unterschrieben und mehrfach bestätigt, «der Vorwurf der Täuschung von Sieber und Schmid sei deshalb nicht nachvollziehbar», so Lauper. (Quelle: NLZ, 19.05.2023)
  • 2019 wird Alpstäg am Willen seiner damaligen Holding-Mitaktionäre vorbei Mehrheitsaktionär der Stadion Luzern AG. Seither hat er auch die volle Kontrolle über das Stadion. Er erwirbt die Aktien nicht unter eigenem Namen, sondern gut getarnt mit Hilfe der Antoga AG, die er kurz zuvor von Anton Eberli übernommen hat.
  • [Die FCL Holding hätte eigentlich ein Vorkaufsrecht besessen,] Philipp Studhalter habe im besagten Mail [vom 5. Februar 2018 den damaligen Mitaktionären] nur mitgeteilt, dass sich Alpstaeg einen Stadionkauf «vorstellen könnte», so die Mitaktionäre. «Dass er das ein halbes Jahr später konkret umsetzt und der Eberli AG ein Kaufangebot gemacht hat, wussten wir nicht und wir wurden auch von niemandem darüber informiert.» Toni Bucher hat als nach wie vor amtierender Verwaltungsrat der Stadion Luzern AG gegenüber unserer Zeitung jüngst eingeräumt, dass auch er erst nach vollzogenem Kauf davon erfahren hatte. Und dies, obwohl Alpstaeg nicht nur Käufer, sondern gleichzeitig Verwaltungsratspräsident des Stadions war. (NLZ, 14.10.2023)
  • Die damaligen Verwaltungsräte und Mitaktionäre berufen sich auf Mail-Korrespondenzen, mit denen sie Studhalter als Mitwisser und Mitinitiant überführt sehen. Unserer Zeitung liegen entsprechende Mails vor. Bereits Mitte 2018, also mehr als anderthalb Jahre vor dem vollzogenen Kauf, hatte Studhalter demzufolge Alpstaeg und Alain Grossenbacher, den CEO der Eberli AG, für die Antoga AG am 13. Juni an einen Tisch geholt, um den Kauf vorzubereiten. Für diesen Termin wurde eigens das Aktienbuch aufbereitet. (NLZ, 14.10.2023)
  • Im Dezember [6.12.2018] dann folgte der vom FCL öffentlich gemachte Mail-Verkehr mit der Partnerin aus Studhalters Kanzlei, worin sie das Vorkaufsrecht von Stadt und FCL-Holding ausführte. «Auch hier fand Philipp Studhalter es nicht notwendig, über das in seinen Augen nicht vorhandene Vorkaufsrecht des FCL zu informieren», erklärt das Triple-S-Trio. (NLZ, 14.10.2023)
  • Ab 16. Januar 2019 wurden dann von der Kanzlei Studhalter & Pfister die Vertragsentwürfe für Bernhard Alpstaeg ausgearbeitet, um diese «nach seiner Zustimmung Herrn Grossenbacher zuhanden von Herrn T. Eberli» zuzustellen. (NLZ, 14.10.2023)
  • «Erst nachdem die Transaktion an Bernhard Alpstaeg durch war, wurde der damalige Verwaltungsrat informiert», erklärt Engelberger. Nur: «Sowohl von Eberli als auch vonseiten des damaligen FCL-CEO und Verwaltungsratspräsidenten Philipp Studhalter wurde erklärt, dass die FCL Holding AG kein Kaufrecht hätte.» Der FCL wertet dies als bewusste Täuschung des damaligen Verwaltungsrates durch Studhalter und Alpstaeg. (NLZ, 27.09.2023)
  • Studhalter hatte zu jener Zeit vier Rollen inne: FCL-CEO, Verwaltungsratspräsident, Anwalt der FCL Holding AG und auch Anwalt von Alpstaeg. Der VR habe aber nicht gewusst, in welchem Ausmass Studhalter die Alpstaegs Interessen vertrete, so Engelberger. Und: «Es ist soweit gegangen, dass Studhalter dem Verwaltungsrat der Holding bewusst falsche Informationen vorlegte und betonte, die Holding hätte kein Kaufrecht.» (NLZ, 27.09.2023)
  • Da der Erlös aus der Vermarktung der Stadion-Namensrechte zwingend für den Unterhalt und die Instandhaltung des Stadions eingesetzt werden müsste, finanziert Bernhard Alpstäg mit seinen Zahlungen im Prinzip nichts anderes als den Werterhalt seiner Immobilie.
  • Die doppelte Machtfülle von Bernhard Alpstäg – sowohl als Mehrheitsaktionär der FCL Holding AG als auch der Stadion Luzern AG – ist ein grosses Problem für den FCL und gehört konsequent zerschlagen.
  • 2020 verhandelte Bernhard Alpstäg mit der AC Milan über eine mögliche Partnerschaft/Übernahme.
  • Die Verhandlungen wurden von Spielerberater und Alpstäg-Einflüsterer Giacomo Petralito initiiert.
  • Der Deal scheiterte letztlich am Widerstand aus dem Mailänder Clubumfeld.
  • Jeder Fussballspieler hat das Recht, seine Bilder zu vermarkten und mit ihnen Geld zu verdienen. Viele treten dieses Recht allerdings an Agenturen ab, die damit gute Geschäfte machen. Manchmal auch im rechtlichen Graubereich.
  • Auch Bernhard Alpstäg will mit Bildrechten von Spielern handeln. Insbesondere dafür hat er letzten Sommer die Firma BA Sport AG gegründet.
  • Nachdem es sich Petralito nun also bereits mit einigen Klubs und Klienten verscherzt hat, scheint er nun zu versuchen, via Bernhard Alpstäg beim FCL seine Deals zu machen.
  • Alpstaeg wollte, dass der 20-jährige Mittelfeldspieler die Bildrechte via Mittelsmann Giacomo Petralito an seine im August gegründete BA Sport AG für eine sechsstellige Summe abtrat. Jashari und sein Berater Agron Krasniqi lenkten nicht ein. Worauf Alpstaeg wütend auf Meyer wurde. Von diesem verlangte er, dass er den Kontakt mit Krasniqi abbricht, keine Spieler mehr von diesem Berater verpflichtet (Quelle: NLZ, 10.01.2023).
  • Der Luzerner Stadtrat geht im [September 2023] gegen die Stadion Luzern AG von Bernhard Alpstaeg vor. Er bereitet nichts anderes als den Heimfall an die Stadt vor. Das würde bedeuten, dass der auf 99 Jahre angelegte Baurechtvertrag vorzeitig beendet wird. Das Grundstück würde dann mitsamt Stadion an die Stadt zurückfallen. (NLZ, 26.09.2023)
[...]

Re: ZÄME MEH ALS 52%!

Verfasst: 25. Sep 2026, 11:13
von blu secco
meistersaison hat geschrieben: 24. Sep 2026, 22:13 Dass die 52% mehr Kohle bringen als 25 oder 27 ist mir klar. Ich meine nur, wenn er nun mit 52% trotzdem nicht die Entscheidungen treffen kann, wieso gibt er dann nicht einen Teil ab?
Weil B auf A folgt. Du kannst nichts verkaufen, worüber du aktuell nicht verfügst.

Von aussen ist die Situation sehr schwierig einzuschätzen. Wenn das so stimmen sollte, hoffe ich einfach, dass Bieri und co. der Situation – das heisst vor allem der Gerissenheit Alpstaegs – dieses Mal auch gewachsen sind. Die roten Linien und Vetorechte müssen in jedem Fall verhebe und sich nicht plötzlich umkehren lassen durch den Alten und seine Nachfolger.