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Ehemalige FCL-Präsidenten

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scheisssion
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Beitrag von scheisssion »

LUTSCHER
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daedalas
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Beitrag von daedalas »

Gränni

Ist es nun wirklich nötig noch dreckige Wäsche zu waschen? Er liefert doch damit nur wieder eine Story für die Medien....

Ansonsten wäre es nach dem spiel morgen sicherlich ruhiger geworden. Inbesondere wenn wir das spiel noch gewinnen sollten.

Die median suchen storys, dies ist klar. Dumm ist nur, wenn man diese durch mangelnde kommunikation noch anheizt.
Devil
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Beitrag von Devil »

Werter FCL-Präsident

Wenn sie schon in einem Interview Hakan Yakin loben und danken für die erbrachten Leistungen, dann wäre sicher auch ein kleiner Dank an die Person R.Fringer angebracht gewesen. Nicht nur Dank Yakin und den anderen 21 Spieler haben wir 2 tolle Jahre erlebt. Hätte der jetzigen Situation im ganzen FCL-Umfeld evtl. gut getan...
Zuletzt geändert von Devil am 6. Mai 2011, 20:08, insgesamt 1-mal geändert.
Stierli? Nicht in Luzern!
lucerne
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Beitrag von lucerne »

Devil hat geschrieben:Werter FCL-Präsident

Wenn sie schon in einem Interview Hakan Yakin loben und danken für die erbrachten Leistungen, dann wäre sicher auch ein kleiner Dank an die Person R.Fringer angebracht gewesen. Nicht nur Dank Yakin und den anderen 21 Spieler haben wir 2 tolle Jahre erlebt. Hätte der jetzigen Situation im ganzen FCL-Umfeld evtl. gut getan...
Hat er an der pressekonferenz gemacht.
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dragao
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Beitrag von dragao »

Interview einfach nur peinlich. Ging nur darum Fringer schlecht zu machen und seinen Frust über die fehlende Anerkennung loszuwerden. Kaum zu glauben, dass Stierli Fringer mal befreundet waren.
Und das Geheule von wegen Hakan sei das Opfer, ist nur lächerlich. Schliesslich ist ja nicht er derjenige der den Job verloren hat.
lucerne
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Beitrag von lucerne »

dragao hat geschrieben:Interview einfach nur peinlich. Ging nur darum Fringer schlecht zu machen und seinen Frust über die fehlende Anerkennung loszuwerden. Kaum zu glauben, dass Stierli Fringer mal befreundet waren.
Und das Geheule von wegen Hakan sei das Opfer, ist nur lächerlich. Schliesslich ist ja nicht er derjenige der den Job verloren hat.
Ich empfand es als "starkes, sehr persönliches" interview. Obwohl stierli 2-3 mal gegen Schluss (ein wenig) die "Contenance" verlor, rechne ich ihm diese persönliche antworten hoch an. Er zeigte seine menschliche Seite, was nur die wenigsten in seiner situation aktuell tun würden (weil sie ein prof. Kommunikationsheini davon abhalten würde), und zeigt damit wie sehr es ihm (und dem vr) nur um das Wohle des fcl in der Verpflichtung zu allen Mitarbeitern, Sponsoren und schliesslich auch uns Fans geht.

Ehrlich gesagt ist es doch gerade diese menschlichkeit (nähe zur region, Herz für den verein), die wir - oder zumindest ich - auch weiterhin beim fcl sehen wollen (von den Spielern bis zum GL). Dann müssen wir aber auch akzeptieren, dass mal die Emotionen hoch gehen oder fehler geschehen. Schlussendlich ist mir dies jedoch tausend mal lieber als ein fremdgesteuerter, professionell durchgestylter club ohne Identifikation.

In dem Sinne würde ich mehr Respekt gegenüber dem gesamten vr wünschen - auch morgen am spiel.
locärne
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Beitrag von locärne »

Heiri hat geschrieben:
topgun hat geschrieben:murat wollte proschwitz... wer war dann noch trainer in luzern? also ist das ein abgekartertes spiel da der trainer schon sagt wen
woher weisst du das? bitte um Quellenangabe, ansonsten kannst bei user "locärne" nachfragen was ich von solchen Aussagen halte
bitte nicht mit mir vergleichen .... :wink:
Habe ja nun mehr Recht erhalten, als ich befürchtet habe!

ps: geht stierli nun ans Spiel gegen yb oder nicht? (nein sagte er im interview auf RP, ja bei Tele 1...)
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Questo
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Beitrag von Questo »

Fands insgesamt ein gutes Interview. Endlich hat man mal reagiert und sich gestellt. Könnte viele Fans ein bisschen runterkommen lassen. Schlusssatz für die Katz und völlig unnötig. Aber was solls. Vielleicht hätte man ihm sagen können dass Constantin vor ein paar Monaten mal genau den gleichen Spruch gebracht hat, nur warens da noch mehr Bewerbungen (was ich sogar glaube).

