Zürcher Obergericht senkt Strafe für GC-Hooligan
(Si/sda) Das Zürcher Obergericht hat am Freitag eine erstinstanzliche Strafe für einen Fussball-Hooligan deutlich entschärft. Der GC-Fan wurde wegen Hinderung einer Amtshandlung zu einer Busse von 250 Franken auf Bewährung verurteilt.
Die Vorinstanz hatte im letzten April eine Busse von 2000 Franken ausgesprochen, die der Angeschuldigte nicht akzeptierte. Das Obergericht auferlegte ihm nun auch keine Gerichtskosten mehr, sondern sprach ihm sogar eine Prozessentschädigung von 1800 Franken für die anwaltliche Vertretung zu.
Die Polizei stuft den 26-jährigen Schweizer, der jeweils bei Fussballspielen im GC-Ultra-Fansektor die Sprechchöre mit einem Megaphon anstimmt und die Stimmung anheizt, als zu Gewalt neigend ein. Die Staatsanwaltschaft klagte ihn wegen zwei Vorfällen ein.
Im ersten Fall ging es um Gewalt und Drohung gegen Beamte. Am 2. April 2005 soll er nach dem Spiel GC - Schaffhausen im Hardturmstadion an Tumulten teilgenommen haben. Gemäss Anklage stellte er einem Polizisten das Bein. Am 21. August 2004 hatte sich das Mitglied des radikalen GC-Fanclubs Bulldogs nach der Partie GC- Xamax einer Polizeikontrolle entzogen. Er stellte sich jedoch später freiwillig.
Die Staatsanwaltschaft forderte eine bedingte Gefängnisstrafe von 30 Tagen. Das Bezirksgericht sah das Beinstellen nach der Aussage zweier Entlastungszeugen als nicht erwiesen an. Die Busse von 2000 Franken sprach es für den zweiten Vorfall aus und zwar wegen Hinderung einer Amtshandlung.
Die Verteidigerin erreichte vor Obergericht eine Strafsenkung nach dem neuen, milderen Recht. Die Richter verzichteten aufgrund des leichten Verschuldens auf eine Busse und setzten eine bedingte Geldstrafe von fünf Tagessätzen à 50 Franken fest. Die Probezeit beträgt zwei Jahre.
Liiribox
Nur angemeldete User dürfen liiren.
Kampf den Hooligans und Rassisten
Für Fragen, Kritik und Anregungen zum Forum ist Camel zuständig. Ich beantworte weder Mails noch PNs dazu.
hey. ich kann da nix für. habe nur fussball gespieltAlpenloewe hat geschrieben:Stecki hat geschrieben:1:2 - Ref spitalreif geschlagen
BALZERS – Brutalo-Szenen beim Hallenfussball. In Balzers wurde ein Schiedsrichter bei einem Turnier derart attackiert, dass er ins Spital gebracht werden musste.
Laut der Landespolizei des Fürstentums kam es am letzten Samstag zu den skandalösen Vorfällen. Nach dem Gruppenspiel Fortuna gegen Boss Pinzellos, das 1:2 endete, sahen die Verlierer rot und gingen auf den Schiedsrichter los.
Die Amokläufer, gemäss der Polizei alles Ausländer, steckten den Ref mit einer Kopfnuss nieder und malträtierten ihn danach mit Fusstritten gegen Kopf und Körper. Danach verliessen sie die Halle fluchtartig.
@steve warst ja sicher dabei, kannst mal deine sicht berichten
oder warst der täter...
Der Schiedsrichter musste ins Spital Vaduz gebracht werden. Gegen die Schläger wird ein Strafverfahren eröffnet.
jedoch war der angriff auf den schiri an diesem turnier nicht die eizigen zwischenfälle. gab auch dem fend noch mindestens 2 x eine schlägerei zwischen teams.
die heutige jugend. tz
"Wer sich vor nichts Grossem fürchtet, der hat vor jeder Kleinigkeit Schiss. Gerade der postmoderne Relativismus führt dazu, dass wir nichts mehr relativieren können. So werden wir bei jeder minimalen Gelegenheit zu reaktionären Mimosen, die sofort nach Repressionsmassnahmen rufen und sich auch beträchtliche Zumutungen - wie zum Beispiel Leibesvisitationen, Nacktscannen, Rauchverbote, Bologna-Reformen oder massive Umverteilungen gesellschaftlichen Reichtums - gerne gefallen lassen."
