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Ultras
war wohl ne einmalige sache. hätt jedenfalls nichts über weiter pläne gehört...
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ps: was hört ihr gerade?
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LUzifer
TOD IM CALCIO-Anders als hierzulande fehlt es in Italien an Strategien gegen Fangewalt und an flächendeckender Fanarbeit. In der Schweiz ist beim Thema Fussballfans vor allem die Verdrehung der Fakten in den Medien katastrophal. Auch nach Catania.
Das Spiel geht weiter
Von Pascal Claude
«Spart euch das Geld, Ragazzi, geht eine Pizza essen», empfahlen die Polizisten, «was ihr da drin zu sehen bekommt, das möchtet ihr lieber nicht sehen.» Die Beamten liessen nicht mit sich reden. Das Spiel hatte schon begonnen, doch die fürsorglichen Herren hinter Plexiglasvisieren dachten nicht dar*an, nachträglich noch zwei naive Touristen durchzulassen. Über einen Umweg gelangten wir dennoch bis zum Stadionzaun, wo uns ein einsamer Angestellter kommentarlos und umsonst das Tor öffnete. Das Spiel vor vielleicht 5000 Zuschauern endete unentschieden. Mit dem Schlusspfiff stürmten Polizisten in den Sektor der Heimfans, es entbrannte eine wüste Keilerei, die sich nach draussen verlagerte. Hunderte Fans gegen Dutzende, zum Teil berittene Polizisten. Steine und Flaschen flogen, die Antwort war Tränengas. Am folgenden Tag schrieb die Regionalzeitung von verletzten Polizisten, einem komplett zerstörten Restaurant, mehreren eingeschlagenen Schaufenstern und einem Tifoso, der von einem Polizisten angeschossen worden war. Der Bürgermeister drohte: «Noch einmal, und ich schliesse das Stadion.» Was sich da angekündigt und schliesslich - offenbar zu niemandes Erstaunen - entladen hatte, war eine Strassenschlacht nach einem Fussballspiel in Siziliens Hauptstadt. Palermo und Catania, damals beide drittklassig, hatten sich an einem Dienstag zur Serie-C-Cuppartie getroffen. Das war im Oktober 1999. Vergangenen Freitag trafen die beiden Klubs, die mittlerweile in der Serie A spielen, zum wiederholten Male aufein*ander, diesmal in Catania. Der Rest ist bekannt: Bei schweren Ausschreitungen von Catania-Ultras während und nach dem Spiel kam der Polizeiinspektor Filippo Raciti ums Leben, nach jüngsten Erkenntnissen der Ermittler getötet durch den Wurf mit einem aus der Wand des Stadions gerissenen Waschbecken. Zuvor war vermutet worden, ein selbst gebastelter Sprengkörper, der vor Racitis Gesicht explodierte, habe den 38-Jährigen getötet.
Hände verwerfen
Was in den Samstagsausgaben der nichtitalienischen Zeitungen noch als Kurzmeldung zu übersehen gewesen war, schaffte es innert 24 Stunden auf die Titelseiten und in die Hauptausgaben der TV-Nachrichten; Catania auf Augenhöhe mit Klimawandel und toten IrakerInnen. «Bigotterie am Ball» («Tages-Anzeiger»), «Tod und Spiele» (FAZ) oder «Verrottetes Spiel» (NZZ) hiessen die Überschriften, und die KommentatorInnen sprachen mit einer Stimme: Tragisch, aber nicht überraschend, was passiert sei, und wenn Italien jetzt nicht endlich reagiere, sei es wohl zu spät. Die «Süddeutsche Zeitung» titelte «Das Spiel ist aus» und schenkte damit all jenen italienischen Funktionären und PolitikerInnen Glauben, die in den ersten Tagen nach den Vorfällen versicherten, nun werde nichts mehr sein wie zuvor. Die Palette der drastischen Massnahmen zur Eindämmung der Fussballgewalt reichte vom sofortigen Abbruch der laufenden Meisterschaft über Spiele vor leeren Rängen bis zur Mindestmassnahme von zwei abgesagten Spieltagen. Dies erinnerte in grotesker Weise an die Hysterie beim letztjährigen Calciopoli-Skandal, dem Bestechungsskandal im italienischen Fussball. Im ersten Moment waren die Hände verworfen, drakonische Strafen gefordert worden. Die Urteile waren schliesslich extrem verwässert. Und so währte auch hier die Forderung nach drakonischen Strafen nicht lange.