Interview war ein bisschen einseitig moderiert. Antworten auf die Fragen zum Teil schon vorneweggenommen. Der VR muss einfach aufpassen bei aller Selbstlobhudelei (die teils auch angebracht ist) nicht den Kontakt mit dem Boden zu verlieren. Manchmal hab ich das Gefühl, sie wollen Fussball für eine ganz spezielle Klientel machen, und ihn nicht für alle zelebrieren. In der langen Frist wird das nicht aufgehen. Kein Präsidium konnte sich bis anhin lange gegen die Fans eines Klubs auflehnen. Ausser der Klub wurde gleich aufgekauft.

Ein bisschen gefährlich ist vor allem die Aussage, dass der gemeine Fan von der Strasse halt nix vom Fussballbusiness versteht, und somit Kritik grundsätzlich schon mal nicht erwünscht ist. Diese Haltung bestürzt mich ehrlich gesagt ein bisschen. Egal wie man es dreht und wendet.....man kann nur hoffen, dass sie ihre Probleme endlich professionell, intern und schnell lösen.

Ich rechne es Wauti hoch an, dass er jetzt endlich Stellung bezogen hat. Auch wenn ich mit vielen Aussagen überhaupt nicht einverstanden bin.

Zum Thema Fringer: Es waren genau die Gründe ausschlaggebend die ich befürchtet hatte (Mannschaft nicht mehr erreicht und keine Jungen eingebaut). Wenn der nächste Trainer diese Anforderungen gut umsetzt und erfüllt bin ich gewillt die "sportliche" Entscheidung zur Auflösung des Vertrags mit RF gutzuheissen. Hab aber zu grossen Respekt vor einem 2. Morrinini.

Zum morgigen Spiel: Ich hoffe, dass es kein Gequake gegen Stierli noch gegen Hatsch geben wird. Singen wir lieber was für RF.........
Ich will Kampffussball!
nick cave
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Beitrag von nick cave »

ich hoffe dass die fans sich was einfallen lassen und ordentlich dampf gegen stierli machen
grantler
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Beitrag von grantler »

Ich hoffe, dass jeder das machen darf, was er will
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nick cave
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Beitrag von nick cave »

Stierli dieser feige mensch hat sich nicht mal ins gersag getraut. "habe keine lust mich anficken zu lassen", aussage eines präsidenten.....ohne worte
Thomas1365
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Beitrag von Thomas1365 »

nick cave hat geschrieben:Stierli dieser feige mensch hat sich nicht mal ins gersag getraut. "habe keine lust mich anficken zu lassen", aussage eines präsidenten.....ohne worte
Bauernaufstand!
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Pazzo
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Beitrag von Pazzo »

Judas
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nick cave
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Beitrag von nick cave »

danke fürs stadion und nun schleich dich!
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Incubator
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Beitrag von Incubator »

Falls jemand die Möglichkeit hat, den lesenswerten NZZ a.S. Artikel über Stierli zu posten, besten Dank dafür.
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Beitrag von tangojoe »

