Fussball: FC Luzern
Diarra macht dem FCL Hoffnung
Boubacar Diarra ist der neue Innenverteidiger des FCL. Der 28-Jährige aus Mali unterschrieb einen Vertrag bis 2010. Weniger gut sieht es in Sachen Ferreira aus.
Eigentlich ging alles ganz schnell. Am Sonntag fand das erste Treffen mit dem Spieler in Freiburg statt, und es endete mit dem Ergebnis, dass Boubacar Diarra FCL-Trainer Ciriaco Sforza gegenüber Bereitschaft signalisierte, umgehend nach Luzern zu wechseln. Bis Mittwochabend waren die Formalitäten mit Diarras Arbeitgeber Kaiserslautern erledigt. Und am Donnerstag schliesslich wurde der Transfer im Beisein von Berater Rainer Derber und Anwalt Andreas Kirsch mit der Unterschrift offizialisiert: Diarra, 28-jähriger Innenverteidiger, bekam einen Vertrag bis 2010 mit Option auf eine weitere Saison.
Rekdals klare Worte an Diarra
Luzern soll für Diarra auch der Beginn einer neuen Ära sein nach einem halben Jahr in Kaiserslautern, das von Schwierigkeiten und Problemen geprägt war. Wolfgang Wolf hatte Diarra im Sommer 2007 aus Freiburg geholt, aber kaum war der Spieler da, war der Trainer wieder weg. Und Kjetil Rekdal, der Nachfolger von Wolf, machte Diarra schnell klar: «Ich plane nicht mehr mit dir.» Der Verteidiger sagt: «Ich musste das akzeptieren. Jeder Trainer hat seine eigenen Vorstellungen.» Erschwerend kam hinzu, dass sich der Mann aus Mali im Training den rechten Unterarm brach und dadurch noch weiter zurückgeworfen wurde. Für Diarra, der 2004 nach Differenzen mit dem Trainer den Rücktritt aus der malischen Nationalmannschaft gab, stand fest: «Ich muss weg, so schnell wie nur möglich.»
Gelegen kam ihm, dass sich der FCL nicht nur meldete, sondern auch um ihn bemühte. Dass er vom stark abstiegsgefährdeten Zweitbundesligisten Kaiserslautern (Platz 16) zum abstiegsbedrohten Schweizer Super-League-Verein Luzern (Platz

zieht und dort eine tragende Rolle übernehmen soll, macht Diarra nichts aus: «Ich sehe das nicht als Belastung. Ich will in Luzern beweisen, dass ich immer noch gut Fussball spielen kann.» Zu lösen hat er ein Problem, das seit letztem Sommer in der Innenverteidigung besteht - obwohl mit Roland Schwegler, Fabijan Cipot und Mijat Maric gleich drei Spieler für diese Position verpflichtet worden waren.
Heute im Training
Grundsätzlich ist Diarra fit, sagt aber selber: «Gewissen konditionellen Rückstand habe ich noch, aber den werde ich bis zum Start aufgeholt haben.» Mit der Arbeit beginnt der Neue heute auf der Allmend, morgen Samstag könnte er in Littau gegen Wil (12.00) im ersten Test auch gleich seinen ersten Auftritt haben. Was ihn in Luzern erwartet, weiss Diarra nicht, die Liga kennt er nur «aus Fernseh-Zusammenschnitten». Aber er packt die Aufgabe mit einigem Selbstbewusstsein an und macht dem FCL mit einem Vergleich Hoffnung: «Mit Freiburg überwinterten wir vergangenes Jahr unweit der Abstiegsränge. Und am Ende der Meisterschaft stiegen wir fast doch noch auf. Vielleicht läuft es mit Luzern so gut wie mit Freiburg in der Rückrunde der letzten Saison.»
Gertschens Absage
Diese zweite Hälfte wird der FCL ohne Nelson Ferreira bestreiten, es sei denn, dem FC Thun werde ein finanzielles Angebot unterbreitet, bei dem die Verantwortlichen leer schlucken müssen. «Das ist derzeit nicht der Fall», meldete der Thuner Sportchef Reto Gertschen, «Ferreira bleibt bei uns.» Die einzige Möglichkeit, den 25-jährigen Mittelfeldspieler sofort zu bekommen, besteht darin, Jean-Michel Tchouga quasi im Tausch an Thun abzutreten. Das wiederum schliesst FCL-Sportchef Bruno Galliker kategorisch aus. Will heissen: Ferreiras Vertrag in Luzern läuft wie jener von Michel Renggli ab dem 1. Juli 2008, falls der FCL seinen Platz in der Super League verteidigt.
Das wiederum eröffnet nun Roland Bättig die Chance: Den unterschriftsbereiten Leihvertrag bis Ende Juni soll der Ex-Schötzer von Xamax heute unterzeichnen.