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Kampf den Hooligans und Rassisten

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g.love
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Beitrag von g.love »

Frage an die Wissenden: Was hält ihr von den nachfolgenden Definitionen/Artikeln?

Ultras: http://de.wikipedia.org/wiki/Ultr%C3%A0-Bewegung

Hooligans: http://de.wikipedia.org/wiki/Hooligan
Dräcksgoof
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Beitrag von Dräcksgoof »

g.love hat geschrieben:Frage an die Wissenden: Was hält ihr von den nachfolgenden Definitionen/Artikeln?

Ultras: http://de.wikipedia.org/wiki/Ultr%C3%A0-Bewegung

Hooligans: http://de.wikipedia.org/wiki/Hooligan
Bericht über Hooligans kann man im gross und ganzen so gebrauchen. Über die Entstehung des Begriffes gibt es aber noch andere Theorien (Familie in Irland zb). Keine Ahnung was nun richtig ist.

Würde mal meinen Ultra-Bericht kann man auch so stehen lassen?

Links sollte man mal an Blick und so schicken...
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love_lustrigoal
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Beitrag von love_lustrigoal »

naja der punkt Hooligan-Philosophie und Hooligan-Kultur ist ein bisschen verstaubt...
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Dräcksgoof
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Beitrag von Dräcksgoof »

Baslerstab_reloaded hat geschrieben:naja der punkt Hooligan-Philosophie und Hooligan-Kultur ist ein bisschen verstaubt...
Stimmt, da die meisten "Jungen" dies wohl gar nicht kennen sondern die Medien ihnen sagen wer ein Hool ist und was er tut...
Simba

Beitrag von Simba »

Dräcksgoof hat geschrieben:Bericht über Hooligans kann man im gross und ganzen so gebrauchen. Über die Entstehung des Begriffes gibt es aber noch andere Theorien (Familie in Irland zb). Keine Ahnung was nun richtig ist.
Eigentlich findet man überall die zwei Versionen, welche dass nun stimmt kann ich auch nicht sagen (und ich habe auch noch keinen Experten gefunden, der sich sicher wäre.): "Zum einen könnte sich der Begriff auf eine irisch-stämmige Familie namens Houliah beziehen, die landesweit wegen ihrer gewalttätigen und trinkfesten Mitglieder bekannt war und in volkstümlichen irischen und schottischen Liedern besungen wurden. Zum anderen könnte Hooligan aus einer missverständlichen Übernahme von "Hooley`s gang" entstanden sein, einer Bande jugendlicher Strassenkrimineller."
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Grisch
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Beitrag von Grisch »

«Keine Gefahr für die EM»
Ein Berner Hooligan von den East Side Supporters gibt Einblick in die Szene der prügelnden Fussballfans
Die Krawallmacher von Basel seien keine Hooligans, sagt ein YB-Fan, der sich selber zu den «Hools» zählt. Diese seien bemüht, Unbeteiligte zu verschonen und wollten bloss «Spass» haben. Die Stadtpolizei sieht das etwas anders.
Hooligans prügeln sich beim Stadion. / adi

Mehr zum Thema:

*
«Das Hooligan-Gesetz allein reicht nicht aus»
*
«Mehr Polizei statt Hooligan-Gesetz»
*
Originalseite als PDF

Die Szenerie, die sich am Güterbahnhof Bern bietet, erinnert an ein mittelalterliches Kampfgetümmel. Zwei kleine, schwarz gekleidete Heere schreiten einander entgegen, fünfzig Zürcher auf der einen, dreissig Berner auf der anderen Seite. Kampfrufe und Urschreie schallen über die Bahngleise. Noch fünfzig Meter. Wie zähnefletschende Kampfhunde stehen sie sich nun gegenüber, putschen sich am Anblick des Gegners auf. Verströmte die Atmosphäre einen Duft, röche es hier nach Adrenalin, Aggression und Angst.

Ein Ruf. Unter wildem Geschrei sprinten die zwei Blocks los, wie die Fusstruppen im Bauernkrieg, und klatschen zusammen. Einige Sekunden wild fliegende Fäuste, ungestüme Tritte und Chaos. Dann formiert sich das Prügelballet. Jeder hat seinen Gegner gefunden, da liegt der erste schon am Boden. Wenige Augenblicke dauert die Keilerei nur. Danach laufen die Hooligans, die vorher aufeinander eingedroschen haben, zusammen ins Neufeldstadion zum Match zwischen YB und FC Zürich. Vorbei an leicht verwirrt wirkenden Einsatztruppen der Polizei.

20 bis 30 Berner Hooligans

Diese Prügelei fand in der letzten Saison statt, und Kurt* lacht vergnügt sein Raucherlachen, wenn er das Video, das ein Kollege aufgenommen hat, kommentiert. Obwohl er einer der Ersten war, der damals am Boden gelegen ist. «Da habe ich einen ziemlichen Hammer kassiert», erzählt er amüsiert. Kurt gehört zum berüchtigten YB-Fanclub East Side Supporters, der aus zwei «Abteilungen» bestehe, wie er sagt: «normale Fans» und Hooligans. Kurt zählt sich zu den Hooligans – einer von ungefähr 20 bis 30 in Bern. Er trägt ein Baseball-Cap, darauf steht «BO» – für Böhse Onkelz, seine Lieblingsband. Auf seinem T-Shirt prangt eine Bulldogge; sie stellt so was wie das Maskottchen der Hools dar. Unter der Woche führt er ein friedliches Leben, er geht seinem Bürojob nach, verbringt die Freizeit mit seiner Freundin und weicht im Ausgang Schlägereien aus. Er wolle seine Ruhe haben, sagt er. Nur manchmal brauche er ihn halt, «diesen Kick», «die Flucht aus dem Alltag». Er sei süchtig, adrenalinsüchtig.