- Robert Pfaller -
FUCK FRONTEX
- Robert Pfaller -
FUCK FRONTEX
..auch aus sicht der schweizer waren es "ausländer". dies noch um allfällige missverständnisse aus dem weg zu räumenraven hat geschrieben:Ausländer jetzt für uns oder die FLs? Vielleicht warens demnach alles SchweizerStecki hat geschrieben:Die Amokläufer, gemäss der Polizei alles Ausländer,
"Wer sich vor nichts Grossem fürchtet, der hat vor jeder Kleinigkeit Schiss. Gerade der postmoderne Relativismus führt dazu, dass wir nichts mehr relativieren können. So werden wir bei jeder minimalen Gelegenheit zu reaktionären Mimosen, die sofort nach Repressionsmassnahmen rufen und sich auch beträchtliche Zumutungen - wie zum Beispiel Leibesvisitationen, Nacktscannen, Rauchverbote, Bologna-Reformen oder massive Umverteilungen gesellschaftlichen Reichtums - gerne gefallen lassen."
- Robert Pfaller -
FUCK FRONTEX
- Robert Pfaller -
FUCK FRONTEX
Liechtensteinersteve hat geschrieben:
..auch aus sicht der schweizer waren es "ausländer". dies noch um allfällige missverständnisse aus dem weg zu räumen
I'm going to make him an offer he can't refuse...
GEGEN DEN MODERNEN SCHIFFSBAU
offene beträge: CHF 50 von tjfcl, CHF 10 von LU-57, CHF 10 von chamäleon, CHF 10 von nelson, CHF 10 an seimon.
JASSOBIG RETTEN - NIEDER MIT DEN WETTEN!
Sammler hat geschrieben: Der FCL ist ein Verein, den man besser erst gar nicht beitreten sollte. Leistungen werden definitiv nicht honoriert. Jetzt auf Margiotta herumzuhacken ist absolut fehl am Platz. Kein Wunder, bekommt der FCL keine Mannschaft mehr zusammen, die mal einen Kübel stemmen wird. Nicht unter Swisspor, nicht unter Meyer.
GEGEN DEN MODERNEN SCHIFFSBAU
offene beträge: CHF 50 von tjfcl, CHF 10 von LU-57, CHF 10 von chamäleon, CHF 10 von nelson, CHF 10 an seimon.
JASSOBIG RETTEN - NIEDER MIT DEN WETTEN!
Sammler hat geschrieben: Der FCL ist ein Verein, den man besser erst gar nicht beitreten sollte. Leistungen werden definitiv nicht honoriert. Jetzt auf Margiotta herumzuhacken ist absolut fehl am Platz. Kein Wunder, bekommt der FCL keine Mannschaft mehr zusammen, die mal einen Kübel stemmen wird. Nicht unter Swisspor, nicht unter Meyer.
-
lexikon
wordWiesel hat geschrieben:Sind die paar Hooligans und paar Rechtsradikale wirklich DAS Problem in der Schweiz![]()
![]()
Was muss sonst noch passieren dass den Politiker mal die Augen aufgehen von wem die echte Gefahr ausgeht... Demos in Bern lassen grüssen. Der Schaden wird einmal mehr der Steuerzahler übernehmen
Insider hat geschrieben:Liechtensteinersteve hat geschrieben:
..auch aus sicht der schweizer waren es "ausländer". dies noch um allfällige missverständnisse aus dem weg zu räumen
"Wer sich vor nichts Grossem fürchtet, der hat vor jeder Kleinigkeit Schiss. Gerade der postmoderne Relativismus führt dazu, dass wir nichts mehr relativieren können. So werden wir bei jeder minimalen Gelegenheit zu reaktionären Mimosen, die sofort nach Repressionsmassnahmen rufen und sich auch beträchtliche Zumutungen - wie zum Beispiel Leibesvisitationen, Nacktscannen, Rauchverbote, Bologna-Reformen oder massive Umverteilungen gesellschaftlichen Reichtums - gerne gefallen lassen."
