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FC Zürich 2010/2011
NZZ, am 10. März 2011 hat geschrieben:«Weniger Arbeit, mehr tschutten»
Erinnerungen an glanzvolle und zweifelhafte Momente des Zürcher Stadtklubs FCZ
Am Samstag eröffnet der FC Zürich sein Museum. An den sorgfältig aufbereiteten Geschichten rund um den Stadtklub dürften aber nicht nur Fans Freude haben.
Daniel Bütler
«Wo ist das Klubarchiv?», fragte Ancillo Canepa, als er 2006 Präsident des FC Zürich wurde. Man drückte ihm ein Mäppchen in die Hand – nicht gerade viel Quellenmaterial für einen 1896 gegründeten Verein. Canepa, selber leidenschaftlicher Sammler von Fussballutensilien, initiierte darauf den Aufbau eines FCZ-Museums. Heute kann er nur noch schmunzeln über die Episode.
St. Pauli als Vorbild
Wer in der neuen Stätte am Letzigraben vor allem Pokale in Vitrinen erwartet, so wie es manche Fussballmuseen bieten, wird enttäuscht. «Wir haben zur Inspiration Klubmuseen in Deutschland besucht. Am besten gefiel uns die Ausstellung des FC St. Pauli in Hamburg. Sie vermittelte, auch auf künstlerische Art und Weise, ein Gefühl für den Verein, statt bloss die Geschichte abzuhandeln», sagt Museumsleiter Saro Pepe. Der Archivar und sein Team haben es geschafft, auf unterhaltsame und intellektuell ansprechende Weise Geschichten rund um den FCZ zu erzählen. Text-, Bild- und Videodokumente thematisieren Erfolge, das Stadion, Stars und Nachwuchs. Trikots und Pokale können berührt werden. Zum Vertiefen laden eine Bibliothek sowie das Internetarchiv ein.
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Begrüsst wird man mit prägenden Bildern, beispielsweise aus dem Meistercup-Halbfinal FCZ - Liverpool 1977. Die Zürcher Niederlage erlebten 30 500 Zuschauer – Stadionrekord im Letzigrund. Einer fehlte auf den Rängen: «Ich war im Militär und fieberte am Radio mit», so erinnert sich Canepa.
Unveröffentlichte Filme
Was den Reiz des Museums ausmacht, sind aber weniger die Erfolge als die Randgeschichten. Eine Trouvaille sind Amateurfilmaufnahmen von Spielern. Wie das Team im Trainingslager 1968 mit dem Meisterpokal herumalbert oder sich mit Schneebällen bewirft, hat wohl ausser den Direktbeteiligten noch niemand gesehen.
Auch – zuweilen ungewohnte – politische Bezüge fehlen nicht: Wer hätte geahnt, dass 1941 im Letzigrund an einer Veranstaltung Hakenkreuzfahnen wehten? 1977 besprayten bewegte Jugendliche das Stadion mit der Parole «Weniger Arbeit, mehr tschutten, Spass, Rock'n'Roll, Zärtlichkeit». Gleichzeitig forderten sie: «4 Franken Eintritt sind genug!» Es spricht für das Museum, dass auch neuste Beispiele von Fanprotesten aufgegriffen werden. Die Klubgeschichte wird auch von der Fanbasis her geschrieben.
«Wall of Shame»
Dieser ganzheitliche Ansatz gilt ebenfalls für die «Hall of Fame». Auf einer Wand sind die Helden der Vergangenheit verewigt, doch hat diese eine Rückseite: Die «Wall of Shame» erinnert an den unschönen Abgang des einstigen Publikumslieblings Almen Abdi und weitere zweifelhafte Momente. Das ist durchaus wohltuend. Auf Glanz und Glorie wird Fussball ja oft genug reduziert. «Wir wollen eine lebendige Begegnungsstätte für alle schaffen, die Leidenschaft für den FCZ verspüren», sagt Canepa. Wer das hat, sollte sich für den Museumsbesuch genug Zeit reservieren. Die «Tschutt»-Geschichten des FCZ zu erleben, ist wirklich keine Arbeit – es macht Spass.
