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ZÄME MEH ALS 52%!

lucerne
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Re: ZÄME MEH ALS 52%!

Beitrag von lucerne » 22. Dez 2022, 09:54

NZZ, 22.12.2022 hat geschrieben: Der Machtkampf zwischen dem FC Luzern und dessen Besitzer Bernhard Alpstaeg wird zum Wirtschaftskrimi
Der nächste Eklat im FC Luzern: Die Klubführung reicht gegen Alpstaeg wegen eines Aktien-Deals eine Strafanzeige ein. Doch auch der Klubbesitzer geht juristisch gegen die Chefetage vor. Die Tragödie in der Zentralschweiz bringt dubiose Vorgänge ans Tageslicht.

Peter B. Birrer

Der FC St. Gallen ist stolz darauf, wie geschlossen sein Führungssystem ist, wie wenig bis nichts nach aussen dringt. Die Verwaltungsräte dürfen sich auf die Schultern klopfen. Gut gemacht. Und sie können als Gegenentwurf den lokal verankerten FC Luzern vorbringen, der so gern auf den Spuren der Ostschweizer Eintracht wandeln möchte.

Kann er aber nicht, weil er sich mittlerweile in einem «Wirtschafts-Krimi» wiederfindet. So wird das, was sich rund um den FC Luzern seit Wochen rankt und zankt, mittlerweile benannt. Der anhaltende Machtkampf ist so gross geworden, dass fast nichts mehr auszuschliessen ist.

Der jüngste Akt wurde am Mittwochabend geschrieben, an der Generalversammlung der Holding des FC Luzern, die in einen Eklat und in neuerliche Schuldzuweisungen mündete. Eigentlich wollte der Klubbesitzer Bernhard Alpstaeg den Verwaltungsrat absetzen. Doch da der Klub wegen eines früheren Aktienhandels Strafanzeige gegen Alpstaeg eingereicht und die Hälfte seines Anteils aus dem Aktienbuch gestrichen hatte, verlor dieser seine Mehrheit. Der Verwaltungsrat der Holding mit Präsident Stefan Wolf und dem Vizepräsidenten Josef Bieri blieben daher im Amt.

Alpstaeg beziffert die Verluste bis 2025 mit über 30 Millionen

Unmittelbar danach fuhr Alpstaeg schweres Geschütz auf. Im von der Kommunikationsagentur des Zürchers Sacha Wigdorovits verfassten Communiqué bezichtigt er die Klubführung der «gravierenden Misswirtschaft» und des «reines Schmierentheaters». Zudem kündigt Alpstaeg an, die Klubführung wegen deren «Winkelzüge» an der GV einzuklagen.

Dazu malt er das «drohende Ende» des FC Luzern mit Zahlen an die Wand: 7,1 Millionen Franken Verlust in dieser Saison, 13,6 und 12,1 in den nächstfolgenden Jahren, was nach Adam Riese 32,8 Millionen ergibt. Dies habe der Verwaltungsrat laut Alpstaeg bekanntgegeben, «dem kann ich als grösster Aktionär und Fan des FCL nicht tatenlos zusehen».

Strafanzeige hier, Strafanzeige da: Der FC Luzern zerstückelt sich derzeit gleich selbst, sozusagen unter dem Weihnachtsbaum. Die Juristen reiben sich derweil die Hände.

In der Not erschallen Hilfeschreie der Beteiligten, die durch verschiedene Kanäle in die Öffentlichkeit getragen werden. Da ist auch die Instrumentalisierung nicht weit weg. Solches hatte auch der FC St. Gallen erlebt, in der Ära vor dem Präsidenten Matthias Hüppi, vor 2018, als sich im Klub eine Gruppe ausgebreitet hatte, die den früheren Präsidenten und Geldgeber Dölf Früh auszunehmen versuchte.

Das Wehleiden des FC Luzern dauert genau genommen schon über ein Jahrzehnt. Je länger die Krise dauert, desto tiefer geht sie, zumal immer mehr Details und Ungereimtheiten über klandestine Transaktionen, obskure Beteiligungen und personelle Verstrickungen ans Tageslicht gelangen. Fussballgeschäft, eben.

Der Weg des FC Luzern ist voller Dornen

Der FC Luzern zieht 2011 in sein neues Stadion ein. Die Arena wird hinterher zum Ursprung der Zerrüttung, obschon sie eigentlich für pures Glück stehen müsste. So viel lässt sich Ende 2022 festhalten.

Der FC Luzern reibt sich am Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg, am Patron des Swisspor-Unternehmens, dessen Namen das Fussballstadion trägt. Alpstaeg ist ein Machtmensch, der im Fussball das erhält, was ihm als Unternehmer in der Dämmtechnik verwehrt bleibt: Aufmerksamkeit. Alpstaeg ist eine Führungsperson alter Schule, welche die Macht im Klub und im Stadion hält. Ihm gehört im Luzerner Fussball alles. Auch die «Wirtschaft zum Schützenhaus» neben dem Stadion.

Er habe sich die Mehrheit im Klub und im Stadion schlau erworben, sagen die wenigen, die ihn stützen. Er habe sich die Macht erschlichen, Mitstreiter in die Irre geführt und sich rechtlich im Graubereich bewegt, halten dem zahlreiche Kritiker entgegen.

In einem «Adventsblog» rollt die Anti-Alpstaeg-Volksbewegung «zäme meh als 52%» das Luzerner Verhängnis auf, in einer Art Adventskalender. Tag für Tag, an Weihnachten ist Schluss. Teilweise werden hinter den einzelnen Türchen in einer ruhigen und nicht polemischen Tonalität Zusammenhänge beschrieben und Dokumente vorgelegt, dass einem hinterher die Augen brennen und dazu die Ohren wackeln. Da sind bestens dokumentierte Insider am Werk.

«Die Eiterbeule ist geplatzt. Sie stinkt und ist nicht schön zum Anschauen»
, sagt eine Person, die tiefen Einblick in die Dossiers hat.

Walter Stierli und Alpstaeg verketten sich

Der frühere Klubpräsident Walter Stierli und Alpstaeg haben erhebliche Verdienste in der Realisierung des neuen Stadions. Stierli brachte seinerzeit Leute zusammen, holte Aktionäre an Bord und trieb Kapital auf. Wie viel von wem ist nicht ausgewiesen. Alpstaeg erwarb die Namensrechte des Stadions. Laut dem «Adventsblog» nicht für eine Million pro Jahr, sondern für eine halbe Million, die zweckgebunden in den Werterhalt der Immobilie fliessen musste.

Stierli verkettete sich mit Alpstaeg und drehte mit ihm hinten herum Dinge, an deren Ende Stierli ausschied und Alpstaeg zur Mehrheit gelangte. Nicht nur im Klub, sondern auch im Stadion.

Der FC Luzern ist kleinräumig und ein ideales Terrain für Interessenkollisionen. Den umstrittenen Aktien-Transfer von Stierli in Richtung Alpstaeg wickelte das Advokaturbüro Studhalter ab, sesshaft an der Strandstrasse in Luzern, nahe dem Vierwaldstättersee.

Philipp Studhalter trug im FC Luzern diverse Hüte

Philipp Studhalter ist heute Präsident der Swiss Football League. 2015 wurde er in Luzern der Nachfolger Stierlis. Der Anwalt war zu jener Zeit Verwaltungsratspräsident der Holding, bald darauf sozusagen CEO des FC Luzern und dazu stets juristischer Berater Bernhard Alpstaegs. Studhalter vertrat den Klub und gleichzeitig den Geldgeber. Der Anwalt verhalf Alpstaeg zu den erhofften Mehrheiten – zuerst im FC Luzern und später im Stadion. Heute schweigt Studhalter dazu.

Sein Bruder Alexander ist im Zusammenhang mit russischer Klientel ins Gerede gekommen, wobei die Rolle des Liga-Präsidenten in dieser Causa unklar bleibt. Der Vater Studhalter ist Alpstaeg-nahe und übte offenbar via Alpstaeg Druck aus, als sein Sohn Ende 2021 Präsident der Swiss Football League werden wollte. Der FC Luzern unterstützte zunächst seinen früheren Chef nicht, weil der Klub bei der fälligen «Luzerner Wahl Studhalter» seinen Sitz und damit den direkten Einfluss im Komitee nicht verlieren wollte. Doch Alpstaeg setzte sich durch.

Das war der Anfang von Druckversuchen des Patrons, der «Start einer Kaskade», wie es heisst. Er verlangte die Absetzung des Sportchefs Remo Meyer, er versuchte, sich am jungen Spieler Ardon Jashari zu beteiligen; er forderte öffentlich im «Blick» die Absetzung der ganzen Führungsriege.

Der FC Luzern wird vom Verhängnis Alpstaeg gebeutelt, von einem Ego-Zirkus, der vieles überschattet. Aber der FC Luzern bietet auch die Geschichte des vielen Geldes, der Millionen, die im Schweizer Klubfussball immer wieder eingeschossen werden müssen.

Alpstaeg erhielt am Anfang Aktien für 0 Franken

Das erste Aktienpaket (26 Prozent) wird Alpstaeg seinerzeit geschenkt. Überhaupt ist seltsam, wer über die Jahre wann zu welchem Preis wie viele Aktien des FC Luzern erhält. Mit dem Einstieg neuer Aktionäre wird in zweistelliger Millionenhöhe Geld beschafft, Geld, das danach wieder zerrinnt. Als sich Stierli 2018 zurückzieht, verkauft er seinen Anteil – an den anderen Aktionären vorbei – an Alpstaeg (0,5 Millionen für 25 Prozent), der damit die Mehrheit erlangt.


Stierli stellt dem Klub dazu eine «Rückforderung» in Rechnung (0,4 Millionen) und möchte im Stadion als Ehrenpräsident vier Plätze «auf Lebzeiten».

Das Papier hat die Anwaltskanzlei Studhalter verfasst. Vermerkt ist explizit, dass den Medien nur das Faktum des Stierli-Abgangs, nicht aber Geldbeträge kommuniziert werden dürfen. Als gäbe es etwas zu verbergen. Als 2015 nach diversen im Raum stehenden Ungereimtheiten eine externe Buchprüfung initiiert wurde, kam diese zumindest zum Schluss, dass Geldflüsse «nicht im Sinne der gleichberechtigten Investoren zu werten» seien. Das ist der Hintergrund des jahrelangen Streits im Luzerner Aktionariat. Stierli mit Alpstaeg und Studhalter hier, die übrigen Geldgeber da.

Wer sich durch die Akten des FC Luzern pflügt, stösst auf sonderbare Gesellschaften, Beteiligungen sowie eigenartige An- und Verkäufe. Teilweise werden mit neuen Gesellschaften dahinterstehende Namen kaschiert, teilweise ist der tiefere Sinn der Geldflüsse erst nach der vierten Konsultation ersichtlich. Auf jeden Fall steht fest: Da stank und stinkt einiges.

Der Wutanfall von Alex Frei

Schweizer Fussball bedeutet Geldbedarf, aber auch stete Hoffnung auf Geld aus Spielertransfers. Plötzlich sass in Luzern nicht nur Studhalter mit mehreren Hüten am Verhandlungstisch, sondern auch andere Protagonisten. Die Kernfrage ist nicht nur für Alpstaeg, was jeweils dem FC Luzern diente – und was persönlichen Interessen. Der FC Luzern ist ein Fall für den Psychologen. Und für die Justiz.

