Das wäre doch für alle superBlick hat geschrieben:Der FC Thun will derweil bald einen neuen Trainer präsentieren, der den Schweizer Fussball kennt, selber gespielt hat, sich um vermehrte Ausbildung kümmert und gegenüber dem Verein loyal ist. Der neue Mann wird nicht Pierre-Alain Schürmann oder Andy Egli heissen, vielleicht aber Rolf Fringer, Umberto Barberis, Martin Andermatt, Ciriaco Sforza oder Walter Hörmann.
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Urs Schönenberger neuer FCL-Trainer
- President Sawu
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Es war doch schon sehr überraschend dass Thun unter der Leitung Schönenbergers gut aufspielte aber das ganze wurde nunmal von Latour in Bewegung gesetzt und von Urs einfach übernommen. Jetzt schwächt sich das ganze wieder ab, Spiele werden schlechter, die Guten Spieler wechseln zu andern Klubs, der Trainer muss gehn und Thun rutscht die Feuerwehr leiter langsam wieder runter... Von den Mittelklassklubtrainern die schon wieder im Gespräch sind kann ich mir von keinem eine grosse Leistungssteigerung erdenken.
Schade dass sie kein neues Stadion bekommen aber das brauchen Sie auch wirklich gar nicht.
Trotz allem werde ich den FCT am Donnerstag gegen den HSV unterstützen!

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Bimene Gol seid mer Gooooool!
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hollandaise
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Das sehe ich nicht als wirklich super weil dieser im Sommer 06 bereits wieder entlassen würde.President Sawu hat geschrieben:Das wäre doch für alle superBlick hat geschrieben:Der FC Thun will derweil bald einen neuen Trainer präsentieren, der den Schweizer Fussball kennt, selber gespielt hat, sich um vermehrte Ausbildung kümmert und gegenüber dem Verein loyal ist. Der neue Mann wird nicht Pierre-Alain Schürmann oder Andy Egli heissen, vielleicht aber Rolf Fringer, Umberto Barberis, Martin Andermatt, Ciriaco Sforza oder Walter Hörmann.
Sportlich ist der FC Thun längst an seine Grenzen gestossen. Gewünschte Neuerwerbungen konnte Longo nicht bekommen, statt dessen wurde ein Leistungsträger nach dem anderen verkauft. Nun wurde mit dem vermasselten Stadionbau auch ein weiteres Stop gesetzt. Das Longo unter diesen Bedingungen die Mannschaft gar nicht weiter nach vorn bringen kann, liegt auf der Hand. Der extreme Sparkurs seitens der Clubleitung war ihm eh schon ein Dorn im Auge. Vielleicht hat er mit verschiedenen Äusserungen und "Massnahmen" auch seinen Abgang provoziert, unter diesen Umständen gibt es nämlich noch eine Lohnfortzahlung. Er wäre ja schön blöd, von sich aus zu gehen, zumal Thun ja die Kohle hat...
Ganz und gar nicht nachvollziehbar sind unter Berücksichtigung des Zeitpunktes dieser "Beurlaubung" die Gründe, die nun die Vereinsleitung für seine Entlassung angibt . Wenige Tage vor einem ganz schweren Spiel im UEFA-Cup und kurz nach Beginn der Rückrunde und merkwürdigerweise unmittelbar nach der Ablehnung des Stadionbau. Da steckt mehr dahinter.
Ganz und gar nicht nachvollziehbar sind unter Berücksichtigung des Zeitpunktes dieser "Beurlaubung" die Gründe, die nun die Vereinsleitung für seine Entlassung angibt . Wenige Tage vor einem ganz schweren Spiel im UEFA-Cup und kurz nach Beginn der Rückrunde und merkwürdigerweise unmittelbar nach der Ablehnung des Stadionbau. Da steckt mehr dahinter.
Hier noch für alle Longo-Fans:
Thun feuert Schönenberger
13.02.2006 | 18:15:36
THUN – Eklat beim FC Thun: Urs Schönenberger wurde per sofort freigestellt! Sein Assistent Adrian Kunz übernimmt interimistisch das Training bei den Berner Oberländern.
Drei Tage vor dem Uefa-Cup-Heimspiel gegen den Hamburger SV und einen Tag nach dem Nein an der Urne zum neuen Stadion hat der FC Thun seinen Trainer Urs Schönenberger per sofort freigestellt. Das Team wird vorübergehend vom Assistenten Adrian Kunz trainiert.
Der Konflikt zwischen dem ehrgeizigen Erfolgstrainer Schönenberger (47), der Klubleitung sowie einigen Spielern schwelte lange. Die Trennung Stadtzürcher, dessen Vertrag bis Ende Juni läuft, kam daher nicht unerwartet. Nur der Zeitpunkt überrascht.
Unüberwindbare Differenzen seien der Grund für die sofortige Freistellung des bei den Fans beliebten Trainers, liess die Vereinsleitung verlauten. «Die Zusammenarbeit, insbesondere auch mit der Mannschaft, war seit längerer Zeit nicht mehr optimal», liess sich Präsident Kurt Weder zitieren. Mangelndes Vertrauen habe zum Handeln gezwungen.
