Verfasst: 4. Mai 2011, 08:12
Aus der heutigen NZZ
Ein Name
Die Brüder Hakan und Murat Yakin wirbeln nach der Freistellung des Luzern-Trainers Fringer Staub auf
bir. • Seit der Entlassung des Luzern-Trainers Rolf Fringer herrscht nicht nur in den Zentralschweizer Fan-Foren Aufregung. Wieder einmal ist ein Name in alle Munde: Yakin. Hakan Yakin gewann den Machtkampf gegen Fringer, was in der Aufarbeitung immer offensichtlicher wird. Gleichzeitig wird der bald 37-jährige Bruder und Thun-Trainer Murat Yakin bereits als aussichtsreicher Kandidat für die Fringer-Nachfolge in Luzern gehandelt.
Solche Spekulationen heizt der FCL-Präsident Walter Stierli an, indem er kein Geheimnis aus seiner Bewunderung für Murat Yakin macht. Als ob er ein Wahrsager wäre, kündigte Stierli in der «Neuen Luzerner Zeitung» an, dass die Kombination Yakin/Yakin «kein Problem» wäre im Team. Woher das der Präsident wissen will? Am Dienstag stand in Medienberichten, dass Murat Yakin Wunschkandidat in Luzern sei. Yakin soll sich deshalb am Dienstagmorgen in Thun gefragt haben: «Wie kann ich denn jetzt vor die Mannschaft stehen?» Er tat dies offenbar seelenruhig. «Bei uns läuft alles normal weiter», berichtet Andres Gerber, der Thuner Sportchef.
Der Vertrag Yakins im Berner Oberland ist bis 2012 datiert, enthält aber die Klausel, dass er zu einem festgeschriebenen Betrag den Klub verlassen kann. Gerber sagt: «Yakin hat als Trainer noch ewig Zeit, zudem haben wir zusammen das Kader für die neue Saison geplant. Aber ich bin nicht naiv und sage nicht, dass er mit Sicherheit bei uns bleibt.» Demnächst zieht der FC Thun, der mit Yakin soeben souverän den Ligaerhalt geschafft hat, ins neue Stadion ein. Das kann ein Reizpunkt sein. Nur: Auch der FC Luzern bezieht in ein paar Monaten das neue Heim.
Hakan Yakin kann nicht sorgenfrei sein, auch wenn er Aussicht auf Bruder Murat hat. Wer kann das schon, der als «Trainer-Säge» gilt? Es gibt viele Geschichten, die allerdings nur anonym geäussert werden. Eine ist die, dass Yakin nach der 1:2-Niederlage im Letzigrund gegen GC auf dem Klo geraucht habe. Eine Quelle behauptet steif und fest, dass ihn Daniel Gygax dabei begleitet habe und dass beide auf dem Klo einen lautstarken Disput zwischen Stierli und Fringer mitbekommen hätten. Eine andere Stimme behauptet hingegen: «Gygax war nicht dabei.»
Letztlich ist das auch irrelevant, aber das Exempel zeigt, mit welchen Mitteln argumentiert wird. Fest steht, dass das System Yakin viel Terrain erobert hat. Der Klub, der auch dank Yakin im Winter Super-League-Leader war, hat die Kommunikation um den Regisseur nie in den Griff bekommen. Zudem bezeichnen diverse Luzerner den Präsidenten Stierli als «Yakin-hörig». Einer aus dem Luzerner Trainerstab sagt: «Wenn du als Spieler Macht hast und immer noch mehr Macht dazukommt, fühlst du dich plötzlich allmächtig. Das ist verheerend, und du suchst die Schuld nur noch bei allen anderen.»
Also: Der Spieler verlangt einen Freitag, und er erhält ihn. Er fordert alsbald zwei Freitage, und er erhält sie. Der Trainer drückt ein Auge zu, nochmals ein Auge und bald darauf selbst im Training deren zwei - und irgendwann läuft's aus dem Ruder. So muss man sich das vorstellen. In Luzern regiere der Yakin-Clan, heisst es. Solches kann in der Mannschaft akzeptiert werden, wenn der Bevorteilte Ausserordentliches oder zumindest Gutes leistet - wie Yakin im vorletzten Spiel gegen Bellinzona (3:2). Das kann andrerseits zur Last werden, wenn der Betroffene weit weg vom Ausserordentlichen ist - wie Yakin im Letzigrund (1:2 gegen GC).
Dass Murat Yakin schon vor zwei Monaten als möglicher FCL-Trainer ins Gespräch gebracht wurde, destabilisierte Fringer. Erstaunlich ist, dass Fringer über einen 34-jährigen, genialen Spieler stolperte, dem viel gehört, aber nicht die Zukunft des Schweizer Fussballs. Erstaunlich ist auch, dass mit Fringer ein Trainer ins Schleudern geriet, der immer von sich behauptet hat, schwierige Spieler im Griff zu haben. Yakin entglitt ihm. Der Eklat folgte, als Fringer Yakin am letzten Sonntag als Captain absetzte. Noch hat sich der interimistische Trainer Christian Brand gemäss eigenen Angaben «nicht die geringsten Gedanken» gemacht, ob er Yakin wieder zum Chef zurückbefördert. Brand soll sich aber im Klub noch nie positiv über Yakin geäussert haben. Die Yakin-Soap kann weitergehen. Nächste Folge: Am Samstag im Heimspiel gegen YB.
