Zeitungsbericht aus dem Jahre 2005 im "Vaterland" aus Liechtenstein
"Landesfeindliche Parolen
Fussball, Challenge League: FC Vaduz in gewissen Teilen der Schweiz unerwünscht
In der Schweiz sind die Fans des FC Sion offenbar erwünscht, in Vaduz zeigten sie und 200 Walliser, die teilweise alkoholisiert waren, ihre schlechte Etikette und richteten massiven Schaden an.
Von Ernst Hasler
In den Schweizer Boulevardblättern ist immer wieder zu lesen, dass der FC Sion in die Super League gehört, weil sie die besten Fans haben. Im Tourbillon besuchten in der laufenden Saison 10'100 (FC Luzern) und 14'250 Fans (Lausanne) die zwei Heimspiele, doch am Sonntag im Rheinpark Stadion «glänzten» die Sittener mit Gewalt, Sachbeschädigung und vor allem einer feindlichen Parole gegen Liechtenstein. Das Transparent «Liechtenstnein», das farblich klar abgetrennt war, belegte eindeutig, dass man einen liechtensteinischen Verein nicht in den Schweizer Topligen wünscht.
Ob diese feindlichen Parolen für die Fanschar des FC Sion ein Nachspiel haben wird, konnte der FCV-Beauftragte für die Sicherheit, Roland Boss, nicht abschliessend beurteilen. Da die SFL keinen Sicherheitsmann delegiert hatte, werden die Details wohl nicht bis nach Bern durchdringen. «Der Schiedsrichter wird das wohl nicht rapportieren, deshalb wird das kein Nachspiel haben», bedauert Roland Boss.
Wer transportiert?
Wie die Walliser die Kontrollen beim Rheinpark Stadion ohne Probleme passieren konnten, bleibt wohl ein Geheimnis, obwohl sich einheimische Frauen und Kinder erbosten, dass sie gründlich untersucht worden sind. Die Swiss Football League weist in ihren internen Lehrgängen indes darauf hin, dass vor allem junge Frauen und Kinder für den Transport von Feuerwerkskörper in die Stadien missbraucht werden, wohl deshalb kommt es zu einem strengeren Mass an diesen Personengruppen.
Feuerwerkskörper gezündet und vieles mehr
Einzelne Sion-Fans rauchten im Rheinpark Stadion «Gras», zündeten Leuchtraketen, wie sie auf hoher See von Schiffen verwendet werden, und beschädigten die noch verbliebenen Abschrankungen (Vier Werbetafeln der FCV-Sponsoren) der Tribüne süd massiv. «Wir müssen abwarten, doch eine hundertprozentige Effektenkontrolle gibt es nicht», so Roland Boss, der sich auch erstaunt zeigte, dass Sittener Fans auf dem Spielfeld standen.
«Die Landespolizei war mit Einsatzkräften vor Ort. Sobald die Polizei aufs Rasenspielfeld kam, war die Argus der Staatsgewalt, sprich der Landespolizei, unterstellt. Die Einsatzleiter haben untereinander ständig kommuniziert», klärte Boss auf, der nichts davon wusste, dass sogar Pkw-Kontrollschilder auf dem Parkplatz gestohlen worden seien. «Solange ‹nur› Sachbeschädigungen vorliegen, sind die heissen Spiele bislang glimpflich abgelaufen. Die Fans bewegen sich in einem Grenzbereich, und die Landespolizei muss sich bestimmt die Frage stellen, ob sie nicht restriktiver und entschlossener auftreten sollten», merkt Roland Boss kritisch an, der dennoch von einer guten Koordination zwischen der Landespolizei, dem Sicherheitsdienst Argus und dem FC Vaduz spricht. Es sei auch die Frage erlaubt, ob betrunkenen Fans der Zutritt in Stadien nicht verwehrt werden sollte. In einigen europäischen Ländern besteht diese Regelung nämlich.
Mässige Strafen
Der FC Schaffhausen musste für den boshaften Auftritt ihrer Fans anlässlich des Barrage-Rückspiels am 12. Juni in Vaduz lediglich 4'000 Franken Busse an die Swiss Football League überweisen. Ein Trinkgeld, wenn man die grossen Schäden in Betracht zieht. Allerdings seien auch Untersuchungen gegen Schaffhauser Fans eingeleitet worden."
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