Auch Captain Andres Gerber sah Handlungsbedarf. «Wir bewegten uns nach der Qualifikation für die Champions League in einer Negativspirale. Vieles stimmte nicht mehr. Die Probleme lagen im menschlichen Bereich. Dem Trainer fehlte es zuweilen an Taktgefühl. Im Umgang mit den Spielern tat er sich oft schwer.»
In gut informierten Kreisen war auch von mangelnder Loyalität, fehlender Diplomatie und teils krasser Kompetenzüberschreitung die Rede. Schönenberger habe sich in alles eingemischt und sich selber überschätzt. In Thun brauche man keinen Selbstdarsteller.
Die Vorwürfe an Schönenberger wiegen schwer, wenn man bedenkt, dass er den FC Thun als Nachfolger von Hanspeter Latour auf Rang 2 in der Meisterschaft geführt, ihn dank aussergewöhnlichen Leistungen gegen Dinamo Kiew und Malmö in die Champions League gebracht hatte und dort nie abfiel. Der Mannschaft gelang mit einem Sieg und einem Remis gegen Sparta Prag der Einzug in die Achtelfinals des Uefa-Cups.
Diese Erfolge bescherten den Bernern Oberländern rund zehn Milionen Franken Nettoeinnahmen sowie einen grossen, weit über die Landesgrenzen hinaus reichenden Bekanntheitsgrad für Spieler, Stadt und Region ein. Auch Präsident Weder anerkennt die sportlichen Grosstaten: «Schönenberger hat mit dem FC Thun viel erreicht. Dafür gebührt ihm Respekt.»
In der Meisterschaft holte sie zuletzt nur 12 Punkte aus 12 Partien. Das war offenbar zu wenig für die Vereinsführung, obwohl das Kader durch die Wegzüge von Mauro Lustrinelli (Sparta Prag) und José Gonçalves (Hearts of Midlothian) einen weiteren Aderlass erlitt.
Schönenberger wollte am Montagvormittag zusammen mit dem Spielerrat die Prämien für die Uefa-Cup-Spiele mit Präsident Weder aushandeln. Zur Mittagszeit wurde er entlassen. «Weder sagte mir kurz und bündig, dass ich per sofort freigestellt sei», berichtete Schönenberger.
«Dies kam für mich allerdings nicht ganz unerwartet, denn der negative Entscheid der Thuner Stimmbürger zum geplanten neuen Stadion hatte die Stimmung nochmals getrübt. Ich ahnte, dass ich deswegen nur noch für wenige Tage geduldet war. Die Vereinsleitung hatte sich schon vor Wochen gegen mich entschieden. Aus diesem Grund waren auch Gespräche über die Vertragsverlängerung stets vertagt worden.»
Schönenberger trennt sich ungern von «seinen» Spielern, von denen er sich per Handschlag verabschiedete. «Mit dieser Mannschaft haben wir einiges erreicht. Ich bin stolz auf die gemeinsame und erfolgreiche Arbeit. Meine Forderungen stiessen leider oft auf taube Ohren. Ich will Erfolg haben und arbeite täglich und hart dafür. Offenbar erweckten unsere Erfolge auch Neid. Und Neid ist oft der grösste Feind.»
Schönenberger, der zuvor in Luzern entlassen worden war, hatte schon vor der Winterpause betont, dass es für ihn nicht nur den FC Thun gebe. Er will im Trainermetier bleiben und sondiert nun mögliche Alternativen.
Der FC Thun will derweil bald einen neuen Trainer präsentieren, der den Schweizer Fussball kennt, selber gespielt hat, sich um vermehrte Ausbildung kümmert und gegenüber dem Verein loyal ist. Der neue Mann wird nicht Pierre-Alain Schürmann oder Andy Egli heissen, vielleicht aber Rolf Fringer, Umberto Barberis, Martin Andermatt, Ciriaco Sforza oder Walter Hörmann.
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Und bei den grün-weissen Nachbarn wars doch auch nicht viel anders, wenn ich mich nicht irre...Mc Odi hat geschrieben:Sehe deutliche parallelen als er noch bei uns war. Ist wohl menschlich nicht der Beste, hat am Anfang noch von der Latour-Euphorie profitiert, nachher gings schnell bergab.
Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft.
Jean-Paul Sartre
Jean-Paul Sartre
Latour ging von Thun weg, weil er wohl glaubte, dass die Mannschaft kaum mehr steigerungsfähig war. Ein Abgang im rechten Moment, gar keine Frage. Longo setzte dem aber noch einen drauf. Sicher profitierte er von der starken Basis seines Vorgängers. Doch er brachte den FC Thun noch mal ein weiteres Stück voran. Jetzt, wo es offenbar wirklich nicht mehr weitergeht, will man auf einmal Longos zwischenmenschliche Defizite erkennen... Lächerlich!!! Der Zweck heiligt die Mittel! Nur mit harter Konsequenz ist der FC Thun bis in die CL gekommen. Nun, da es eine Krise gibt, soll das, was gestern noch gut war, nicht mehr gut genug sein? Was die "Selbstdarsteller" in Thun angeht, so soll der Präsident vor allem mal bei sich selber anfangen, diesbezüglich zu schauen. Ich kann mir allerdings inzwischen gut vorstellen, dass es unterschiedliche Auffassungen über die Zukunft des FC Thun gegeben hat. Wollte Longo die Mannschaft dauerhaft in der SL-Spitze etbalieren? Wollte die Vereinsführung lieber kleinere Brötchen backen und sparte darum - aus Longos Sicht - am falschen Ende (keine Investitionen in die Mannschaft)? Dass man als Trainer unter diesen geteilten Auffassungen immer weniger freude an seinem Job findet, ist nachvollziehbar.