Bei Hooligans verhält es sich wie in anderen Bereichen: Wertungen und Etiketten sind rasch gemacht, Realitäten meist komplexer. «Was am Samstag in Basel geschehen ist, hat nichts mit Hooliganismus zu tun», meint Kurt. «In meinen Augen waren das Chaoten, gewalttätige B-Fans» (siehe Faktenbox). In den Medien würden Ultras und Hools oft gleichgesetzt; Fans, die im Stadion Petarden zündeten oder randalierten, fälschlicherweise als Hooligans bezeichnet. «Wir wollen keine Sachschäden verursachen oder dass Unbeteiligte zu Schaden kommen. Wir wollen nur Spass.»

«Der Ehrenkodex ist verwässert»

Die Stadtpolizei Bern sieht das ein bisschen anders. Fritz Schlüchter, Chef des Informationsdiensts, sagt: «Wir stellen fliessende Grenzen fest. Der Hooligan-Ehrenkodex ist längst verwässert. Da fliegen längst nicht mehr nur Fäuste.» Und komme es im Umfeld des Stadions zu Randale, seien immer auch Unbeteiligte betroffen.

Furcht vor Stadionverbot

Im Stadion verhalten sich die Hooligans unauffällig. «Schliesslich will ich kein Stadionverbot.» Ihm gehe es nämlich auch ums Fussballspiel, nicht bloss ums Prügeln. So genannte Feld-Wald-Wiesen-Fights, wo sich Hooligans abseits von Spielen treffen, seien seine Sache nicht. «Für mich gehören die Emotionen des Spiels dazu», sagt er. Richtig bereit fühle er sich, wenn YB ein Spiel unglücklich verloren habe.

Die Konfrontationen fänden oft in der Nähe des Stadions statt, an vereinbarten Treffpunkten. Da gingen ein, zwei Telefonate voraus, in denen man sich auch über die Stärke der Truppe austausche. Die Kämpfe dauern nur ein, zwei Minuten und funktionieren nach Kodex. Nachzutreten, wenn jemand schon am Boden liegt, ist verpönt. Waffen sind keine erlaubt. Daher gebe es auch kaum je ernste Verletzungen. Seit acht Jahren zählt sich Kurt, heute 24-jährig, zu den East-Side-Hooligans. Mehr als eine blutende Nase trug er nie davon.

Dabei seien die Berner bekannt für ihre Nehmerqualitäten. «Wir müssen oft die Birne hinhalten. Aber wir stellen uns, egal wie wenig Leute wir sind.» Kneifen gebe es nicht. «Manchmal habe ich keine Lust», räumt er ein, «aber ich kann meine Kollegen ja nicht im Stich lassen.» Nach dem Kampf trinke man zusammen, bespreche die Prügelei. Auf einer Website werden Bilder und Videos ausgetauscht.

Innere Feindschaften

Zwar sei die Szene vernetzt, aber auch verfeindet. Basler und Zürcher könnten sich aufs Blut nicht ausstehen. Daher glaubt Kurt auch, dass die Schweizer Hooligans an der Europameisterschaft 2008 keine Gefahr darstellen. «Schweiz United wird es nie geben – der Hass untereinander ist zu gross», sagt er. «Das ist etwas allzu blauäugig», entgegnet Schlüchter. Wenn sich die Gelegenheit ergebe, komme es vielleicht zu Allianzen mit ausländischen «Hools» gegen die heimischen Erzrivalen.

EXTRA

Ultras und Hooligans

Die Polizei unterteilt Stadionbesucher in drei Fantypen. Friedliche Matchbesucher sind A-Fans. Als Ultras (B-Fans) gelten Hardcore-Fussball- und Eishockeyfans zwischen 15 und 23 Jahren, die erlebnisorientiert und gewaltbereit sind. Die Gruppe ist sozial stark durchmischt, umfasst militante Anhänger wie auch Mitläufer. In den Gruppen gelten flache Hierarchien. Als Erkennungszeichen werden eigene Fanartikel, Fackeln, Petarden, Transparente mitgeführt. Es werden auch Choreografien vorbereitet und Gesänge vorgetragen. Schweizweit gelten rund 8000 Personen als B-Fans; in Bern sind es laut Stadtpolizei 1000. Die Hooligans (C-Fans) sind meist zwischen 25 und 40 Jahre alt, sozial integriert. Sie suchen Gewalt, sind in Banden hierarchisch organisiert. Als Erkennungszeichen gelten Markenkleider. Anzahl: 400 Militante (plus 600 Mitläufer). GC rund 80 (Hardturm-Front), FCZ etwa 80 (City Boys), Basel etwa 100 (Basler-Bande). (jäg)
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Admin
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Beitrag von Admin »