FCZ-Museum, Letzigraben 89, www.fcz/museum.
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Aus der NZZ vom Sonntag:
Der FC Zürich mit Millionendefizit
Die Einnahmen aus der Champions League sind nach einem Jahr fast aufgebraucht
Von Stephan Ramming
Am 31. Mai hält der FC Zürich seine Generalversammlung ab. Der Klubpräsident Ancillo Canepa wird dannzumal den Geschäftsbericht vorlegen. Anders als vor einem Jahr, als die Zürcher dank den Einnahmen von über 20 Millionen Franken aus der Teilnahme an der Champions League mit einer positiven Bilanz abschliessen konnten, wird Canepa für das vergangene Geschäftsjahr einen satten Verlust präsentieren. Wie hoch der Fehlbetrag ist, will Canepa im Moment noch nicht beziffern, da die Arbeit am Geschäftsbericht noch im Gang ist. Canepa spricht von einem «wesentlichen Defizit im einstelligen Millionenbereich». Mehr will der ehemalige Wirtschaftsprüfer nicht sagen.
Anzeigeass ein Unternehmen im Allgemeinen und ein Fussballklub im Besonderen Verluste schreibt, ist nicht aussergewöhnlich; im Schweizer Fussball sind Defizite ohnehin die Regel, Gewinne die Ausnahme. Die entscheidende Frage ist, ob und wie der Verlust beglichen wird. Dafür werden im FCZ die Reserven aus den Champions-League-Einnahmen des Vorjahrs gebraucht.
Canepa bestätigt, dass vom Geldsegen aus der Königsklasse «praktisch nichts mehr übrig bleiben» werde. Das legt den Schluss nahe, dass der Verlust die Marke von 10 Millionen nur knapp unterschreiten dürfte. Somit ist nichts geworden aus dem Vorhaben, nach dem Rekordjahr mit Gesamteinnahmen von 51,3 Mio. Fr. in finanziell ruhige Wasser zu gelangen. «Ich war zu optimistisch», sagt Canepa zu seiner Aussage im Februar 2009, als er in einem Interview in der NZZ von «drei, vier Jahren ohne ständigen Kampf um die Beschaffung der notwendigen Mittel» sprach. Es ging damals um den Traum, die Champions League zu erreichen. Der Traum wurde Wirklichkeit, die finanzielle Stabilität nicht.
Die Gründe dafür sind vielfältig, im Zentrum steht aber die teure Mannschaft. Nach dem Champions-League-Märchen stürzte sie ab und belegte nur den 7. Rang in der Meisterschaft. Aber die Klubleitung hielt auch ohne Spiele im Europacup am teuren Kader fest. Beliefen sich die Personalkosten 2009 mit allen Prämien auf knapp 24 Mio. Fr., lagen sie auch 2010 noch immer bei fast 16 Mio. – ein enormer Betrag für einen Verein, der nicht am internationalen Geschäft teilnimmt.
Mit anderen Worten: Der FCZ leistet sich eine Mannschaft, die sich eigentlich nur mit der Champions League finanzieren lässt. Bereits die Teilnahme an der Europa League würde den Spielraum einengen; die Young Boys etwa nahmen dort mit einer guten Performance rund 7 Mio. ein. Damit steht der FCZ wirtschaftlich unter Druck, in der nächsten Saison im europäischen Geschäft mitzumischen; umgekehrt braucht es eine wettbewerbsfähige und teure Mannschaft, um Europa zu erreichen. «Die wirtschaftlichen Möglichkeiten ohne europäische Wettbewerbe sind am Standort Zürich sehr beschränkt, deshalb ist die Planung und Budgetierung schwierig», sagt Canepa.