Ende 2014 verliess der Sportchef Alex Frei den FC Luzern. Es war ein unrühmlicher Abgang, er zerbrach an der Aufgabe und an den Intrigen im Klub, den er in einem Wutanfall hinter verschlossenen Türen als «Schlangennest» bezeichnete. Zum Abschied sagte er intern: «Ihr habt in Luzern alles, um im Schweizer Fussball zur dritten Kraft zu werden. Aber das passiert nie, nie, nie, solange Stierli und Alpstaeg im Boot sitzen.»
jossen hat geschrieben:Lucerne hatte immer recht! Asche über mein Haupt

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Schalker jung
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Re: ZÄME MEH ALS 52%!

Beitrag von Schalker jung » 22. Dez 2022, 10:14

Auch bei Börnis Hausblatt ist Zurückhaltung angesagt. Das Siegerinterview wieder eingestampft.

Schade, wenn man ihm Glaubt, und deshalb den Reporter erst nach GV Beginn losschickt. Der Rote VW Bus scho no toll :sägeds:
FC Luzern: Club zeigt Alpstaeg an – dieser klagt nach GV zurück

In der Innerschweiz geht es drunter und drüber. Zuerst zeigt der FC Luzern Club-Besitzer Bernhard Alpstaeg an der GV an – im Anschluss schlägt dieser zurück.


Das Wichtigste in KürzeDer FCL hat Anzeige gegen Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg eingereicht.Deshalb sind 25 Prozent seines Stimmrechts an der GV vorübergehend suspendiert.Der 77-Jährige setzt sich zur Wehr und will juristisch gegen die Streichung vorgehen.

Bernhard Alpstaeg wollte heute als Club-Boss durchgreifen – und an der Generalversammlung des FC Luzern den Verwaltungsrat ersetzen. Als Mehrheitsaktionär hätte er anschliessend seine eigene Crew zusammengestellt.

Das Problem: Zumindest für den Moment ist Alpstaeg nicht mehr Mehrheitsaktionär des Vereins! Das berichtet der Blog «meh-als-52» live von der Generalversammlung. Aber der Reihe nach.

2015 übernimmt Bernhard Alpstaeg das Aktienpaket von FCL-Ehrenpräsident Walter Stierli. Dieser Deal ist den Gegnern von Alpstaeg ein Dorn im Auge. Geht es nach ihnen, ist damals nicht alles mit rechten Dingen gelaufen.

Heute gibt Walter Stierli vor der Generalversammlung aber per Medienmitteilung bekannt, dass bei dieser Transaktion alles rechtens verlaufen sei. Der Aktionärsbindungsvertrag sei nicht verletzt worden. «Diese Behauptung ist falsch», wird Stierli zitiert.


FC Luzern zeigt Club-Boss Bernhard Alpstaeg an

Doch der FC Luzern sieht das anders – und lässt heute an der GV die Bombe platzen! Der Club reicht gegen seinen Besitzer Strafanzeige ein! Heisst: Für die Dauer des Verfahrens ist das Stimmrecht Alpstaegs für diese 25 Prozent suspendiert. Damit verfügt er aktuell nur über 27 Prozent der Anteile – und hat damit auch keine Mehrheit mehr!


Entsprechend kommt an der Generalversammlung auch keiner seiner Anträge durch, die Wahl in den VR verpasst er ebenfalls. Dafür werden die restlichen Verwaltungsräte, inklusive FCL-Präsident Stefan Wolf, wiedergewählt.

Bernhard Alpstaeg: «Das ist reines Schmierentheater!»

Die Antwort von Bernhard Alpstaeg lässt aber nicht lange auf sich warten. In einer Medienmitteilung gibt er bekannt, dass er gegen die Streichung der Aktien und die Durchführung der GV Klage einreichen werde.

«Was sich die Verwaltungsräte der FCL Holding und vor allem Präsident Stefan Wolf und Vizepräsident Josef Bieri leisten, um sich ihre Pfründe zu sichern, das ist der Schweiz und insbesondere des FC Luzern nicht würdig», so Alpstaeg. «Das ist reines Schmierentheater. Auf dem Spielfeld würde dafür jeder von diesen Verwaltungsräten augenblicklich die Rote Karte bekommen.»

Mit dieser Medienmitteilung bezieht Bernhard Alpstaeg nach der FCL-GV Stellung.

Er will Klage einreichen und befürchtet ein Finanzloch beim FCL.

Mit dieser Medienmitteilung bezieht Bernhard Alpstaeg nach der FCL-GV Stellung. – zVg

Er werde deshalb juristische Schritte einleiten. Denn geht es nach Alpstaeg, werde er diesem Missmanagement nicht mehr tatenlos zuschauen. «Es droht, den FC Luzern in den Abgrund zu reissen», so der 77-Jährige.
1000 Trainer schon verschliessen, Spieler kommen Spieler gehen
doch was stehts bleibt sind wir Luzerner die immer Treu zur Mannschaft stehn

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dragao
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Re: ZÄME MEH ALS 52%!

Beitrag von dragao » 22. Dez 2022, 10:24

Hoffe die NZZ wirft auch noch einen Blick auf die Dividenden-Ausschüttung an Alpstaeg im Jahr 2021 und setzt dies in Zusammenhang mit dem Covid-Darlehen an den FCL. Wurde hier Bundesrecht verletzt?

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dragao
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Re: ZÄME MEH ALS 52%!

Beitrag von dragao » 22. Dez 2022, 10:31

Zu Sacha Wigdorovits: Es wundert nicht, dass der vom SRF-Reporter keine kritischen Fragen kassiert hat, ist er doch mit einer ehemaligen SRF-Direktorin liiert.

lucerne
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Re: ZÄME MEH ALS 52%!

Beitrag von lucerne » 22. Dez 2022, 11:25

dragao hat geschrieben:
22. Dez 2022, 10:31
Zu Sacha Wigdorovits: Es wundert nicht, dass der vom SRF-Reporter keine kritischen Fragen kassiert hat, ist er doch mit einer ehemaligen SRF-Direktorin liiert.
Der Typ ist auch schon 70 Jahre alt...
Schweiz
Der Einzelkämpfer
Der Bund
29 August 2014

Sacha Wigdorovits ist der umstrittenste PR-Berater der Schweiz. Einer, der auch vor Tricks und Finten nicht zurückscheut. Nun gibt seine Rolle in der Affäre Geri Müller zu reden.

Michèle Binswanger

Äusserlich gibt sich Sacha Wigdorovits kaum je eine Blösse. Meist tritt er in Anzug und Krawatte auf, das Haar zurückgekämmt, mit Silberblick und hintergründigem Lächeln. Wäre er Schau­spieler, könnte man ihn in einer Schweizer Version der TV-Serie «The ­Sopranos» besetzen. Zwar hat er die Grenzen der Legalität immer respektiert, aber er bringt das entsprechende Temperament mit.

Erkundigt man sich in der Branche nach dem bekanntesten PR-Berater der Schweiz, bekommt man vieles zu hören: Ein Haudegen sei er, intelligent, um­triebig, zupackend, immer unter Strom. Aber auch reizbar, einzelgängerisch und launisch, mal aggressiv, dann wieder anschmiegsam. Er habe zwei Gesichter, charmant, umgänglich, witzig auf der einen Seite, aufbrausend und unkontrollierbar auf der anderen. Vor allem aber sei er eines: ein schlechter Verlierer. Drohe ihm eine Niederlage, erzählt ein ehemaliger Tennispartner, beginne er zu tricksen. Diese Mentalität zeigt der Aufsteiger, dessen Karriere von ebenso gros­sen Erfolgen wie Misserfolgen geprägt war, nicht nur im Sport. Sondern auch bei der Wahrheitsfindung.

Der Zweck heiligt die Mittel

Die dümmste Lüge, so heisst es, ist die, mit der man sich selbst belügt. Als Kommunikationsberater warnt Wigdorovits gern vor dem Versuch, Medien zu instrumentalisieren. «Immer mehr Unternehmen versuchen», schrieb er 2006 in einem Aufsatz für seine Firma Contract Media, «ihre Konkurrenten bei Medien und Kunden zu diskreditieren. Ein Kommunikations-Bumerang!» Für ein erfolgreiches Kampagnenmanagement rät er stattdessen weise: «Ganze Wahrheit ­sagen oder schweigen. Nicht desinformieren!» Nur in eigener Sache hält er sich bisweilen an ein anderes Credo: Der Zweck heiligt die Mittel.

Als der «Bund» vergangenen Donnerstag zum ersten Mal den ­Namen Wigdorovits als einen der Spindoktoren hinter der Affäre um Geri ­Müller nannte, wies der PR-Berater ­jegliche Beteiligung weit von sich und bezeichnete den Artikel als «frei erfunden». In den folgenden Tagen sah er sich aufgrund publik gewordener Beweise gezwungen, nach und nach zurückzu­krebsen. Er musste zugeben, wegen der Affäre mit der ­Redaktion sowohl des «Blicks» als auch der «SonntagsZeitung» Kontakt gehabt zu haben. Ebenso mit ­Müllers Chatpartnerin. Und zwar nicht nur im April, wie zunächst ­behauptet, sondern bis in den August hinein.

In Bedrängnis geraten, schwenkte der Kommunikationsberater auf das ­politische Narrativ um: Der «Bund» habe sich vonseiten Geri Müllers instrumentalisieren lassen und inszeniere nun eine «jüdische Verschwörung», um Müller von den Vorwürfen reinzuwaschen. Der «Bund» hatte allerdings weder Wigdorovits’ jüdischen Glauben erwähnt noch etwas von Verschwörung geschrieben. Diese Phrase hatte vielmehr der «Blick» lanciert, dessen Chefredaktor mit Wigdorovits seit Jahren bekannt ist. Mit der Folge, dass der PR-Berater sich nun als Opfer darstellen konnte. Umgekehrt vermutet Wigdorovits hinter dem «Bund»-­Artikel nicht den journalistischen Impuls, die Faktenlage zu klären, sondern eine von Geri Müller lancierte Kampagne. Darüber wollte Wigdorovits nicht mehr mit dem «Bund» reden, frohlockte aber auf Facebook, es sei dem «Bund» nicht gelungen, Müller reinzuwaschen. Dass Journalisten nicht im Sinne des Kampagnenmanagements, sondern im Interesse der Wahrheits­findung handeln, scheint für Wigdorovits undenkbar.

Niemand braucht einen Kommunikationsberater, um zu wissen, dass Glaubwürdigkeit ein kostbares Gut ist. Wie ein Mantra beschwört Wigdorovits ihre Bedeutung bei seinen öffentlichen Auftritten in Wort und Schrift, im Fernsehen, auf Tagungen und in Vorträgen. Doch die Reihe von Medienskandalen, die seine Karriere als Kommunikationsberater säumen, lassen nur zwei Schlüsse zu: Entweder glaubt er selber nicht, was er predigt. Oder er brauchte manchmal selber einen Kommunikationsberater.

Es ist nicht das erste Mal, dass Wig­dorovits mit medialen Kampagnen in Verbindung gebracht wird, die am Ende einen zwielichtigen Eindruck hinterliessen. Er war der Mann, der mit einer Pressekonferenz im Zürcher Hotel ­Savoy die Affäre um die Bank Swissfirst lostrat, die er mit gezieltem Informa­tionsmanagement vorantrieb und zumindest medial auch gewann. Die «NZZ am Sonntag» wurde für ihre ­Bericht­erstattung zwar mit dem Zürcher Journalistenpreis geehrt. Aber ­juristisch blieb von den Vorwürfen, ­welche die Zeitung im Sinne von Wig­dorovits er­hoben hatte, nichts übrig.