© NZZ am Sonntag; 8. Mai 2011; 19 50
Der Fussballverrückte

Walter Stierli, Luzern-Präsident, verteidigt die Entlassung von Trainer Rolf Fringer.
Von Christine Steffen
Am Dienstagmorgen um drei Uhr erwachte Walter Stierli und dachte: «Doch, wir haben alles richtig gemacht.» Dann schlief er wieder ein. Seither sind seine Nächte ruhig. Das war zuvor nicht der Fall gewesen.
Sein FC Luzern, der als Leader in die Rückrunde gestartet war, schwächelte. In Zahlen liest sich das Siechtum so: 13 Spiele, 11 Punkte. Es gab Erklärungen: Viele Verletzte, der Regisseur, Hakan Yakin, ausser Form. Sie überzeugten den Präsidenten nicht. Am Montag, nach der 1:2-Niederlage gegen GC, trennte man sich von Coach Rolf Fringer. Nun sind Trainerentlassungen Teil des Systems und werden gemeinhin von einem Schulterzucken begleitet; dieser Freistellung folgte – branchenunüblich – Unverständnis. Allenthalben wurde bezweifelt, dass Stierli alles richtig gemacht hatte: bei den Fans und in den Medien.
Die Freistellung war der Endpunkt einer wochenlangen Krise, die am Samstag im Kabinengang des Letzigrunds eskaliert war. Dort gerieten sich Stierli und Fringer in die Haare. Der Trainer warf dem Präsidenten vor, sich stets schützend vor die Spieler zu stellen und damit seine Autorität zu untergraben. Am Ende von Fringers Ausbruch standen die Worte: «Dann entlasse mich doch!» Derweil sollen Hakan Yakin und Daniel Gygax in der Toilette nebenan geraucht haben. Notabene genau jene Akteure, denen Fringers Zorn vor allem galt. Am Montagmorgen teilte Fringer dem Team mit, Yakin sei nicht mehr Captain. Am Abend war er seinen Job los.
Larifari-Einstellung
Was bleibt, ist der Eindruck, dass es eine kleine Gruppe Spieler geschafft hat, den Trainer zu desavouieren. Yakin, Gygax und der Goalie David Zibung hatten sich vor ein paar Wochen ohne das Wissen des Coachs mit Stierli getroffen. Sie wollten über das neue Stadion reden, sagt Stierli. Es ist schwer zu glauben, dass allein das Ticketing Thema des Gesprächs war. Yakin soll sich zudem seit Wochen im Training lustlos gezeigt haben; als auch auf dem Platz keine Leistung zurückkam für die Sonderrechte, die er stets genossen hatte, sorgte dies für Unmut. In der «Neuen Luzerner Zeitung» wird ein Teamkollege so zitiert: «Man braucht sich nicht zu wundern, wenn jüngere Spieler die Larifari-Einstellung des Captains übernehmen.»
Die Kritik, die jetzt auf die Führung niederprasselt, tut Stierli «ein wenig weh». Er sitzt am Freitag in der Geschäftsstelle und zählt die Argumente auf, die für die Entlassung von Fringer sprachen. «Wir mussten aus sportlichen Gründen die Notbremse ziehen. Es war kein Aufwärtstrend erkennbar, und es wäre fatal gewesen, so in die neue Swisspor-Arena einzuziehen.» Er hat eine gewisse «Lustlosigkeit» bei jenen Spielern beobachtet, die nie berücksichtigt worden sind, und bemängelt die Entwicklung und Integration von eigenen Junioren. «Es muss auch dem FC Luzern gelingen, einmal einen Stocker, Shaqiri oder Mehmedi herauszubringen. Wir können nicht immer nur fertige Spieler kaufen», sagt Stierli. Vor allem sei der Entscheid gegen den Trainer aber auch ein «unternehmerischer» gewesen. Vor einigen Tagen ist der Abo-Verkauf für die Swisspor-Arena angelaufen. «Wären wir jetzt noch drei Wochen in den Medien, würde dies allen schaden.»
Er erhält Unterstützung von Bernhard Alpstäg, der die Entlassung Fringers richtig findet. Der millionenschwere Inhaber und CEO der Swisspor-Gruppe hat für zehn Jahre die Namensrechte am neuen Stadion gekauft und ist der Hauptkapitalgeber des FCL. Seine Rechnung ist einfach: Mit Yakin gewinnt Luzern, ohne ihn verliert es. Also steht der Spieler nicht zur Diskussion. Er betont Stierlis Verdienste; tatsächlich hat dieser 2005 einen maroden Klub in der Challenge League übernommen und diesen zu einem gesunden Super-League-Verein mit neuem Stadion gemacht. Die wirtschaftlichen Verdienste des SVP-Mitglieds sind unbestritten. Angezweifelt werden jedoch sein Fussball-Fachwissen und sein Sensorium für Menschen und Situationen. Stierli wird von Bekannten als jemand beschrieben, der ein gewisses Geltungsbedürfnis hat, als einer, der die Konsequenzen und die Wirkung seines Handelns nicht immer abschätzen kann. Das sei weniger Bösartigkeit als mangelndes Bewusstsein – dabei sei er ein lieber Kerl.
Alpstäg sagt, sein Freund sei «liebesbedürftig». Tatsächlich lässt öffentliche Anerkennung Stierli nicht kalt. Spieler wie Hakan Yakin garantieren in ihren besten Momenten Spektakel – sie können Zierde sein für jemanden, der sich gerne schmückt. Kaum zufällig wird Murat Yakin überdies als wohl aussichtsreichster Kandidat für den Trainerjob gehandelt. Sein nächster Coach müsse eine Persönlichkeit und ein Ausbildner sein und einen sicheren Auftritt haben, sagt der Präsident.
Emotionaler Fan
Sicher ist: Stierli ist ein «Fussballverrückter», wie Alpstäg sagt. Wenn der 63-Jährige erzählt, wie er als «Goof» mit dem Vater nach dem Cup-Final 1960 den siegreichen FCL vom Bahnhof abgeholt hat, tönt es, als sei es gestern gewesen. Dann kann man sich vorstellen, wie er mit seinen «Alterskollegen» gelegentlich kicken geht und sich immer noch bübisch über einen schönen Spielzug freut. Stierli ist ein Fussballfan; vielleicht teilt er das Leiden aller Fans: Sie sind ungeheuer emotional – und sie lassen sich blenden.