Nach vier Tagen medial inszenierter Staatstrauer war klar: Bereits am kommenden Wochenende wird wieder gespielt, und leere Ränge wird es nur dort geben, wo der Beton zu augenscheinlich bröckelt oder den Vereinsbossen die Lobby in Verband und Liga fehlt.
Verdrehte Fakten
Auffällig an der aktuellen Berichterstattung und den Kommentaren ist einmal mehr, wie ungestraft beim Thema Fangewalt Fakten verdreht und Äpfel und Birnen vermischt werden dürfen. Wer mehr Härte gegenüber Randalie*rern fordert, punktet, Argumentationsketten bleiben unüberprüft. Dass Peter Hartmann, als «Sportjournalist des Jahres» gekrönt, die italienischen Ult*ras in der NZZ «Fussballpunks» nennt, gehört dabei noch zu den harmloseren Missgriffen. So wurden ebenfalls in der NZZ (bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr) die Katastrophen von Bradford (1985, 56 Tote) und Sheffield (1989, 96 Tote) im direkten Zusammenhang mit Hooliganismus erwähnt, obwohl in keinem der Fälle Randale auch nur eine Nebenrolle spielte. In Bradford brannte wegen einer weggeworfenen Zigarette die alte Holztribüne ab, und die flüchtenden ZuschauerInnen rannten gegen verschlossene Notausgänge. In Sheffield liessen überforderte Polizisten viel zu viele Liverpool-Fans in denselben Tribünentrakt. Im entstehenden Gedränge wurden die Menschen gegen den Zaun am unteren Tribünenende gedrückt. Im Gegensatz zu den Fans, die das Unheil sofort erkannten und Leute aus dem überfüllten unteren Trakt in den sicheren zweiten Rang hochzogen, weigerte sich die Polizei viel zu lange, die Tore im Zaun zu öffnen und die Fans aufs Spielfeld zu lassen. Das Nachrichtenmagazin «Facts» hatte schon im letzten Mai, nach den Ausschreitungen beim Meisterschaftsfinale FCB - FCZ, von «Rowdys» geschrieben, die im Sheffielder Hillsborough-Stadion 96 Menschen «erdrückten und zertrampelten».
Ebenfalls gern zitiert als Beispiel der Ultragewalt wird dieser Tage der Münzenwurf gegen Schiedsrichter Anders Frisk im Römer Olympiastadion. Dass die Münze damals von der Haupttribüne geflogen kam, wo angeblich die letzten Zivilisierten unter Italiens Tifosi sitzen, bleibt unerwähnt. Fragen zur Gründlichkeit der Recherche (Autor Dirk Schümer berichtete aus Venedig) wirft auch die Behauptung der FAZ auf, das Stadion in Palermo würde «mit wackelndem Rohrgestänge und bebendem Beton den Sicherheitsstandards nicht genügen», schreibt doch «La Repubblica» am selben Tag, Palermo sei neben Rom, Turin und Siena eines jener lediglich vier Stadien in Italien, die «komplett der geforderten Norm entsprechen».