Was Longos Vergangenheit bei Kriens angeht, so stolperte er über den Sohnemann vom damaligen Präsi, der sich bei seinem Daddy über den "harten Hund" ausgelennt hatte. Das ist ihm ja auch beim FCL zum Verhängns geworden, weil einige Weicheier sich über ihn beschweren mussten.
Was Longos Vergangenheit bei Kriens angeht, so stolperte er über den Sohnemann vom damaligen Präsi, der sich bei seinem Daddy über den "harten Hund" ausgelennt hatte. Das ist ihm ja auch beim FCL zum Verhängns geworden, weil einige Weicheier sich über ihn beschweren mussten.
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lucerne
sorry sammler, aber meiner meinung nach liegst du mal wieder völlig falsch.Sammler hat geschrieben:Latour ging von Thun weg, weil er wohl glaubte, dass die Mannschaft kaum mehr steigerungsfähig war. Ein Abgang im rechten Moment, gar keine Frage. Longo setzte dem aber noch einen drauf. Sicher profitierte er von der starken Basis seines Vorgängers. Doch er brachte den FC Thun noch mal ein weiteres Stück voran. Jetzt, wo es offenbar wirklich nicht mehr weitergeht, will man auf einmal Longos zwischenmenschliche Defizite erkennen... Lächerlich!!! Der Zweck heiligt die Mittel! Nur mit harter Konsequenz ist der FC Thun bis in die CL gekommen. Nun, da es eine Krise gibt, soll das, was gestern noch gut war, nicht mehr gut genug sein? Was die "Selbstdarsteller" in Thun angeht, so soll der Präsident vor allem mal bei sich selber anfangen, diesbezüglich zu schauen. Ich kann mir allerdings inzwischen gut vorstellen, dass es unterschiedliche Auffassungen über die Zukunft des FC Thun gegeben hat. Wollte Longo die Mannschaft dauerhaft in der SL-Spitze etbalieren? Wollte die Vereinsführung lieber kleinere Brötchen backen und sparte darum - aus Longos Sicht - am falschen Ende (keine Investitionen in die Mannschaft)? Dass man als Trainer unter diesen geteilten Auffassungen immer weniger freude an seinem Job findet, ist nachvollziehbar.
Was Longos Vergangenheit bei Kriens angeht, so stolperte er über den Sohnemann vom damaligen Präsi, der sich bei seinem Daddy über den "harten Hund" ausgelennt hatte. Das ist ihm ja auch beim FCL zum Verhängns geworden, weil einige Weicheier sich über ihn beschweren mussten.
--> latour ging von thun weg, weil gc die um einiges bessere adresse ist (um auch einen weiteren schritt ins ausland machen zu können..)
--> wie brachte longo thun einen schritt weiter? ich bin mir sicher, die thuner waren sich bereits bei der einstellung longos sehr wohl bewusst, dass er zwischenmenschliche problem hat.
--> thun ist dank grossem glück in die cl gekommen, nicht wegen irgendwelcher konsequenz. thun hatte zum richtigen moment die richtigen gegner zugelost bekommen ..
--> natürlich gibt es unterschiedliche auffassungen bezüglich der zukunft des fc thun und genau da nehme ich vor dem präsi den hut. trotz der millionen, die da plötzlich vom himmel gefallen kamen, blieb er seiner linie treu und denkt langfristig. longo dachte natürlich, muss er auch als trainer, an der kurzfristigen erfolg.. hätten sie ihm seine wünsche erfüllt, wären paar millionen weg, thun aber kein schritt weiter.
--> meiner meinung nach werden die handlungen der zuständigen personen in den beiden zentralschweizer vereinen mit dem was nun in thun vorgefallen ist bestätigt.
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Gelöscht
Naja, viel mehr als Erster zum Zeitpunkt der Entlassung konnte er glaubs nicht werden.... seit wann bist du eigentlich nicht nur gegen Vaneck, sondern auch gegen Longo?Gunner hat geschrieben:Mit welchen Erfolgen bitteschön??
Für Fragen, Kritik und Anregungen zum Forum ist Camel zuständig. Ich beantworte weder Mails noch PNs dazu.
War der FCL nicht 3er bei seiner Entlassung?Admin hat geschrieben:Naja, viel mehr als Erster zum Zeitpunkt der Entlassung konnte er glaubs nicht werden.... seit wann bist du eigentlich nicht nur gegen Vaneck, sondern auch gegen Longo?Gunner hat geschrieben:Mit welchen Erfolgen bitteschön??
Bin noch nie ein Froind von Longo gewesen und seid er bei Thun masslos überschätzt wird, mag ich ihn noch weniger.