- Robert Pfaller -
FUCK FRONTEX
- Robert Pfaller -
FUCK FRONTEX
-
Fanatic - 69
- Supporter

- Beiträge: 139
- Registriert: 21. Apr 2003, 11:36
Kampfzone Sicherheit
von Pascal Claude
Im Internet stiess ich vor kurzem auf ein Fussball-Fanzine im pdf-Format: «Der Stelzbock. Das Blatt für den Block». Herausgegeben wird es von den United Supporters des FC Luzern, dem Dachverband der unabhängigen, aktiven FCL-Fans. «Der Stelzbock» zeigt auf eindrückliche Weise, dass die Zeit der maschinengeschriebenen, mit Schere und Leim gelayouteten und von Hand kopierten Fanzines ohne jeden Zweifel vorbei ist. Es ist das grosse Verdienst des «Stelzbocks», dass der Übertritt ins papierlose Zine-Zeitalter praktisch schmerzfrei vollzogen werden kann.
In der ersten Ausgabe des übersichtlich gestalteten und inhaltlich reichen Heftes findet sich ein ausführliches Interview mit dem Luzerner Sicherheitschef Daniel Ryter. Ryter fährt darin gegen die Swiss Football League (SFL) und den später zurückgetretenen Präsidenten der Sicherheits- und Fankommission, Thomas Helbling, schweres Geschütz auf. Helbling war Hauptverantwortlicher der von der SFL auf die Saison 2006/2007 eingeführten Registrationspflicht für Auswärtsfans. Als im ersten Spiel der Saison die Fans des FC Zürich vor den Toren der Luzerner Allmend standen, registrierungsunwillig, entschied Daniel Ryter eigenmächtig, die Tore zu den herkömmlichen Bedingungen zu öffnen. Helbling stiess das damals sauer auf, was Ryter im «Stelzbock» wie folgt kommentiert: «Als es hart auf hart ging, als wir uns vor Ort in den Stadien mit den Folgen der Registrationspflicht auseinandersetzen mussten, liess es sich Thomas Helbling in den Ferien gut gehen. Trotzdem liess er es sich nicht nehmen, mir via an den Karren zu fahren. Obs mich gekratzt hat? Nicht im Geringsten!»
Ryter wendet sich in seiner Kritik auch an die SFL als solche, spricht von einem «unsinnigen Ligabeschluss» und von von der SFL diktierten baulichen Veränderungen, die eher eine Gefahr darstellten und «aus sicherheitstechnischer Sicht ein völliger Quatsch» seien. Angesprochen auf die von Ryter erhobenen Vorwürfe, nimmt Roger Müller, Marketing- und Kommunikationsverantwortlicher der SFL, als Erstes Thomas Helbling aus der Schusslinie: «Es war Thomas Helblings Aufgabe, Vorschläge für ein neues Sicherheitsreglement auszuarbeiten. Seine Vorschläge wurden aber vom Komitee der SFL und von den Klubs an einer Generalversammlung abgesegnet, das Reglement ist ein Gemeinschaftswerk.» Wenige Wochen nach ihrer Einführung war die Registrationspflicht bereits Geschichte, der Boykott breiter Fankreise hatte Wirkung gezeitigt. Müller war derjenige, der anstelle Helblings die Streichung des betreffenden Passus aus dem Sicherheitsreglement vor den (teils empörten) Medien bekannt geben musste. Er kann Ryters Ärger in gewissen Punkten nachvollziehen und blickt selbstkritisch auf den vergangenen Sommer zurück: «Wir wollten nach den Vorkommnissen vom 13. Mai in Basel wahrscheinlich zu schnell zeigen, dass wir aktiv sind. Dabei haben wir die praktische Umsetzung nicht genug bedacht.» Mit mehr Vorlauf und besserer Kommunikation, so Müller, hätte die Geschichte womöglich einen anderen Verlauf genommen. Trotzdem ist die Registrationspflicht bei der SFL nun vom Tisch. «Unser Weg ist heute ein anderer», versichert Müller.