Walter Stierli
Walter Stierli wurde 2005 zum FCL-Präsidenten gewählt. Der 63-Jährige brachte den Klub in die Super League und auf eine gesunde finanzielle Basis. Er amtete von 1980 bis 1987 bereits als FCL-Vizepräsident und führte während 13 Jahren die Donatorenvereinigung «Club 200». Der Unternehmer ist SVP-Mitglied und in der Stadt gut vernetzt. (zzs.)

Zügeltermin bringt die Klubs ins Schleudern Ob in Genf, Bern, Neuenburg oder in St. Gallen – überall war der Schritt ins neue Stadion von Turbulenzen begleitet.
Der FC Luzern wandelte bis zum letzten Winter auf guten Wegen und führte sogar die Tabelle der Super League an. Die neue Realität ist nun aber, dass er kurz vor dem Bezug der Swisspor-Arena den Tritt nicht mehr findet und den Trainer Rolf Fringer entlassen hat. Festigung und Solidität vor dem Zügeltermin bieten auch die Luzerner nicht.
Sie sind damit nicht allein. Mit Ausnahme des FC Basel wurde jeder Klub vor oder nach dem Schritt ins neue Heim durchgeschüttelt. Als wäre alles zu viel, als würde das Fest, das auf Knopfdruck zu steigen hat, alles durcheinanderbringen, als würden der klare Kopf und die Orientierung verloren gehen. Der Servette-Trainer Roberto Morinini durfte im Stade de Genève 2003 gerade einmal das Eröffnungsspiel gegen YB an der Seitenlinie verfolgen, ehe er entlassen wurde. Zwei Jahre danach war der Servette FC Konkurs.
Im Berner Stade de Suisse missriet 2005 bereits der Festakt zur Eröffnung, ein paar Monate später war der Trainer Hans-Peter Zaugg entlassen. Was folgte und andauerte, war eine beispiellose personelle YB-Fluktuation. Kam dazu, dass im Herbst 2005 der FC Thun mit Heimspielen in der Champions League das Stade de Suisse füllte – und nicht YB. Am ärgsten erwischte es allerdings Xamax und den FC St. Gallen, die abstiegen – Xamax im Sommer 2006 ein halbes Jahr vor der Eröffnung der Maladière, St. Gallen 2008, als die Barrage gegen Bellinzona verloren ging und das Espenmoos nach Ausschreitungen im finalen Spiel in Rauch und Tränengas eingehüllt war. Die AFG-Arena weihte St. Gallen in der Challenge League ein.
Nur der FCB schaffte den Übergang in den St.-Jakob-Park 2001 mehr oder weniger reibungslos. Der 1999 verpflichtete Trainer Christian Gross baute kontinuierlich etwas auf, was in der Saison 2001/2002 ins Double und in die Champions League mündete. Eventuell wandelt der FC Thun ein bisschen auf Basler Spuren – allerdings auf kleiner Stufe. Er schafft vorzeitig und souverän den Ligaerhalt und könnte demnächst gefestigt in die neue «Arena Thun» einziehen. Doch es droht Gefahr. Sollte der Thun-Trainer Murat Yakin tatsächlich nach Luzern wechseln, wär's auch um die Thuner Stabilität geschehen. Überraschen würde das niemanden.
Cruiser
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Beitrag von Cruiser »

Interview mit Stierli

Titel: Baustelle FC Luzern

Vom 07.05.2011

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tangojoe
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Beitrag von tangojoe »

Luzerner Zeitung 9.5.2011
Interview Thomas Bornhauser und Andreas Ineichen

Walter Stierli, wo waren Sie, als der FCL am Samstag im Gersag sein erstes Spiel unter Interimstrainer Christian Brand bestritt?

Walter Stierli: Ich habe mir den Match am Fernseher angeschaut.

Hat Sie die Stimmung vor Ort nicht interessiert?

Stierli: Ich habe persönlich den Entschluss gefasst, zu Hause zu bleiben. Aber ich möchte unseren Fans ein grosses Kompliment dafür machen, dass sie sachlich geblieben sind.

Wie fielen die an Sie adressierten Reaktionen nach der Entlassung von Rolf Fringer aus?