Gegen Van Eck hab ich doch gar nix. Er ist einfach der falsche Trainer für den FCL.
Gunner hat geschrieben:War der FCL nicht 3er bei seiner Entlassung?Admin hat geschrieben:Naja, viel mehr als Erster zum Zeitpunkt der Entlassung konnte er glaubs nicht werden.... seit wann bist du eigentlich nicht nur gegen Vaneck, sondern auch gegen Longo?Gunner hat geschrieben:Mit welchen Erfolgen bitteschön??
Bin noch nie ein Froind von Longo gewesen und seid er bei Thun masslos überschätzt wird, mag ich ihn noch weniger.
Gegen Van Eck hab ich doch gar nix. Er ist einfach der falsche Trainer für den FCL.
Glaube der FCL war erster, aber nach Verlustpunkten nur Dritter oder so.War irgendwie so, dass alle Teams eine andere Anzahl Spiele bestritten hatten wegem Sion-Skandal damals!
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Gelöscht
Die Resultate die Longo erreicht hat mit allen Mannschaften die er trainiert hat sprechen für sich !Gunner hat geschrieben:Mit welchen Erfolgen bitteschön??Terrore Biancoblù hat geschrieben:Man kann Longo mögen oder nicht.
Seine Qualitäten als guter und erfolgsorientierter Trainer hat er genug unter Beweis gestellt...auch in Luzern![]()
Spricht das nicht für die Mannschaften, dass man mit so einem besch..... Trainer etwas erreicht hat?Terrore Biancoblù hat geschrieben:Die Resultate die Longo erreicht hat mit allen Mannschaften die er trainiert hat sprechen für sich !Gunner hat geschrieben:Mit welchen Erfolgen bitteschön??Terrore Biancoblù hat geschrieben:Man kann Longo mögen oder nicht.
Seine Qualitäten als guter und erfolgsorientierter Trainer hat er genug unter Beweis gestellt...auch in Luzern![]()
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Gelöscht
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Dräcksgoof
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In Luzern hat er sicher keinen schlechten Job, gemessen an den Resultaten, gemacht. Bei Thun kann man das auch anderst sehen. Latour hat eine super Mannschafte geformt die Longo übernehmen konnte. So hatte er anfangs Erfolg. Mit der Zeit ging dieser aber weg (Niederlagen in der Meisterschaft) und Longo war unfähig etwas dagegen zu unternehmen
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NZZ am Sonntag vom 19. Februar 2006
Trainer Urs Schönenberger: Trennung als Konstante
Der ewig Kompromisslose
Wo Urs Schönenberger arbeitet, hat er Erfolg. Trotzdem trennt man sich rasch von ihm - wie zuletzt im FC Thun. Warum der Fussball-Trainer immer wieder aneckt.
Von Christine Steffen
In der Pause des Uefa-Cup-Spiels gegen den Hamburger SV am Donnerstag rollen die Thun-Fans ein Spruchband aus. «Danke Longo», steht darauf und «Denn sie wissen nicht, was sie t(h)un.» Jetzt gibt es kein Halten mehr im Stade de Suisse: Urs Schönenberger, der am Montag aus dem Traineramt des FC Thun entlassen wurde und auf der Gegentribüne Platz genommen hat, übersteigt sämtliche Abschrankungen; er eilt mit langen Schritten dem rot- weissen Fanpulk entgegen, der ihn in seine Mitte aufnimmt.
Die Entlassung von Schönenberger, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, kam nicht völlig überraschend; schon seit letztem Herbst ist von Unstimmigkeiten zwischen Trainer und Führung die Rede. Trotzdem wirft sie Fragen auf. Der Zürcher, den alle nur Longo nennen, hat das erste Super-League- Team in seiner Laufbahn in die Champions League geführt. Eine Mannschaft ohne Stars, zusammengesetzt aus durchschnittlichen Fussballern, hat Spitzenklubs wie Arsenal oder Ajax die Stirn geboten und über die Schweiz hinaus Respekt erheischt. Die Fans im Berner Oberland sehen ihn als Helden. Warum trennt sich der Verein vom Mann, der ihn in den Sternenhimmel katapultiert hat? Warum endete das Arbeitsverhältnis in den fünf Klubs, in denen Urs Schönenberger seit 2001 beschäftigt war, jeweils derart rasch?
Thun-Präsident Kurt Weder führt Probleme im zwischenmenschlichen Bereich an. Nicht nur zwischen dem Verwaltungsrat und Schönenberger, sondern auch zwischen Coach und Team sowie dem nichttechnischen Stab seien die Differenzen unüberbrückbar geworden. Bekannt sind die Ansprüche, die um die rund acht Millionen Franken entstanden, die der FC Thun in der Champions League verdient hat. Zwei Millionen reklamierte der Trainer öffentlich für das Team; über das Geld bestimme allein er, entgegnete der Präsident. Nicht das Gerangel um die Millionen habe zur Entlassung geführt, sagt Betriebsökonom Weder heute, «viel wichtigere Sachen» hätten den Ausschlag gegeben. Details will er keine erzählen, er weist darauf hin, dass man wiederholt das Gespräch gesucht habe. «Aber was kann man machen bei einem Gesprächspartner, der alles mit einem süffisanten Lächeln quittiert?» Trotzdem würde er Schönenberger wieder anstellen. «Er hat einen Tipptopp-Job gemacht», lobt Weder. Bis auf einen Punkt: «Ich war der festen Ueberzeugung, dass er sich persönlich weiterentwickelt. Das war nicht der Fall. Man musste handeln.»