Fans finanzieren Nachwuchs
In der Schweiz folgte umgehend der Verweis auf die hiesigen Verhältnisse. In den Morgennachrichten auf DRS 1 ärgerte sich CVP-Nationalrat Norbert Hochreutener vergangenen Montag über Fussballverband und Vereine, die bei der Umsetzung des Hooligangesetzes zu wenig schnell arbeiteten. Hochreutener verkannte dabei dreierlei: Erstens sind die Gesetzesänderungen erst seit dem 1. Januar 2007, also seit vierzig Tagen in Kraft, zweitens wird am kommenden Samstag zum ers*ten Mal seit dem 9. Dezember wieder Fussball gespielt, drittens liegt der Ball des Hooligangesetzes und der -datenbank einzig beim Bundesamt für Polizei. Und dieses geht mit dem Hooligangesetz und der Hoogan-Datenbank erst einmal in eine mehrmonatige Pilotphase, die sich auf die EM-Austragungsstädte Basel, Bern, Genf und Zürich konzentriert.
In der ohnehin lauten und einseitigen Debatte über die Gewalt bei Sportanlässen werden nun Parallelen zur Fanszene in der Schweiz gezogen. Der Tenor: Aufgepasst, sonst erleben wir bei uns in Kürze ähnliche Tragödien. Es lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die Eigenheiten jener Fankreise, die hierzulande als «Ultras» gelten, als bedingungsloses Gefolge eines Vereins. Die meis*-ten Schweizer Fankurven werden von inoffiziellen Fangruppierungen dominiert, die Wert darauf legen, dem Verein zwar jede erdenkliche Huldigung entgegenzubringen, jedoch nie in dessen Abhängigkeit zu geraten. Sich vom Verein Choreografien oder Eintrittskarten sponsern zu lassen oder sich diese gar zu erpressen, wie in Italien mancherorts üblich, kommt nicht infrage. Als FCZ-Sportchef Fredy Bickel «seiner» Südkurve vor zwei Jahren ungefragt und öffentlich einen Unterstützungsbetrag in Aussicht stellte, reagierten gegnerische Fans mit einer deftigen Schmähung. Die Südkurve, neben der Basler Muttenzerkurve die grösste in der Schweiz, finanziert sich wie alle andern inoffiziellen Gruppen und Dachverbände nebst an Spielen gesammelten Spenden durch den Verkauf eigener Fanartikel. Weil die*se nicht nur günstiger sind als die offiziell vom Klub hergestellten, sondern in der Regel auch besser aussehen, kommen dabei beträchtliche Summen zusammen. Davon wiederum wurde auch schon der FCZ-Nachwuchs unterstützt - mit einem vierstelligen Betrag, aber ohne Pressekonferenz.
Annäherung nach dem 13. Mai
Beim FC Basel kam es nach den Ausschreitungen nach dem verlorenen Meis*terschaftsfinale gegen den FC Zürich vom 13. Mai 2006 nicht zur Abschottung, stattdessen herrscht seither ein intensiver Austausch zwischen «aktiven Fans», wie Ultras auch genannt werden, und dem FCB-Vereinsvorstand, namentlich Vizepräsidenten Bernhard Heusler. Im September vergangenen Jahres stellten sich ExponentInnen der Muttenzer Kurve in einer Podiumsdiskussion den Fragen und Anschuldigungen rund um den 13. Mai. 700 ZuhörerInnen brachten den Saal der Uni Basel damals an seine Kapazitätsgrenze. Das letzte Treffen mit Heusler fand am vergangenen Montag statt, in den Räumen des Basler Fanprojekts. Bei den Grasshoppers verhandelten FanvertreterInnen monatelang und abseits jeden medialen Interesses mit dem Verein, um die Aufhebung von als ungerecht empfundenen Stadionverboten zu erwirken - mit einigem Erfolg. Und der Dachverband 1879 der Fans des FC St. Gallen organisierte diese Woche einen Informationsabend mit einem Stadtpolizisten zu den Fragen rund um das Hooligangesetz. Basisdemokratie oder kriminelle Strukturen? Von Letzteren ist in Italien durchaus zu Recht die Rede. Dort sind zahlreiche Kurven, so auch jene Catanias, von Rechtsextremen und Kriminellen infiltriert, was sich an entsprechenden Bannern und Spruchbändern ablesen lässt. Lazio Roms Ultragruppierung «Irriducibili» kontrollierte über Jahre weite Teile des Ticketings und des Fanartikelverkaufs, obwohl der Boss der «Irriducibili», wie etwa in einer BBC-Dokumenta*- tion zu Hooliganismus, aus seinen menschenverachtenden Ansichten nie einen Hehl gemacht hat. Als die «Irriducibili» vor drei Jahren durch Gewalt den Abbruch des Römer Derbys erzwangen, spannten sie mit ihren eins*ti*- gen Erzfeinden und heute ebenfalls rechten Ult*ras der AS Rom zusammen. In Catania ist der Platzwart selbst Mitglied der Ult*ragruppierung, die für die Ausschreitungen verantwortlich war. Seine Wohnung im Stadion diente als Schleuse für Fans, die Kontrollen zu umgehen. Und als Lager für Eisenkugeln, Stahlstangen, Sprengkörper.