Wiederholt zu reden gab auch seine Beziehung zu Ingrid Deltenre, nachdem diese 2003 zur Fernsehdirektorin gewählt worden war. Weil sie mit ihm zusammen die Kommunikationsfirma Contract Media gegründet hatte, vermutete man einen Interessenkonflikt. 
Besonders in die Kritik kam das Paar während der Spuckaffäre um Fussballer Alex Frei. In einem Gruppenspiel der Euro 04 in Portugal tauchten Bilder 
des ZDF auf, die den Schweizer Torjäger 
dabei zeigten, wie er dem englischen Gegen­spieler Steven Gerrard ins Genick spuckte. Die Bilder waren nicht beweiskräftig genug für eine Sperre, sodass 
der Schweizer Fussballverband Frei mangels Beweisen freisprach. Als kurz danach auf myste­riöse Weise weitere Spuckbilder auftauchten, diesmal vom Schweizer Fernsehen, vermutete man, Wigdorovits könnte diese ausgegraben haben, um den Fussballverband zu schwächen. ­Zumal Wigdorovits in den Medien kurz darauf tatsächlich verkündete, der SFV habe nach dieser Affäre ein Glaubwürdigkeitsproblem. Doch auch diese Affäre verpuffte. Heute sagt Wigdorovits auf Anfrage, dass er mit dieser ­Sache nie ­etwas zu tun gehabt habe.

Beeindruckende Karriere

Dabei verdankt er seine beeindruckende Karriere auch ganz anderen Eigenschaften. Nach seinem Studium an der Universität Zürich begann er 1978 als Journalist beim «Landboten», wo er als fleissig und effizient galt. Doch er fühlte sich zu Höherem berufen. Selbst noch ein journalistisches Greenhorn, berichtigte er auch mal den Chef­redaktor, wenn es ihm nötig schien, und trat mit einem Selbstbewusstsein auf, das eine grosse Karriere verhiess. Die machte er dann auch. Er wechselte zum Zürcher «Tages-­Anzeiger», danach zur «SonntagsZeitung» und wurde 1996 schliesslich «Blick»-Chefredaktor.

Nach knapp einem Jahr musste er aber bereits wieder gehen. Sein Zieh­vater Heinz Karrer war in einen internen Machtkampf mit Frank A. Meyer ­geraten und verlor. Wigdorovits musste mit ihm gehen. Auch dieses Muster ­wiederholt sich stets aufs Neue: So ­geschickt Wigdorovits darin ist, Netzwerke aufzubauen, Jungtalente zu finden und an sich zu binden, Kunden zu akquirieren, Kampagnen zu managen – immer wieder eckt er an und geht im Streit. Er ist und bleibt ein Einzel­kämpfer.

Nach eigenen Regeln

1952 als Sohn eines Ingenieurs geboren und in Baden und Zürich aufgewachsen, lagen schon immer grosse Hoffnungen auf Sacha Wigdorovits. Zehn Jahre zuvor war die Mutter mit ihrer Familie aus ­Polen vor den Nazis geflohen. Über Graubünden gelangten sie in die Schweiz, wo Schweizer Soldaten sie entgegen der Weisung der Regierung ins Dorf Castasegna brachten. Diese Familiengeschichte sollte Sacha, den einzigen Sohn und Liebling der Mutter, prägen. Heute kämpft er vehement gegen Antisemitismus und für Israel, gern auch medienwirksam in Talkshows. Beim Nahostkonflikt und der Bewertung der politischen Rolle Israels kann Wigdorovits schnell die Contenance verlieren. Dieses Temperament erwies sich während ­seiner Laufbahn auch immer wieder als Problem.

Wigdorovits spielte immer schon ­lieber nach seinen eigenen Regeln, auch wenn er sich damit wiederholt in eine Sackgasse manövriert hat. 1997 gründete er seine auf Krisenkommunikation spezialisierte Agentur Contract Media, 1999 lancierte er die Pendlerzeitung «20 Minuten» in der Schweiz. Bis zum Verkauf an das Medienhaus Tamedia, das auch den «Bund» herausgibt, im Jahr 2003 sass er als Investor im Verwaltungsrat und ging dann im Streit. 2007 gründete er seine eigene Gratis­zeitung «.ch» und scheiterte damit nach knapp einem Jahr. Er selber gab der ­konjunkturellen Krise die Schuld für den Misserfolg. Branchenkenner machen für sein Scheitern einmal mehr seinen Charakter verantwortlich.

Vollmundig hatte er bei der Lan­cierung des Projekts verkündet, man sei besser als «20 Minuten» und müsse schon deshalb Erfolg haben. Wohl wissend, dass der Kampf um Marktanteile bei den Gratistiteln nicht erst in den Händen der Leser, sondern bei den Vertriebsstrukturen entschieden wurde, entwarf Wigdorovits einen besonders cleveren Plan. Sein «.ch» sollte in den Hauseingängen aufliegen, sodass die Pendler beim Einsteigen in den Zug schon eine Zeitung in der Hand hielten. Dass der Plan nicht ganz so clever war wie geglaubt, zeigte sich dann am ­Widerstand der Hausbesitzer, die Abfallberge befürchteten. Wigdorovits hielt dennoch an seiner Idee fest und musste nach einem Jahr aufgeben.

Kopfschütteln erntete auch sein Mandat für den in die Bredouille geratenen Millionärssohn Carl Hirschmann, das er 2009 übernahm. Schmunzelnd sass er neben dem Goldküsten-Sprössling, als dieser bei TeleZüri eine «neurologische Störung» für seine Ausfälle verantwortlich machte, und brach damit alle Regeln seiner Branche. Von einem guten PR-Berater, so ein Kenner, weiss die Öffentlichkeit weder Name noch Gesicht. Auch diese Regel hat Wigdorovits noch nie ­beherzigt. Mittlerweile ist er bekannt wie ein bunter Hund. Wie ein Kollege es in der Terminologie ausdrückt: «Seine Brand-Awareness ist sehr gut. Seine Brand-Reputation weniger.»

Es liege, so hielt Wigdorovits in ­einem Vortrag mit dem Titel «An In­convenient Truth» fest, nicht im Inte­resse der PR-Branche, Medien zu instrumentalisieren. «Instrumentalisierte Medien sind unglaubwürdige und wertlose Platt­formen», schrieb Wigdorovits in einem Vortrag für Contract Media. Dasselbe lässt sich von Kommunikations­beratern sagen, die ihren eigenen Prinzipien nicht immer nachleben. Der Zweck heiligt eben doch nicht alle Mittel.

Wigdorovits’
Temperament erwies sich während seiner Laufbahn immer
wieder als Problem.

Bekannt wie ein bunter Hund: Sacha Wigdorovits.

Sacha Wigdorovits wurde 1952 als Kind einer Flüchtlingsfamilie in der Schweiz geboren. Sein Heimatort ist Zürich. Nach dem Studium der Germanistik, der Wirtschaftsgeschichte und der Sozialpsychologie stieg er 1978 in den Journalismus ein. Stationen waren der «Landbote», die «Züri Woche», der «Tages-Anzeiger» die «SonntagsZeitung», die «Luzerner Neusten Nachrichten» und der «Blick», den er 1996 bis 1997 leitete. Zudem lancierte Wigdorovits die Gratiszeitungen «20 Minuten» und «.ch». (bin)
jossen hat geschrieben:Lucerne hatte immer recht! Asche über mein Haupt

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Re: ZÄME MEH ALS 52%!

Beitrag von Insider » 22. Dez 2022, 11:38

lucerne hat geschrieben:
22. Dez 2022, 11:25
...
Wurde Wigdorovits schlussendlich in der Geri-Müller-Affäre nicht verurteilt? Und vor Gericht von Valentin Landmann vertreten...? Würde irgendwie zusammenpassen :D
I'm going to make him an offer he can't refuse...

GEGEN DEN MODERNEN SCHIFFSBAU

offene beträge: CHF 50 von tjfcl, CHF 10 von LU-57, CHF 10 von chamäleon, CHF 10 von nelson, CHF 10 an seimon.

JASSOBIG RETTEN - NIEDER MIT DEN WETTEN!

Sammler hat geschrieben: Der FCL ist ein Verein, den man besser erst gar nicht beitreten sollte. Leistungen werden definitiv nicht honoriert. Jetzt auf Margiotta herumzuhacken ist absolut fehl am Platz. Kein Wunder, bekommt der FCL keine Mannschaft mehr zusammen, die mal einen Kübel stemmen wird. Nicht unter Swisspor, nicht unter Meyer. :clown:

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Re: ZÄME MEH ALS 52%!

Beitrag von dragao » 22. Dez 2022, 11:40

Insider hat geschrieben:
22. Dez 2022, 11:38
lucerne hat geschrieben:
22. Dez 2022, 11:25
...
Wurde Wigdorovits schlussendlich in der Geri-Müller-Affäre nicht verurteilt? Und vor Gericht von Valentin Landmann vertreten...? Würde irgendwie zusammenpassen :D
Erneut geriet Wigdorovits in die Schlagzeilen Ende August 2014, als Wigdorovits von verschiedenen Medien als «Drahtzieher» einer Kampagne gegen Geri Müller bezeichnet wurde, die letztlich dazu führte, dass dieser aus seinem Amt als Stadtammann von Baden AG schied.[8][9][10] 2019 wurde er in dieser Angelegenheit vom Hauptvorwurf der versuchten Nötigung und Beihilfe zur Nötigung freigesprochen, hinsichtlich der Aufbewahrung und Kenntnisgabe unbefugt aufgenommener Gespräche wurde er hingegen zu einer zur Bewährung ausgesetzten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 560 Franken (=22'400 Franken) verurteilt.[11]
Quelle: Wikipedia

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Re: ZÄME MEH ALS 52%!

Beitrag von bjaz » 22. Dez 2022, 11:52

lozärn_rockt hat geschrieben:
21. Dez 2022, 23:37
Ich hoffe einfach, dass das Vorgehen des VR Nachhaltig ist und vor Gericht standhält und nichts an dem Defizit von 32 Mio in den nächsten Saison wahr ist
Lass dich bloss nicht von diesem Halsabschneider einlullen.

Zur Erinnerung, die letzten Monate kurz zusammengefasst: Alpstäg gefällt die Frisur von Remo Meyer nicht. Dass ihm so etwas nicht passt hat er schon früher klargestellt. In diesem Fall ist es einfach ein Vorwand. Irgendwann hat ihm Remo Meyer nicht gepasst, weil ihm anscheinend Demut und Arbeitseinsatz fehlen würde. Jedem FCL-Fan sollte aber bewusst sein, dass der FCL noch nie eine solch fähige Person mit diesem Aufgabenbereich vertraut hat. Die letzten Tage und Wochen dürften auch aufgezeigt haben, dass ihm der Remo Meyer einfach zu loyal gegenüber dem Verein ist und Remo es verhindert, dass er in seinem Aufgabenbereich rummauscheln kann. Mit scheinheiligen Argumenten wollte er ihn absägen.

Stefan Wolf und der gesamte VR stellte sich anschliessend loyal hinter Remo Meyer. Danke! Nun sind auch die nicht demütig genug. Sie sollen weg. Zweimal konnte dies nun bereits verhindert werden. Zweimal war die Argumentation von Alpstäg, dass der VR illoyal gegenüber dem Geldgeber (der kein Geld gibt) ist. Da war nie die Rede von irgendwelchen 32 Millionen. Würde man so etwas nicht eher vor und nicht nach einer GV publik machen? Die eigentlichen Argumente einfach ersetzt, weil sie nicht genügen. Und wie kommt er überhaupt auf diese Zahl? Aus seiner Feder klingt dies wie eine Fantasiezahl. Eine Zahl die nur der Ehrenmann *chtuuu* stemmen kann, weil ja nur er Geld hat. Dem einfachen FCL-Fan ein wenig Angst machen. Liest man sich die Kommentare unter einigen "News"-Portalen durch, dann merkt man, dass dieses Argument in der gesamtschweizerischen Bevölkerung fruchtet. In der Zentralschweiz weiss man nun aber hoffentlich besser Bescheid. Wie Master geschrieben hat, ist diese Zahl eine reine Prognose, wenn man an dem aktuellen Konstrukt nicht festhalten würde und sagt überhaupt nichts darüber aus, wie die Prognose aussieht, wenn man daran festhält. Er nimmt hier einfach etwas aus dem Kontext für seine eigene Wahrheit. Alternative Fakten halt, man kennt es. Ein Hohn für jeden langjährigen FCL-Fan, der bemerkt hat, dass der FCL noch nie auf so solidem Fundament stand wie derzeit. Auch ohne Einblick in die Bankkonten. Trotzdem erwarte ich vom FCL eine öffentlichkeitswirksame Richtigstellung. Nehmt den Leuten, denen er mit dieser Zahl Angst macht diese Angst! Verlasst euch bitte nicht auf ein Adventstürchen. Bleibt und werdet aktiv lieber FCL! Zeigt diesem Typen auf was das für Werte sind, die er selber vorzugeben versucht.