«Nackte Angst»
Dass eine Vereinsleitung sich genötigt sieht zu handeln, zieht sich wie ein roter Faden durch die Karriere des früheren Verteidigers Schönenberger. Trotz beachtlichen Leistungen. Meistens war die Trennung von Nebengeräuschen begleitet. Was ist das Problem mit Urs Schönenberger?
Robert Huber, der unter Schönenberger im FC Winterthur gespielt hat, sagt, es gebe ein Wort für den Trainer: «Kompromisslosigkeit.» Huber, der heute im FC Muri aktiv ist und an seiner Dissertation schreibt, hat ein zwiespältiges Verhältnis zum Ex-Coach. Einerseits habe der FCW Erfolg gehabt, die Spieler seien taktisch und technisch auf der Höhe gewesen. Andererseits habe das Team unter der «Sturheit» des Trainers gelitten. «Es brauchte viel, damit er nur schon einmal eine andere Uebung ins Training einbaute», sagt Huber.
Gravierend habe sich die Unbeweglichkeit auf den Umgang mit den Medien, den Vorstand und «die weichen Faktoren» im Team ausgewirkt. «Das ist sein Verhängnis», sagt Huber, «er ist nicht in der Lage, sein Verhalten je nach Ansprechpartner zu variieren.» Es sei dem Coach nicht gelungen, die Spieler individuell zu fördern. Zudem habe er ihnen nie das Gefühl gegeben, hinter ihnen zu stehen: «Longo hat dir in der Teamsitzung gesagt, dass du eine Pfeife bist, und er hat es in der Oeffentlichkeit wiederholt.»
Hubers Erfahrungen decken sich mit jenen von Christian Brand. Der Deutsche, durch langjährige Bundesliga-Erfahrung gestählt, war unter Schönenberger Captain im FC Luzern und wird von diesem als Rädelsführer des Spielerkomplotts genannt, das ihn den Job gekostet habe.
Auch Brand bezeichnet Schönenberger als «absoluten Profi», er lobt das Training, das «hart und gut» gewesen sei, und räumt ein, dass er nie wieder so fit gewesen sei. Gleichzeitig beschreibt er die Umgangsformen des Trainers als «grenzwertig», er spricht von «nackter Angst», die vor allem unter den jungen Spielern geherrscht habe, und einer «unglaublich schlechten Stimmung». Angesprochen auf die Probleme, habe sich Schönenberger «nicht unbedingt zugänglich» gezeigt. Als sich die Probleme schliesslich auch auf dem Rasen niederschlugen und der FCL in einem Cup-Spiel gegen die Grasshoppers 0:4 unterging, veranlasste die Vereinsführung um Präsident Peter Pfister und Sportchef Raffaele Natale eine Abstimmung unter den Spielern. Eine überwältigende Mehrheit sprach sich laut Brand für eine Entlassung Schönenbergers aus.
«Ich habe eine Linie»
Die Kompromisslosigkeit, die sich zu Sturheit auswachsen kann, erscheint als zentral in allen Charakterisierungen des Zürchers. Er sagt: «Ich bin der Longo Schönenberger, und ich habe eine Linie.» Es ist seine Ueberzeugung, nicht davon abzuweichen - er verweist auf den Erfolg, der ihm Recht gebe. «Dem Erfolg», sagt Schönenberger, «ist alles unterzuordnen.» Rechtfertigt er in jedem Fall die Methode? «Ja», findet der Trainer,«Kritik an meinem Arbeitsstil lässt mich kalt.» Er geht davon aus, dass sie von Leuten kommt, die Ressentiments haben, wie der Führung des FC Thun, der er vor der Sonne stand, oder von Spielern, die nicht berücksichtigt wurden.
Mit verblüffender Konsequenz findet der 47-Jährige, der sich als «besessenen Trainer» bezeichnet, für jeden Konflikt umgehend eine Erklärung, die ihn von Mitverantwortung entlastet. Schönenberger sei sehr gut darin, immer einen Ausweg zu finden, sagt Kurt Weder. Aeussert sich etwa der ehemalige Thun-Captain Andres Gerber jetzt eher kritisch über ihn, liegt es laut Schönenberger daran, dass er zuletzt nicht mit der Mannschaft trainieren durfte, sondern ein Aufbautraining absolvieren musste. Zeigte sich sein Vorgänger Hanspeter Latour betupft, als ihn Schönenberger bei der ersten Begegnung zwischen Thun und GC im Stadion Lachen an der Seitenlinie als «Gränni» bezeichnete, habe Latour nicht verstanden, dass es sich um einen Scherz gehandelt habe.
