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Ausrutscher oder tiefgründiges Problem? FCL Quo vadis?
- Yoda
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Das Team braucht wieder wer, der den Jungs wieder Feuer einhaucht, ihnen die Motivation einflösst und der ihnen eigentlich sagt um was es geht, sie so richtig in ihrem Stolz packt. Denn nur mit Winnertypen kommen wir aus dieser Scheisse raus
Denn so scheisse wie sich das Team in der momentanen Situation gibt, ist es bei weitem nicht
so ala dem
Kabinenansprache
Denn so scheisse wie sich das Team in der momentanen Situation gibt, ist es bei weitem nicht
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Interview mit Sforza nach der erbaermlichen Leistung gegen Thun:
...und noch Stierlis Kommentar:Fussball: FC Luzern
«Das muss ich mir nicht antun»
Beim FC Luzern herrscht dicke Luft: Nach der desolaten Leistung beim 0:1 im Cup gegen Thun rumort es gewaltig. Trainer Ciriaco Sforza überlegt sich den Rücktritt.
Es ist der Morgen danach, und es ist höchste Zeit, an diesem grauen Sonntag die Gedanken zu sortieren. Um 10 Uhr ist Treffpunkt auf der Allmend, zum Training, eigentlich, aber trainiert wird dann doch nicht. Ciriaco Sforza zieht sich mit der Mannschaft in die Kabine zurück, zwei Stunden später verabschiedet sich der Trainer von der Allmend. Auf ein Auslaufen wird verzichtet. Der FCL hat einen Samstagabend hinter sich, der trostloser nicht hätte sein können. Er verliert 0:1 gegen Thun, scheidet im Achtelfinal aus dem Cup aus, und der Trainer lässt anschliessend verlauten, er müsse sich seine Gedanken machen.
Auf dem Weg zum Auto attackiert
Sein Verhalten, seine Worte, all das lässt genügend Raum für Interpretationen. Hat Sforza genug? Will er nicht mehr? Kann er nicht mehr? Zieht er jetzt, nach knapp 17 Monaten Wirken freiwillig einen Schlussstrich?
Da ist zum einen die sportliche Bilanz, die erschreckend daherkommt: In den 52 Meisterschaftsspielen der Ära Sforza gab es lediglich 10 Siege, dafür 23 Niederlagen. 2006/07 stand der FCL zwar im Cupfinal, 2007/08 ist in der dritten Runde aber bereits Schluss. Und auf der Allmend hat der FCL seit Sommer kein einziges Spiel gewonnen.
Da ist zum andern das Auftreten einer Mannschaft, die Grundlegendes vermissen lässt und zu der ein Trainer gehört, der sich gegen den Eindruck, ratlos zu sein, energisch wehrt. Und am Samstag kam hinzu, dass dem Trainer nicht nur laute «Sforza raus»-Rufe entgegenhallten, sondern auch die Pöbeleien Einzelner, bevor er sich auf den Heimweg machte. Sforza musste von Sicherheitsleuten zu seinem Auto eskortiert und beschützt werden. Wie weiter also?
Ciriaco Sforza, Sie haben nach der Niederlage gegen Thun gesagt, Sie würden sich Gedanken machen. Sind es Rücktrittsgedanken?
Ciriaco Sforza: Ich bin mit Herzblut an der Arbeit beim FC Luzern, aber jetzt ist die Zeit reif, um Überlegungen anzustellen. Wenn der Anstand und Respekt verloren gehen, dann sage ich mir: So muss ich mich nicht behandeln lassen, nein, das muss ich mir nicht antun.
Nur: Mit «Sforza raus»-Sprechchören müssen Sie doch leben können.
Sforza: Damit habe ich keine Probleme, ich habe schon anderes erlebt. Aber wenn ich nach einem Spiel auf dem Weg zu meinem Auto angepöbelt und sogar attackiert werde, frage ich mich schon: Wo sind wir hier eigentlich?
Also denken Sie an den Rückzug?
Sforza: Innerlich habe ich noch viel Energie. Aber nach dem, was alles passiert ist … Mir gibt es schon zu denken, was passiert ist.
Zu denken geben muss Ihnen aber auch der Auftritt Ihrer Mannschaft.
Sforza: Zehn Tage lang predige ich: Man gewinnt diesen Match nur mit der richtigen Einstellung. Ein Spiel kann man verlieren, durchaus. Aber so? Nein! Ich glaube nicht, dass ich mir einen Vorwurf machen muss, die Mannschaft ungenügend vorbereitet zu haben.