Ich kannte Alpstäg vor seinem Wirken beim FCL nicht. Anscheinend hat er sich einen Namen gemacht und einen Ruf aufgebaut. Das Image des Ehrenmannes und Patrons - es bröckelt nicht nur, es ist bereits zerbrochen. Chapeau! Das muss man erst einmal schaffen. Ein richtiger Unternehmer halt. Mittlerweile findet er sich gar in der Schmuddelecke wieder und wenn ich mir die unten eingefügten Bilder so anschaue, dann erinnert mich das an ganz schlimme Typen. Das Witzige und Traurige: Das Alles wäre nicht nötig gewesen. Er könnte gemütlich in der "Höhle der Löwen" sitzen oder sich an einem Raumfahrtunternehmen beteiligen. Ihn würden genügend Spinner feiern, nun aber hasst ihn die halbe Schweiz.

Nach der GV bin ich aber nicht nur mit einem guten Gefühl nach Hause gegangen. Es fühlte sich nicht an wie ein Cupsieg, sondern vielmehr wie eine Zweitrunden-Partie, die man mit Ach und Krach gewonnen hat. In jeder weiteren Runde droht das Ausscheiden oder rückt der Cupsieg näher. Der Gegner wird nicht leichter, erst recht, wenn dieser behauptet unbeeindruckt zu sein.

Danke denen die gestern das Wort ergriffen haben und im Hintergrund für die Sache arbeiten. Ich war und bin beeindruckt! Ich bin stolz! Es hat mich teilweise ziemlich geschüttelt. Dass Alpstäg emotionslos und ziemlich genervt reagiert hat, sagt zwar einiges über ihn aus, aber es macht mir auch Angst. Eine Angst, die ich bis vor ein paar Monaten nie um meinen Verein hatte. Klar kann man diesen Zwischensieg feiern. Aber der gestrige Abend hat hoffentlich allen gezeigt, dass noch mehr Anstrengungen von Nöten sind. Denn wie immer gilt: wer zuletzt lacht... Die Geheimnistuerei um die gestrige GV war richtig und wichtig. Aber diesen Kampf gewinnen wir nur gemeinsam. Die Bewegung ist etwas zusammengesackt, aber sie bleibt meine Hoffnung. Darum erhoffe ich mir, dass man sich wieder etwas öffnet und gelegentlich von der Masse Gebrauch macht. Das wird nach der Winterpause sicherlich wieder einfacher. Ihr habt aber sowieso mein vollstes Vertrauen, egal wie der weitere Weg auszusehen vermag. Und mir ist egal, ob er am Ende beeindruckt ist. Mir ist nur wichtig, dass solche Leute nichts mit meinem Verein zu tun haben. Alpstäg, fahr zur Hölle!

Alli för de FCL - e FCL för Alli!


PS: Männer mit Bodenhaftung und auf Augenhöhe mit der einfachen Arbeiterklasse. Einer davon, einer der andere aufgrund ihrer Frisur diskriminiert und dem Schulgschpändli seiner Tochter am Liebsten aufs Füdli tätschen würde. Schaut sie euch nochmals an! Das sind nicht Bilder vor einem Gerichtsgebäude, sondern vor den eigenen Besitztümern:


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PPS: Ich find euch so dermassen peinlich, das könnt ihr euch nicht vorstellen!

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Re: ZÄME MEH ALS 52%!

Beitrag von Insider » 22. Dez 2022, 12:25

lozärn_rockt hat geschrieben:
21. Dez 2022, 23:37
timtim hat geschrieben:
21. Dez 2022, 22:27
..... Zermürben bis er heulend davonrennt könnte aber durchaus ein Weg sein......
Auch wenn das eine gute Idee ist - doch leider lässt sich ein Narzisst nicht zermürben und heulend läuft er eh nicht davon. Eher ist es so wie sein Rechtsverdreher den Medien mitteilte "Jetzt erst recht"

Ich hoffe einfach, dass das Vorgehen des VR Nachhaltig ist und vor Gericht standhält und nichts an dem Defizit von 32 Mio in den nächsten Saison wahr ist - darum weiterkämpfen und Danke ZMA52% das wir heute mit dabeisein konnten!

TOP 👍👍
Ursula Engelberger-Koller an der heutigen PK:
«Das Theater ist eigentlich nur wegen Herrn Alpstaeg entstanden. Im Oktober hat er uns vorgeworfen, dass wir seine Anweisungen nicht folgen und nun heisst es, dass wir misswirtschaften. Diese Behauptung ist falsch. Wir haben ihm Anfang Dezember aufgezeigt, was passieren würde, wenn es einen FC Alpstaeg gäbe. Das haben wir mit fundierten Daten gemacht. Nun dreht er den Spiess um und behauptet, wir würden in den nächsten Jahren 32 Millionen Franken Defizit schreiben.»
I'm going to make him an offer he can't refuse...

GEGEN DEN MODERNEN SCHIFFSBAU

offene beträge: CHF 50 von tjfcl, CHF 10 von LU-57, CHF 10 von chamäleon, CHF 10 von nelson, CHF 10 an seimon.

JASSOBIG RETTEN - NIEDER MIT DEN WETTEN!

Sammler hat geschrieben: Der FCL ist ein Verein, den man besser erst gar nicht beitreten sollte. Leistungen werden definitiv nicht honoriert. Jetzt auf Margiotta herumzuhacken ist absolut fehl am Platz. Kein Wunder, bekommt der FCL keine Mannschaft mehr zusammen, die mal einen Kübel stemmen wird. Nicht unter Swisspor, nicht unter Meyer. :clown:

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Re: ZÄME MEH ALS 52%!

Beitrag von lucerne » 22. Dez 2022, 12:49

Ergänzt um die Punkte, wie Stierlis Aktienpaket via die Studhalter Rechtsanwälte AG zu Alpstaeg gelangten (Quelle: NLZ, 22.10.2022)
lucerne hat geschrieben:
19. Dez 2022, 17:00
Im Folgenden der Versuch einer Zusammentragung der wichtigsten der brisanten Infos aus dem Adventsblog (https://adventsblog.meh-als-52.ch/) rechtzeitig vor der GV am Mittwoch in chronologischer Reihenfolge (kann gerne noch editiert/ergänzt werden).

Gratulation und herzlichen Dank allen Involvierten für die fantastische (Recherche-)Arbeit!

Spätestens wenn man diese Kernpunkte unten liest, wird klar, dass Alpstaeg als Inhaber des FCL nicht mehr tragbar ist und seine Anteile an der FCL Holding abgeben soll.
Bernhard Alpstaeg:
  • Bei der Gründung der FCL Holding im Jahr 2005 besass Walter Stierli 100 % der Aktien.
  • Obwohl nirgends belegt ist, wie viel Bernhard Alpstäg tatsächlich zur Finanzierung des neuen Stadions beitrug, wurde er dafür fürstlich belohnt. So wurde ihm sein Aktienpaket von 26 % an der FCL Holding «in Verrechnung von bisherigen und zukünftigen Leistungen an den Club» gratis übertragen. Bezahlt hat er dafür nichts.
  • Um das Projekt «Sportarena Allmend Luzern» zu realisieren, wurde damals eine sogenannte Public-Private-Partnership (PPP) gebildet, also ein Zusammengehen von öffentlicher Hand und Unternehmen aus der Privatwirtschaft. Das mit ca. 75 Millionen veranschlagte Sportstadion sollte durch Beiträge der Stadt Luzern, des Kantons Luzern und der Abgabe des Grundstücks im Baurecht an die Immobilien-Anlagegefässe der Credit Suisse finanziert werden. Und auch der FC Luzern wurde zur Kasse gebeten: 9.8 Millionen musste er übernehmen.
  • Diese Intransparenz sorgte an der Sitzung des Grossen Stadtrats vom 25. September 2008 für rote Köpfe. Über Parteigrenzen hinweg fragten sich Politiker und Politikerinnen, ob der Finanzierungsbeitrag des FCL tatsächlich aus rein privaten Geldern bestehen würde – oder ob auch öffentliche Kassen angezapft wurden bzw. Gelder von staatsnahen Betrieben wie der EWL, der VBL oder der Luzerner Kantonalbank. Diese Befürchtungen waren nicht ganz unbegründet, hatte sich doch bereits eine Million aus dem kantonalen Lotteriefond in den FCL-Finanzierungsbeitrag hineingeschmuggelt.
  • Wir wissen also bis heute nicht, in welchem Umfang Bernhard Alpstäg tatsächlich an der Finanzierung der Sportarena beteiligt war, wie hoch zum Beispiel eine allfällige Bürgschaft von ihm war.
  • Wenn man berücksichtigt, dass 26 % an der FCL Holding AG heute wohl über 8 Millionen wert wären, muss man nicht Mathematik studiert haben, um zu merken, dass die Stadion-Mitfinanzierung für Bernhard Alpstäg ein sehr, sehr lukratives Geschäft war.
  • Für die Namensrechte am Stadion zahlte Alpstäg in den ersten zehn Jahren pro Jahr eine halbe Million Franken – und nicht eine Million, wie es fälschlicherweise kolportiert wurde.
  • Vom Geld, das Alpstäg für die Namensrechte am Stadion zahlt, sieht der FC Luzern keinen Rappen.
  • Die späteren Aktionäre Marco Sieber, Samih Sawiris, Hans Schmid sowie Josef Bieri bezahlten für ihre nicht einmal halb so grossen Pakete jeweils 2 bis 3 Millionen Franken an den FCL.
  • Um bei einem Weiterverkauf Kasse zu machen [wurde 2012 "Die Löwen Pool AG" gegründet, diese] finanziert Transfers und besitzt ab 2012 FCL-Spieler (z. B. Lezcano, Hyka).
  • Wieso die zusätzliche Firma? Eigentümer von Löwen Pool AG und FCL Holding sind dieselben [, u.a. auch Alpstaeg mit einem ca. 15% Anteil]
  • Und nun zur zentralen Frage: Wer verdient (und wie) an diesem Konstrukt? Für Verkäufe von LP-Spielern gibt es eine klar definierte Vorgehensweise. Vereinfacht: Der erwirtschaftete Netto-Gewinn (Transferertrag abzüglich sämtlicher Kosten wie Einkaufspreis, Beraterkommission etc.) wird zwischen dem FCL (51 %) und der Löwen Pool AG (49 %) nahezu hälftig geteilt.
  • Interessenkonflikte vorprogrammiert: Operative Entscheidungsträger sind privat an einzelnen Spielern des Vereins beteiligt.
  • Die FIFA besiegelt das Ende: Stierli, Alpstäg + Co. müssen die Löwen Pool AG 2015 aufgeben.
  • Bernhard Traugott Alpstäg bezahlte 2015 für Walter Stierlis Aktienpaket [an der FCL Holding] 500’000 Franken und sicherte sich dadurch die Mehrheit an der FCL Holding AG.
  • Per Anfang des Jahres liess der 2014 als Präsident zurückgetretene Walter Stierli (Nachfolger; Mike Hauser) seine Aktien treuhänderisch verwalten [von der Studhalter Rechtsanwälte AG]. Sie sollten, so der einstimmige Beschluss des FCL-Holding-AG-Verwaltungsrates 2015, an neue Investoren verkauft werden. Für den FCL erhoffte man sich dadurch 7,5 Millionen Franken neues Kapital. Da Stierli nicht mehr als aktiver Aktionär galt, wurden die finanziellen Verpflichtungen anteilsmässig unter den verbleibenden Aktionären (Alpstaeg [27%], Sawiris [12,5%], Schmid, Sieber und Bieri [je 10%]) aufgeteilt. (Quelle: NLZ, 23.10.2022)
  • Im Dezember 2018 wurde dann öffentlich bekannt, dass Alpstaeg das Stierli-Paket als sein Eigentum betrachtet und sich mit 52 Prozent als Mehrheitsaktionär sieht. Alpstaeg soll Stierli für den 25-Prozent-Anteil 500’000 Franken überwiesen haben. Diese Aktion hat schliesslich zum Aktionärsstreit zwischen Bernhard Alpstaeg und der «Triple-S-Gruppe» Sawiris, Schmid, Sieber geführt. Walter Stierli schweigt sich bis heute zu diesem Deal aus. (Quelle: NLZ, 23.10.2022)
  • Alpstaeg hatte mit dem Stierli-Deal das Vorverkaufsrecht seiner Mitaktionäre missachtet und dem Klub entgingen über 7 Millionen Franken an neuem Kapital, das bei einem Verkauf an neue Aktionäre in die Kassen der Holding geflossen wären. Zudem sah sich die Triple-S-Gruppe auch von Alpstaeg getäuscht, da dieser so eigentlich seit 2015 anteilsmässig für 52 Prozent der Defizite hätte aufkommen müssen. Knapp eine Million Franken hat die Gruppe deshalb nach eigenen Berechnungen zu viel bezahlt.(Quelle: NLZ, 23.10.2022)
  • 2019 wird Alpstäg am Willen seiner damaligen Holding-Mitaktionäre vorbei Mehrheitsaktionär der Stadion Luzern AG. Seither hat er auch die volle Kontrolle über das Stadion.
  • Er erwirbt die Aktien nicht unter eigenem Namen, sondern gut getarnt mit Hilfe der Antoga AG, die er kurz zuvor von Anton Eberli übernommen hat.
  • Da der Erlös aus der Vermarktung der Stadion-Namensrechte zwingend für den Unterhalt und die Instandhaltung des Stadions eingesetzt werden müsste, finanziert Bernhard Alpstäg mit seinen Zahlungen im Prinzip nichts anderes als den Werterhalt seiner Immobilie.
  • Die doppelte Machtfülle von Bernhard Alpstäg – sowohl als Mehrheitsaktionär der FCL Holding AG als auch der Stadion Luzern AG – ist ein grosses Problem für den FCL und gehört konsequent zerschlagen.
  • 2020 verhandelte Bernhard Alpstäg mit der AC Milan über eine mögliche Partnerschaft/Übernahme.
  • Die Verhandlungen wurden von Spielerberater und Alpstäg-Einflüsterer Giacomo Petralito initiiert.
  • Der Deal scheiterte letztlich am Widerstand aus dem Mailänder Clubumfeld.
  • Jeder Fussballspieler hat das Recht, seine Bilder zu vermarkten und mit ihnen Geld zu verdienen. Viele treten dieses Recht allerdings an Agenturen ab, die damit gute Geschäfte machen. Manchmal auch im rechtlichen Graubereich.
  • Auch Bernhard Alpstäg will mit Bildrechten von Spielern handeln. Insbesondere dafür hat er letzten Sommer die Firma BA Sport AG gegründet.
  • Nachdem es sich Petralito nun also bereits mit einigen Klubs und Klienten verscherzt hat, scheint er nun zu versuchen, via Bernhard Alpstäg beim FCL seine Deals zu machen. Ob die Gründung der BA Sport AG und der Beraterknatsch um Ardon Jashari zur selben Zeit nur Zufall waren und welche Rolle Petralito dabei spielte, darüber darf sich jeder seine eigene Meinung bilden.

