Zukunft der Challenge-League
Verfasst: 31. Mär 2004, 10:53
Aus der Aargauer Zeitung:
Die Zukunft des einzigartigen Europacup-Modus ist ungewiss
Die Bilanz fällt nach einem halben Jahr ernüchternd aus. Einige sehen den Modus gar zuoberst auf der Abschussliste.
Steigerung der Attraktivität, Erhöhung der Spannung, mehr Zuschauer - Aussichten, welche die Einführung des Europacup-Modus in der Challenge League von der ersten Stunde an begleiteten. Das letzte Spiel des Jahres vom vergangenen Sonntag vereinigte all diese Komponenten: Bellinzona stürmte vor einer Rekordkulisse von 9300 Zuschauern das Tourbillon, entriss Sion in einer spektakulären und hochdramatischen Partie den Sieg (4:3) und dank der grösseren Anzahl Auswärtstore auch die Bonuspunkte. Ein Musterbeispiel für den positiven Effekt des neuen Modus - gleichzeitig eines mit Seltenheitswert.
Denn der Alltag ist ein anderer: Kein oder kaum Zuschauerzuwachs, teilweise groteske Spielsituationen. Ein Beispiel liefert Jürgen Seeberger, Trainer des viertplatzierten FC Schaffhausen. 1:3 hatte seine Mannschaft das Hinspiel gegen Agno verloren, im Rückspiel führte Schaffhausen nach 26 Minuten mit 2:1 - und sah sich plötzlich einer Abwehrmauer gegenüber. «Von allen Sachen, die mir in den ersten Monaten aufgefallen sind, ist dies die schlimmste», sagt Seeberger. «Ein Team, das eine Niederlage verteidigt, das kann einfach nicht sein.» Im Europacup sei das normal, «schliesslich ist dies auch ein K.-o.-Wettbewerb. Aber doch nicht in einer laufenden Meisterschaft.»
Die Konstellation kann durchaus auch die gegenteilige Reaktion hervorrufen: die totale Offensive. Der FC Chiasso hat sie jüngst erfolgreich praktiziert, als er nach dem 2:1-Auswärtssieg in Yverdon zu Hause mit 1:2 im Rückstand lag. «Ich habe alles auf eine Karte gesetzt», erinnert sich Trainer Paul Schönwetter, «wechselte zwei Verteidiger aus und liess mit vier Stürmern spielen.» Chiasso gewann durch einen Treffer in der 94. Minute 3:2.
Im Tessin, sagt Schönwetter, habe sich die anfängliche Skepsis gegenüber dem neuen Modus mittlerweile gelegt. «Viele haben ihre Meinung zum Positiven hin geändert.» Das mag einerseits damit zusammenhängen, dass die Tessiner Vereine allesamt in der vorderen Tabellenhälfte zu finden sind, andererseits dürfte auch die fehlende Vertretung in der Super League eine Rolle spielen. «Den Versuch nach einem Jahr zu beenden und wieder einen neuen Modus einzuführen hat jedenfalls keinen Sinn.» Zwei, drei Jahre laufen lassen und dann ein Fazit ziehen, so stellt sich Schönwetter die Zukunft vor.
Zurück zum alten Format
Viele Trainer und Funktionäre der Deutschschweizer Vereine sehen eine Zukunft des Modus erst gar nicht. «Gebracht hat er nichts, also sollten wir das Projekt so schnell wie möglich abbrechen», sagt etwa Angelo Corti, Sportchef von Concordia Basel. «Sofort weg mit dem Modus», meint auch Wohlen-Trainer Martin Rueda, obschon seine Mannschaft bisher als eine der wenigen von der Bonuspunkteregelung profitiert hat. «Veränderung heisst in diesem Fall nicht Verbesserung», zieht Maurizio Jacobacci, Trainer der SR Delémont, nach einem halben Jahr Bilanz und fügt sich damit zusammen mit Winterthurs Sportchef René Weiler («Für Trainer ist der Modus interessant und anspruchsvoll, das Fazit ist gesamthaft aber ernüchternd») nahtlos in die Reihe jener ein, die sich mit dem progressiven Vorstoss des Verbandes nicht anfreunden können.