Trotzdem stehen Sie letztlich in der Verantwortung, wenn die Mannschaft so leidenschaftslos und lustlos auftritt wie gegen Thun. Erreichen Sie die Spieler nicht mehr?
Sforza: Ich rede mit jedem Einzelnen, ich rede viel mit den Spielern, ich frage sie viel. Und sie antworten mir immer: Ja, Trainer. Was soll ich da noch tun?
Tönt nach extremer Ratlosigkeit.
Sforza: … nein, ich bin absolut nicht ratlos, ganz und gar nicht …
… aber Sie können sich doch nicht aus der Verantwortung ziehen.
Sforza: Das mache ich nicht! Ich gebe zu, dass wir bei den Transfers Fehler gemacht haben, keine Frage. Aber ich halte nicht für alles, was darüber hinaus schief läuft, den Kopf hin. Wenn Spieler nicht 100 Prozent für den Beruf leben, ja was soll der Trainer da noch mehr tun als reden und darauf aufmerksam machen, dass es so nicht geht? Wenn ich die Mannschaft im Training sehe, dann ist das okay. Aber gegen Thun habe ich mich wieder gefragt: Ist das wirklich meine Mannschaft?
Sind Sie daran, in Luzern zu scheitern?
Sforza: Scheitern? Warum? Das hat doch nichts damit zu tun. Letztes Jahr schafften wir mit einer jungen Mannschaft den Ligaerhalt und zogen in den Cupfinal ein. Dieses Jahr läuft es zwar noch nicht so gut, aber wir sind auch nicht abgeschlagen.
Oft stellen Sie die Mannschaft um. Haben Sie Ihr Team und Ihre Strategie immer noch nicht gefunden?
Sforza: Doch, doch, die Strategie ist mir sonnenklar. Ich hatte etwas im Kopf, das in der Vorbereitung auf die Saison sehr gut geklappt hat. Aber dann erreichten die Spieler, die wir geholt haben, nicht das Niveau, das wir uns erhofft hatten. Ja, und dann musst du als Trainer eben improvisieren.
Was haben Sie den Spielern am Sonntagmorgen gesagt?
Sforza: Meine Meinung, klipp und klar. Ich habe ihnen gesagt, dass ich der Letzte sei, der sie nicht unterstützt. Aber Fussball sei ein Nehmen und Geben.
Und dann haben Sie sich verabschiedet?
Sforza: Ja, aber nicht so, wie Sie es meinen.
Präsident Walter Stierli hat angekündigt, dass der Verein mit Ihnen auch in eine dritte Saison gehen möchte.
Sforza: Ich bin dem FCL dankbar, dass er mir die Chance gegeben hat, einzusteigen. Aber dazu kann ich jetzt nichts weiteres sagen.
Sind Sie in der Rückrunde noch Trainer?
Sforza: Lassen wir das dahingestellt. Ich muss mit dem Vorstand ein Gespräch führen.
Stierli verteidigt Sforza
Die präsidiale Devise ist die: «Nerven behalten.» Walter Stierli verteidigt Trainer Ciriaco Sforza, weiss aber sehr wohl, dass die sportliche Krise nicht einfach weggeredet werden kann. Stierli lag die «sehr schlechte Leistung» der Luzerner gegen Thun schwer auf dem Magen, zumal ihm bewusst war, dass «wir genauso auch 0:2 oder 0:3 hätten verlieren können». Der FCL steckt in der Krise. Seit dem 22. September gab es keinen einzigen Sieg mehr, überhaupt erst zwei gab es seit Sommer. Und ausserdem macht der Unterbau der ersten Mannschaft auch nicht mit Heldentaten auf sich aufmerksam: Die U 21 überwintert in der 1. Liga am Tabellenende.
Sforza steht für ihn aber nach wie vor nicht zur Disposition, und er will sich diesbezüglich auch nicht beeinflussen lassen. Festgestellt hat Stierli aber, dass es der Mannschaft an einer Hierarchie fehlt. Zurückzuführen ist das Problem gewiss auch auf Transfers, die nicht hielten, was sie eigentlich versprachen. Cipot, um nur ein Beispiel zu nennen (und wohl das krasseste), wurde über Nacht verpflichtet - genauere Beobachtungen wurden vom Verein keine angestellt.