Walter Stierli:
  • Um die Kontrolle über einen allfälligen Stadionum- oder -neubau wurde beim FCL schon früh mit harten Bandagen gekämpft.
  • Als Kontrahenten standen sich Romano Simioni und Walter Stierli gegenüber. Letzterer tatkräftig unterstützt durch ʹseinenʹ Club 200.
  • Der FCL-interne Machtkampf fand seinen unrühmlichen Höhepunkt im jahrelangen Hickhack um das so genannte «Haus des Sports».
  • Bei der Gründung der FCL Holding im Jahr 2005 besass Walter Stierli 100 % der Aktien.
  • Im November 2010 erhielt die Gruppe Rigi 5.5 % der Aktien an der FCL Holding AG, soweit ersichtlich ohne finanzielle Gegenleistung.
  • Die Gruppe Rigi ist eine einfache Gesellschaft – bestehend aus Walter Stierli (damals Verwaltungsratspräsident der FCL Holding AG), Mike Hauser (damals Verwaltungsrat der FCL Holding AG) und Thomas Schönberger (damals FCL-CEO).
  • An dieser Gesellschaft waren Walter Stierli zur Hälfte, Mike Hauser und Thomas Schönberger zu je einem Viertel beteiligt.
  • Im Oktober 2011 verkaufte die Gruppe Rigi bereits wieder 3.5 % ihrer Holding-Aktien – für 1.05 Mio. Franken (300 Franken pro Aktie).;
    Fr. 600’000.- flossen im November 2011 von der Gruppe Rigi an die FC Luzern-Innerschweiz AG weiter, die restlichen Fr. 450’000.- verblieben bei Stierli, Hauser und Schönberger.
  • Spannend ist nun allerdings, dass im Sommer 2012 bei der Gründung der Löwen Pool AG die Einlagen von Walter Stierli (Fr. 400’000.-), Mike Hauser und Thomas Schönberger (je Fr. 100’000.-) nicht von diesen Personen überwiesen wurde, sondern von der FC Luzern-Innerschweiz AG.
  • Um bei einem Weiterverkauf Kasse zu machen [wurde 2012 "Die Löwen Pool AG" gegründet, diese] finanziert Transfers und besitzt ab 2012 FCL-Spieler (z. B. Lezcano, Hyka).
  • Wieso die zusätzliche Firma? Eigentümer von Löwen Pool AG und FCL Holding sind dieselben[, u.a. mit ca. 15% Anteil von Stierli STIWA Consulting AG]
  • Und nun zur zentralen Frage: Wer verdient (und wie) an diesem Konstrukt? Für Verkäufe von LP-Spielern gibt es eine klar definierte Vorgehensweise. Vereinfacht: Der erwirtschaftete Netto-Gewinn (Transferertrag abzüglich sämtlicher Kosten wie Einkaufspreis, Beraterkommission etc.) wird zwischen dem FCL (51 %) und der Löwen Pool AG (49 %) nahezu hälftig geteilt.
  • Interessenkonflikte vorprogrammiert: Operative Entscheidungsträger sind privat an einzelnen Spielern des Vereins beteiligt.
  • Die FIFA besiegelt das Ende: Stierli, Alpstäg + Co. müssen die Löwen Pool AG 2015 aufgeben.
  • Bernhard Traugott Alpstäg bezahlte 2015 für Walter Stierlis Aktienpaket 500’000 Franken und sicherte sich dadurch die Mehrheit an der FCL Holding AG.
  • Per Anfang des Jahres liess der 2014 als Präsident zurückgetretene Walter Stierli (Nachfolger; Mike Hauser) seine Aktien treuhänderisch verwalten [von der Studhalter Rechtsanwälte AG]. Sie sollten, so der einstimmige Beschluss des FCL-Holding-AG-Verwaltungsrates 2015, an neue Investoren verkauft werden. Für den FCL erhoffte man sich dadurch 7,5 Millionen Franken neues Kapital. Da Stierli nicht mehr als aktiver Aktionär galt, wurden die finanziellen Verpflichtungen anteilsmässig unter den verbleibenden Aktionären (Alpstaeg [27%], Sawiris [12,5%], Schmid, Sieber und Bieri [je 10%]) aufgeteilt. (Quelle: NLZ, 23.10.2022)
  • Im Dezember 2018 wurde dann öffentlich bekannt, dass Alpstaeg das Stierli-Paket als sein Eigentum betrachtet und sich mit 52 Prozent als Mehrheitsaktionär sieht. Alpstaeg soll Stierli für den 25-Prozent-Anteil 500’000 Franken überwiesen haben. Diese Aktion hat schliesslich zum Aktionärsstreit zwischen Bernhard Alpstaeg und der «Triple-S-Gruppe» Sawiris, Schmid, Sieber geführt. Walter Stierli schweigt sich bis heute zu diesem Deal aus. (Quelle: NLZ, 23.10.2022)
  • Alpstaeg hatte mit dem Stierli-Deal das Vorverkaufsrecht seiner Mitaktionäre missachtet und dem Klub entgingen über 7 Millionen Franken an neuem Kapital, das bei einem Verkauf an neue Aktionäre in die Kassen der Holding geflossen wären. Zudem sah sich die Triple-S-Gruppe auch von Alpstaeg getäuscht, da dieser so eigentlich seit 2015 anteilsmässig für 52 Prozent der Defizite hätte aufkommen müssen. Knapp eine Million Franken hat die Gruppe deshalb nach eigenen Berechnungen zu viel bezahlt.(Quelle: NLZ, 23.10.2022)
  • Bei seinem Ausstieg hat sich Walter Stierli sein Engagement vergolden lassen.
  • Walter Stierli, der Meister der Vertuschung, der Spezialist für komplizierte und geldflussverschleiernde Strukturen. Derjenige, der sich nach seinem Komplett-Rückzug wie folgt zitieren liess: «Ich war ehrenamtlicher Präsident. Ich hatte keinen Lohn, nichts».
    --> Fr. 500’000.- (Aktienverkauf an Alpstäg)?
    --> Fr. 400’000.- (Rückforderung für «Entflechtung Engagement FCL Holding»)?
    --> Fr. 225’000.- (Gruppe Rigi)?
    Nichts. Absolut nichts.
jossen hat geschrieben:Lucerne hatte immer recht! Asche über mein Haupt

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Re: ZÄME MEH ALS 52%!

Beitrag von Don Pedro » 22. Dez 2022, 13:20

Merci lucerne! Top Übersicht!

Danke allen, die zu gestern beigetragen haben! Schön zu sehen, dass man mit Zusammenhalt, Intelligenz und Durchhaltewillen auch gegen die mächtigsten Geldsäcke solche Etappensiege einfahren kann.
Ich bin unglaublich angewidert von Menschen wie Alpstäg, Stierli und allen, die denen den Arsch mit Genuss lecken, um auch ein Stück vom Kuchen zu erhalten. Meine Meinung zu solchen Geschöpfe könnte nicht dezidierter und niedriger sein. Schön, dass es euch im Lebensabend doch noch mal auf dem falschen Fuss erwischt. Danke für rein gar nichts!
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Re: ZÄME MEH ALS 52%!

Beitrag von dragao » 22. Dez 2022, 13:59


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Re: ZÄME MEH ALS 52%!