Nicht erst seit vergangenem Wochenende, schon seit Jahrzehnten fehlt es in Italien an Strategien gegen Fangewalt und an flächendeckender Fanarbeit. Der Polizeikastenwagen, der in Catania alleine und in wilden Kurven auf den wütenden Mob zuraste, steht bildhaft für die Planlosigkeit eines Staates. Ein Feindbild Polizei, wie es viele italienische Ultras kultivieren, existiert in der Schweiz so nicht. Nach der kollektiven Festnahme Basler AnhängerInnen in Zürich Altstetten im Dezember 2004 widmete die Muttenzer Kurve der Zürcher Polizei eine farbenfrohe Choreografie im St.-Jakob-Park. Das wars mit der Rache. Der Rest der Aufarbeitung folgte auf dem Rechtsweg: eine Anzeige gegen die für den Einsatz verantwortlichen Polizisten.
Quelle: WOZ, 08.02.07
Volare hat geschrieben:Top!
"Wer sich vor nichts Grossem fürchtet, der hat vor jeder Kleinigkeit Schiss. Gerade der postmoderne Relativismus führt dazu, dass wir nichts mehr relativieren können. So werden wir bei jeder minimalen Gelegenheit zu reaktionären Mimosen, die sofort nach Repressionsmassnahmen rufen und sich auch beträchtliche Zumutungen - wie zum Beispiel Leibesvisitationen, Nacktscannen, Rauchverbote, Bologna-Reformen oder massive Umverteilungen gesellschaftlichen Reichtums - gerne gefallen lassen."
- Robert Pfaller -
FUCK FRONTEX
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jean-michel
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pascal claude - immer wieder lesenswert!
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Plastikelefant
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GRANDE
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Sonny Black
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der typ ist ja echt anderst..

L U C E R N E - Till I Die!
Kämpfe Lozärn, Kämpfe Lozärn!
mer wend Euch gwönne gseh!
Kämpfe Lozärn, Kämpfe Lozärn!
mer wend Euch gwönne gseh!
Master (am Do 20. Okt 2005 22:24 ) hat geschrieben:ich sage immer das gleiche.. dass er dem verein helfen wird, davon bin ich überzeugt!
dass er der fanszene schaden wird, davon bin ich genau so überzeugt! aber ich hoffe wir werden das überstehen!
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Plastikelefant
- Forumgott

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Quelle: 20min.chDie Ultras der italienischen Clubs sind nur vordergründig von den Oberen ihrer jeweiligen Clubs geschasst. In Tat und Wahrheit haben die Ultra-Fan-Clubs ein gewichtiges Wort mitzureden was die Politik der Clubs angeht. Wie die «NZZ» berichtet, sitzen die Anführer der Ultra-Gruppierungen mit den Clubbossen an den gleichen Tafeln und können ihnen eine einigermassen wirksame Kontrolle der gewalttätigen Haufen gewährleisten. Diese Kontrolle kostet allerdings etwas. Die Ultra-Chefs sichern sich Ticketkontingente exklusiv und kümmern sich um den Weiterverkauf der Tickets. Sie organisieren die Reisen in Bussen für ihr Gefolge, sie selbst fliegen in Privatjets an die Spiele. Auch der Drogenhandel findet im Dunstkreis der Fankurven statt, die Ultragruppierungen sind von der kalabrischen Mafia \'Ndrangheta nicht trennscharf abzugrenzen. Auf eine halbe Milliarde Euro schätzt die italienische Zeitung «Corriere della Sera» den Ertrag, den die jeweiligen Ultragruppierungen mit ihren Geschäften machen.