Dieser andere Weg trägt zwei Namen, wie die SFL vor zehn Tagen in einem Communiqué bekannt gegeben hat: Peter Landolt und Christian Schöttli. Landolt, der neu die Sicherheits- und Fankommission präsidiert, war viele Jahre GC-Stadionmanager im Hardturm und wird in dieser Funktion im neuen Letzigrund tätig sein. Bekannt wurde Landolt auch durch seine eigenwillige präventive Arbeit: So lud er Basler Hooligans zu einem Spiel gegen die dritte Mannschaft der Grasshoppers nach Zürich ein, mit anschliessendem Abendessen im Hardturm-Stadioncafé. Der «Tages-Anzeiger» berichtete damals in Farbe. Schöttli, der mit Landolt auf Mandatsbasis für die SFL arbeitet, ist Sicherheitschef des FC Zürich und hat sich als Geschäftsführer einer privaten Sicherheitsfirma bei vielen Fans einen Namen gemacht.
Die SFL erhofft sich von den Sicherheitsleuten Landolt und Schöttli die nötige Praxisnähe, um Rohrkrepierer wie die Registrationspflicht und Rundumschläge wie jene Daniel Ryters in Zukunft zu vermeiden. Ob der Graben zwischen den Ansprüchen der SFL und der Wirklichkeit vieler Klubs wirklich so gross ist, wie Ryters Aussagen vermuten lassen, wird sich in den nächsten Monaten zeigen; ebenso, welcher Platz Fananliegen in der ganzen Debatte eingeräumt wird. Ganz abgesehen davon, und auch wirklich nur ganz am Rande, stellt sich dann als Letztes noch die Frage, was die schleichende Fusion der beiden Zürcher Klubs auf Sicherheitsebene zu bedeuten hat.
- Yoda
- Forumgott

- Beiträge: 2929
- Registriert: 12. Mai 2005, 13:56
- Wohnort: Planet Dagobah
- Kontaktdaten:
Im Fernsehen: Die Hool-WM
Am Freitag um 16.05 Uhr läuft im Nachrichtensender n-tv die Dokumentation „Hooligans – Ein anderes Sommermärchen“. Mit zum Teil versteckter Kamera wurden Ausschreitungen rund um die WM in Deutschland gefilmt.
Die Reportage dauert rund 50 Minuten und wirft einen Blick auf die Ereignisse, über die während der Weltmeisterschaft kaum berichtet wurde. (Stadionwelt, 25.1.2007)
n-tv
Freitag, 26.01.2007, 16:05 Uhr
Am Freitag um 16.05 Uhr läuft im Nachrichtensender n-tv die Dokumentation „Hooligans – Ein anderes Sommermärchen“. Mit zum Teil versteckter Kamera wurden Ausschreitungen rund um die WM in Deutschland gefilmt.
Die Reportage dauert rund 50 Minuten und wirft einen Blick auf die Ereignisse, über die während der Weltmeisterschaft kaum berichtet wurde. (Stadionwelt, 25.1.2007)
n-tv
Freitag, 26.01.2007, 16:05 Uhr

- Chris Climax
- Problembär
- Beiträge: 4923
- Registriert: 21. Nov 2002, 14:21
- Wohnort: Tierra Caliente
Gibts auch im Web zu sehen, allerdings nur auf Englisch:Modefan Camel hat geschrieben:Kann das einer aufnehmen oder kommt mal eine Wiederholung?
http://video.google.com/videoplay?docid ... Bhooligans
Habt euch lieb !!
-
lucerne
dankeChris Climax hat geschrieben:Gibts auch im Web zu sehen, allerdings nur auf Englisch:Modefan Camel hat geschrieben:Kann das einer aufnehmen oder kommt mal eine Wiederholung?
http://video.google.com/videoplay?docid ... Bhooligans
"Wer sich vor nichts Grossem fürchtet, der hat vor jeder Kleinigkeit Schiss. Gerade der postmoderne Relativismus führt dazu, dass wir nichts mehr relativieren können. So werden wir bei jeder minimalen Gelegenheit zu reaktionären Mimosen, die sofort nach Repressionsmassnahmen rufen und sich auch beträchtliche Zumutungen - wie zum Beispiel Leibesvisitationen, Nacktscannen, Rauchverbote, Bologna-Reformen oder massive Umverteilungen gesellschaftlichen Reichtums - gerne gefallen lassen."
