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GC im Schongang auf Platz drei
Souveräne Zürcher schossen gegen schwache Luzerner drei Tore
VON PETER M. BIRRER
Mitte der zweiten Halbzeit gab der Speaker die Zuschauerzahl durch. 6814 meldete er, wobei die Kulisse zum Zeitpunkt der Durchsage bereits merklich geschrumpft waren. Luzern lag Luzern - GC 0:3 gegen GC 0:3 im Rückstand, besass keine Chance, in der Kälte noch irgendetwas zu bewegen – und bekam von seinem Publikum die Quittung. Es gab viele, die nicht mehr hinsehen mochten und darum den vorzeitigen Abgang wählten. Die Grasshoppers lieferten auf der Allmend eine routinierte Leistung ab. Nach einer halben Stunde, die Fussball zwischen den zwei Strafräumen geboten hatte, fingen sie an, sich auf das Wesentliche zu besinnen. Schwegler foulte Zarate, Cabanas übernahm die Ausführung des Freistosses aus 22 Metern. Er liess Zibung dabei schlecht aussehen: Der Ball flog in die Ecke des Luzerner Goalies. Der sah hinterher immerhin keinen Anlass, die Schuld von sich zu weisen: «Das Tor nehme ich auf meine Kappe.» Dem 1:0 liessen die Zürcher kurz vor der Pause das 2:0 folgen. Dos Santos fand die Lücke im Anschluss an einen Corner und einem missratenen Abwehrversuch von Schwegler. Damit lag diese Zwischenbilanz vor: GC hatte mit wenig Aufwand das Optimum erreicht. Luzern wiederum hatte nur eines getan: von A bis Z enttäuscht.
Beim Tabellenletzten hatten sie unter der Woche genügend davon geredet, das jüngste 1:6 bei YB schnell vergessen zu machen und zu den Leistungen zu finden, die gegen Bellinzona und Aarau zwei Heimsiege eingebracht hatten. Weit entfernt waren die Gastgeber davon indes. Sie waren pomadig, nie aggressiv und ideenlos. In 45 Minuten hatte es den Luzernern nicht zu einem einzigen Abschlussversuch gereicht. «Die erste Halbzeit war eine Riesenenttäuschung. Und wer so viele Fehler macht, wer keinen Biss in den Zweikämpfen hat, muss sich nicht fragen, wenn er das Spiel verliert», sagte Trainer Rolf Fringer.
Seine Mannschaft wurde nach der Pause eine Spur besser, hatte das Pech, dass Ravasis Treffer nach 53 Minuten wegen Abseits annulliert wurde – und fiel danach wieder ins alte Muster zurück. GC spulte sein Pensum abgeklärt herunter und kam sogar noch zu seinem dritten Tor. Smiljanic erzielte es nach akrobatischer Vorarbeit Cabanas’ nach einem Corner von Dos Santos.
Damit hatten die Grasshoppers ihre Treffer samt und sonders nach Standards geschossen. Und sie kamen in der Zentralschweiz im Schongang zu ihrem zweiten Auswärtssieg in dieser Saison nach dem 3:1 bei den Young Boys. «Das war eine reife Vorstellung», sagte Trainer Hanspeter Latour, der sich mühelos den Luxus erlauben konnte, auf Auswechslungen zu verzichten. GC rückte mit dem 3:0-Erfolg auf den dritten Platz vor. Latour warnte indes vor falscher Euphorie, wohl wissend, dass der Sieg in Luzern gegen ein Team zustande gekommen war, das in dieser Verfassung die Probleme nicht lösen kann. Von der Begeisterung, die vor drei Wochen ein 3:0-Sieg gegen Aarau ausgelöst hatte, ist wenig übrig geblieben.
Und doch bleiben die Luzerner an diesem Wochenende vielleicht nicht sieglos. Heute stimmt die Stadtbevölkerung darüber ab, ob der FCL ein neues Stadion bekommt. Und ein «Ja» am Sonntag wäre gewiss mehr wert als drei Punkte am Samstag gegen GC.
und zum spiel:Lugern hat geschrieben:Stöbli war/ist ok