Guter Artikel, aber:
Grisch hat geschrieben:Als Ultras (B-Fans) gelten Hardcore-Fussball- und Eishockeyfans zwischen 15 und 23 Jahren [...] Die Hooligans (C-Fans) sind meist zwischen 25 und 40 Jahre alt
:?
Für Fragen, Kritik und Anregungen zum Forum ist Camel zuständig. Ich beantworte weder Mails noch PNs dazu.
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LU-57
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Beitrag von LU-57 »

Mit 24 ist man im magischen Übergangsjahr vom Ultra zum Hool! 8)
STADION ALLMEND 1934 - 2009
\O/ cumk \O/ choooooom \O/

«Stellen sie sich vor, ein Pyro mit 2000 Grad trifft ein Kind und das Kind stirbt. Was sagen Sie dann?»
«Gewaltanwendungen gab es zwar keine, es hätte aber auch anders kommen können!»
Romano Simioni, Allmend-Buch, 2009 hat geschrieben:Das KKL ist kein Ort, der für uns Luzerner und Innerschweizer
gemacht wurde, sondern ein Ort, der in erster Linie dazu da ist,
dem Prestige der Stadt gut zu tun. Ich befürchte, dass das neue
Stadion eher ein KKL des modernen Fusballs wird und nicht eine
lebendige Volksbühne, wie es die so sympathisch unperfekte
Allmend war.
chief
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Beitrag von chief »

Admin hat geschrieben:Guter Artikel, aber:
Grisch hat geschrieben:Als Ultras (B-Fans) gelten Hardcore-Fussball- und Eishockeyfans zwischen 15 und 23 Jahren [...] Die Hooligans (C-Fans) sind meist zwischen 25 und 40 Jahre alt
:?
soweit liegt das bei uns nicht daneben.
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Raubi
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Beitrag von Raubi »

Was ist nach 40ig?
Fanclub Falken
chief
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Beitrag von chief »

Raubi hat geschrieben:Was ist nach 40ig?
Das sind ja auch durchschnittliche Angaben, logischerweise gibts auch 20- und 45jährige Hools.

Aber obs über 30jährige Ultras gibt (in der CH), das bezeifle ich.

Ausgenommen Wiesel natürlich :lol:
Ofen

Beitrag von Ofen »

einmal ultrà immer ultrà... :rr:
Bill Shankly
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Beitrag von Bill Shankly »

Grisch hat geschrieben: Schweizweit gelten rund 8000 Personen als B-Fans; in Bern sind es laut Stadtpolizei 1000.

*hehe*, respekt nach bern! 8)
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Wiesel
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Beitrag von Wiesel »

chief hat geschrieben:
Raubi hat geschrieben:Was ist nach 40ig?
Das sind ja auch durchschnittliche Angaben, logischerweise gibts auch 20- und 45jährige Hools.

Aber obs über 30jährige Ultras gibt (in der CH), das bezeifle ich.

Ausgenommen Wiesel natürlich :lol:
In Saarbrücken sind die beiden führenden Ultras zwischen 40 und 45!! Inzwischen aber aufgelöst...(die Ultras!) Bin übrigens kein Ultra. Sehe mich als typischen Erfolgsfan mit Hang zu mehreren Clubs :lol:
ADLER 06

Mainz 05 - mehr als nur ein Karnevalsverein
Tanzbär
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Beitrag von Tanzbär »

Hoolnutte? 8)
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Beitrag von Surflehrer-Björn-Senjor »

TDC 6 Leute
ป่าตองบ้านมาใหม่! ใน 2012, เราจะกลับมา!

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Offene Wette: Zagrebwette mit TW CHF 200 /
Offen: Sega:Flasche Vodka. Schuld: Lager zum Saufen einladen / TW 100
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Artikel aus der BAZ

Beitrag von Dräcksgoof »

wortmeldungen: Der FCB ist Opfer, nicht Täter

Helmut Hubacher

Der deutsche Fan-Forscher Günter Pilz hat Erstaunliches herausgefunden:
«Viele Hooligans entstammen der akademischen Oberschicht. Sie stehen zwar in
der Tradition der Fussballfans. Der Fussball spielt aber eine untergeordnete
Rolle. Es geht ihnen ausschliesslich um die Lust an der Gewalt, um den
Kick.»

Ein Hooligan ist nach dem Duden ein Rowdy. Wörtlich ein «gewalttätiger
Mensch». Eigentlich prügeln sich Hooligans unter sich. Also die vom FCZ
gegen die des FCB. Die Prügelei sollte vor dem Match, ausserhalb des
Stadions, statt- finden. Wie ein Ritual. Statt Händedruck eins auf die
Birne. Nachher geht man gemeinsam zum Spiel.

Das ist die Theorie. Die Praxis ist brutaler. Eine gewalttätige Minderheit
besucht den Match. Das mit der Absicht, das Spiel kaputtzuschlagen. Am
Samstag waren 32700 Zuschauer im Stadion. 200 bis 300 Militanten ist es
gelungen, die «Schande von Basel» zu inszenieren. Mit den Jagdszenen auf die
Spieler des FC Zürich. Und mit der Zerstörungswut gegen alle und alles, was
im Wege stand.