Gelingt der Spagat zwischen sportlichem Erfolg und finanziellem Aufwand nicht, müssen im Sommer die Personalkosten angepasst werden. Das Kader ist mit 27 Spielern sehr gross, dazu kommen etwa zehn an andere Klubs ausgeliehene Spieler, denen der FCZ weiter einen Teil des Gehaltes zahlen muss. Seit Januar 2009 wurden mit Magnin, Teixeira, Chermiti und Béda teure Spieler verpflichtet, ohne dass auf der anderen Seite mit Spielerverkäufen zählbare Erträge erzielt wurden. Auch Canepa gesteht ein, dass dem FCZ keine nennenswerten Transfers gelangen im Vergleich zu YB (Doumbia) oder dem FC Basel (Inkoom, Derdiyok). Weil auch die Einnahmen aus der Meisterschaft als finanzielles Fundament mit 7000 Saisonkarten und einem Zuschauerdurchschnitt von gut 10 000 nur unmerklich wachsen, ist der derzeitige Aufwand zu gross für eine ausgeglichene Rechnung.
Der FC Zürich mit Millionendefizit
Die Einnahmen aus der Champions League sind nach einem Jahr fast aufgebraucht
Von Stephan Ramming
Am 31. Mai hält der FC Zürich seine Generalversammlung ab. Der Klubpräsident Ancillo Canepa wird dannzumal den Geschäftsbericht vorlegen. Anders als vor einem Jahr, als die Zürcher dank den Einnahmen von über 20 Millionen Franken aus der Teilnahme an der Champions League mit einer positiven Bilanz abschliessen konnten, wird Canepa für das vergangene Geschäftsjahr einen satten Verlust präsentieren. Wie hoch der Fehlbetrag ist, will Canepa im Moment noch nicht beziffern, da die Arbeit am Geschäftsbericht noch im Gang ist. Canepa spricht von einem «wesentlichen Defizit im einstelligen Millionenbereich». Mehr will der ehemalige Wirtschaftsprüfer nicht sagen.
Anzeigeass ein Unternehmen im Allgemeinen und ein Fussballklub im Besonderen Verluste schreibt, ist nicht aussergewöhnlich; im Schweizer Fussball sind Defizite ohnehin die Regel, Gewinne die Ausnahme. Die entscheidende Frage ist, ob und wie der Verlust beglichen wird. Dafür werden im FCZ die Reserven aus den Champions-League-Einnahmen des Vorjahrs gebraucht.
Canepa bestätigt, dass vom Geldsegen aus der Königsklasse «praktisch nichts mehr übrig bleiben» werde. Das legt den Schluss nahe, dass der Verlust die Marke von 10 Millionen nur knapp unterschreiten dürfte. Somit ist nichts geworden aus dem Vorhaben, nach dem Rekordjahr mit Gesamteinnahmen von 51,3 Mio. Fr. in finanziell ruhige Wasser zu gelangen. «Ich war zu optimistisch», sagt Canepa zu seiner Aussage im Februar 2009, als er in einem Interview in der NZZ von «drei, vier Jahren ohne ständigen Kampf um die Beschaffung der notwendigen Mittel» sprach. Es ging damals um den Traum, die Champions League zu erreichen. Der Traum wurde Wirklichkeit, die finanzielle Stabilität nicht.
Die Gründe dafür sind vielfältig, im Zentrum steht aber die teure Mannschaft. Nach dem Champions-League-Märchen stürzte sie ab und belegte nur den 7. Rang in der Meisterschaft. Aber die Klubleitung hielt auch ohne Spiele im Europacup am teuren Kader fest. Beliefen sich die Personalkosten 2009 mit allen Prämien auf knapp 24 Mio. Fr., lagen sie auch 2010 noch immer bei fast 16 Mio. – ein enormer Betrag für einen Verein, der nicht am internationalen Geschäft teilnimmt.
Mit anderen Worten: Der FCZ leistet sich eine Mannschaft, die sich eigentlich nur mit der Champions League finanzieren lässt. Bereits die Teilnahme an der Europa League würde den Spielraum einengen; die Young Boys etwa nahmen dort mit einer guten Performance rund 7 Mio. ein. Damit steht der FCZ wirtschaftlich unter Druck, in der nächsten Saison im europäischen Geschäft mitzumischen; umgekehrt braucht es eine wettbewerbsfähige und teure Mannschaft, um Europa zu erreichen. «Die wirtschaftlichen Möglichkeiten ohne europäische Wettbewerbe sind am Standort Zürich sehr beschränkt, deshalb ist die Planung und Budgetierung schwierig», sagt Canepa.