Beitrag von Wayne Rooney » 22. Dez 2022, 15:08

bjaz hat geschrieben:
22. Dez 2022, 11:52
lozärn_rockt hat geschrieben:
21. Dez 2022, 23:37
Ich hoffe einfach, dass das Vorgehen des VR Nachhaltig ist und vor Gericht standhält und nichts an dem Defizit von 32 Mio in den nächsten Saison wahr ist
Lass dich bloss nicht von diesem Halsabschneider einlullen.

Zur Erinnerung, die letzten Monate kurz zusammengefasst: Alpstäg gefällt die Frisur von Remo Meyer nicht. Dass ihm so etwas nicht passt hat er schon früher klargestellt. In diesem Fall ist es einfach ein Vorwand. Irgendwann hat ihm Remo Meyer nicht gepasst, weil ihm anscheinend Demut und Arbeitseinsatz fehlen würde. Jedem FCL-Fan sollte aber bewusst sein, dass der FCL noch nie eine solch fähige Person mit diesem Aufgabenbereich vertraut hat. Die letzten Tage und Wochen dürften auch aufgezeigt haben, dass ihm der Remo Meyer einfach zu loyal gegenüber dem Verein ist und Remo es verhindert, dass er in seinem Aufgabenbereich rummauscheln kann. Mit scheinheiligen Argumenten wollte er ihn absägen.

Stefan Wolf und der gesamte VR stellte sich anschliessend loyal hinter Remo Meyer. Danke! Nun sind auch die nicht demütig genug. Sie sollen weg. Zweimal konnte dies nun bereits verhindert werden. Zweimal war die Argumentation von Alpstäg, dass der VR illoyal gegenüber dem Geldgeber (der kein Geld gibt) ist. Da war nie die Rede von irgendwelchen 32 Millionen. Würde man so etwas nicht eher vor und nicht nach einer GV publik machen? Die eigentlichen Argumente einfach ersetzt, weil sie nicht genügen. Und wie kommt er überhaupt auf diese Zahl? Aus seiner Feder klingt dies wie eine Fantasiezahl. Eine Zahl die nur der Ehrenmann *chtuuu* stemmen kann, weil ja nur er Geld hat. Dem einfachen FCL-Fan ein wenig Angst machen. Liest man sich die Kommentare unter einigen "News"-Portalen durch, dann merkt man, dass dieses Argument in der gesamtschweizerischen Bevölkerung fruchtet. In der Zentralschweiz weiss man nun aber hoffentlich besser Bescheid. Wie Master geschrieben hat, ist diese Zahl eine reine Prognose, wenn man an dem aktuellen Konstrukt nicht festhalten würde und sagt überhaupt nichts darüber aus, wie die Prognose aussieht, wenn man daran festhält. Er nimmt hier einfach etwas aus dem Kontext für seine eigene Wahrheit. Alternative Fakten halt, man kennt es. Ein Hohn für jeden langjährigen FCL-Fan, der bemerkt hat, dass der FCL noch nie auf so solidem Fundament stand wie derzeit. Auch ohne Einblick in die Bankkonten. Trotzdem erwarte ich vom FCL eine öffentlichkeitswirksame Richtigstellung. Nehmt den Leuten, denen er mit dieser Zahl Angst macht diese Angst! Verlasst euch bitte nicht auf ein Adventstürchen. Bleibt und werdet aktiv lieber FCL! Zeigt diesem Typen auf was das für Werte sind, die er selber vorzugeben versucht.

Ich kannte Alpstäg vor seinem Wirken beim FCL nicht. Anscheinend hat er sich einen Namen gemacht und einen Ruf aufgebaut. Das Image des Ehrenmannes und Patrons - es bröckelt nicht nur, es ist bereits zerbrochen. Chapeau! Das muss man erst einmal schaffen. Ein richtiger Unternehmer halt. Mittlerweile findet er sich gar in der Schmuddelecke wieder und wenn ich mir die unten eingefügten Bilder so anschaue, dann erinnert mich das an ganz schlimme Typen. Das Witzige und Traurige: Das Alles wäre nicht nötig gewesen. Er könnte gemütlich in der "Höhle der Löwen" sitzen oder sich an einem Raumfahrtunternehmen beteiligen. Ihn würden genügend Spinner feiern, nun aber hasst ihn die halbe Schweiz.

Nach der GV bin ich aber nicht nur mit einem guten Gefühl nach Hause gegangen. Es fühlte sich nicht an wie ein Cupsieg, sondern vielmehr wie eine Zweitrunden-Partie, die man mit Ach und Krach gewonnen hat. In jeder weiteren Runde droht das Ausscheiden oder rückt der Cupsieg näher. Der Gegner wird nicht leichter, erst recht, wenn dieser behauptet unbeeindruckt zu sein.

Danke denen die gestern das Wort ergriffen haben und im Hintergrund für die Sache arbeiten. Ich war und bin beeindruckt! Ich bin stolz! Es hat mich teilweise ziemlich geschüttelt. Dass Alpstäg emotionslos und ziemlich genervt reagiert hat, sagt zwar einiges über ihn aus, aber es macht mir auch Angst. Eine Angst, die ich bis vor ein paar Monaten nie um meinen Verein hatte. Klar kann man diesen Zwischensieg feiern. Aber der gestrige Abend hat hoffentlich allen gezeigt, dass noch mehr Anstrengungen von Nöten sind. Denn wie immer gilt: wer zuletzt lacht... Die Geheimnistuerei um die gestrige GV war richtig und wichtig. Aber diesen Kampf gewinnen wir nur gemeinsam. Die Bewegung ist etwas zusammengesackt, aber sie bleibt meine Hoffnung. Darum erhoffe ich mir, dass man sich wieder etwas öffnet und gelegentlich von der Masse Gebrauch macht. Das wird nach der Winterpause sicherlich wieder einfacher. Ihr habt aber sowieso mein vollstes Vertrauen, egal wie der weitere Weg auszusehen vermag. Und mir ist egal, ob er am Ende beeindruckt ist. Mir ist nur wichtig, dass solche Leute nichts mit meinem Verein zu tun haben. Alpstäg, fahr zur Hölle!

Alli för de FCL - e FCL för Alli!


PS: Männer mit Bodenhaftung und auf Augenhöhe mit der einfachen Arbeiterklasse. Einer davon, einer der andere aufgrund ihrer Frisur diskriminiert und dem Schulgschpändli seiner Tochter am Liebsten aufs Füdli tätschen würde. Schaut sie euch nochmals an! Das sind nicht Bilder vor einem Gerichtsgebäude, sondern vor den eigenen Besitztümern:


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PPS: Ich find euch so dermassen peinlich, das könnt ihr euch nicht vorstellen!


Danke Jossen! Grossartig geschrieben.
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Re: ZÄME MEH ALS 52%!

Beitrag von Schalker jung » 22. Dez 2022, 15:37

Alpstaeg via Nau. Danke Hebi
Nau.ch: Guten Morgen Herr Alpstaeg, wie haben Sie nach der Generalversammlung von gestern Abend geschlafen?

Bernhard Alpstaeg: Gut, denn ich habe ein ruhiges Gewissen. Bei den Verwaltungsräten der FCL Holding ist dies offenbar anders. Dies mindestens hat uns nach der GV einer von ihnen signalisiert. Das kann ich verstehen. Wenn ich mich so übel wie sie verhalten würde, würde ich mich in meiner Haut auch nicht mehr wohl fühlen.

Nau.ch: Die Gegenpartei um Josef Bieri und Stefan Wolf möchte offensichtlich auf Zeit spielen und Sie zermürben. Wie gehen Sie damit um?

Bernhard Alpstaeg: Die haben immer noch nicht verstanden, mit wem sie es zu tun haben und weshalb ich mich hier so engagiere. Wenn ich mich wegen solcher Lausbubenstreiche und Druckversuche wie jenen des FCL Holding-Verwaltungsrates ins Bockshorn jagen liesse, dann wäre ich kein Unternehmer geworden. Und meine Motivation ist es ja – im Gegensatz zu den Verwaltungsräten – nicht, mein Ego zu befriedigen.

Meine Motivation ist es, den FC Luzern zu retten, bevor ihn der jetzige Verwaltungsrat mit seinem unverantwortlichen Finanzgebaren an die Wand fährt. Deshalb werde ich selbstverständlich weitermachen. Jetzt erst recht. Denn mit seinem gestrigen Verhalten hat der Verwaltungsrat deutlich bewiesen, wie unfähig er ist.


Bernhard Alpstaeg kritisiert das Vorgehen von Präsident Stefan Wolf und dem Verwaltungsrat beim FC Luzern. - Keystone
Nau.ch: Der Vorgang, Ihnen das 25%-Aktienpaket, welches Sie 2015 von Ex-Präsident Walter Stierli gekauft haben, zu entziehen, scheint auch für den Laien absurd. Finden Sie Worte dazu?

Bernhard Alpstaeg: Es ist nicht nur absurd, es ist böswillig und rechtsmissbräuchlich. 2015 hat der Verwaltungsrat zuerst einen Gutachter abklären lassen, ob Walter Stierli mir sein Aktienpaket verkaufen darf, und dies hat der Gutachter bejaht. Daraufhin hat der Verwaltungsrat beschlossen, mich als Eigentümer dieser Aktien anzuerkennen und er hat mich mit einstimmigem Beschluss ins Aktienbuch eintragen lassen.

Dass er jetzt behauptet, diese Beschlüsse seien nicht gültig, weil ich sie mit Drohungen erzwungen hätte, ist eine hinterhältige Unterstellung und ein des FC Luzern unwürdiges Schmierentheater.


Nau.ch: Verlieren Sie langsam die Freude am FC Luzern und dürfen Ihre Gegner damit rechnen, dass Sie möglichweise den Bettel ganz hinschmeissen und sich zurückziehen?

Bernhard Alpstaeg: Ganz sicher nicht. Ich bin und bleibe ein Fan des FC Luzern. Und weil ich sehe, wie der jetzige Verwaltungsrat den Klub wirtschaftlich und damit auch sportlich an die Wand fährt, kann ich gar nicht aufhören. Sonst gibt es den FCL in drei, vier Jahren in der Super League nicht mehr. Deshalb engagiere ich mich ja dermassen und nehme auch all die Verunglimpfungen in Kauf, mit denen mich der Verwaltungsrat loszuwerden versucht.

Nau.ch: Was sind die nächsten Schritte und welche Botschaft möchten Sie hier noch platzieren?

Bernhard Alpstaeg: Statt dass wir mit der Sanierung des FC Luzern beginnen können, wie dies der Fall gewesen wäre, wenn ich in den Verwaltungsrat gewählt worden wäre, muss ich jetzt wegen der widerrechtlichen Manöver des Verwaltungsrates juristisch tätig werden. Das heisst konkret: Ich muss beim Bezirksgericht Luzern zwei Klagen einreichen.

Eine, damit mir die 25 Prozent Aktien, die ich 2015 Walter Stierli rechtsgültig abgekauft habe, wieder rechtmässig zugesprochen und ich damit ins Aktienbuch eingetragen werde. Und eine zweite, dass die gestern gefällten Beschlüsse der Generalversammlung für nichtig erklärt werden, weil man mich daran gehindert hat, mit meinen ganzen 52 Prozent der Aktien zu stimmen.

Zur Botschaft, die ich platzieren möchte. Diese richte ich an die vielen treuen Fans des FC Luzern. Ihnen sage ich: Ich bin euch nicht böse, dass ihr mich attackiert, denn ich weiss, dass der Verwaltungsrat euch mit seinen falschen Informationen über mich in die Irre geführt hat.

