NLZ betreffend Lustenberger:
Fabian Lustenberger bald ein «Herthaner»
Der erste Saisonsieg beim 2:1 in St. Gallen war beim FCL an diesem Wochenende nur eines von zwei Themen. Für fast ebenso viel Gesprächsstoff sorgte die unerwartete Absenz von Fabian Lustenberger. Der 19-Jährige, der bei Hertha Berlin auf der Einkaufsliste steht, war nicht mit dem Team in die Ostschweiz gereist.
Am Sonntagmorgen, beim Training auf der Allmend, stand das FCL-Talent jedoch wieder auf dem Platz und absolvierte bei brütender Hitze eine intensive Einheit mit jenen Spielern, die nicht im Einsatz standen.
Sforza: «Konnte mitfühlen»
Den Entscheid, dass der FCL in St. Gallen auf Fabian Lustenberger verzichtet, hatten der Spieler und Trainer Ciriaco Sforza gemeinsam gefällt. «Ich habe während der Woche gespürt, dass Fabian bei uns nicht mehr voll konzentriert bei der Sache ist. Deshalb musste ich mit ihm das Gespräch suchen und habe ihm diese Lösung angeboten», begründete Sforza die überraschende Massnahme. Er habe sich als junger Spieler selber in einer vergleichbaren Situation befunden, sagte der FCL-Trainer, «und deshalb kann ich mit Fabian mitfühlen».
Dass der Entscheid im gegenseitigen Einverständnis erfolgt ist, dies bestätigte gestern auch der Betroffene. Er hatte das Spiel am Samstag in einer Zusammenfassung im Fernsehen gesehen und sich mitgefreut, dass beim FCL endlich die Effizienz stimmte. «Es war wirklich besser für mich, nicht nach St. Gallen zu reisen», gab Fabian Lustenberger zu. «Ich war zuletzt wegen der Sache mit Hertha im Kopf wirklich nicht mehr frei. Das hat sich bereits im Spiel gegen YB gezeigt, als ich selber mit meiner Leistung nicht zufrieden war.»
Dass Fabian Lustenberger den FCL in Richtung Berlin verlassen wird, scheint indes beschlossene Sache zu sein. «Ich gehe davon aus, dass der Transfer klappen wird», erklärte FCL-Präsident Walter Stierli, der bestätigte, dass die Verhandlungen schon fortgeschritten seien. Und auch FCL-Sportchef Raffaele Natale glaubt, dass sich die beiden Parteien Luzern und Hertha «finden werden». In der anstehenden Woche sei nochmals ein Gespräch mit Hertha-Manager Dieter Hoeness anberaumt, der sich mit FCL-Verantwortlichen «bereits einmal kurz getroffen hat», wie Natale bemerkte. Dabei sollen auch die finanziellen Fragen geregelt werden. Im Raum stehen 3 Millionen Franken, die der FCL für sein Talent lösen möchte.
Auf den Stand der Verhandlungen angesprochen, zeigte sich gestern auch Fabian Lustenberger zuversichtlich. Der umworbene Spieler glaubt nicht, dass er am Sonntag gegen GC noch beim FCL sein wird. «Wenn alles normal läuft und die beiden Klubs sich finanziell einigen können, dürfte der Transfer bald über die Bühne gehen.» Dass er aber, wie im Deutschen Fernsehen angekündigt, schon heute in Berlin präsentiert werden soll, dementierte er gestern schmunzelnd. «Nein, ich werde am Montag noch nicht vorgestellt.»
Zurückhaltung bei Hertha
Bei Hertha Berlin, das sich am Samstag nach einiger Mühe im DFB-Pokal bei Unterhaching mit 3:0 durchgesetzt hatte, gaben sich die Verantwortlichen zurückhaltender. Manager Dieter Hoeness sagte nach dem Spiel erneut nur, dass Hertha bis zum 31. August «noch drei, vier oder auch fünf neue Spieler holen wird».
Trainer Lucien Favre glaubt nicht, dass sich bis zum Bundesliga-Saisonstart am Samstag in Frankfurt bezüglich Zuzügen bei seinem Team noch etwas tun wird. «Ich denke, dass es bis dahin noch nicht klappen wird. Dafür ist die Frist zu kurz.»