Hoffnung in Sportchef Galliker
Stierli setzt nun grosse Hoffnungen in Bruno Galliker, der ab der Rückrunde als vollamtlicher Sportchef wirken wird. Bis es so weit ist, stehen für den FCL noch zwei Meisterschaftsspiele auf dem Programm. Als Nächstes geht es nach Sion, am 8. Dezember wird noch einmal Thun auf der Allmend erwartet. Stierli hofft auf vier Punkte. Aber mit dem Eindruck der miesen Vorstellung vom Samstag gibt er selber zu: «Das ist Wunschdenken.»
der fcl ist sportlich am Boden. wahnsinn wie uninspirirt die Mannschaft auftritt. Für mich nicht verständlich, denn der kader schien mir gar nicht so schlecht. klar wurde mit Cipot ein absoluter fehltransfer getätigt. Klar auch, dass Cantaluppi nie zur leaderfigur wurde, für die er verpflichtet wurde. im Gegenteil. Es ist ein offenes geheimnis, dass viele Spieler mühe mit ihm bekunden. Tchouga, Schwegler, früher mettomo, Sam, ..... Klar auch, dass endlich ein richtiger Sportchef her muss. mit Galliker sollte diese Lücke nun ja gefüllt sein.
wie weiter nun? Liegt es am trainer, der die Spieler offensichtlich nicht erreichen kann und auch beim Publikum nur wenig rückhalt geniesst? oder ist Cantaluppi ein grösserer Hemmfaktor als man meint?
Meiner meinung nach ist das fehlende Herz das grosse Problem. Und dies obwohl kaum eine mannschaft in der Sl soviele einheimische und junge spieler im Kader hat. also liegt es demnach doch am Trainer, der immer unterkühlt rüberkommt und offensichtlich keine Emmotionen schüren kann?!? vielleicht liegt es auch an der momentanen Philosophie des Fcl. Da wird vor allem auf eine gesunde finanzielle Basis geachtet, was auch von erfolg gekröhnt ist. dafür aber zuwenig Wert auf die vereinskultur gelegt. das erste Bsp ist die aussortierung von Vaneck, der durch den sponsorenkompatiblen Sforza ersetzt wurde. dies geht weiter bis zur Uebernahme des medical teams durch die finanzkräftige Hirslanden. Im Moment ist beim Fcl zuviel schein statt sein. Und dies färbt auf die mannschaft ab.
Es wäre sicher falsch alles auf den trainer zu reduzieren. ich denke auch die Vereinsführung sollte in sich gehen und ihre Philosophie einmal überdenken.
wie weiter nun? Liegt es am trainer, der die Spieler offensichtlich nicht erreichen kann und auch beim Publikum nur wenig rückhalt geniesst? oder ist Cantaluppi ein grösserer Hemmfaktor als man meint?
Meiner meinung nach ist das fehlende Herz das grosse Problem. Und dies obwohl kaum eine mannschaft in der Sl soviele einheimische und junge spieler im Kader hat. also liegt es demnach doch am Trainer, der immer unterkühlt rüberkommt und offensichtlich keine Emmotionen schüren kann?!? vielleicht liegt es auch an der momentanen Philosophie des Fcl. Da wird vor allem auf eine gesunde finanzielle Basis geachtet, was auch von erfolg gekröhnt ist. dafür aber zuwenig Wert auf die vereinskultur gelegt. das erste Bsp ist die aussortierung von Vaneck, der durch den sponsorenkompatiblen Sforza ersetzt wurde. dies geht weiter bis zur Uebernahme des medical teams durch die finanzkräftige Hirslanden. Im Moment ist beim Fcl zuviel schein statt sein. Und dies färbt auf die mannschaft ab.
Es wäre sicher falsch alles auf den trainer zu reduzieren. ich denke auch die Vereinsführung sollte in sich gehen und ihre Philosophie einmal überdenken.
Top 3, what else
Das Problem scheint mir auch zu sein, dass Sforza mit soviel Vorschusslorbeeren bedacht wurde (auch von vielen hier im Forum) welchen er nie gerecht werden konnte und auch nicht kann.
Dies konnte ich schon damals nicht verstehen. Wieso auch, wer gibt nem Trainerneuling schon Vorschusslorbeeren?!? Aber was weiss ich schon....
Gerade so schlimm wie Sforza ist auch Lupo, welcher stets für schlechtes Klima sorgt und zu Streit und Grüppchenbildungen mehr als nur beiträgt.
Vielleicht hätte es Sforza geschafft, wenn Lupo nicht ins Team gestossen wäre.
Wie auch immer, ich wäre sehr froh, wenn BEIDE ab der Winterpause nicht mehr beim FCL rumlungern würden.
