Irgendwie tue ich mich schwer, mir eine Meinung zu bilden. Was jetzt nicht per se positiv ist. Der Samstag hat zu Helloween gepasst, wie die Faust aufs Auge. Gruuuselig! Das Spiel auf seeehr bescheidenem Niveau. Viele Unsauberkeiten. Erste Kontakte zum Teil grausam. Viele Fehlpässe. Fehlende Ordnung. Auf beiden Seiten. Positiv war, dass man gegen den Ball einiges stabiler gewirkt hat, als in den letzten Spielen. Wobei Sion den Beweis schuldig blieb, unzverrecken ein Tor schiessen zu wollen. Auch positiv fand ich Loic Lüthi, der gegen Boteli ein gutes Spiel machte, wie ich fand. Saubere erste Bälle aus der Kette, gut gestanden. Schade sieht er beim 1:1 einmal nicht so gut aus. Aber da muss ich ihn bisschen in Schutz nehmen. Lucas Ferreira verliert vorher einmal mehr saudumm den Ball, danach gibt es den Gegenstoss. Ferreira steht seit Wochen neben sich. Jedes Mal wenn er reinkommt, kommt da rein gar nichts. Da scheint mental das eine oder andere im Argen zu liegen. Vielleicht bisschen sehr hoch geflogen, nach der Vorrunde der letzten Saison. So wie er im Moment spielt, reicht das hinten und vorne nicht. Sorry.
Keine Ahnung wo diese Saison hinführt. Gefühlt kann alles passieren. Ich tue mich aber schwer bedingungslos daran zu glauben, dass man die Top 6 schafft. Man ist nicht weit weg. Klar. Aber was mich stutzig macht, ist die Tatsache, dass ich leider keine Entwicklung sehe. Wie schon gesagt wurde, sehe ich keinen Spieler besser, als anfangs Saison. Keiner, der einen Gump gemacht hat. Eher im Gegenteil. Ich sehe gewisse Spieler verunsichert. Oder ist es lustlos? Man hat schon gekämpft am Samstag. Aber auf Teufel komm raus den Gegner auffressen und töten wollen, war das auch nicht. Daher beschleicht mich ein irgendwie zwiespältiges Gefühl. Einerseits sind die Spieler in der Pflicht. Kampf und Leidenschaft und der totale Einsatz muss Grundeinstellung sein. Trainer, System, Spielstätte, Wetter hin oder her. Andererseits macht mir Udo manchmal ein bisschen einen unglücklichen Eindruck. Der Wechsel auf 4-2-3-1 am Samstag wohl eher ungern und auf Druck von vielen Seiten vollzogen. Hat aber zumindest besser funktioniert gegen den Ball. Offensiv - lassen wir das mal...haha. Danach kommen die Wechsel. Matteo auf den Flügel, dann Ty vom Flügel wieder ins Zentrum, plötzlich wieder zwei Stürmer usw. - Ich glaube Udo hat der Mannschaft keinen Gefallen getan am System zu ändern und innerhalb vom letzten Spielviertel Spieler von der einen Position auf die andere zu schieben. Ab da ging nicht mehr viel. Schade. Vielleicht war da auch eine klare Idee dahinter. Aber oftmals wirkt es auf mich kaum nachvollziehbar. Muss es auch nicht zwingend. Wenn es funktioniert, ist es mir eh scheissegal
Ich war amüsiert, wie da einige übliche Verdächtige nach 3 Spielen schon geschrien haben wie am Spiess. Nach drei Spielen. Herrlich. Nun haben wir praktisch einen Drittel der Meisterschaft hinter uns, und jetzt kann man auch mal ein Fazit ziehen. Grundsätzlich sind wir 3 Pkt hinter Rang 6, aber auch nur 3 Pkt vor dem Barrage-Platz. Sehr gefährliche Ausgangslage. Aber darum geht es bei einem Fazit nicht zwingend. Drei Dinge die mir Sorgen machen:
1. Entwicklung: Ich sehe keine Tendenz, wo man zunehmend eine Handschrift erkennt oder wo sich was einspielt, nachdem es zuerst Zeit brauchte. Kein Spieler wurde besser. Taktisch und spielerisch wirkt das zum Teil sehr wild und random.
2. Stimmung / Euphorie: Lustigerweise haben mir das paar Leute erzählt und stelle ich auch selber bisschen fest. Die letzten Monate waren irgendwie emotionsloser, irgendwie weiter weg. Halt bisschen weder Fisch noch Vogel. Noch schwierig das zu beschreiben. Allenfalls auch eher persönliches Problem. Aber wenn ich so die Stimmung an den Heimspielen schaue, habe ich das Gefühl, dass da auch schon mehr Zunder und Energie drin war, was allenfalls in die gleiche Richtung geht.
3. Kabine: Kneze toibeled, wird suspendiert, andere Spieler sind unzufrieden weil sie nicht spielen (Zum Glück spielen die teilweise nicht), gewisser Teil der Mannschaft ist mit dem Fussball, den man spielen will und dem System unzufrieden seit Wochen. Udo agiert in Interviews unglücklich. Fordert und fordert und fordert. Stellt sich aber selten vor das Team oder belässt solche Aussagen intern. Das kann sehr schnell explodieren. Und ist gefährlich. Einzelne Störefriede kann man händeln. Und die soll man aussortieren. Wenn einer nicht am gleichen Strick ziehen will und gewisse Spieler ihr Ego nicht hinten anstellen können, sollen sie gehen. Das ist Gift und macht alle schlechter. Guter Spirit und eingeschworene Einheit ist das A und O. Da musss Udo und der ganze Staff aufpassen, dass man glaubwürdig bleibt, eine gute Stimmung schafft und trotzdem autoritär bleibt und sich Respekt verschafft. Wenn nicht, ist das der Anfang vom Ende.
Ich gehe mit Vorschreibern d'accord, dass Udo und sein Staff bis Winter durchziehen sollten, ausser man kriegt jetzt dreimal übelst auf die Kappe. So viel Zeit muss sein. Ich wage zu bezweifeln, dass sich in diesen 5-6 Wochen wahnsinnig viel ändert oder entwickelt. Aber ich würde es mir wünschen. Mein Bauchgefühl (ich habe viel Bauch und viel Gefühl) lässt mich aber eher skeptisch oder fragend zurück.
Zu guter Letzt muss man sagen, dass gewisse vielleicht erst jetzt merken, was man an Mario Frick gehabt hat die Jahre davor. Ich war und bin nach wie vor ein grosser Verfechter von ihm. Wie er über mehr als 4 Jahre grösstenteils glaubwürdig blieb, die Mannschaft führte, kommunizierte und was er aus den Kadern jeweils rausholte, ist ihm schon hoch anzurechnen. Nebst allem hat er Spieler fertigausgebildet, besser gemacht und dann vor allem auf sie gesetzt, welche dem Verein Millionen einbrachten. Er hat Emotionen reingebracht und auch die Nähe zu den Fans geliebt. Mit ein bisschen Abstand muss ich noch mehr sagen, dass Mario Frick wohl für Luzern der fast perfekte Trainer war.