Die Schlägertruppe ist professionell organisiert. Alles ist geplant:
Fluchtwege, Materialstützpunkte, Nachschub für Raketen und Petarden,
Tenüwechsel. Am Samstag war niemand sicher vor den Gewalttätigen. Nicht die
Feuerwehrmannen, Sanitäter, Zuschauer, Polizisten natürlich oder der
Fernsehwagen. Die FCB-Führung hat sich dafür entschuldigt und die
Verantwortung übernommen.

Die Fussballmeisterschaft, neudeutsch Super League, wird vom Schweizerischen
Fussballverband organisiert. Er trägt die Verantwortung. 2004 verlangte der
Bundesrat von sämtlichen Sportverbänden ein Sicherheitskonzept. Von 84
Verbänden machen 82 mit. Nicht jedoch der Fussballverband. Ein solches
Sicherheitssystem sei zu teuer, und meldete sich ab. Nun steht der FCB im
Regen. Gigi Oeri habe am Samstag, lese ich, als Präsidentin «ihr
persönliches Waterloo erlebt». Das sehe ich anders.

In zwei Jahren werden in Basel Spiele der EM (Europa-Meisterschaft)
ausgetragen. Schirmherr und verantwortlich ist der Europäische
Fussballverband (Uefa). Der zuständige Geschäftsführer versichert schon
heute, einen Gewaltausbruch wie am Samstag werde es nicht geben. Er sagt
auch, warum nicht: «Bei den Fankurven werden je 100 Ordnungskräfte
stationiert sein.» Die bilden nötigenfalls «einen menschlichen Zaun».

So viel Sicherheitsmassnahmen kosten Geld. Allein für die Spiele in Basel
sind zig Millionen Franken budgetiert worden. Spielt aber der FCB im
Stadion, übernehmen junge Burschen für 90 Franken pro Match den
Sicherheitsdienst. Sie sind weder genügend ausgebildet noch ausgerüstet.
Wird es ernst, werden sie von Hooligans verdroschen und müssen flüchten. Das
heisst, der Schweizerische Fussballverband lässt die Clubs im Stich.

Hooligans sind ein Problem unserer Gesellschaft, nicht des FCB. Es war von
seiner Präsidentin mutig, zuzugeben: «Ich bin macht- und hilflos.» Hätte sie
auftrumpfen sollen, «wir schaffen es»? Es genügte, was der zuständige
Regierungsrat und sein Polizeikommandant geboten haben: «Wir haben alles
richtig gemacht.» Dabei ist so ziemlich alles schief gelaufen. Ach, wir
Männer!

Es sei wiederholt, was Günter Pilz sagt: «Es geht ausschliesslich um die
Lust an der Gewalt, um den Kick.» Man würde staunen, wer da alles mitmacht.
Der Staat und sämtliche Beteiligten müssen zusammen ein Sicherheitssystem
ausarbeiten. Das wird eine harte Nuss. Trotz alledem, nicht vergessen, die
Hooligans sind unsere Kinder. Es ist unser Waterloo.

Quelle: http://www.baz.ch/
Rumpel
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Beitrag von Rumpel »

Swisstxt.ch hat geschrieben:10'000 Fr. Busse für Rasen-Betreten?

Nach den massiven Krawallen beim Meisterschaftsspiel FCB-FCZ im Basler St.-Jakob-Stadion will die Swiss Football League SFL in Zukunft härter gegen Fans vorgehen, die den Rasen betreten.
"Eine Busse von bis zu 10'000 Fr. oder auch bis zu 2 Jahren Gefägnis scheinen mir angemessen", sagt Thomas Helbling, Präsident der SFL-Sicherheitskommision im Interview mit der "NZZ am Sonntag".
Helbling fordert eine neue Gesetzesbestimmung, da die bisherigen Sanktionen, unter anderem Stadionverbote, nicht wirkten. "Jeder Matchbesucher muss wissen, dass er hart bestraft wird, wenn er aufs Spielfeld rennt."
Nein, es ist nur ein Spiel, wenn man gewinnt. Wenn man verliert ist es Scheisszeitverschwendung!

When I looked up "Ninjas" in Thesaurus.com, it said "Ninja's can't be found" Well played Ninjas, well played.

Es tut mit leid Ihnen mitteilen zu müssen, dass Sie den Anforderungen des humanen Evolutionsprogrammes in keinster Weise entsprechen.
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Raubi
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Beitrag von Raubi »

Sonntagsblick hat geschrieben:An die 40.000 Polizisten werden alleine rund um die Stadien für die Sicherheit an der WM sorgen. Dazu kommen tausende, die Videoleinwände, öffentliche Plätze und Mannschaftsquartiere überwachen. Etwa 150 Beamte sind rund um die Uhr damit beschäftigt, alle Informationen über das Treiben der Hooligans auszuwerten. Deutschland ist vorbereitet. Und doch geht die Angst um. Die Angst vor Fans, die nur eines kennen: Hass. Kommen die gefürchteten Engländer? Die Holländer? Oder die Hools aus Polen, deren Gewaltbereitschaft keine Grenzen kennt? Seit den Ausschreitungen am letzten Wochenende in Basel haben die deutschen Behörden auch die Fans aus der Schweiz genau im Auge