Dies konnte ich schon damals nicht verstehen. Wieso auch, wer gibt nem Trainerneuling schon Vorschusslorbeeren?!? Aber was weiss ich schon....
Gerade so schlimm wie Sforza ist auch Lupo, welcher stets für schlechtes Klima sorgt und zu Streit und Grüppchenbildungen mehr als nur beiträgt.
Vielleicht hätte es Sforza geschafft, wenn Lupo nicht ins Team gestossen wäre.
Wie auch immer, ich wäre sehr froh, wenn BEIDE ab der Winterpause nicht mehr beim FCL rumlungern würden.
stänkerer gegen oben
Gehört besser hierhin.
Garfield hat geschrieben:Falls Sforza gehen sollte, was ich nicht glaube, dann ist Fringer gebucht.
Ich meinerseits sehe das Problem aber nur teilweise bei Sforza - ist ja klar, dass er eine Mitschuld trägt. Ein Hauptgrund ist die grosse Erwartungshaltung des Vereins, welche die Spieler überfordert. Da wurden hervorragende Sponsorenverträge abgeschlosse und nach aussen vermittelt, der FCL sei nächstens in der CL. Realität ist aber, dass die so oft propagierte junge Mannschaft zuerst zusammenwachsen muss. Weiter fehlt den Jungen eine Leaderfigur da Seoane noch zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist und Spieler wie Lupo, Schwegler und Tchouga aus verschiedenen Gründen nie eine sein werden. Dazu kommen dann unglückliche Entscheide durch den auch noch unerfahrenen Trainer, der die Mannschaft wild umstellt, statt dass er den Spieler über Kontinuität Sicherheit vermittelt.
Als Erstes gilt es nun, die Realität zu erkennen. DER FCL BEFINDET SICH IM ABSTIEGSKAMPF!! Entsprechend müssen die Forderungen an die Spieler heruntergeschraubt und nicht den Sponsoren angepasst werden. Weiter ist Kontinuität gefragt gepaart mit einem einfachen Spielsystem, damit die Spieler die Sicherheit wiedererlangen. Kontraproduktiv sind weitere Kurzschlusstransfers a la Cipot, irgendwelche Ultimatum etc.
Nach wie vor bin ich überzeugt, dass die Qualität prinzipiell genügend ist, die Spieler aber mit der unrealistischen Erwartungshaltung nicht zurecht kommen.
FCL quo vadis?
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glaub es hats noch niemand gepostet
Der TeleTell Bericht von gestern vom FC Luzern zur aktuellen Situation
Der TeleTell Bericht von gestern vom FC Luzern zur aktuellen Situation

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lucerne
Ueber Sforza kann man geteilter Meinung sein. Trotzdem finde ich es stark, wie der Verwaltungsrat hinter dem Trainer steht. Die Trainerfunktion wird eh überschätzt, sonst hätten Trainer wie Gress, Funkel, Magath und Co nicht so erfolgreich sein können. Eine Entlassung gäbe den Spieler nur ein weiteres Alibi und an Konstanz wäre dann nicht mehr zu denken. Ansetzen muss man bei den zu hoch gesetzten Ansprüchen, die Stierli im heutigen Interview bereits relativiert hat. Und dann wird es höchste Zeit, dass mit Galliker endlich ein Sportchef im Amt ist, der auch eine gewisse Kompetenz besitzt. Fehltransfers wie derjenige eines Cipot sind nicht nur unverständlich sondern absolut unverzeihlich.
FCL quo vadis?
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Tassenwirt
bitte kein curling...eXi hat geschrieben:Bald ist Winterpause, dann haben die Spieler inkl. Staff endlich Zeit eine Curling-Runde, Schlittelplausch mit Fondue, Eiskletterpartie und ein Hockeymatch gegen das DJ Bobo-Magic Team zu veranstalten.
Dies fördert den Teamgeist und das Selbstvertrauen der Spieler.
Alles schöne Sachen, aber mit nem Unmensch wie Lupo wird auch das schönste Weihnachtsfest ein Desaster.eXi hat geschrieben:Bald ist Winterpause, dann haben die Spieler inkl. Staff endlich Zeit eine Curling-Runde, Schlittelplausch mit Fondue, Eiskletterpartie und ein Hockeymatch gegen das DJ Bobo-Magic Team zu veranstalten.
