Agent Sawu hat geschrieben:luzern ist (leider) schon lange zur wohn- bzw schlafstadt verkommen, dies kann/könnte nur schwer wieder rückgängig gemacht werden. wirtschaftlich kann sie beim besten willen einem standort wie Zug bei weitem nicht das wasser reichen und dies hat nicht primär mit dem steuersatz zu tun, sondern viel mehr mit der fehlenden infrastruktur (englischsprachige schulen, generelle unflexibilität, entfernung zum flughafen etc.). was sind denn also bitte die alternativen zur wohn- und tourismusstadt?
wer von vornherein aufgibt, hat natürlich schon verloren. zug ist mittlerweile ein enorm teures pflaster. das wirkt sich einerseits direkt bei den mieten für geschäftsräume aus, andererseits auch indirekt bei der attraktivität für mitarbeiter, weil die wohnungsmiete die steuervorteile bis zu einem gewissen einkommen gleich wieder wegfressen.
die fakten: die distanz zum flughafen schmilzt dank der knonaueramt-autobahn und hoffentlich bald auch dem sbb-doppelspurausbau rotsee und den verbesserungen beim zimmereggtunnel. eine englischsprachige schule gibts mittlerweile, nämlich in horw. und kulturell hat luzern sowieso längst mehr zu bieten als zug.
klar: punkto steuerfuss werden wir zug auf absehbare zeit bei weitem nicht paroli bieten können. doch erstens ist dieser für sich allein nicht entscheidend, zweitens hat luzern auch hier punktuell die nase vorn (beispielsweise im bereich der holdingsteuern, wo luzern europaweit spitze ist). generell bewegt sich luzern im unternehmenssteuerbereich - zwar verhältnismässig langsam, aber zumindest stetig.
mit dem punkt, dass luzern bereits seit langem eine schlafstadt sei, bin ich alles andere als einverstanden. natürlich kann man luzern nicht an zürich messen, doch bereits im vergleich mit anderen schweizer grossstädten (z.b. basel) müssen wir uns alles andere als verstecken. im gegenteil: clubmässig ist in luzern deutlich mehr los, das kulturangebot ist mit den veranstaltungen im kkl und der alternativen theaterszene ebenfalls von einer gewissen breite.
Agent Sawu hat geschrieben:gleiches gilt zB für das tribschengebiet. was wäre denn die alternative? leerstehende fabrikgebäude?
gerade gewisse bereiche des tribschengebiets hätten sich hervorragend geeignet für eine kultur-/ausgangsmeile. gerade ehemalige fabrikgebäude können mit verhältnismässig kleinem aufwand umgenutzt werden. und mit der schüür, dem la fourmi sowie dem ehemaligen wärchhof waren/sind bereits gewisse institutionen vor ort. ansonsten gabs dort primär büros und ähnliches - nachtlärm stört dort verhältnismässig wenig. so konzentrieren sich diese emissionen auf ein lokal eng begrenztes gebiet. das freut diejenigen, die dafür an allen anderen orten ruhig schlafen können und attraktiviert gleichzeitig die stadt luzern als ganzes.
@ refresco
nettes geschwurbel. doch die für die region wichtigen entscheide fallen eh auf kantonsebene. und die detailplanung darf man getrost denjenigen überlassen, die es am meisten betrifft und die am ende auch für den grossteil der kosten geradestehen.
man kann nicht einerseits in die agglo abdampfen, weil dort wohnungen/grundstücke günstiger und je nach dem auch die steuern tiefer sind, andererseits aber trotzdem noch die stadt bis ins detail mitgestalten wollen.