Basel, Warschau, Berlin:
Es ist Samstag, der 13. Mai. Es sind noch 27 Tage bis zum Eröffnungsspiel. Live und fassungslos verfolgt die Schweizer Öffentlichkeit im Fernsehen, wie Basler Hooligans nach der Niederlage ihrer Mannschaft den Platz stürmen und Spieler des FC Zürich angreifen. Einer Hundertschaft der Polizei gelingt es, die Randalierer mit Gummischrot zurückzudrängen. Tränengasschwaden treiben durch die Nacht, auf den Strassen liegen umgekippte Autos. Die Zuschauer fliehen in Panik. Bilanz: mehr als 130 Verletzte, 25 Festnahmen. Der Sachschaden beträgt mehrere hunderttausend Franken. «Die Schande von Basel», titelt der SonntagsBlick.

Warschau, Innenstadt: Nach dem Spiel Legia Warschau gegen Wisla Krakau attackieren in der Altstadt mehrere hundert Hooligans die Polizei. Die Beamten verteidigen sich mit Wasserwerfern, Tränengas und Schlagstöcken. Bilanz der Nacht: Mehr als 200 Festnahmen, es gibt dutzende Verletzte, darunter allein 30 Polizisten. Berlin, Sportforum Höhenschönhausen: Das Viertligaspiel zwischen BFC Dynamo und Union Berlin wird abgebrochen, als Hooligans des BFC das Spielfeld stürmen. Mehr als 1000 Polizisten und 200 Ordner können die anschliessenden Massenschlägereien nicht verhindern. Beamte werden mit Steinwürfen und Flaschen angegriffen. Bilanz: 33 Festnahmen, fünf Verletzte. Der Berliner Tagesspiegel zitiert einen hochrangigen Polizisten: «Besonders die jungen Hools wollten sich profilieren.» Er meint: profilieren rechtzeitig vor der Fussball-Weltmeisterschaft.

Zürich: Der Hooligan
Seinen Zahnschutz hat Andi immer dabei, wenn er zu Spielen des FC Zürich geht. Andi heisst nicht Andi, aber seinen echten Namen soll niemand erfahren. Er ist 25, arbeitet im Büro einer Versicherung, trägt das Haar sehr kurz und bügelt sein Hemd ordentlich. In seiner Freizeit, wenn er nicht gerade jemandem eine Faust ins Gesicht rammen will, liest er gern Romane. Seine Familie, die Arbeitskollegen, seine Freunde – niemand weiss etwas von seinem Doppelleben.

«Ich bin Hooligan», sagt Andi, «warum soll ich das an die grosse Glocke hängen?» Andi gehört zu den City Boys Zürich, einer jener Gruppen, wegen denen die Polizei mit einer kleinen Armee aufmarschiert, wegen der die Schweiz jetzt ein Hooligan-Gesetz diskutiert, und wegen der die Sicherheitsbehörden der Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland in höchster Alarmbereitschaft sind.

Sobald die WM-Spiele beginnen, möchte auch Andi dabei sein. Getreu dem offiziellen Motto «Die Welt zu Gast bei Freunden» plant er, Hooligan-Kollegen im Nachbarland zu besuchen. Die City Boys pflegen Kontakte zu deutschen Gruppen, mit denen sie gerne gemeinsam zuschlagen. Bei welchen Klubs? Bei welchen Spielen? Diese Fragen beantwortet Andi nicht.

Aber in der Szene erzählt man sich, dass Zürcher Hooligans gemeinsame Sache mit den berüchtigten Anhängern des BFC Dynamo Berlin machen, und dass die Bande Basel, die grösste Schweizer Gruppe, enge Beziehungen zu Dynamo Dresden hat. Erst vor kurzem verabredeten sich Hooligans beider Zürcher Vereine in der Nähe von Frankfurt, um sich mit deutschen Gegnern zu schlagen.

Andi trinkt einen Schluck Wasser. Misstrauisch mustert er die Gäste im Strassencafé unweit des Zürcher Hauptbahnhofs. «Besser, man sieht uns nicht zusammen», sagt er, «alle sind extrem nervös.» Nervös sind seine Mitstreiter der «Kategorie C», wie die Gewaltsucher im Fachjargon der Polizei heissen («Kategorie B» meint gewaltbereite Fans, «Kategorie A» friedliche Zuschauer). Nervös sind auch die Cops (so heissen die Polizisten im Vokabular der Hooligans). Nervös wegen der WM, wegen der Europameisterschaft 2008, wegen der allgemeinen Aufregung. «In der Szene halten sich momentan alle bedeckt», weiss Andi, «niemand will ein Stadionverbot riskieren.»

Von der Droge Gewalt will er deshalb aber nicht lassen. Das kann er gar nicht: «Ich brauche den Kick», sagt er. Das Adrenalin, den rauschähnlichen Zustand in den Momenten kurz vor der Schlägerei, wenn er den Zahnschutz in den Mund schiebt, auf die gegnerische Gruppe zuläuft und weiss, dass es jetzt kein Zurück mehr gibt. Dieses Hochgefühl, wie beim Bungee-Sprung, erklärt Andi, «nur viel besser und irgendwie grösser».