Dies fördert den Teamgeist und das Selbstvertrauen der Spieler.
stänkerer gegen oben
- Partyanimal
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Mit Verspaetung heutiger NLZ-Artikel:
Fussball: FC Luzern
Stierli: «Wir reagierten übereilt»
Der FCL macht mit Ciriaco Sforza weiter, der Trainer wird vom Verwaltungsrat gestärkt. Dessen Präsident Walter Stierli vermeldet zudem: «FCL schuldenfrei.»
Walter Stierli, was ergab die Krisensitzung mit Ciriaco Sforza?
Walter Stierli: Es gab keine Krisensitzung, es gab eine normale Geschäftsleitungssitzung, wie jeden Montag. Und der Trainer war dabei, wie er das von Zeit zu Zeit immer wieder ist.
Aber in schwierigen Zeiten sein muss?
Stierli: Was heisst «schwierige Zeiten»? (kurze Pause) Sehen Sie: Der Verwaltungsrat hatte für diese Saison zwei Ziele formuliert: im Cup so weit wie möglich kommen und Ligaerhalt. Aber vor der Saison sagte Felipe, dass der FCL sich zwischen Rang 1 und 3 klassieren würde. Einer, der gerade eben aus Brasilien gekommen war und vom Schweizer Fussball keine Ahnung hatte!
Aber Cantaluppi doppelte plus/minus nach, und der kennt die Super League …
Stierli: Euphorie und Selbstvertrauen sind schön und gut, aber Mario steht damit auch in der Verantwortung. Die Realität war und ist, was unser Beirat Ottmar Hitzfeld prophezeit hatte: eine schwere zweite Saison nach dem Aufstieg, die Saison der Konsolidierung in einer Liga, in der es kein Schaffhausen mehr gibt, das letzte Saison abfiel, sondern die grosse Ausgeglichenheit. Schauen wir jetzt auf die Tabelle! Zwei Punkte mehr, und wir sind Sechste (aktuell Platz 8, Red.). Zum Beispiel jene zwei, die uns ein Schiedsrichter-Fehlentscheid im Heimspiel gegen St. Gallen kostete. Aber wir wollen nicht jammern. Wir müssen jetzt einfach die Vorrunde mit Anstand zu Ende bringen und im neuen Jahr voll angreifen.
Mit Trainer Sforza?
Stierli: Natürlich! Der steht überhaupt nicht zur Diskussion. Wir haben eine Strategie, und die trägt der Trainer mit. Wir wollen parallel zum neuen Stadion auch eine neue Mannschaft aufbauen mit neun bis zehn Schweizern, fünf bis sechs aus der Region und zwei bis drei gezielten Verstärkungen von ausserhalb. Das ist stets eine Durststrecke für einen Klub. Das braucht - gerade wenn man vor kurzem noch in der Challenge League war - drei, vier Jahre. Alle müssen sich entwickeln können. Auch der Trainer. Am Samstag fragte ich Thuns Präsidenten Weder nach den Millionen aus der Champions League. Seine Antwort: Er habe die grössten Fehler gemacht: Dreimal Trainer mit laufenden Verträgen entlassen, viele neue Spieler engagiert und trotzdem keinen Schritt weitergekommen.
Denken Sie, dass Sforza mit seinen Worten und Strategien die Spieler noch erreicht? Am Samstag hatte er bedingungslosen Cup-Einsatz gegen ein wahrlich verunsichertes Thun gefordert, aber aufs Feld kamen nur ein paar, die ein bisschen «tschüttelen» wollten.
Stierli: Die Spieler stehen alle voll hinter Ciriaco Sforza. Er hat eine gute Autorität, viel Fussballsachverstand und macht Trainings, in denen alle sehr gut arbeiten. Bloss wenn es ernst gilt auf dem Platz, rufen die Spieler das Gelernte und ihr Potenzial nicht ab. Der Druck des Endlich-siegen-Müssens ist gross, insbesondere die jungen Spieler haben mentale Probleme. Darum haben wir an der GL-Sitzung andiskutiert, einen Mentaltrainer in den Trainerstab aufzunehmen.
Das soll die Wende bringen?
Stierli: Das soll ein Schritt dazu sein. Wir müssen natürlich auch die Spieler hinterfragen. Einige genügen für die Super League nicht oder haben nicht mehr das Potenzial, sich weiterzuentwickeln. Da müssen wir Lösungen finden. Wir sind auch selbstkritisch und wissen, dass wir auch Transfers gemacht haben, die unsere Erwartungen nicht erfüllten.