- Robert Pfaller -
FUCK FRONTEX
- Robert Pfaller -
FUCK FRONTEX
-
Dräcksgoof
- Forumgott

- Beiträge: 1824
- Registriert: 22. Dez 2002, 19:17
- Wohnort: Theater of Dreams
- Kontaktdaten:
Aus Online-Blick
Vermummte FCZ-Ultras zündeten im Hardturm Petarden, bewarfen den Rasen mit 2000 (!) Grad heissen Feuerwerkskörpern. Und das trotz strenger Eingangskontrollen. Nach Spielschluss musste die Zürcher Stadt-polizei an der Hardturmstrasse gegen zwei rivalisierende Gruppen mit Gummischrot vorgehen. In Bern wurde Basels Ecuadorianer Caicedo (18) von einem Feuerzeug am Kopf getroffen.
Kann man diesem gefährlichen Treiben kein Ende setzen? «Es geht nur mit Gefängnis-Strafen», sagte gestern Peter Landolt, Manager der beiden Zürcher Stadien Hardturm und Letzigrund. Denn eine wirklich sichere Eingangs-kontrolle scheint unmöglich.
Eine Minute brauche ein Sicherheitsbeamter, so Landolt, um einen Zuschauer minutiös zu filzen.
14 900 Fans kamen zum Zürcher Derby. An den 20 Stadioneingängen standen 50 Leute im Einsatz, welche die Kontrollen durchführten. Die Rechnung ist einfach: Wenn jeder der 14 900 Zuschauer von den 50 Sicherheitsbeamten je eine Minute gefilzt worden wäre, hätte das ganze Prozedere 298 Minuten in Anspruch genommen. Bedeutet: Die Fans hätten fünf (!) Stunden vor Spielbeginn vor dem Stadion stehen müssen.
Detektoren und Scanner, wie sie auf allen Flughäfen eingesetzt werden, sind auch schon geprüft worden. Landolt, nebenbei auch noch Präsident der Sicherheitskommission der Super Legaue: «Mit Scanner findet man keine Fackeln oder Rauchpulver.»
Die neuesten Petarden kommen ohne Metallteile aus. Sie werden ausserdem oft schon Tage vor dem Anstoss im Stadion versteckt. Oder während dem Spiel von ausserhalb mit Rucksäcken in die Fan-Zone geworfen.
Was bleibt? Video-Filme. Doch die meisten Petarden-Werfer sind vermummt. Eine geringe Erfolgsquote besteht nur, wenn die späteren Täter schon beim Vermummen gefilmt werden können. «Eine Sisyphus-arbeit», stöhnt Landolt.
Was bleibt? Wohl nur drastische Strafen! Landolt: «Ein paar Tage Gefängnis, erst dann wird es aufhören.»
- UNDERCOVER
- Elite
- Beiträge: 6280
- Registriert: 26. Apr 2003, 00:29
Feindbild Ultras
Gewalt im Fussball.
Von Dario Venutti
Eigentlich ist es verwunderlich: Nachdem mutmasslich ein 17-jähriger Ultra einen Polizisten in Catania getötet hatte, warnte hier zu Lande kaum ein Fussballfunktionär oder Politiker vor italienischen Verhältnissen. Vielleicht wurde die Aufmerksamkeit schnell wieder abgelenkt durch das Testspiel der Schweizer Nationalmannschaft in Deutschland, vielleicht war der Zeitpunkt einfach nicht günstig genug. Die Rückrunde der Meisterschaft beginnt erst an diesem Wochenende.
Jedenfalls gehört es in der Schweiz seit Jahren zum guten Ton, mehr Härte im Umgang mit Ultras, den bedingungslosen Fans, zu fordern. Seit der Europäische Fussballverband (Uefa) die Europameisterschaft 2008 an Österreich und die Schweiz vergeben hat, bestimmt nebst dem Geld das Thema Sicherheit die öffentliche Diskussion. Dadurch hat sich die Wahrnehmung verändert: Die Gewalt an Fussballspielen in der Schweiz erscheint als ein neuartiges Problem, das sich häufe und zuspitze, zuletzt bei den Krawallen nach dem Spiel Basel - Zürich am 13. Mai 2006. Dabei ist Gewalt im Stadion so alt wie der Fussball selbst. Noch in den 70er-Jahren beispielsweise standen rivalisierende Fans nicht in getrennten Sektoren, sondern vermischten sich im ganzen Stadion. Dabei kam es immer wieder zu Schlägereien, sie wurden durch die Medien allerdings nicht weiterverbreitet.