Denkt er darüber nach, dass er seinen Gegner womöglich schwer verletzt? Oder sogar tötet? Dass er Unbeteiligte gefährdet, die nur ein Fussballspiel sehen wollen? Andi zögert. «In melancholischen Momenten.» Und wie oft erlebt er solche melancholische Momente? «Immer mal wieder.»

Eigentlich ist Andi weder besonders gross, noch ist er besonders muskulös gebaut. Er wirkt eher wie ein zurückhaltender Typ. Er ist politisch konservativ eingestellt, «natürlich nicht» vorbestraft, wie er behauptet, und hat selbst bislang wenig abbekommen: da ein blaues Auge, dort eine aufgeplatzte Lippe. Einmal verletzte er sich an der Schulter. Im Büro und zu Hause erklärte er das mit einem «Sportunfall».

Was nicht einmal gelogen war, denn Andi, der schon als kleiner Junge die Spiele im Letzigrund besuchte und durch Reisen an Auswärtsspiele mit der Szene in Kontakt kam, empfindet sein Hobby als eine Art Wettkampf. Er redet von einem «Ehrenkodex», den es unter älteren Hooligans gebe: keine Waffen, keine Tritte gegen Verletzte, die am Boden liegen. Andere behaupten, dieser «Ehrenkodex» sei längst aufgekündigt; er existiere nur noch als schal gewordene Rechtfertigung.

Seit sechs Jahren prügelt Andi mit den City Boys. Er schwärmt von den Ausschreitungen im Osten Deutschlands und von seinen deutschen Freunden, mit denen er während der WM auf eine Gelegenheit warten wird. Auf die Gelegenheit zu richtigen Strassenkämpfen. Auf die nächste Überdosis Adrenalin.

Düsseldorf: Der Schlägerjäger
«Das Problem», sagt Polizeidirektor Michael Endler, 52, seufzt und greift zum Tabak, «sind die wilden Spekulationen.» Kommen die gefürchteten Engländer? Oder die Holländer? Und vor allem: Kommen die furchtbaren Polen, von denen alle Zeitungen schreiben? Gab es dort nicht sogar Tote durch Hooligans? Und was ist mit den Kroaten? Den Serben? Oder den Schweizern?

Endler sieht aus dem Fenster auf ein Industriegebiet am Stadtrand von Düsseldorf. Sein Büro befindet sich in einem Zweckbau des Landeskriminalamts, am Ende eines sehr langen und sehr dunklen Flurs. Darin stehen ein Schreibtisch, eine Topfpflanze und ein paar Stühle. An der Wand hängt die Zeichnung eines Stadions, vor dem sich Fans prügeln, darüber steht: «Don’t worry, be happy.» Auf Endlers Tasse, in der schwarzer Kaffee dampft, prangen die Buchstaben «FBI».

Der Polizeidirektor trägt einen grauen Bart und hat tiefe Schatten unter den Augen. Er sieht müde aus. Als habe er, Chef der Zentrale Informationsstelle für Sporteinsätze (ZIS), jeden einzelnen der knapp 10.000 in Deutschland bekannten Hooligans persönlich in die Kartei eingetragen. Endler hat die Abteilung der Hooligan-Fahnder, die das Problem in den oberen Ligen Deutschlands in den Griff bekam, seit Anfang der 90er-Jahre aufgebaut. In diesem Sommer ist er der wichtigste Schlägerjäger der Welt.

Während der Spiele wird die ZIS auf der anderen Rheinseite, in Neuss, eine Kommandozentrale einrichten: Dann sind etwa 150 Beamte rund um die Uhr damit beschäftigt, alle Informationen über das Treiben der Hools auszuwerten; hinzu kommen 170 Ermittler aus allen Ländern der WM-Teilnehmer, für die Endlers Abteilung Natels, Autos und Hotelzimmer organisiert hat. «Wir haben uns seit Jahren und sehr präzise vorbereitet», sagt er und klingt ziemlich grimmig. Mehr als 40.000 Polizisten, so die Schätzung, werden alleine rund um die Stadien für Sicherheit sorgen. Hinzu kommen tausende, die Videoleinwände, öffentliche Plätze oder Mannschaftsquartiere bewachen. Ziemlich jeder Polizeibeamte Deutschlands wird während der vier Wochen im Einsatz sein. Es gilt eine Urlaubssperre.

Endler möchte nicht über Gerüchte, sondern lieber über Fakten sprechen: Fakt ist, dass Englands Polizei knapp 3.500 Hooligans zur Zeit der WM die Ausreise verbietet; dass die niederländischen Hooligans seit 1988 nicht gemeinsam auftraten, weil die grossen Klubs Feyenoord und Ajax verfeindet sind; dass es bei der letzten Europameisterschaft in Portugal zu keiner einzigen Auseinandersetzung kam. «Wir sollten wachsam sein», sagt Endler, der seine Zigarette fertiggedreht hat, «aber wir sollten Panikmache vermeiden.»