Der prominenteste ist ja kein Geheimnis: Cipot. Den der FCL vor allem aufgrund einer DVD und auf Anraten des langjährigen Assistenztrainers und jetzigen Spielerberaters Ignaz Good verpflichtet hat.
Stierli: Das stimmt so nicht. Cipot war hier zum Probetraining, aber aufgrund einer Rückenverletzung handicapiert. Und wir hatten in Erinnerung, dass er bei Slowenien - Deutschland Klose abgemeldet hatte, dass er gegen Holland sehr gut gespielt hatte. Aber hier und jetzt ist es weder für ihn noch für den Klub befriedigend. Darum sucht Ignaz Good einen Klub in England, vielleicht in der 2. Division, wo die Spielweise ihm eher liegt als jene in der Super League.
Und wenn er seinen Vertrag bis Ende Juni 2009 aussitzt?
Stierli: Ist das wieder so eine Situation, die deutlich macht, wie schwer es Arbeitgeber im Fussball haben. Wenn der Spieler bleiben will, auch wenn er nicht mehr spielt, muss ihm der Klub den Lohn zahlen. Wenn er wegwill und den Vertrag einseitig bricht, wie Mettomo im Sommer, sind uns wegen einer vereinbarten Ablösesumme die Hände gebunden. So waren wir gezwungen, 14 Tage vor dem Start Ersatz zu suchen, ja, und da gibt es nichts schönzureden: Wir reagierten übereilt und machten Fehler.
Der Trainer fordert jetzt wieder neue Spieler, Sermeter von Aarau etwa.
Stierli: Es ist sein gutes Recht, Wünsche anzubringen. Wir sehen heute auch ein, wo wir Verstärkungen brauchen, um vorwärtszukommen. Es ist ja offensichtlich, dass wir Spieler brauchen, die Tempo entwickeln können. Es wird sich was tun in der Winterpause, wenn unser vollamtlicher Sportchef Bruno Galliker seine Arbeit angefangen hat. Aber es gibt keine Schnellschüsse. Wir haben keine Panik, keine Krise, aber wir haben Respekt vor der Tabellensituation.
Das heisst?
Stierli: Wir wollen sportlich wachsen, aber auf einer gesunden finanziellen Basis. Wir wollen ein Gerippe und um dieses herum jährlich nur zwei, drei Transfers tätigen. Vergessen Sie nicht: Wir haben das dritttiefste Budget der Liga. Und wir werden finanziell nicht hasardieren, sondern seriös arbeiten.
Gerade darum werden Sie das Gerippe nie lange halten können. Sobald einer auffällt, wird er wegtransferiert wie Fabian Lustenberger in diesem Herbst. Der FCL ist ein Ausbildungsverein.
Stierli: In der Schweiz gibt es nur Ausbildungsvereine! Auch Basel ist ein Ausbildungsverein. Aber wir haben die jungen Spieler, die auf Lustenberger folgen. Es ist doch der Stolz jedes Klubs, wenn seine Spieler so aufsteigen. Zudem hat der Transfererlös uns schuldenfrei gemacht und etwas Reserven beschert.
Sforza nun erst recht gefordert
Der FC Luzern hebt sich wohltuend ab von denjenigen im Fussball-Business, die in Zeiten ausbleibenden Erfolgs und unerfüllter Erwartungen schnell die Schuldigen suchen, diese oft auch bald finden - und den Trainer suspendieren.
Der in Sachen FC Luzern für derartige Fragen verantwortliche Verwaltungsrat stärkt Cheftrainer Sforza den Rücken und zieht damit die Spieler in die Verantwortung. Das geschieht mit der angezeigten Sachlichkeit, nicht mit Polterei oder damit, dass auf Spielerseite ein Schuldiger definiert und mit einem Rauswurf (ohne absolut zwingenden Grund) ein Zeichen gesetzt wird.
Darum ist Sforza nun erst recht gefordert, grossmehrheitlich mit dem zur Verfügung stehenden und von ihm mit rekrutierten Kader zu arbeiten. Das ist Teil einer Entwicklung, die Spieler sowie Trainer und damit den FC Luzern als Ganzes weiterbringt.
marco.vonah@neue-lz.ch
Marco von Ah
-
lucerne
gleichfalls. es handelt sich zudem um sehr korrekte antworten von stierli. gehe mit ihm zu 100% einig.Chäfer hat geschrieben:@manuel: an dieser stelle einmal ein grosses dankeschön für die regelmässige "posterei" der nlz artikel. für user wie mich, die keinen zugang zu unserem hausblatt haben, ist dies eine grosse hilfe.