Ultras in der Schweiz sind nicht grundsätzlich gewaltbereit - jedenfalls nicht mehr, als es jener Zuschauer auf der VIP-Tribüne des St.-Jakob-Parks war, der nach der Niederlage des FC Basel am 13. Mai den damaligen FCZ-Präsidenten Sven Hotz attackierte; als Folge davon leidet Hotz noch heute unter Rückenschmerzen. Die Mehrheit der Schweizer Ultras will eine selbstbestimmte Fankultur leben, die sich zusammensetzt aus Gesängen, Choreografien und bengalischen Fackeln. Sie gehen deshalb kaum an Spiele der Nationalmannschaft, weil dort die Sponsoren Fahnen zur Verfügung stellen und die Zuschauer diese auf Geheiss des Stadionsprechers schwenken. Die Ultras der Zürcher «Südkurve» aber lehnten Angebote des Vereins, ihre Choreografien zu sponsern, ab; sie finanzieren sich lieber durch Spenden aus den eigenen Reihen und den Verkauf eigener Fanartikel.
Skin und Secondo
Die Dämonisierung dieser Jugendsubkultur trägt dazu bei, dass gewaltbereite Personen in die Kurve der Ultras gehen. Sie werden angezogen vom Eindruck, die Kurve sei ein rechtsfreier Raum, ein Ort für Prügeleien und ein Schauplatz des Primitiven. Dabei wollen die Ultras selbst diese Leute gar nicht im Stadion haben: Am letzten Derby in Zürich kam es in der «Südkurve» zweimal zu Schlägereien, worauf Exponenten der Ultras eingriffen und die Situation beruhigten.
Solche positiven Beispiele werden von Funktionären, Politikern und Medien in der Regel übersehen oder ignoriert. Der Wahrnehmung, die Gewalt nehme zu, steht die Tatsache gegenüber, dass rassistische Sprüche in den letzten Jahren praktisch verschwunden sind. Im Gegensatz zu Italien hört man in Zürich oder Basel kaum mehr Affengeräusche, wenn ein schwarzer Fussballer am Ball ist. Und ebenfalls im Gegensatz zu Italien sind faschistische Ultras in der Schweiz eine kleine Minderheit. Die meisten Kurven sind politisch neutral, sodass es etwa in der «Südkurve» möglich ist, dass ein Skin neben einem Secondo steht. Überhaupt ist die Zürcher «Südkurve» ein heterogenes Gebilde, das aus Akademikern, Schülern, Maurern und Sozialfällen besteht. Was die Kurve zusammenhält, ist nebst dem FCZ die virtuelle Identität, «asoziale Zürcher» zu sein - der Abschaum von Zürich, dessen Heimat das Langstrassenquartier ist. Dies bringen die Zürcher Ultras in ihren Gesängen zum Ausdruck und provozieren dadurch bewusst den bürgerlichen Geschmack.
Einbahnstrasse
Die Gewalt im Schweizer Fussball wird durch die Art des Umgangs mit ihr eher verschärft. Kaum ein Funktionär ist jemals in eine Kurve gestanden, um sich ein Bild zu machen. Sämtliche Verbands- und Vereinsgremien, die sich mit Fans befassen, betrachten diese ausschliesslich als Sicherheitsrisiko. Dementsprechend tragen die meisten Sicherheitsbeauftragten auch noch den Zusatz Fanbeauftragter, und gleichzeitig wird in diesen Gremien über den Umgang mit Fans gesprochen, ohne sie in die Diskussionen einzubeziehen. Ein beredtes Beispiel dafür war jüngst die Sicherheitskonferenz von Bundesrat Samuel Schmid im Hinblick auf die Euro 2008: Alle betroffenen Kreise nahmen daran teil, mit Ausnahme der Fans. Ein hilfloser Versuch, das Problem anzugehen, ist der Brief von Fussballverbandspräsident Ralph Zloczower an alle Klubpräsidenten, in dem er sie zu einem «Pakt gegen Auswüchse» auffordert.