Fakt ist andererseits auch, dass es in den unteren Ligen Deutschlands fast wöchentlich zu Ausschreitungen kommt: in Stendal, Aue, in Hamburg oder Dresden. Fakt ist, dass von Italien über Kroatien und Serbien bis in die Ukraine Hooligans via Internet mit angeblichen Auftritten prahlen; dass sogar in Portugal, dessen Szene bislang ungefähr als so gefährlich eingestuft wurde wie die Spielgruppe eines Kindergartens, mehrere Zeitungen über Drohungen einer Skinhead-Gruppe geschrieben haben. Angeblich wollen sie in Köln beim Spiel gegen Angola Jagd auf Farbige machen.

Vor allem vermag niemand einzuschätzen, wie viele Hooligans sich unter die zehntausende Polen mischen werden, die während der WM über die Grenze strömen sollen. Die dortige Szene, eng mit dem kriminellen Milieu vernetzt, gilt als extrem brutal und setzt mit Nägeln bespickte Keulen und Kampfhunde ein; im Internet kursieren Fotos, die an Schlachtszenen aus Filmen aus dem Mittelalter erinnern.

Aus Polizeikreisen ist zu erfahren, dass über gewisse Spiele mehr als 1.500 Polizisten wachen sollen. Vier Spiele der Vorrunde gelten als besonders risikoreich. Welche, will Endler nicht verraten, weil jeder Kommentar den Prügel-Tourismus fördert. Dass Deutschland gegen Polen zu den brisanten Partien gehört, ist aber kein Geheimnis.

Herr Endler, was planen Sie am Tag nach dem Finale? «Ausschlafen», sagt der Polizeidirektor, grinst und drückt die Zigarette aus. «Und dann setz ich mich in die Sonne und gönn mir eine feine Zigarre.» Eine Casa de Torres hat er schon gekauft.

Hannover: Der Hooligan-Professor
Eben hat ein Radiosender aus Montreal (CDN) angerufen. Der Moderator wollte vom Hooligan-Professor wissen, wie sicher die WM für kanadische Touristen sei. «Die Wachsysteme rund um die Stadien sind ausgeklügelt», beruhigte ihn Gunther A. Pilz, der wie kein anderer das Phänomen der Hooligans wissenschaftlich untersucht hat und Fifa wie Uefa als Experte berät. «Rund um die Stadien wird kaum etwas passieren.»

Dann suchte er nach der englischen Vokabel für «Drittort-Auseinandersetzung»: damit sind per Anruf oder SMS verabredete Prügeleien in abgelegenen Industriegebieten oder auf Äckern gemeint. Erst im November hatten sich 50 Hooligans der deutschen Nordost-Fraktion mit 50 Gegnern von Lech Posen in einem Wald bei Frankfurt/Oder verabredet. Die Polen kamen im Reisebus wie zu einer Kaffeefahrt; Spezialeinheiten der Polizei, die Telefonate abgehört hatten, waren aber rechtzeitig vor Ort.

Professor Pilz von der Universität Hannover ist ein grossgewachsener Mann mit weissem Bart, der in jedem Heidi-Film als Idealbesetzung den Alpöhi spielen könnte. Er beobachtet, dass die Gewaltbereitschaft besonders im Osten Deutschlands zunimmt, wegen des Mangels an Arbeit, an Perspektive und der schwindenden Hoffnung, dass sich dies jemals ändern könnte. «Einige Hools im Osten haben das Gefühl, sowieso nichts mehr zu verlieren zu haben», sagt Pilz düster.

Hinzu kommt eine neue Tendenz, die für Deutschland wie auch die Schweiz («eine der regsten Hooligan-Szenen in Europa») gilt: die Radikalisierung der «Ultras». «Ultras» galten bislang als singende Fahnenschwenker, die ab und zu eine Fackel abbrennen, aber nicht zu Prügeleien neigen. «Sie werden immer gewalttätig», mahnt Pilz, «das sind regelrechte Hooltras.»

Eigentlich sei Hooliganismus im Westen dank des nationalen Sicherheitskonzepts ein «auslaufendes Phänomen», sagt Pilz. Das Sicherheitskonzept diente als Orientierung für das geplante Schweizer Hooligan-Gesetz: Es ermöglicht eine landesweite elektronische Datenbank, die gewalttätige Fans registriert; zudem soll die Schweizer Polizei der Gewalt mit Rayonverboten, Meldeauflagen und vorsorglichem Gewahrsam begegnen können.

Schweizer Fanverbände hingegen beklagen schon jetzt eine – aus ihrer Sicht – «totale Überwachung» und «Kriminalisierung.» So versuchen Anhänger des FC Basel derzeit 50.000 Unterschriften für ein Referendum zusammenzubekommen. Der Hooligan-Professor hingegen meint, dass sich das Konzept in Deutschland ohne Einschränkung bewährt hat: «Die Erfahrung hat gezeigt, dass es nur wirkliche Gewalttäter trifft.»

Zürich: Der Hooligan-Cop
Wenn Erich Minuz, 36, von seiner Arbeit redet, fällt häufig der Begriff «Front». An Spieltagen ist der Detektiv-Wachtmeister der Schweizer Zentralstelle gegen Hooliganismus auf der Strasse im Einsatz. Wer ihm zuhört, begreift schnell, warum dort eine «Front» verläuft. Manche Berichte klingen, als stammten sie aus einem Fussballkrieg.