Aber ich bitte euch: Seid offen genug, eure Meinung zu ändern, wenn ihr seht, dass die Wahrheit eine andere ist, und dass nicht ich es bin, den ihr angreifen sollt, sondern den Verwaltungsrat, der euch missbraucht, und der im Begriff ist, unseren FC Luzern zu zerstören. In diesem Sinn wünsche ich euch und uns allen besinnliche Festtage und ein gutes, gesundes und – auch in Bezug auf unser Verhältnis – friedliches neues Jahr.
1000 Trainer schon verschliessen, Spieler kommen Spieler gehen
doch was stehts bleibt sind wir Luzerner die immer Treu zur Mannschaft stehn

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Re: ZÄME MEH ALS 52%!

Beitrag von Gabor_Gerstenmaier » 22. Dez 2022, 16:50

bjaz hat geschrieben:
22. Dez 2022, 11:52
lozärn_rockt hat geschrieben:
21. Dez 2022, 23:37
Ich hoffe einfach, dass das Vorgehen des VR Nachhaltig ist und vor Gericht standhält und nichts an dem Defizit von 32 Mio in den nächsten Saison wahr ist
Lass dich bloss nicht von diesem Halsabschneider einlullen.

Zur Erinnerung, die letzten Monate kurz zusammengefasst: Alpstäg gefällt die Frisur von Remo Meyer nicht. Dass ihm so etwas nicht passt hat er schon früher klargestellt. In diesem Fall ist es einfach ein Vorwand. Irgendwann hat ihm Remo Meyer nicht gepasst, weil ihm anscheinend Demut und Arbeitseinsatz fehlen würde. Jedem FCL-Fan sollte aber bewusst sein, dass der FCL noch nie eine solch fähige Person mit diesem Aufgabenbereich vertraut hat. Die letzten Tage und Wochen dürften auch aufgezeigt haben, dass ihm der Remo Meyer einfach zu loyal gegenüber dem Verein ist und Remo es verhindert, dass er in seinem Aufgabenbereich rummauscheln kann. Mit scheinheiligen Argumenten wollte er ihn absägen.

Stefan Wolf und der gesamte VR stellte sich anschliessend loyal hinter Remo Meyer. Danke! Nun sind auch die nicht demütig genug. Sie sollen weg. Zweimal konnte dies nun bereits verhindert werden. Zweimal war die Argumentation von Alpstäg, dass der VR illoyal gegenüber dem Geldgeber (der kein Geld gibt) ist. Da war nie die Rede von irgendwelchen 32 Millionen. Würde man so etwas nicht eher vor und nicht nach einer GV publik machen? Die eigentlichen Argumente einfach ersetzt, weil sie nicht genügen. Und wie kommt er überhaupt auf diese Zahl? Aus seiner Feder klingt dies wie eine Fantasiezahl. Eine Zahl die nur der Ehrenmann *chtuuu* stemmen kann, weil ja nur er Geld hat. Dem einfachen FCL-Fan ein wenig Angst machen. Liest man sich die Kommentare unter einigen "News"-Portalen durch, dann merkt man, dass dieses Argument in der gesamtschweizerischen Bevölkerung fruchtet. In der Zentralschweiz weiss man nun aber hoffentlich besser Bescheid. Wie Master geschrieben hat, ist diese Zahl eine reine Prognose, wenn man an dem aktuellen Konstrukt nicht festhalten würde und sagt überhaupt nichts darüber aus, wie die Prognose aussieht, wenn man daran festhält. Er nimmt hier einfach etwas aus dem Kontext für seine eigene Wahrheit. Alternative Fakten halt, man kennt es. Ein Hohn für jeden langjährigen FCL-Fan, der bemerkt hat, dass der FCL noch nie auf so solidem Fundament stand wie derzeit. Auch ohne Einblick in die Bankkonten. Trotzdem erwarte ich vom FCL eine öffentlichkeitswirksame Richtigstellung. Nehmt den Leuten, denen er mit dieser Zahl Angst macht diese Angst! Verlasst euch bitte nicht auf ein Adventstürchen. Bleibt und werdet aktiv lieber FCL! Zeigt diesem Typen auf was das für Werte sind, die er selber vorzugeben versucht.

Ich kannte Alpstäg vor seinem Wirken beim FCL nicht. Anscheinend hat er sich einen Namen gemacht und einen Ruf aufgebaut. Das Image des Ehrenmannes und Patrons - es bröckelt nicht nur, es ist bereits zerbrochen. Chapeau! Das muss man erst einmal schaffen. Ein richtiger Unternehmer halt. Mittlerweile findet er sich gar in der Schmuddelecke wieder und wenn ich mir die unten eingefügten Bilder so anschaue, dann erinnert mich das an ganz schlimme Typen. Das Witzige und Traurige: Das Alles wäre nicht nötig gewesen. Er könnte gemütlich in der "Höhle der Löwen" sitzen oder sich an einem Raumfahrtunternehmen beteiligen. Ihn würden genügend Spinner feiern, nun aber hasst ihn die halbe Schweiz.

Nach der GV bin ich aber nicht nur mit einem guten Gefühl nach Hause gegangen. Es fühlte sich nicht an wie ein Cupsieg, sondern vielmehr wie eine Zweitrunden-Partie, die man mit Ach und Krach gewonnen hat. In jeder weiteren Runde droht das Ausscheiden oder rückt der Cupsieg näher. Der Gegner wird nicht leichter, erst recht, wenn dieser behauptet unbeeindruckt zu sein.

Danke denen die gestern das Wort ergriffen haben und im Hintergrund für die Sache arbeiten. Ich war und bin beeindruckt! Ich bin stolz! Es hat mich teilweise ziemlich geschüttelt. Dass Alpstäg emotionslos und ziemlich genervt reagiert hat, sagt zwar einiges über ihn aus, aber es macht mir auch Angst. Eine Angst, die ich bis vor ein paar Monaten nie um meinen Verein hatte. Klar kann man diesen Zwischensieg feiern. Aber der gestrige Abend hat hoffentlich allen gezeigt, dass noch mehr Anstrengungen von Nöten sind. Denn wie immer gilt: wer zuletzt lacht... Die Geheimnistuerei um die gestrige GV war richtig und wichtig. Aber diesen Kampf gewinnen wir nur gemeinsam. Die Bewegung ist etwas zusammengesackt, aber sie bleibt meine Hoffnung. Darum erhoffe ich mir, dass man sich wieder etwas öffnet und gelegentlich von der Masse Gebrauch macht. Das wird nach der Winterpause sicherlich wieder einfacher. Ihr habt aber sowieso mein vollstes Vertrauen, egal wie der weitere Weg auszusehen vermag. Und mir ist egal, ob er am Ende beeindruckt ist. Mir ist nur wichtig, dass solche Leute nichts mit meinem Verein zu tun haben. Alpstäg, fahr zur Hölle!

Alli för de FCL - e FCL för Alli!


PS: Männer mit Bodenhaftung und auf Augenhöhe mit der einfachen Arbeiterklasse. Einer davon, einer der andere aufgrund ihrer Frisur diskriminiert und dem Schulgschpändli seiner Tochter am Liebsten aufs Füdli tätschen würde. Schaut sie euch nochmals an! Das sind nicht Bilder vor einem Gerichtsgebäude, sondern vor den eigenen Besitztümern:


BildBild

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PPS: Ich find euch so dermassen peinlich, das könnt ihr euch nicht vorstellen!
Grande Jossen! Sehr schön geschrieben. Auch mich hat es einige Male durchgeschüttelt gestern. Dazu kam Wut beim Anblick von BA. Diese herablassende Art und dieser süffisante Blick haben mich innerlich kochen lassen. Und trotzdem war ich tief beeindruckt von der Stimmung und innerlich nach der GV emotional zusammengesackt. Riesiger Druck und Restbedenken / Angst sind abgefallen. Die letzten Monate waren intensiv, aufwühlend und anstrengend. Aber auch irgendwie erfüllend und beeindruckend. Jetzt Batterien laden und dann ab Neujahr und speziell ab dem 21. Januar wieder Vollgas geben. Dann auch wieder in der Kurve für die Mannschaft und beim Fussball. Denn das vergisst man im ganzen Schlamassel um den elenden Lügenpolteri Traugi Alpstäg fast ein bisschen.
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„Manche Leute halten Fußball für eine Sache von Leben und Tod. Ich bin von dieser Einstellung sehr enttäuscht.
Ich kann Ihnen versichern, es ist sehr viel wichtiger als das!“

1901 FC LUZERN - 1960 /// 1989 /// 1992 /// 2021

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Re: ZÄME MEH ALS 52%!

Beitrag von Asterix » 22. Dez 2022, 18:17

„Noch etwas ist Alpstaeg wichtig. Er richtet im «Nau»-Interview Worte an die Fans: «Ich bin euch nicht böse, dass ihr mich attackiert, denn ich weiss, dass der Verwaltungsrat euch mit seinen falschen Informationen über mich in die Irre geführt hat.» Ob die FCL-Fans das auch so sehen? Sie haben sich nach der Alpstaeg-Abrechnung im SonntagsBlick anfangs Oktober bei Heimspielen ganz klar hinter den Verwaltungsrat und gegen Alpstaeg gestellt.“

Wer hat da wen in die Irre geführt?

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Re: ZÄME MEH ALS 52%!

Beitrag von LU-57 » 22. Dez 2022, 23:43

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«Stellen sie sich vor, ein Pyro mit 2000 Grad trifft ein Kind und das Kind stirbt. Was sagen Sie dann?»
«Gewaltanwendungen gab es zwar keine, es hätte aber auch anders kommen können!»
Romano Simioni, Allmend-Buch, 2009 hat geschrieben:Das KKL ist kein Ort, der für uns Luzerner und Innerschweizer
gemacht wurde, sondern ein Ort, der in erster Linie dazu da ist,
dem Prestige der Stadt gut zu tun. Ich befürchte, dass das neue
Stadion eher ein KKL des modernen Fusballs wird und nicht eine
lebendige Volksbühne, wie es die so sympathisch unperfekte
Allmend war.

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Re: ZÄME MEH ALS 52%!

Beitrag von Gimli » 23. Dez 2022, 09:51

Hat jemand ein Tagi Abo?

Der Berater
Sacha Wigdorovits ist der umstrittenste PR-Berater der Schweiz. Einer, der auch vor Tricks und Finten nicht zurückscheut. Nun gibt seine Rolle in der Affäre Geri Müller zu reden.

https://www.tagesanzeiger.ch/der-berater-736655587692

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Re: ZÄME MEH ALS 52%!

Beitrag von P66 » 23. Dez 2022, 10:06

Gimli hat geschrieben:
23. Dez 2022, 09:51
Hat jemand ein Tagi Abo?

Der Berater
Sacha Wigdorovits ist der umstrittenste PR-Berater der Schweiz. Einer, der auch vor Tricks und Finten nicht zurückscheut. Nun gibt seine Rolle in der Affäre Geri Müller zu reden.

https://www.tagesanzeiger.ch/der-berater-736655587692
Der Berater
Sacha Wigdorovits ist der umstrittenste PR-Berater der Schweiz. Einer, der auch vor Tricks und Finten nicht zurückscheut. Nun gibt seine Rolle in der Affäre Geri Müller zu reden.
Von Michèle Binswanger
Publiziert: 28.08.2014, 23:21
Aktualisiert: 03.09.2014, 10:31

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Bekannt wie ein bunter Hund: Sacha Wigdorovits. Foto: Marc Wetli (13 Photo)
Bekannt wie ein bunter Hund: Sacha Wigdorovits. Foto: Marc Wetli (13 Photo)
Äusserlich gibt sich Sacha Wigdorovits kaum je eine Blösse. Meist tritt er in Anzug und Krawatte auf, das Haar zurückgekämmt, mit Silberblick und hintergründigem Lächeln. Wäre er Schau­spieler, könnte man mit ihm eine Schweizer Version der TV-Serie «The ­Sopranos» besetzen. Zwar hat er die Grenzen der Legalität immer respektiert, aber er bringt das entsprechende Temperament mit.