Der positiven Erkenntnis, sich dank der Hin- und Rückspielregel besser auf den Gegner einstellen zu können, stehen etliche Kritikpunkte gegenüber. «Zu krass» findet Seeberger die Tatsache, dass sich Fehler im ersten Spiel (wie etwa ein Platzverweis) gegen denselben Gegner direkt auswirken. Als «nicht ganz fair» erachtet Weiler das Punktesystem, das den Wert eines Unentschiedens deutlich verringere. Und «zu stark» ist für Jacobacci die Bevorteilung der (finanz)starken Teams, die aufgrund ihres breiten Kaders eher mit den Bonuspunkten spekulieren können. «Der Modus ist verbesserungsfähig», gesteht auch Edmond Isoz, Direktor der Swiss Football League, ein. «Grundsätzlich ziehe ich aber eine positive Bilanz.» Wenn am 16. Januar über die Anzahl der Teams in der Challenge League entschieden wird, ist der Modus kein Thema. Seine Zeit kommt erst im Frühling.
Fussball ist eigentlich auf der ganzen Welt verständlich. Der Idee hinter dem Modus der Challenge League kann aber keiner so richtig folgen.»
Jürgen Seeberger, Trainer des FC Schaffhausen
«In ganz Europa gibt es keinen vergleichbaren Modus. Wenn er gut wäre, würden ihn auch andere Ligen übernehmen.»
Angelo Corti, Sportchef Concordia Basel
«Künstlich Spannung erzeugen zu wollen ist nicht im Sinne des Fussballs.»
Martin Rueda, Trainer des FC Wohlen
«Wenn wir nach dem letzten Spieltag Dritter sind, auf dem Feld aber mehr Punkte geholt haben als der Erste, dann bin ich stinksauer.»
Paul Schönwetter, Trainer des FC Chiasso
«Wir sind dann bei einem Glas Pastis eine Viertelstunde an einen Tisch gesessen und ich habe ihnen alles erklärt.»
Nochmals Schönwetter, den Versuch schildernd, einigen fussballbegeisterten Franzosen den Modus der Challenge League näher zu bringen
«Wenn die Vereine entscheiden, diesen Modus nicht mehr haben zu wollen, können wir nichts dagegen tun.»
Edmond Isoz, Direktor der Swiss Football League
Vermarktung
Das Interesse am Produkt «Challenge League» hält sich in engen Grenzen
Mehr als 13 Stunden TV-Präsenz und nahezu 10 000 Fans pro Spiel im Stadion - von diesen Werten, die Mattersburg, der spätere Aufsteiger in die österreichische Bundesliga, in der vergangenen Saison erreichte, können die Vereine der Challenge League höchstens träumen. Dabei ist Österreich gemessen an der Gesamtbevölkerung nur unwesentlich grösser als die Schweiz, hat die zweithöchste Spielklasse im Nachbarland, die «Red Zac Erste Liga», im Schnitt dieser Saison nur unwesentlich mehr Zuschauer. «Dahinter steht hauptsächlich der ORF», sagt der Direktor der Swiss Football League (SFL), Edmond Isoz. «Für das Schweizer Fernsehen ist die Challenge League uninteressant. Und die Produktionskosten sind bei drei Sprachregionen um einiges höher.» Hinzu kommt die grössere Konkurrenzsituation durch andere Sportarten.
Desinteresse ist die Wurzel aller Probleme, mit denen sich die Marketingverantwortlichen des Fussball-Verbandes derzeit auseinander setzen müssen. Die Medienpräsenz der 17 Vereine ist insbesondere in der Deutschschweiz dürftig, ein Titelsponsor analog zur Super League lässt sich ohne entsprechende Plattform nur schwerlich finden. Bald einmal habe man gemerkt, sagt Isoz, «dass wir es für diese Saison nicht mehr schaffen». Und dass ohne TV-Vermarktung die Aussichten auf Erfolg äusserst gering sind.