Zum Beispiel beim Länderspiel England gegen Liechtenstein, das englische Hooligans in den Strassen der Zürcher Altstadt austrugen. Rädelsführer gaben den Befehl, in Gruppen Jagd auf Zivilpolizisten zu machen. Minuz und ein Kollege wurden von etwa 50 Schlägern umringt. In Notwehr zogen sie ihre Dienstwaffen. Und es ist erst wenige Wochen her, dass «Ultras» beim Cupspiel FC Zürich gegen Young Boys gezielt Polizisten angriffen. Was folgte, war einmal mehr eine Strassenschlacht. Der Polizist von der Hooligan-Einheit könnte stundenlang solche Erlebnisse erzählen.

«Das Stadion ist zu einem grossen Spielplatz für alle möglichen Gewalttäter geworden», sagt er und versucht, nicht bitter zu klingen. Gerade unter Jugendlichen nehme der Respekt vor der Polizei «dramatisch» ab. Die «Ultras» seien in ihrem Verhalten kaum mehr von klassischen Hooligans zu unterscheiden. Sogar Feuerwehrleute und Sanitäter wurden schon attackiert. Bei mehr als jedem zehnten Fussballspiel in der Schweiz kommt es laut Einsatzstatistik zu Krawallen.

Erich Minuz ist ein humorvoller Mann mit breitem Lachen und breitem Kreuz. Er ist keiner, der gerne schwarzmalt oder lamentiert, das passt nicht zu ihm. Wenn er aber fordert: «Wir brauchen das neue Hooligan-Gesetz», hat das einen beinahe flehenden Unterton.

Wer mit den sechs Beamten der Anti-Hooligan-Einheit spricht, ahnt, wie frustrierend es für sie sein muss, in manchen Situationen zuerst auf eine Straftat warten zu müssen, bevor sie rechtlich eingreifen dürfen. Dass sie etwa zusehen, wie eine Gruppe Hools den Zahnschutz einsetzt, und genau wissen, dass gleich eine Prügelei beginnt, ohne etwas dagegen unternehmen zu können. Dass Begegnungen zwischen Basel und Zürich beinahe sicher zu Ausschreitungen führen, weil sie die Anführer der Banden nicht präventiv in Gewahrsam nehmen können. Etwa 300 Hooligans sind in der Schweiz aktiv, schätzen die Behörden; hinzu kommen an die 1.500 potenzielle Gewalttäter der «Kategorie B». Tendenz: zunehmend.

Minuz wird als Fan-Beobachter an die Fussball-Weltmeisterschaft reisen, wie schon zur EM in Portugal. Damals hatten sich kroatische Hooligans bei ihm erkundigt, wo sie die Bande Basel fänden. Minuz glaubt, zwar einige bekannte Gesichter an der WM zu entdecken, aber nur Einzelkämpfer. «Einen gemeinsamen Mob der Schweizer Szene wird es nicht geben», meint er. Dazu seien die Gruppen zu verfeindet. Ein Zürcher Hooligan meinte vor kurzem: «Wir mit den Baslern? Eher friert die Hölle ein.»

Magdeburg: Der alltägliche Wahnsinn
Es läuft die zweite Halbzeit, als auf der Tribüne des Heinrich-Germer-Stadions ein Konzentrationslager besungen wird. «Eine U-Bahn bauen wir, von Leipzig bis nach Auschwitz», grölen Fans des 1. FC Magdeburg. Das scheint, besonders im Osten der Republik, so etwas wie der Sommerhit in Stadien der unteren Ligen zu sein.

Ein Sonntag im Mai, Spitzenspiel der Oberliga, Staffel Süd: Magdeburg gegen Sachsen Leipzig. Erster gegen Vierter. Vor knapp 5.000 Zuschauern und 500 Bundesgrenzschutzbeamten in Kampfmontur geht es um den Aufstieg. Magdeburg gegen Leipzig gilt als Risikospiel; davon gibt es beinahe jedes Wochenende eines. In der vierten Liga kommt das deutsche Hooligan-Gesetz bislang nicht zur Anwendung.

72 Minuten sind gespielt, als es im Gästeblock Tumulte gibt. Einigen Hooligans ist es gelungen, ein Tor aufzubrechen. Ordner des Sicherheitsdienstes halten sie auf, dann eilen Polizisten herbei. Schlagstockeinsatz. Ein kurzer, heftiger Kampf, und der Käfig ist wieder geschlossen. Zwei Männer werden abgeführt. Nach zehn Minuten geht die Partie weiter. Ein Sprecher der Polizeidirektion Magdeburg erklärt, dass es ein «relativ ruhiges Spiel» gewesen sei. Zwei Gewahrsamnahmen weist der offizielle Einsatzbericht aus, das ist alles.

Was ist mit den Schlägen der Leipziger Hooligans gegen die Polizisten? «Die Staatsanwaltschaft wertet Videoaufnahmen aus», berichtet der Sprecher. Insgesamt, so meint er, sei es ein ziemlich alltäglicher Sonntag gewesen.

Am 11. Juni, zwei Tage nach dem Eröffnungsspiel, kommt die Weltmeisterschaft zu Besuch nach Leipzig. Das Spiel heisst Serbien-Montenegro gegen Holland.
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Beitrag von Legia »

Geht ja nicht nach Brandenburg. Dort ist es sehr gefährlich und die Menschen dort sind hundsgemein. :P :P
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