Schönenberger gelingt es regelmässig völlig arglos, Leute gegen sich aufzubringen. Veranlassung, einen anfälligen Mangel an Sozialkompetenz zu korrigieren, erkennt er dennoch nicht. So gut Schönenberger ein Team auf dem Feld taktisch einstellt, so wenig hällt er von Taktik und Diplomatie daneben. Er abstrahiert nicht, tritt keinen Schritt zurück, um eine bessere Perspektive zu haben und dann überlegt zu handeln. Dieses Verhalten kann einen entwaffnen. Es gibt Momente, in denen es Schönenberger sympathisch macht, weil er immer nahe an den Emotionen ist: Wie er sich nach den Champions-League-Spielen gefreut hat, wie er die Tränen nicht zurückhalten konnte - das berührt.
Seine Begeisterungsfähigkeit ist so total wie sein Engagement: Wenn er vom Gespräch mit Arsenal-Trainer Arsène Wenger in der Nacht vor der Champions-League-Partie in Bern erzählt, glaubt man sich einem begeisterten Jungen gegenüber. Es beflügelt ihn, dass der berühmte Kollege ihm versichert hat, dass er noch nie gegen ein Team mit stärkerem Laufvermögen als der FC Thun gespielt hat. Und es macht ihn stolz, dass er ihn, den Longo Schönenberger aus Zürich Wiedikon, zu einem Praktikum nach London eingeladen hat. Den Longo, der hart arbeiten musste für alles, was er erreicht hat, der erst mit 20 und nicht mit übermässigem Talent gesegnet in den Profifussball einstieg. Der FC Zürich stellte ihm einen Vertrag über drei Monate aus, der nach und nach verlängert wurde. «Das Kämpfen hat mich geprägt», sagt Schönenberger.
Neben der Kritik verbindet alle, die mit Schönenberger zu tun hatten, eine Einschätzung: Sie trauen ihm eine grosse Karriere zu - unter der Voraussetzung, dass er sich «entwickle», wie Robert Huber sagt. Christian Brand bedauert, dass bei Schönenberger bis jetzt kein Denkprozess eingesetzt habe: «So wird er immer wieder grandios scheitern.» Raffaele Natale, Sportchef im FC Luzern, glaubt, Schönenberger müsse das Manko im menschlichen Bereich korrigieren, dann habe er «keine Angst um ihn».
Und Urs Schönenberger? Er sagt: "So plötzlich ich in Thun freigestellt worden bin, so schnell geht es an einem anderen Ort weiter."
Info:
Urs Schönenberger wuchs in Zürich Wiedikon auf. Der 47-Jährige ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt im Kanton Aargau. Er hat eine Lehre als Hochbauzeichner abgeschlossen und erhielt, 20-jährig, seinen ersten Profivertrag im FC Zürich, mit dem er 1981 Schweizer Meister wurde. 1986 wechselte er zur AC Bellinzona, ein Jahr später zum FC Luzern, der 1989 die Meisterschaft gewann. Nach einer Zwischenstation im FC Solothurn 1994 unter Trainer Hanspeter Latour beendete er 1996 seine aktive Karriere im FC Kriens.
1996 stieg Schönenberger als Assistenztrainer im FC Zürich ein und wechselte 2001 als Cheftrainer zum FC Winterthur in die Nationalliga B. Der FCW qualifizierte sich für die Auf-/Abstiegsrunde, steckte aber in grossen finanziellen Schwierigkeiten. Schönenberger ging zum FC Kriens, mit dem er sich ebenfalls für die Auf-/Abstiegsrunde qualifizierte - trotzdem wurde sein Vertrag nicht verlängert. Das folgende Engagement im FC Luzern dauerte nur sechs Monate: Im November 2003 wurde Schönenberger freigestellt, Luzern stand in der Challenge League auf Rang 2. Mit YF Juventus stieg er im Juli 2004 in die Challenge League auf, trotzdem kam es zur Trennung. Im Januar 2005 wurde Schönenberger Nachfolger von Hanspeter Latour in Thun. Am letzten Montag wurde er entlassen. (cen.)
Trainer Urs Schönenberger: Trennung als Konstante
Der ewig Kompromisslose
Wo Urs Schönenberger arbeitet, hat er Erfolg. Trotzdem trennt man sich rasch von ihm - wie zuletzt im FC Thun. Warum der Fussball-Trainer immer wieder aneckt.
Von Christine Steffen
In der Pause des Uefa-Cup-Spiels gegen den Hamburger SV am Donnerstag rollen die Thun-Fans ein Spruchband aus. «Danke Longo», steht darauf und «Denn sie wissen nicht, was sie t(h)un.» Jetzt gibt es kein Halten mehr im Stade de Suisse: Urs Schönenberger, der am Montag aus dem Traineramt des FC Thun entlassen wurde und auf der Gegentribüne Platz genommen hat, übersteigt sämtliche Abschrankungen; er eilt mit langen Schritten dem rot- weissen Fanpulk entgegen, der ihn in seine Mitte aufnimmt.