«Null Interesse»
Mithilfe der regionalen Fernsehstationen das Produkt «Challenge League» besser vermarkten, diese Idee steht seit einiger Zeit im Raum. Von einer zufriedenstellenden Lösung oder gar von der Realisierung dessen ist man allerdings weit entfernt. «Denn die Regionalsender sind nicht allein an der Challenge League interessiert, sie wollen vor allem Bilder der Super League übertragen.» Und selbst die höchste Liga ist am Sonntagabend aufgrund der Übertragungen von SF DRS und Sat.1 «bereits abgegrast», wie es Heinz Lang formuliert. Der Programmleiter von Tele M1 und Tele Tell, in deren Einzugsgebiet sich mit Baden, Wohlen, Luzern und Kriens immerhin vier Vertreter der «Ausbildungsliga» befinden, bringt deutlich zum Ausdruck, wo für ihn die Prioritäten sicher nicht liegen: «Challenge League? Null Interesse.»
Das einzig denkbare Format, in das man «drei, vier Minuten Challenge League» integrieren könnte, wäre für Lang ein Fussball-Magazin. «Allerdings hätte nur ein sehr gutes Projekt eine Chance.» Qualität hat indes seinen Preis und setzt technisch hochwertiges Equipment und Know-how vor-aus. «Die Regionalfernsehsender haben wenig Geld», ist sich Isoz bewusst, «und wir haben nicht die Möglichkeiten, ein Spiel zu produzieren», ergänzt Lang. Erste Überlegungen, irgendwann für Tele M1 ein FC-Aarau-Magazin und analog für Tele Tell ein fixes Gefäss für den FC Luzern anzubieten, sind gemacht. Momentan fehlt aber nebst den nötigen Sponsoren auch ein vernünftiger Sendeplatz. Ein Format für die Challenge League existiert nicht einmal in Gedanken. «Wenn einer der drei Grossen der Regionalsender nicht mitzieht», glaubt Lang, «kann man es sowieso vergessen.»
50 000 Franken pro Verein
Unter diesen Voraussetzungen ist das Ziel der SFL, für die nächste Saison ein Sponsorenpaket zu schnüren, das jedem Verein im besten Fall 50 000 Franken einbringt, äusserst ehrgeizig. Das sich permanent ändernde Umfeld, sei es auf wirtschaftlicher oder mit den bilateren Verträgen auf juristischer Ebene, macht den Handlungsspielraum nicht unbedingt grösser. Eine Chance hätte jedoch auch die Challenge League verdient.
Die Zukunft des einzigartigen Europacup-Modus ist ungewiss
Die Bilanz fällt nach einem halben Jahr ernüchternd aus. Einige sehen den Modus gar zuoberst auf der Abschussliste.
Steigerung der Attraktivität, Erhöhung der Spannung, mehr Zuschauer - Aussichten, welche die Einführung des Europacup-Modus in der Challenge League von der ersten Stunde an begleiteten. Das letzte Spiel des Jahres vom vergangenen Sonntag vereinigte all diese Komponenten: Bellinzona stürmte vor einer Rekordkulisse von 9300 Zuschauern das Tourbillon, entriss Sion in einer spektakulären und hochdramatischen Partie den Sieg (4:3) und dank der grösseren Anzahl Auswärtstore auch die Bonuspunkte. Ein Musterbeispiel für den positiven Effekt des neuen Modus - gleichzeitig eines mit Seltenheitswert.
Denn der Alltag ist ein anderer: Kein oder kaum Zuschauerzuwachs, teilweise groteske Spielsituationen. Ein Beispiel liefert Jürgen Seeberger, Trainer des viertplatzierten FC Schaffhausen. 1:3 hatte seine Mannschaft das Hinspiel gegen Agno verloren, im Rückspiel führte Schaffhausen nach 26 Minuten mit 2:1 - und sah sich plötzlich einer Abwehrmauer gegenüber. «Von allen Sachen, die mir in den ersten Monaten aufgefallen sind, ist dies die schlimmste», sagt Seeberger. «Ein Team, das eine Niederlage verteidigt, das kann einfach nicht sein.» Im Europacup sei das normal, «schliesslich ist dies auch ein K.-o.-Wettbewerb. Aber doch nicht in einer laufenden Meisterschaft.»