Ein Name
Die Brüder Hakan und Murat Yakin wirbeln nach der Freistellung des Luzern-Trainers Fringer Staub auf
bir. • Seit der Entlassung des Luzern-Trainers Rolf Fringer herrscht nicht nur in den Zentralschweizer Fan-Foren Aufregung. Wieder einmal ist ein Name in alle Munde: Yakin. Hakan Yakin gewann den Machtkampf gegen Fringer, was in der Aufarbeitung immer offensichtlicher wird. Gleichzeitig wird der bald 37-jährige Bruder und Thun-Trainer Murat Yakin bereits als aussichtsreicher Kandidat für die Fringer-Nachfolge in Luzern gehandelt.
Solche Spekulationen heizt der FCL-Präsident Walter Stierli an, indem er kein Geheimnis aus seiner Bewunderung für Murat Yakin macht. Als ob er ein Wahrsager wäre, kündigte Stierli in der «Neuen Luzerner Zeitung» an, dass die Kombination Yakin/Yakin «kein Problem» wäre im Team. Woher das der Präsident wissen will? Am Dienstag stand in Medienberichten, dass Murat Yakin Wunschkandidat in Luzern sei. Yakin soll sich deshalb am Dienstagmorgen in Thun gefragt haben: «Wie kann ich denn jetzt vor die Mannschaft stehen?» Er tat dies offenbar seelenruhig. «Bei uns läuft alles normal weiter», berichtet Andres Gerber, der Thuner Sportchef.
Der Vertrag Yakins im Berner Oberland ist bis 2012 datiert, enthält aber die Klausel, dass er zu einem festgeschriebenen Betrag den Klub verlassen kann. Gerber sagt: «Yakin hat als Trainer noch ewig Zeit, zudem haben wir zusammen das Kader für die neue Saison geplant. Aber ich bin nicht naiv und sage nicht, dass er mit Sicherheit bei uns bleibt.» Demnächst zieht der FC Thun, der mit Yakin soeben souverän den Ligaerhalt geschafft hat, ins neue Stadion ein. Das kann ein Reizpunkt sein. Nur: Auch der FC Luzern bezieht in ein paar Monaten das neue Heim.
Hakan Yakin kann nicht sorgenfrei sein, auch wenn er Aussicht auf Bruder Murat hat. Wer kann das schon, der als «Trainer-Säge» gilt? Es gibt viele Geschichten, die allerdings nur anonym geäussert werden. Eine ist die, dass Yakin nach der 1:2-Niederlage im Letzigrund gegen GC auf dem Klo geraucht habe. Eine Quelle behauptet steif und fest, dass ihn Daniel Gygax dabei begleitet habe und dass beide auf dem Klo einen lautstarken Disput zwischen Stierli und Fringer mitbekommen hätten. Eine andere Stimme behauptet hingegen: «Gygax war nicht dabei.»
Letztlich ist das auch irrelevant, aber das Exempel zeigt, mit welchen Mitteln argumentiert wird. Fest steht, dass das System Yakin viel Terrain erobert hat. Der Klub, der auch dank Yakin im Winter Super-League-Leader war, hat die Kommunikation um den Regisseur nie in den Griff bekommen. Zudem bezeichnen diverse Luzerner den Präsidenten Stierli als «Yakin-hörig». Einer aus dem Luzerner Trainerstab sagt: «Wenn du als Spieler Macht hast und immer noch mehr Macht dazukommt, fühlst du dich plötzlich allmächtig. Das ist verheerend, und du suchst die Schuld nur noch bei allen anderen.»
Also: Der Spieler verlangt einen Freitag, und er erhält ihn. Er fordert alsbald zwei Freitage, und er erhält sie. Der Trainer drückt ein Auge zu, nochmals ein Auge und bald darauf selbst im Training deren zwei - und irgendwann läuft's aus dem Ruder. So muss man sich das vorstellen. In Luzern regiere der Yakin-Clan, heisst es. Solches kann in der Mannschaft akzeptiert werden, wenn der Bevorteilte Ausserordentliches oder zumindest Gutes leistet - wie Yakin im vorletzten Spiel gegen Bellinzona (3:2). Das kann andrerseits zur Last werden, wenn der Betroffene weit weg vom Ausserordentlichen ist - wie Yakin im Letzigrund (1:2 gegen GC).
Dass Murat Yakin schon vor zwei Monaten als möglicher FCL-Trainer ins Gespräch gebracht wurde, destabilisierte Fringer. Erstaunlich ist, dass Fringer über einen 34-jährigen, genialen Spieler stolperte, dem viel gehört, aber nicht die Zukunft des Schweizer Fussballs. Erstaunlich ist auch, dass mit Fringer ein Trainer ins Schleudern geriet, der immer von sich behauptet hat, schwierige Spieler im Griff zu haben. Yakin entglitt ihm. Der Eklat folgte, als Fringer Yakin am letzten Sonntag als Captain absetzte. Noch hat sich der interimistische Trainer Christian Brand gemäss eigenen Angaben «nicht die geringsten Gedanken» gemacht, ob er Yakin wieder zum Chef zurückbefördert. Brand soll sich aber im Klub noch nie positiv über Yakin geäussert haben. Die Yakin-Soap kann weitergehen. Nächste Folge: Am Samstag im Heimspiel gegen YB.