Die Entlassung von Schönenberger, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, kam nicht völlig überraschend; schon seit letztem Herbst ist von Unstimmigkeiten zwischen Trainer und Führung die Rede. Trotzdem wirft sie Fragen auf. Der Zürcher, den alle nur Longo nennen, hat das erste Super-League- Team in seiner Laufbahn in die Champions League geführt. Eine Mannschaft ohne Stars, zusammengesetzt aus durchschnittlichen Fussballern, hat Spitzenklubs wie Arsenal oder Ajax die Stirn geboten und über die Schweiz hinaus Respekt erheischt. Die Fans im Berner Oberland sehen ihn als Helden. Warum trennt sich der Verein vom Mann, der ihn in den Sternenhimmel katapultiert hat? Warum endete das Arbeitsverhältnis in den fünf Klubs, in denen Urs Schönenberger seit 2001 beschäftigt war, jeweils derart rasch?
Thun-Präsident Kurt Weder führt Probleme im zwischenmenschlichen Bereich an. Nicht nur zwischen dem Verwaltungsrat und Schönenberger, sondern auch zwischen Coach und Team sowie dem nichttechnischen Stab seien die Differenzen unüberbrückbar geworden. Bekannt sind die Ansprüche, die um die rund acht Millionen Franken entstanden, die der FC Thun in der Champions League verdient hat. Zwei Millionen reklamierte der Trainer öffentlich für das Team; über das Geld bestimme allein er, entgegnete der Präsident. Nicht das Gerangel um die Millionen habe zur Entlassung geführt, sagt Betriebsökonom Weder heute, «viel wichtigere Sachen» hätten den Ausschlag gegeben. Details will er keine erzählen, er weist darauf hin, dass man wiederholt das Gespräch gesucht habe. «Aber was kann man machen bei einem Gesprächspartner, der alles mit einem süffisanten Lächeln quittiert?» Trotzdem würde er Schönenberger wieder anstellen. «Er hat einen Tipptopp-Job gemacht», lobt Weder. Bis auf einen Punkt: «Ich war der festen Ueberzeugung, dass er sich persönlich weiterentwickelt. Das war nicht der Fall. Man musste handeln.»
«Nackte Angst»
Dass eine Vereinsleitung sich genötigt sieht zu handeln, zieht sich wie ein roter Faden durch die Karriere des früheren Verteidigers Schönenberger. Trotz beachtlichen Leistungen. Meistens war die Trennung von Nebengeräuschen begleitet. Was ist das Problem mit Urs Schönenberger?
Robert Huber, der unter Schönenberger im FC Winterthur gespielt hat, sagt, es gebe ein Wort für den Trainer: «Kompromisslosigkeit.» Huber, der heute im FC Muri aktiv ist und an seiner Dissertation schreibt, hat ein zwiespältiges Verhältnis zum Ex-Coach. Einerseits habe der FCW Erfolg gehabt, die Spieler seien taktisch und technisch auf der Höhe gewesen. Andererseits habe das Team unter der «Sturheit» des Trainers gelitten. «Es brauchte viel, damit er nur schon einmal eine andere Uebung ins Training einbaute», sagt Huber.
Gravierend habe sich die Unbeweglichkeit auf den Umgang mit den Medien, den Vorstand und «die weichen Faktoren» im Team ausgewirkt. «Das ist sein Verhängnis», sagt Huber, «er ist nicht in der Lage, sein Verhalten je nach Ansprechpartner zu variieren.» Es sei dem Coach nicht gelungen, die Spieler individuell zu fördern. Zudem habe er ihnen nie das Gefühl gegeben, hinter ihnen zu stehen: «Longo hat dir in der Teamsitzung gesagt, dass du eine Pfeife bist, und er hat es in der Oeffentlichkeit wiederholt.»
Hubers Erfahrungen decken sich mit jenen von Christian Brand. Der Deutsche, durch langjährige Bundesliga-Erfahrung gestählt, war unter Schönenberger Captain im FC Luzern und wird von diesem als Rädelsführer des Spielerkomplotts genannt, das ihn den Job gekostet habe.
Auch Brand bezeichnet Schönenberger als «absoluten Profi», er lobt das Training, das «hart und gut» gewesen sei, und räumt ein, dass er nie wieder so fit gewesen sei. Gleichzeitig beschreibt er die Umgangsformen des Trainers als «grenzwertig», er spricht von «nackter Angst», die vor allem unter den jungen Spielern geherrscht habe, und einer «unglaublich schlechten Stimmung». Angesprochen auf die Probleme, habe sich Schönenberger «nicht unbedingt zugänglich» gezeigt. Als sich die Probleme schliesslich auch auf dem Rasen niederschlugen und der FCL in einem Cup-Spiel gegen die Grasshoppers 0:4 unterging, veranlasste die Vereinsführung um Präsident Peter Pfister und Sportchef Raffaele Natale eine Abstimmung unter den Spielern. Eine überwältigende Mehrheit sprach sich laut Brand für eine Entlassung Schönenbergers aus.
«Ich habe eine Linie»
Die Kompromisslosigkeit, die sich zu Sturheit auswachsen kann, erscheint als zentral in allen Charakterisierungen des Zürchers. Er sagt: «Ich bin der Longo Schönenberger, und ich habe eine Linie.» Es ist seine Ueberzeugung, nicht davon abzuweichen - er verweist auf den Erfolg, der ihm Recht gebe. «Dem Erfolg», sagt Schönenberger, «ist alles unterzuordnen.» Rechtfertigt er in jedem Fall die Methode? «Ja», findet der Trainer,«Kritik an meinem Arbeitsstil lässt mich kalt.» Er geht davon aus, dass sie von Leuten kommt, die Ressentiments haben, wie der Führung des FC Thun, der er vor der Sonne stand, oder von Spielern, die nicht berücksichtigt wurden.