Die Konstellation kann durchaus auch die gegenteilige Reaktion hervorrufen: die totale Offensive. Der FC Chiasso hat sie jüngst erfolgreich praktiziert, als er nach dem 2:1-Auswärtssieg in Yverdon zu Hause mit 1:2 im Rückstand lag. «Ich habe alles auf eine Karte gesetzt», erinnert sich Trainer Paul Schönwetter, «wechselte zwei Verteidiger aus und liess mit vier Stürmern spielen.» Chiasso gewann durch einen Treffer in der 94. Minute 3:2.
Im Tessin, sagt Schönwetter, habe sich die anfängliche Skepsis gegenüber dem neuen Modus mittlerweile gelegt. «Viele haben ihre Meinung zum Positiven hin geändert.» Das mag einerseits damit zusammenhängen, dass die Tessiner Vereine allesamt in der vorderen Tabellenhälfte zu finden sind, andererseits dürfte auch die fehlende Vertretung in der Super League eine Rolle spielen. «Den Versuch nach einem Jahr zu beenden und wieder einen neuen Modus einzuführen hat jedenfalls keinen Sinn.» Zwei, drei Jahre laufen lassen und dann ein Fazit ziehen, so stellt sich Schönwetter die Zukunft vor.
Zurück zum alten Format
Viele Trainer und Funktionäre der Deutschschweizer Vereine sehen eine Zukunft des Modus erst gar nicht. «Gebracht hat er nichts, also sollten wir das Projekt so schnell wie möglich abbrechen», sagt etwa Angelo Corti, Sportchef von Concordia Basel. «Sofort weg mit dem Modus», meint auch Wohlen-Trainer Martin Rueda, obschon seine Mannschaft bisher als eine der wenigen von der Bonuspunkteregelung profitiert hat. «Veränderung heisst in diesem Fall nicht Verbesserung», zieht Maurizio Jacobacci, Trainer der SR Delémont, nach einem halben Jahr Bilanz und fügt sich damit zusammen mit Winterthurs Sportchef René Weiler («Für Trainer ist der Modus interessant und anspruchsvoll, das Fazit ist gesamthaft aber ernüchternd») nahtlos in die Reihe jener ein, die sich mit dem progressiven Vorstoss des Verbandes nicht anfreunden können.
Der positiven Erkenntnis, sich dank der Hin- und Rückspielregel besser auf den Gegner einstellen zu können, stehen etliche Kritikpunkte gegenüber. «Zu krass» findet Seeberger die Tatsache, dass sich Fehler im ersten Spiel (wie etwa ein Platzverweis) gegen denselben Gegner direkt auswirken. Als «nicht ganz fair» erachtet Weiler das Punktesystem, das den Wert eines Unentschiedens deutlich verringere. Und «zu stark» ist für Jacobacci die Bevorteilung der (finanz)starken Teams, die aufgrund ihres breiten Kaders eher mit den Bonuspunkten spekulieren können. «Der Modus ist verbesserungsfähig», gesteht auch Edmond Isoz, Direktor der Swiss Football League, ein. «Grundsätzlich ziehe ich aber eine positive Bilanz.» Wenn am 16. Januar über die Anzahl der Teams in der Challenge League entschieden wird, ist der Modus kein Thema. Seine Zeit kommt erst im Frühling.
Fussball ist eigentlich auf der ganzen Welt verständlich. Der Idee hinter dem Modus der Challenge League kann aber keiner so richtig folgen.»
Jürgen Seeberger, Trainer des FC Schaffhausen
«In ganz Europa gibt es keinen vergleichbaren Modus. Wenn er gut wäre, würden ihn auch andere Ligen übernehmen.»
Angelo Corti, Sportchef Concordia Basel
«Künstlich Spannung erzeugen zu wollen ist nicht im Sinne des Fussballs.»
Martin Rueda, Trainer des FC Wohlen
«Wenn wir nach dem letzten Spieltag Dritter sind, auf dem Feld aber mehr Punkte geholt haben als der Erste, dann bin ich stinksauer.»
Paul Schönwetter, Trainer des FC Chiasso
«Wir sind dann bei einem Glas Pastis eine Viertelstunde an einen Tisch gesessen und ich habe ihnen alles erklärt.»
Nochmals Schönwetter, den Versuch schildernd, einigen fussballbegeisterten Franzosen den Modus der Challenge League näher zu bringen
«Wenn die Vereine entscheiden, diesen Modus nicht mehr haben zu wollen, können wir nichts dagegen tun.»