Gelingt der Spagat zwischen sportlichem Erfolg und finanziellem Aufwand nicht, müssen im Sommer die Personalkosten angepasst werden. Das Kader ist mit 27 Spielern sehr gross, dazu kommen etwa zehn an andere Klubs ausgeliehene Spieler, denen der FCZ weiter einen Teil des Gehaltes zahlen muss. Seit Januar 2009 wurden mit Magnin, Teixeira, Chermiti und Béda teure Spieler verpflichtet, ohne dass auf der anderen Seite mit Spielerverkäufen zählbare Erträge erzielt wurden. Auch Canepa gesteht ein, dass dem FCZ keine nennenswerten Transfers gelangen im Vergleich zu YB (Doumbia) oder dem FC Basel (Inkoom, Derdiyok). Weil auch die Einnahmen aus der Meisterschaft als finanzielles Fundament mit 7000 Saisonkarten und einem Zuschauerdurchschnitt von gut 10 000 nur unmerklich wachsen, ist der derzeitige Aufwand zu gross für eine ausgeglichene Rechnung.
MvW
Schon witzig. Es hat schon X Vereine gegeben welche in das Problem hatten oder noch haben. Lernen die anderen Vereine draus? Nö. Es wird überall weitergewurstelt. Und es würde mich ja sehr überraschen wenn der FCL, falls man mal die CL oder die UEFA-CUP-Gruppenspiele erreichen sollte, nicht auch den Fehler macht sich ein Team zu leisten, das man sich eigentlich gar nicht leisten kann.
- FCL Brötli
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Re: FC Zürich 2010/2011
Somit liegt der FCZ auch im finanziellen Bereich nun etwas in unserer (damit ist der FCL gemeint) Reichweite.
In der Not, iss ein FCL-Brot!
Re: FC Zürich 2010/2011
Damit dürften sie vom Budget her den 4. Rang haben. Wir sind in der CH jetzt neu der Klub mit dem 3. höchsten Budget. Der FCL hat mal offiziell kommuniziert man bewege sich im neuen Stadion zwischen 22 und 24 Millionen. Aus anderen verlässlichen Quellen ist sogar von noch mehr die Rede........We will see. Canepa kann interimistisch aufstocken falls dies nötig sein sollte, und wenn sie wieder erwarten in die CL kommen oder in der EL für Furore sorgen sollten, dann kann man die programmierten Budgets gleich wieder in die Tonne schmeissen!! Bin gespannt, ob die Tabelle Ende Jahr diejenige des Budget widerspiegelt........ich könnte damit leben.....FCL Brötli hat geschrieben:Somit liegt der FCZ auch im finanziellen Bereich nun etwas in unserer (damit ist der FCL gemeint) Reichweite.
Ich will Kampffussball!
- Yoda
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Re: FC Zürich 2010/2011
Mann sollte die Budgets mal auseinandernehmen, und beziffern, wieviel von dem Budget`s auch für die ersten Mannschaften sprich NLA Teams aufgewendet wird!
Denn ein z.b. ein FC Sion gibt sicherlich weniger Kohle aus fürs Stadion, als der FCL in der kommenden Saison...
Denn ein z.b. ein FC Sion gibt sicherlich weniger Kohle aus fürs Stadion, als der FCL in der kommenden Saison...

Re: FC Zürich 2010/2011
Äpfel mit Birnen vergleichen geht net .... Äpfel mit faulen Eier schon gar nicht ....Yoda hat geschrieben:Mann sollte die Budgets mal auseinandernehmen, und beziffern, wieviel von dem Budget`s auch für die ersten Mannschaften sprich NLA Teams aufgewendet wird!
Denn ein z.b. ein FC Sion gibt sicherlich weniger Kohle aus fürs Stadion, als der FCL in der kommenden Saison...