Mit verblüffender Konsequenz findet der 47-Jährige, der sich als «besessenen Trainer» bezeichnet, für jeden Konflikt umgehend eine Erklärung, die ihn von Mitverantwortung entlastet. Schönenberger sei sehr gut darin, immer einen Ausweg zu finden, sagt Kurt Weder. Aeussert sich etwa der ehemalige Thun-Captain Andres Gerber jetzt eher kritisch über ihn, liegt es laut Schönenberger daran, dass er zuletzt nicht mit der Mannschaft trainieren durfte, sondern ein Aufbautraining absolvieren musste. Zeigte sich sein Vorgänger Hanspeter Latour betupft, als ihn Schönenberger bei der ersten Begegnung zwischen Thun und GC im Stadion Lachen an der Seitenlinie als «Gränni» bezeichnete, habe Latour nicht verstanden, dass es sich um einen Scherz gehandelt habe.
Schönenberger gelingt es regelmässig völlig arglos, Leute gegen sich aufzubringen. Veranlassung, einen anfälligen Mangel an Sozialkompetenz zu korrigieren, erkennt er dennoch nicht. So gut Schönenberger ein Team auf dem Feld taktisch einstellt, so wenig hällt er von Taktik und Diplomatie daneben. Er abstrahiert nicht, tritt keinen Schritt zurück, um eine bessere Perspektive zu haben und dann überlegt zu handeln. Dieses Verhalten kann einen entwaffnen. Es gibt Momente, in denen es Schönenberger sympathisch macht, weil er immer nahe an den Emotionen ist: Wie er sich nach den Champions-League-Spielen gefreut hat, wie er die Tränen nicht zurückhalten konnte - das berührt.
Seine Begeisterungsfähigkeit ist so total wie sein Engagement: Wenn er vom Gespräch mit Arsenal-Trainer Arsène Wenger in der Nacht vor der Champions-League-Partie in Bern erzählt, glaubt man sich einem begeisterten Jungen gegenüber. Es beflügelt ihn, dass der berühmte Kollege ihm versichert hat, dass er noch nie gegen ein Team mit stärkerem Laufvermögen als der FC Thun gespielt hat. Und es macht ihn stolz, dass er ihn, den Longo Schönenberger aus Zürich Wiedikon, zu einem Praktikum nach London eingeladen hat. Den Longo, der hart arbeiten musste für alles, was er erreicht hat, der erst mit 20 und nicht mit übermässigem Talent gesegnet in den Profifussball einstieg. Der FC Zürich stellte ihm einen Vertrag über drei Monate aus, der nach und nach verlängert wurde. «Das Kämpfen hat mich geprägt», sagt Schönenberger.
Neben der Kritik verbindet alle, die mit Schönenberger zu tun hatten, eine Einschätzung: Sie trauen ihm eine grosse Karriere zu - unter der Voraussetzung, dass er sich «entwickle», wie Robert Huber sagt. Christian Brand bedauert, dass bei Schönenberger bis jetzt kein Denkprozess eingesetzt habe: «So wird er immer wieder grandios scheitern.» Raffaele Natale, Sportchef im FC Luzern, glaubt, Schönenberger müsse das Manko im menschlichen Bereich korrigieren, dann habe er «keine Angst um ihn».
Und Urs Schönenberger? Er sagt: "So plötzlich ich in Thun freigestellt worden bin, so schnell geht es an einem anderen Ort weiter."
Info:
Urs Schönenberger wuchs in Zürich Wiedikon auf. Der 47-Jährige ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt im Kanton Aargau. Er hat eine Lehre als Hochbauzeichner abgeschlossen und erhielt, 20-jährig, seinen ersten Profivertrag im FC Zürich, mit dem er 1981 Schweizer Meister wurde. 1986 wechselte er zur AC Bellinzona, ein Jahr später zum FC Luzern, der 1989 die Meisterschaft gewann. Nach einer Zwischenstation im FC Solothurn 1994 unter Trainer Hanspeter Latour beendete er 1996 seine aktive Karriere im FC Kriens.
1996 stieg Schönenberger als Assistenztrainer im FC Zürich ein und wechselte 2001 als Cheftrainer zum FC Winterthur in die Nationalliga B. Der FCW qualifizierte sich für die Auf-/Abstiegsrunde, steckte aber in grossen finanziellen Schwierigkeiten. Schönenberger ging zum FC Kriens, mit dem er sich ebenfalls für die Auf-/Abstiegsrunde qualifizierte - trotzdem wurde sein Vertrag nicht verlängert. Das folgende Engagement im FC Luzern dauerte nur sechs Monate: Im November 2003 wurde Schönenberger freigestellt, Luzern stand in der Challenge League auf Rang 2. Mit YF Juventus stieg er im Juli 2004 in die Challenge League auf, trotzdem kam es zur Trennung. Im Januar 2005 wurde Schönenberger Nachfolger von Hanspeter Latour in Thun. Am letzten Montag wurde er entlassen. (cen.)