Obwohl offizielle Beziehungen zwischen Ultras und Clubs seit 1995 verboten sind, sind die ökonomischen Abhängigkeiten der beiden Parteien voneinander geblieben. Nun bleiben in sechs Stadien die Zuschauer ganz ausgesperrt, Ticket- und Drogenhandel erleiden Einbrüche in den Erträgen.
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- FCL Schüblig
- Forumgott

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Sechs Catania-Ultras freigelassen
Sechs der sieben Ultras, die nach den tragischen Vorkommnissen im sizilianischen Derby Catania - Palermo in Untersuchungshaft genommen worden waren, sind freigelassen worden. Fünf stehen unter Hausarrest, einer muss sich täglich bei der Polizei melden. Der 17-jährige Hooligan, der unter dem Verdacht steht, einen Polizisten getötet zu haben, bleibt in Polizeigewahrsam.
Sechs der sieben Ultras, die nach den tragischen Vorkommnissen im sizilianischen Derby Catania - Palermo in Untersuchungshaft genommen worden waren, sind freigelassen worden. Fünf stehen unter Hausarrest, einer muss sich täglich bei der Polizei melden. Der 17-jährige Hooligan, der unter dem Verdacht steht, einen Polizisten getötet zu haben, bleibt in Polizeigewahrsam.
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Bill Shankly
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noch ein ausschnitt aus einem nicht mehr ganz aktuellen artikel der tageszeitung "junge welt" (http://www.jungewelt.de/2007/02-23/005.php)
Hinter den Geisterkulissen
Lieber ein Ultra als ein Niemand: Zur Gewalt im italienischen Fußball
[...]
Die Randale ist aber auch ein verzweifelter Aufschrei. Die jungen Ultras im Süden lieben ihre Außenseiter-Vereine, weil sie genauso an den Rand gedrängt sind wie sie selbst. Wer im abgehängten Teil Italiens aufwächst, hat kein Geld, keine Perspektive, keine Chance. Die Aussicht auf einen vernünftigen Job ist ungefähr so groß wie die des Catania Calcio auf die Meisterschaft. Wenn du im Leben und auf dem Platz immer verlierst, willst du wenigstens auf der Tribüne zurückschlagen. Gegen eine Gesellschaft, die nicht mehr zu bieten hat als Tränengas und Knüppel. Lieber ein Ultra als ein Niemand. Wie in riesigen Hochdruckkesseln sammelt sich in den maroden Arenen des Südens der Haß einer verratenen Generation. Und irgendwann explodiert er.
Die Gewalt der Ultras entsteht nicht im Fanblock, sondern lange vorher. Sie gärt zum Beispiel in den Straßen von San Cristoforo. Dort, im stickigen Zentrum von Catania, ist auch der junge Ultra aufgewachsen, der Filippo Raciti getötet haben soll. Das Revier gehört dem Mafia-Paten Nitto Santapaola, die Jugendarbeitslosigkeit liegt über 50 Prozent.