Erkundigt man sich in der Branche nach dem bekanntesten PR-Berater der Schweiz, bekommt man vieles zu hören: Ein Haudegen sei er, intelligent, um­triebig, zupackend, immer unter Strom. Aber auch reizbar, einzelgängerisch und launisch, mal aggressiv, dann wieder anschmiegsam. Er habe zwei Gesichter, charmant, umgänglich, witzig auf der einen Seite, aufbrausend und unkontrollierbar auf der anderen. Vor allem aber sei er eines: ein schlechter Verlierer. Drohe ihm eine Niederlage, erzählt ein ehemaliger Tennispartner, beginne er zu tricksen. Diese Mentalität zeigt der Aufsteiger, dessen Karriere von ebenso grossen Erfolge wie Misserfolgen geprägt war, nicht nur im Sport. Sondern auch bei der Wahrheitsfindung.

Der Zweck heiligt die Mittel
Die dümmste Lüge, so heisst es, ist die, mit der man sich selbst belügt. Als Kommunikationsberater warnt Wigdorovits gern vor dem Versuch, Medien zu instrumentalisieren. «Immer mehr Unternehmen versuchen», schrieb er 2006 in einem Aufsatz für seine Firma Contract Media, «ihre Konkurrenten bei Medien und Kunden zu diskreditieren. Ein Kommunikations-Bumerang!» Für ein erfolgreiches Kampagnen-Management rät er stattdessen weise: «Ganze Wahrheit ­sagen oder schweigen. Nicht desinformieren!» Nur in eigener Sache hält er sich bisweilen an ein anderes Credo: Der Zweck heiligt die Mittel.

Als der «Tages-Anzeiger» vergangenen Donnerstag zum ersten Mal den ­Namen Wigdorovits als einen der Spindoktoren hinter der Affäre um Geri ­Müller nannte, wies der PR-Berater ­jegliche Beteiligung weit von sich und bezeichnete den Artikel als «frei erfunden». In den folgenden Tagen sah er sich aufgrund publik gewordener Beweise gezwungen, nach und nach zurückzu­krebsen. Er musste zugeben, wegen der Affäre sowohl mit den Redaktionen des «Blicks» und der «SonntagsZeitung» Kontakt gehabt zu haben. Auch mit ­Müllers Chat-Partnerin. Und zwar nicht nur im April, wie zunächst ­behauptet, sondern bis in den August hinein.

In Bedrängnis geraten, schwenkte der Kommunikationsberater auf das ­politische Narrativ um: Der TA habe sich von Seiten Geri Müllers instrumentalisieren lassen und inszeniere nun eine «jüdische Verschwörung», um Müller von den Vorwürfen reinzuwaschen. Der TA hatte allerdings weder Wigdorovits' jüdischen Glauben erwähnt noch etwas von Verschwörung geschrieben. Diese Phrase hatte vielmehr der «Blick» lanciert, dessen Chefredaktor mit Wigdorovits seit Jahren bekannt ist. Mit der Folge, dass der PR-Berater sich nun als Opfer darstellen konnte. Umgekehrt vermutet Wigdorovits hinter dem TA-Artikel nicht den journalistischen Impuls, die Faktenlage zu klären, sondern eine von Geri Müller via TA lancierte Kampagne. Darüber wollte Wigdorovits nicht mehr mit dem TA reden, frohlockte aber auf Facebook, es sei dem TA nicht gelungen, Müller reinzuwaschen. Dass Journalisten nicht im Sinne des Kampagnen-Managements, sondern im Interesse der Wahrheitsfindung handeln, scheint für Wigdorovits undenkbar.

Niemand braucht einen Kommunikationsberater, um zu wissen, dass Glaubwürdigkeit ein kostbares Gut ist. Wie ein Mantra beschwört Wigdorovits ihre Bedeutung bei seinen öffentlichen Auftritten in Wort und Schrift, im Fernsehen, auf Tagungen und in Vorträgen. Doch die Reihe von Medienskandalen, die seine Karriere als Kommunikationsberater säumen, lassen nur zwei Schlüsse zu: Entweder glaubt er selber nicht, was er predigt. Oder er bräuchte manchmal selber einen Kommunikationsberater.

Es ist nicht das erste Mal, dass Wig­dorovits mit medialen Kampagnen in Verbindung gebracht wird, die am Ende einen zwielichtigen Eindruck hinterliessen. Er war der Mann, der mit einer Pressekonferenz im Zürcher Hotel ­Savoy die Affäre um die Bank Swissfirst lostrat, die er mit gezieltem Informationsmanagement vorantrieb und zumindest medial auch gewann. Die «NZZ am Sonntag» wurde für ihre ­Bericht­erstattung zwar mit dem Zürcher Journalistenpreis geehrt. Strafrechtlich blieb von den Vorwürfen, welche die Zeitung gegen die Bank erhoben hatte, jedoch nichts übrig.

Wiederholt zu reden gab auch seine Beziehung zu Ingrid Deltenre, nachdem diese 2003 zur Fernsehdirektorin gewählt worden war. Weil sie mit ihm zusammen die Kommunikationsfirma Contract Media gegründet hatte, vermutete man einen Interessenkonflikt.

Besonders in die Kritik kam das Paar während der Spuckaffäre um Fussballer Alex Frei. In einem Gruppenspiel der Euro 04 in Portugal tauchten Bilder des ZDF auf, die den Schweizer Torjäger dabei zeigten, wie er dem englischen Gegenspieler Steven Gerrard ins Genick spuckte. Die Bilder waren nicht beweiskräftig genug für eine Sperre, sodass der Schweizer Fussballverband Frei mangels Beweisen freisprach. Als kurz danach auf myste­riöse Weise weitere Spuckbilder auftauchten, diesmal vom Schweizer Fernsehen, vermutete man, Wigdorovits könnte diese ausgegraben haben, um den Fussballverband zu schwächen. ­Zumal Wigdorovits in den Medien kurz darauf tatsächlich verkündete, der SFV habe nach dieser Affäre ein Glaubwürdigkeitsproblem. Doch auch diese Affäre verpuffte. Heute sagt Wigdorovits auf Anfrage, dass er mit dieser Sache nie ­etwas zu tun gehabt habe.

Beeindruckende Karriere
Dabei verdankt er seine beeindruckende Karriere auch ganz anderen Eigenschaften. Nach seinem Studium an der Universität Zürich begann er 1978 als Journalist beim «Landboten», wo er als fleissig und effizient galt. Doch er fühlte sich zu Höherem berufen. Selbst noch ein journalistisches Greenhorn, berichtigte er auch mal den Chef­redaktor, wenn es ihm nötig schien, und trat mit einem Selbstbewusstsein auf, das eine grosse Karriere verhiess. Die machte er dann auch. Er wechselte zum «Tages-Anzeiger», danach zur «SonntagsZeitung» und wurde 1996 schliesslich «Blick»-Chefredaktor.

Nach knapp einem Jahr musste er aber bereits wieder gehen. Sein Zieh­vater Heinz Karrer war in einen internen Machtkampf mit Frank A. Meyer ­geraten und verlor. Wigdorovits musste mit ihm gehen. Auch dieses Muster ­wiederholt sich stets aufs Neue: So ­geschickt Wigdorovits darin ist, Netzwerke aufzubauen, Jungtalente zu finden und an sich zu binden, Kunden zu akquirieren, Kampagnen zu managen – immer wieder eckt er an und geht im Streit. Er ist und bleibt ein Einzel­kämpfer.

Nach eigenen Regeln
1952 als Sohn eines Ingenieurs geboren und in Baden und Zürich aufgewachsen, lagen schon immer grosse Hoffnungen auf Sacha Wigdorovits. Zehn Jahre zuvor war die Mutter mit ihrer Familie aus ­Polen vor den Nazis geflohen. Über Graubünden gelangten sie in die Schweiz, wo Schweizer Soldaten sie entgegen der Weisung der Regierung ins Dorf Castasegna brachten. Diese Familiengeschichte sollte Sacha, den einzigen Sohn und Liebling der Mutter, prägen. Heute kämpft er vehement gegen Antisemitismus und für Israel, gern auch medienwirksam in Talkshows. Beim Nahostkonflikt und der Bewertung der politischen Rolle Israels kann Wigdorovits schnell die Contenance verlieren. Dieses Temperament erwies sich während ­seiner Laufbahn auch immer wieder als Problem.

Wigdorovits spielte immer schon ­lieber nach seinen eigenen Regeln, auch wenn er sich damit wiederholt in eine Sackgasse manövriert hat. 1997 gründete er seine auf Krisenkommunikation spezialisierte Agentur Contract Media, 1999 lancierte er die Pendlerzeitung «20 Minuten» in der Schweiz. Bis zum Verkauf an das Medienhaus Tamedia, das auch den «Tages-Anzeiger» herausgibt, im Jahr 2003 sass er als Investor im Verwaltungsrat und ging dann im Streit. 2007 gründete er seine eigene Gratis­zeitung «.ch» und scheiterte damit nach knapp einem Jahr. Er selber gab der ­konjunkturellen Krise die Schuld für den Misserfolg. Branchenkenner machen für sein Scheitern einmal mehr seinen Charakter verantwortlich.

Vollmundig hatte er bei der Lan­cierung des Projekts verkündet, man sei besser als «20 Minuten» und müsse schon deshalb Erfolg haben. Wohl wissend, dass der Kampf um Marktanteile bei den Gratistiteln nicht erst in den Händen der Leser, sondern bei den Vertriebsstrukturen entschieden wurde, entwarf Wigdorovits einen besonders cleveren Plan. Sein «.ch» sollte in den Hauseingängen aufliegen, sodass die Pendler beim Einsteigen in den Zug schon eine Zeitung in der Hand hielten. Dass der Plan nicht ganz so clever war wie geglaubt, zeigte sich dann am ­Widerstand der Hausbesitzer, die Abfallberge befürchteten. Wigdorovits hielt dennoch an seiner Idee fest und musste nach einem Jahr aufgeben.

Kopfschütteln erntete auch sein Mandat für den in die Bredouille geratenen Millionärssohn C. H., das er 2009 übernahm. Schmunzelnd sass er neben dem Goldküsten-Sprössling, als dieser bei TeleZüri eine «neurologische Störung» für seine Ausfälle verantwortlich machte, und brach damit alle Regeln seiner Branche. Von einem guten PR-Berater, so ein Kenner, weiss die Öffentlichkeit weder Name noch Gesicht. Auch diese Regel hat Wigdorovits noch nie beherzigt. Mittlerweile ist er bekannt wie ein bunter Hund. Wie ein Kollege es in der Terminologie ausdrückt: «Seine Brand-Awareness ist sehr gut. Seine Brand-Reputation weniger.» Es liege, so hielt Wigdorovits in ­einem Vortrag mit dem Titel «An in­convenient Truth» fest, nicht im Inte­resse der PR-Branche, Medien zu instrumentalisieren. «Instrumentalisierte Medien sind unglaubwürdige und wertlose Platt­formen», schrieb Wigdorovits in einem Vortrag für Contract Media. Dasselbe lässt sich von Kommunikations­beratern sagen, die ihren eigenen Prinzipien nicht immer nachleben. Der Zweck heiligt eben doch nicht alle Mittel.

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Re: ZÄME MEH ALS 52%!

Beitrag von Gimli » 23. Dez 2022, 11:25

Merci P66!
Schon interessant wie sich diese Gauner immer von selbst anziehen. Erstaunt mich 0, dass der alte Füdlitätscher solch einen PR-Berater hat. Würde man bei dem ein wenig genauer hinschauen, fänden sich da sicherlich auch wieder zahlreiche dubiose Stories.

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