Die Verbands- und Vereinsfunktionäre unterschätzen, dass sie die Ultras in die Radikalität treiben, wenn sie deren Freiräume ersticken. In der ersten deutschen Bundesliga dagegen ist die Gewalt in den Stadien praktisch verschwunden, nachdem sich Fans und Vereine zur Zusammenarbeit aufgerafft hatten und die Regeln nicht mehr einseitig von den Funktionären bestimmt werden. Zahlreiche Projekte und eine gut organisierte Fanschaft haben dazu beigetragen, die Lage zu beruhigen. Wo hingegen das Geld für solches fehlt, vor allem in den unteren Ligen, ist Gewalt an der Tagesordnung.
Vielleicht könnte die Schweiz von Deutschland lernen, statt Italien zu fürchten.
- LU-57
- Rekordmeister
- Beiträge: 9069
- Registriert: 30. Mai 2003, 18:32
- Wohnort: Nasj Goräng / Schmette-Schnettene!
- Kontaktdaten:
Aus der NZZ?
STADION ALLMEND 1934 - 2009
\O/ cumk \O/ choooooom \O/
«Stellen sie sich vor, ein Pyro mit 2000 Grad trifft ein Kind und das Kind stirbt. Was sagen Sie dann?»
«Gewaltanwendungen gab es zwar keine, es hätte aber auch anders kommen können!»
\O/ cumk \O/ choooooom \O/
«Stellen sie sich vor, ein Pyro mit 2000 Grad trifft ein Kind und das Kind stirbt. Was sagen Sie dann?»
«Gewaltanwendungen gab es zwar keine, es hätte aber auch anders kommen können!»
Romano Simioni, Allmend-Buch, 2009 hat geschrieben:Das KKL ist kein Ort, der für uns Luzerner und Innerschweizer
gemacht wurde, sondern ein Ort, der in erster Linie dazu da ist,
dem Prestige der Stadt gut zu tun. Ich befürchte, dass das neue
Stadion eher ein KKL des modernen Fusballs wird und nicht eine
lebendige Volksbühne, wie es die so sympathisch unperfekte
Allmend war.
Frankfurt am Main - Scharf verurteilt hat Dr. Theo Zwanziger, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), die Ausschreitungen, zu denen es am vergangenen Samstag in Leipzig nach dem Viertelfinalspiel des sächsischen Fußball-Landespokals zwischen 1. FC Lokomotive Leipzig und FC Erzgebirge Aue II gekommen war.
Der DFB werde prüfen, ob Risikospiele als härteste Strafmaßnahme unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen oder sogar komplett abgesagt werden müssen, erklärte Zwanziger am Montag in der DFB-Zentrale in Frankfurt gegenüber Journalsiten, die eigens zu einem Pressegespräch eingeladen worden waren. Zwanziger plädierte für ein Absetzen der Spiele im Bereich des Landesverbandes Sachsen an diesem Wochenende: "Es wäre ein Zeichen der Solidarität für die Polizei."
"Wenn es uns am Ende trotz aller Anstrengungen nicht gelingt, diese Ausschreitungen zu stoppen, dann können wir an bestimmten Orten einfach nicht spielen. An jedem Wochenende finden bis zu 80'000 Fußballspiele statt. Durch Ausschreitungen auf zwei oder drei Plätzen wird der Ruf des Fußballs insgesamt beschädigt. Das können wir nicht akzeptieren", sagte Zwanziger in seinem sehr engagierten, teilweise emotionalen Statement.
Bei den Ausschreitungen am Samstag hatten nach Behördenangaben zwischen 600 und 800 Randalierer etwa 300 Beamte angegriffen. 42 Menschen waren verletzt worden. Schon während der Partie im Bruno-Plache-Stadion in Leipzig hatten Anhänger beider Teams Feuerwerkskörper gezündet, worauf der Schiedsrichter die Partie zweimal unterbrechen musste.
Laut Helmut Spahn, beim DFB Abteilungsleiter Sicherheit und Leiter der Task Force gegen Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, seien unmittelbar nach dem Spiel lediglich 60 bis 80 Hooligans gewalttätig geworden. "Die Zahl ist dann binnen wenigen Minuten auf 600 bis 800 Randalierer angeschwollen", so Spahn. "Es gab offensichtlich viele, die mit den Hooligans sympathisierten." Das Spiel war im Vorfeld nicht als sicherheitsrelevant bewertet worden, da die Behörden und der Verein nur von einer geringen Zahl anreisender Gästefans aus Aue ausgegangen waren.
