rubber hat geschrieben:du sagst aber auch, dass das aufdecken einer solchen straftat sache der Polizei ist (was natürlich stimmt). wenn ich weiss, wer eine straftat begangen hat, diesen aber wissentlich schütze (indem ich seinen namen nicht preisgebe) mache ich mich dann prinzipiell nicht auch strafbar?
nein, macht man nicht. strafbar wirds erst, wenn du bei einer formellen zeugenbefragung lügst.
rubber hat geschrieben:oder anders gesagt, wenn ein potentieller Fackelwerfer (oder anzettler einer schlägerei, usw) weiss, dass er im Falle einer solchen Verfehlung unverzüglich der Polizei "ausgeliefert" wird, und er die Straftat trotzdem begeht, also dann ist ihm wohl definitiv nicht mehr zu helfen. Aber wenn er davon ausgehen kann, dass er von den organisierten Fans in einem gewissen Masse "gedeckt" wird, sinkt doch auch die Hemmschwelle wieder...
diese wirkung wird enorm überschätzt (nicht nur im fussball-kontext, sondern generell). ein täter denkt im moment der tat verhältnismässig selten an allfällige strafrechtliche konsequenzen seines handelns. wieso sonst brennt es in den stadien heute mehr denn je, wo dank videoüberwachung und weiteren mitteln das risiko, erwischt zu werden so gross ist wie noch nie?
lucerne dynamite hat geschrieben:nur habe ich hier im forum oft das gefühl, dass die aufrscheie jeweils nur dann laut sind, wenn die politik versucht die sicherheit zu verbessern. andererseits werden hier die vielzitierten fackelwerfer für meinen geschmack zu wenig kritisiert. es kann der eindruck aufkommen, dass gewalt auf seiten der fans toleriert wird. ich hoffe, ich täusche mich damit.
was haben die zürcher nach den pyrowürfen im mai mit den tätern (die im übrigen schon vorher in der kurve nicht mehr akzeptiert waren) gemacht? was ist in basel noch an pyro durch die gegend geflogen seit dem 13. mai 2006?
der einzige unterschied ist: die fanszenen regeln das intern und verschicken keine pressemitteilung.
lucerne dynamite hat geschrieben:aber ich bin gerne bereit zurück zum referendum zu kommen. ich würde gerne wissen, mit welchen argumenten ich einen nicht-fussball-fan zum unterschreiben bringe. weiter würden mich alternative lösungsansätze zum durchaus vorhanden problem interessieren.
die neuen massnahmen binden verdammt viele resourcen bei der polizei. wer übernimmt den zusätzlichen administrativaufwand für die verfügung dieser neuen massnahmen? wer kontrolliert vor ort, dass keine rayonverbote missachtet werden? wer wickelt den polizeigewahrsam ab, in welchen haftzellen? die polizei. wer bezahlt die ganze übung? der steuerzahler - und zwar ganz egal, ob er im entlebuch, in beromünster oder in der stadt luzern wohnt. gerade als anwohner in einer abgelegenen gemeinde käme ich mir ziemlich verarscht vor, denn genau dieselbe polizei, die sich mit all diesen neuen massnahmen beschäftigt, ist gleichzeitig nicht in der lage, innert weniger als 25 minuten vor ort zu sein, wenn in diesen peripheren gemeinden etwas passiert - selbst wenns um viel dringendere probleme wie einen einbruch oder einen mord geht.
rubber hat geschrieben:Camel hat geschrieben:Mein Problem: Das Konkordat bringt keine Lösungsansätze mit sich (zu einem Problem, das es in Luzern eh nicht gibt)
Diskussion dreht sich momentan nur um Pyro, denke Schlägereien, Sachbeschädigungen und ähnliches wären auch davon betroffen oder? denke diese Probleme gibt es auch in Luzern...
solche probleme gibt es in der tat auch in luzern. allerdings existieren dafür auch bereits taugliche lösungen: das strafrecht bietet für sämtliche arten von ausschreitungen (mindestens) einen passenden tatbestand.
kommen menschen oder sachen zu schaden, sind dies körperverletzungen oder sachbeschädigungen. können die täter nicht erruiert werden, bleibt immer noch der landfriedensbruch als auffangnorm. passiert dies im stadion, können die beteiligten zudem mittels stadionverboten zukünftig ferngehalten werden.
du wirst mir keinen einzigen fall liefern können, bei dem die heute schon vorhandenen mittel nicht ausreichen. weshalb also schärfere massnahmen? nur weil die clubs clever sind und die kosten für die verfolgung und identifizierung von pyrozündern elegant an den staat auslagern möchten?