...ist der Elfteelfte.
Mal abgesehen davon, das 11.11. eine Schnapszahl ist, die mir besser gefällt als mir zum Beispiel ein 1:1 passen würde, ist der 11.11. vor allem für Fasnächtler ein bedeutender Tag. Denn an sehr vielen Orten beginnt die Fasnacht jeweils am 11.11.um 11.11 Uhr.
Auch wenn es mir schwer fehlt, bei den Spielplangestaltern an Zufall zu glauben, ist es wohl Zufall, dass ausgerechnet am diesjährigen 11.11. die Fussballteams der beiden bekanntesten Schweizer Fasnachtsstädte aufeinander treffen.
(Bevor mich jetzt alle Basler Fasnächtler einen erst 1974 zugewanderten fremden und ignoranten Fötzel schimpfen, der kein Recht habe, über die Basler Fasnacht nachzudenken oder gar darüber zu schreiben: Ja, ja, ich weiss, mit der Basler Fasnacht hat der 11.11. nichts zu tun. Aber wenn ich schon mal die Chance habe, an einem 11.11.2007 was über einen Match zwischen der Fasnachtsstadt Luzern und der Fasnachtsstadt Basel zu schreiben, dann lass ich mir das nicht entgehen. Deshalb schreibe ich was darüber).
Und zwar das:
Vieles, was die Baslerinnen und Basler gerne haben, beginnt mit F. Fasnacht, Fussball, Frikadellen, Fahrten ins Elsass und die Fondation Beyeler. Und vieles, was die Luzerner und Luzerinnen gern haben, beginnt ebenfalls mit F. Fasnacht, Fussball, Fritschivater (was ein hoher Zunftmeister oder so was ähnliches ist), Fierwaldstättersee und das Ferkehrshaus.
Bei so viel Gemeinsamkeiten, vor allem aber bei so viel Fasnachtsleidenschaft hüben wie drüben, wäre es doch angebracht, für einmal auch den Match ein bisschen anzupassen:
Die FCB-Spieler spielen nicht in Rotblau, sondern als Waggis oder als Ueli, die Lozärner als blauweisse Chender-monschter. Christian Gross ist an diesem Tag nicht FCB-Trainer, sondern FCB-Tambourmajor, Ciriaco Sforza ist nicht FCL-Trainer, sondern Stubenrat der Fidelitas Lucernensis. Aus den Fansektoren ertönen die einschlägigen Lieder und Rhythmen von Guggen - aus der Muttenzerkurve das Basler Lied, aus der Gästefankurve das klassische Ho-ho-Hopp-Lözärn…
Der Schiedsrichter pfeift seine Entscheide für den FCB und trommelt sie für den FC Luzern. Der Platzspeaker verkündet die Mannschaftsaufstellung in Banggvärsen, statt Bratwurst gibt’s Mehlsuppe oder Lozärner Chriesisuppe, statt Bier einen halben Weissen, statt Hot Dogs Ziebelewähe oder Schenkeli.
Aus den Fankurven kommen keine Feuerwerke, sondern Räpplis aus der Muttenzerkurve und Confetti aus dem Luzerner Sektor. Und statt Tickets weist man beim Eintritt eine Matchblaggette vor.
Und wer am Schluss das Spiel gewinnt, gewinnt neben den drei Punkten auch das unanfechtbare Recht, ein Jahr lang zu behaupten, die eigene Fasnacht sei die schönste der Welt und damit auch schöner als die der andern.
Ok, ich weiss, so richtig mehrheitsfähig ist dieser Vorschlag nicht. Und so ganz seriös gemeint ist er schon gar nicht. Aber ein winzigkleiner Hintergedanke wurde schon mit Absicht hinter diese Schnapszahlidee verborgen: Eine kleine Spitze gegen die oft unheilbare Ernsthaftigkeit im F wie Fussball und im F wie Fasnacht..
In dem Sinn sei allen vier Stunden und neunundvierzig Minuten nach 11.11 Uhr ein Spiel mir mehr Vergnügen und Spass statt Ärger und Frust gewünscht. Und für die Spieler gilt: Vorwärts, yschtoh, marsch!