Daran werden auch die Geisterkulissen nichts ändern. Es wird so laufen, wie es immer läuft in Italien. Der Tod von Filippo Raciti wird abgewickelt wie der große Skandal um verschobene Spiele und geschmierte Schiedsrichter vor nicht einmal einem Jahr. Auch die größte Korruptionsaffäre im europäischen Fußball ist längst Geschichte. Die involvierten Vereine Juventus und AC Mailand wurden für ein Jahr in die zweite Liga verbannt oder mit minimalen Punktabzügen belegt. Schon in der nächsten Spielzeit Jahr werden die beiden Dauermeister wieder die Serie A anführen. Auch Liga-Präsident Mattarese sieht die Dinge gelassen. Wenige Tage nach den Krawallen von Catania kommentierte er: »Die Saison wird traurig, aber immerhin gibt es diesmal keine Schiebungen.« Na dann.
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Bill Shankly
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what the hell! kann mir zwar echt nicht vorstellen, dass das ganze weder durchzusetzten ist noch lange bestand halten wird...
GEGEN DEN MODERNEN FUSSBALL!
Italien verbannt Spruchbänder aus Stadien
http://sport.orf.at/
Italienische Fußballfans werden ab dem 30. März keine Spruchbänder mehr in den Stadien ausrollen dürfen. Verboten werden auch Fahnen, Lautsprecher, Trommeln und Sirenen, hat das italienische Innenministerium beschlossen.
Italien orientiert sich damit an den britischen Stadien, in denen Spruchbänder seit Jahren verbannt sind. Erlaubt sind nur Spruchbänder von 1,5 Meter Länge aus feuerfestem Stoff mit "Slogans" für die eigene Mannschaft.
Nur mit polizeilicher Genehmigung
Nur mit Genehmigung der Polizei dürfen die Spruchbänder entrollt werden. Die eher komplizierte Prozedur für eine Genehmigung soll Fans davon abschrecken, Spruchbänder ins Stadion zu bringen. Nur Schals in den jeweiligen Vereinsfarben werden zugelassen.
Das Kassationsgericht, die dritte und letzte Instanz im italienischen Strafsystem, hat außerdem beschlossen, dass Ultras rechtlich verfolgt werden können, die rassistische oder chauvinistische Symbole in Stadien zeigen.
Das Kassationsgericht gab somit einem Richter Recht, der einen Hooligan von AS Roma zu einem dreijährigen Stadionverbot verurteilt hatte, weil dieser eine Fahne mit dem Konterfei des faschistischen Diktators Benito Mussolini ausgerollt hatte.
das wäre wohl die Auflösung des ACL.....Bill Shankly hat geschrieben:what the hell! kann mir zwar echt nicht vorstellen, dass das ganze weder durchzusetzten ist noch lange bestand halten wird...
Italien verbannt Spruchbänder aus Stadien
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Italienische Fußballfans werden ab dem 30. März keine Spruchbänder mehr in den Stadien ausrollen dürfen. Verboten werden auch Fahnen, Lautsprecher, Trommeln und Sirenen, hat das italienische Innenministerium beschlossen.
Italien orientiert sich damit an den britischen Stadien, in denen Spruchbänder seit Jahren verbannt sind. Erlaubt sind nur Spruchbänder von 1,5 Meter Länge aus feuerfestem Stoff mit "Slogans" für die eigene Mannschaft.
Nur mit polizeilicher Genehmigung
Nur mit Genehmigung der Polizei dürfen die Spruchbänder entrollt werden. Die eher komplizierte Prozedur für eine Genehmigung soll Fans davon abschrecken, Spruchbänder ins Stadion zu bringen. Nur Schals in den jeweiligen Vereinsfarben werden zugelassen.
Das Kassationsgericht, die dritte und letzte Instanz im italienischen Strafsystem, hat außerdem beschlossen, dass Ultras rechtlich verfolgt werden können, die rassistische oder chauvinistische Symbole in Stadien zeigen.
Das Kassationsgericht gab somit einem Richter Recht, der einen Hooligan von AS Roma zu einem dreijährigen Stadionverbot verurteilt hatte, weil dieser eine Fahne mit dem Konterfei des faschistischen Diktators Benito Mussolini ausgerollt hatte.
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ADLER 06
Mainz 05 - mehr als nur ein Karnevalsverein
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TEMPEL-GOTT
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