Edmond Isoz, Direktor der Swiss Football League
Vermarktung
Das Interesse am Produkt «Challenge League» hält sich in engen Grenzen
Mehr als 13 Stunden TV-Präsenz und nahezu 10 000 Fans pro Spiel im Stadion - von diesen Werten, die Mattersburg, der spätere Aufsteiger in die österreichische Bundesliga, in der vergangenen Saison erreichte, können die Vereine der Challenge League höchstens träumen. Dabei ist Österreich gemessen an der Gesamtbevölkerung nur unwesentlich grösser als die Schweiz, hat die zweithöchste Spielklasse im Nachbarland, die «Red Zac Erste Liga», im Schnitt dieser Saison nur unwesentlich mehr Zuschauer. «Dahinter steht hauptsächlich der ORF», sagt der Direktor der Swiss Football League (SFL), Edmond Isoz. «Für das Schweizer Fernsehen ist die Challenge League uninteressant. Und die Produktionskosten sind bei drei Sprachregionen um einiges höher.» Hinzu kommt die grössere Konkurrenzsituation durch andere Sportarten.
Desinteresse ist die Wurzel aller Probleme, mit denen sich die Marketingverantwortlichen des Fussball-Verbandes derzeit auseinander setzen müssen. Die Medienpräsenz der 17 Vereine ist insbesondere in der Deutschschweiz dürftig, ein Titelsponsor analog zur Super League lässt sich ohne entsprechende Plattform nur schwerlich finden. Bald einmal habe man gemerkt, sagt Isoz, «dass wir es für diese Saison nicht mehr schaffen». Und dass ohne TV-Vermarktung die Aussichten auf Erfolg äusserst gering sind.
«Null Interesse»
Mithilfe der regionalen Fernsehstationen das Produkt «Challenge League» besser vermarkten, diese Idee steht seit einiger Zeit im Raum. Von einer zufriedenstellenden Lösung oder gar von der Realisierung dessen ist man allerdings weit entfernt. «Denn die Regionalsender sind nicht allein an der Challenge League interessiert, sie wollen vor allem Bilder der Super League übertragen.» Und selbst die höchste Liga ist am Sonntagabend aufgrund der Übertragungen von SF DRS und Sat.1 «bereits abgegrast», wie es Heinz Lang formuliert. Der Programmleiter von Tele M1 und Tele Tell, in deren Einzugsgebiet sich mit Baden, Wohlen, Luzern und Kriens immerhin vier Vertreter der «Ausbildungsliga» befinden, bringt deutlich zum Ausdruck, wo für ihn die Prioritäten sicher nicht liegen: «Challenge League? Null Interesse.»
Das einzig denkbare Format, in das man «drei, vier Minuten Challenge League» integrieren könnte, wäre für Lang ein Fussball-Magazin. «Allerdings hätte nur ein sehr gutes Projekt eine Chance.» Qualität hat indes seinen Preis und setzt technisch hochwertiges Equipment und Know-how vor-aus. «Die Regionalfernsehsender haben wenig Geld», ist sich Isoz bewusst, «und wir haben nicht die Möglichkeiten, ein Spiel zu produzieren», ergänzt Lang. Erste Überlegungen, irgendwann für Tele M1 ein FC-Aarau-Magazin und analog für Tele Tell ein fixes Gefäss für den FC Luzern anzubieten, sind gemacht. Momentan fehlt aber nebst den nötigen Sponsoren auch ein vernünftiger Sendeplatz. Ein Format für die Challenge League existiert nicht einmal in Gedanken. «Wenn einer der drei Grossen der Regionalsender nicht mitzieht», glaubt Lang, «kann man es sowieso vergessen.»
50 000 Franken pro Verein
Unter diesen Voraussetzungen ist das Ziel der SFL, für die nächste Saison ein Sponsorenpaket zu schnüren, das jedem Verein im besten Fall 50 000 Franken einbringt, äusserst ehrgeizig. Das sich permanent ändernde Umfeld, sei es auf wirtschaftlicher oder mit den bilateren Verträgen auf juristischer Ebene, macht den Handlungsspielraum nicht unbedingt grösser. Eine Chance hätte jedoch auch die Challenge League verdient.