Der Sächsische Fußball-Verband (SFV) will die von Theo Zwanziger geforderte Absetzung aller Partien am kommenden Wochenende in Sachsen umsetzen, kann dabei aber aufgrund der Organisationsstruktur nur an seine drei einzelnen Bezirksverbände appellieren.
"Ich bin mir mit Theo Zwanziger einig. Wir wollen ein Zeichen setzen", sagte SFV-Chef Klaus Reichenbach
Der DFB werde prüfen, ob Risikospiele als härteste Strafmaßnahme unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen oder sogar komplett abgesagt werden müssen, erklärte Zwanziger am Montag in der DFB-Zentrale in Frankfurt gegenüber Journalsiten, die eigens zu einem Pressegespräch eingeladen worden waren. Zwanziger plädierte für ein Absetzen der Spiele im Bereich des Landesverbandes Sachsen an diesem Wochenende: "Es wäre ein Zeichen der Solidarität für die Polizei."
"Wenn es uns am Ende trotz aller Anstrengungen nicht gelingt, diese Ausschreitungen zu stoppen, dann können wir an bestimmten Orten einfach nicht spielen. An jedem Wochenende finden bis zu 80'000 Fußballspiele statt. Durch Ausschreitungen auf zwei oder drei Plätzen wird der Ruf des Fußballs insgesamt beschädigt. Das können wir nicht akzeptieren", sagte Zwanziger in seinem sehr engagierten, teilweise emotionalen Statement.
Bei den Ausschreitungen am Samstag hatten nach Behördenangaben zwischen 600 und 800 Randalierer etwa 300 Beamte angegriffen. 42 Menschen waren verletzt worden. Schon während der Partie im Bruno-Plache-Stadion in Leipzig hatten Anhänger beider Teams Feuerwerkskörper gezündet, worauf der Schiedsrichter die Partie zweimal unterbrechen musste.
Laut Helmut Spahn, beim DFB Abteilungsleiter Sicherheit und Leiter der Task Force gegen Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, seien unmittelbar nach dem Spiel lediglich 60 bis 80 Hooligans gewalttätig geworden. "Die Zahl ist dann binnen wenigen Minuten auf 600 bis 800 Randalierer angeschwollen", so Spahn. "Es gab offensichtlich viele, die mit den Hooligans sympathisierten." Das Spiel war im Vorfeld nicht als sicherheitsrelevant bewertet worden, da die Behörden und der Verein nur von einer geringen Zahl anreisender Gästefans aus Aue ausgegangen waren.
Der Sächsische Fußball-Verband (SFV) will die von Theo Zwanziger geforderte Absetzung aller Partien am kommenden Wochenende in Sachsen umsetzen, kann dabei aber aufgrund der Organisationsstruktur nur an seine drei einzelnen Bezirksverbände appellieren.
"Ich bin mir mit Theo Zwanziger einig. Wir wollen ein Zeichen setzen", sagte SFV-Chef Klaus Reichenbach
-
Stecki
Sächsischer Verband setzt rund 60 Spiele ab
Der Sächsische Fußball-Verband (SFV) hat nach den Krawallen von Leipzig rund 60 Fußball-Spiele am Wochenende abgesetzt. Der SFV folgte damit DFB-Präsident Theo Zwanziger, der ein deutliches Signal gefordert hatte. „Spiele auszusetzen sind ein symbolischer Akt. Wir mussten Zeichen setzen“, sagte SFV-Präsident Klaus Reichenbach. Demnach sind alle Klubs von der Kreisklasse bis zur Landesliga von den Absagen betroffen.
Der Sächsische Fußball-Verband (SFV) hat nach den Krawallen von Leipzig rund 60 Fußball-Spiele am Wochenende abgesetzt. Der SFV folgte damit DFB-Präsident Theo Zwanziger, der ein deutliches Signal gefordert hatte. „Spiele auszusetzen sind ein symbolischer Akt. Wir mussten Zeichen setzen“, sagte SFV-Präsident Klaus Reichenbach. Demnach sind alle Klubs von der Kreisklasse bis zur Landesliga von den Absagen betroffen.
- Chris Climax
- Problembär
- Beiträge: 4923
- Registriert: 21. Nov 2002, 14:21
- Wohnort: Tierra Caliente