Stierli: Es waren nicht so viele, und wenn, dann direkt von Leuten, die mir und dem Klub nahestehen. Also meist von Unternehmern und Sponsoren, die wissen, was es bedeutet, ein Geschäft zu führen. Sie rieten mir, nicht auf gewisse Medien und deren Leserbriefe zu schauen, weil sie ohnehin gegen uns seien.

Es wurde von mangelnder Dankbarkeit gegenüber Rolf Fringer und von einer Spieler-Intrige gesprochen. Was waren die genauen Hintergründe, die zur Trennung führten?

Stierli: Mit Fringer hatten wir zwei Jahre lang eine gute Zeit. Dafür sind wir ihm alle dankbar. Doch die sportliche Entwicklung war in jüngerer Zeit eine schlechte. Täglich konnte Fringer mit einem 26-Mann-Kader arbeiten, und es gibt in jedem Verein Ausfälle. Darum hätte er allen Spielern das Gefühl geben sollen, dass sie wichtig sind. Aber das tat er nicht. So gerieten wir in eine Negativspirale mit vier Punkten aus den letzten sechs Spielen. Und jetzt möchte ich Ihnen noch etwas Wichtiges sagen ...

... bitte, legen Sie los.

Stierli: Der Knatsch zwischen Fringer und Hakan Yakin hatte vor allem auch eine mediale Dimension. Das Theater hätte nicht mehr aufgehört. Und jetzt zur unternehmerischen Komponente: Die Super League mit nur zehn Klubs ist der reine Horror geworden. Basel, Zürich und Bern arbeiten mit einem dreifach höheren Lohnbudget als wir. Im Normalfall ist dieses Trio für uns unerreichbar. Bleiben also noch sieben Klubs, wovon einer, wenn nicht zwei absteigen. Wir konnten nicht zerstritten in einem neuen Stadion in eine neue Saison steigen. Wenn der Streit nach fünf, sechs Runden eskaliert wäre, hätten wir womöglich wieder eine Saison wie 2008/09 erlebt.

Wollen Sie damit sagen, dass das unternehmerische Risiko im neuen Stadion um einiges grösser wird?

Stierli: Sehen Sie: Wir haben künftig pro Saison 4,4 Millionen Franken an Abgaben zu entrichten. Ausser dem FCB, wo eine Gigi Oeri finanziell eingestiegen ist, haben alle Klubs mit neuen Stadien Probleme. Der FC Luzern kann nur bestehen, wenn er fünf, sechs Leistungsträger hat und den Rest des Kaders mit eigenen Nachwuchsspielern bestückt.

Also waren Sie unzufrieden mit Fringers Nachwuchsförderung.

Stierli: Wir haben Junioren, die in ihrer Altersklasse schweizweit zu den Besten gehören. Ein Janko Pacar wurde von Fussball-Experten besser als ein Mehmedi vom FCZ eingestuft. Aber ich weiss nicht, warum die jungen Spieler bei uns in der Entwicklung stehen bleiben, sobald sie zur ersten Mannschaft gehören. Ich habe grossen Respekt vor dem FCZ, der mit sieben Junioren gegen YB gewann. Ich bin nicht so blauäugig, zu glauben, dass es nur mit dem Nachwuchs gehe. Aber die Zürcher reden ihre Junioren stark. Bei uns gab es das nicht.

Gibt es nebst den vielen Verletzungen noch eine weitere Erklärung, warum es mit dem FCL abwärtsging?

Stierli: Der Wintermeister-Titel war mehr Fluch als Segen. Wir haben immer gepredigt, dass wir nicht so gut sind, aber es ging nicht in die Köpfe rein. Die Spieler wurden nach den ersten Niederlagen gegen Zürich und Bellinzona unzufrieden, jene, die Ersatz waren, monierten, sie könnten trainieren, wie sie wollen: Einen Platz in der Startelf bekämen sie nie. Und dann hätten sie plötzlich einspringen sollen, als die Ausfälle kamen. Angesichts unseres happigen Schlussprogramms mussten wir etwas ändern. Und wissen Sie was?

Sagen Sie es uns!

Stierli: Ich begreife den Fan, der den Kopf schüttelt, wenn er an unsere Rangierung und die Freistellung des Trainers denkt. Aber entscheidend ist: Der fünfte Rang, den wir aktuell belegen, ist nicht einer positiven Entwicklung zu verdanken. Er basiert auf einer tollen Vorrunde.

Wenn der FCL einen Sportchef gehabt hätte – wäre die Klubleitung früher vor dem sportlichen Krebsgang gewarnt worden?

Stierli: Es wäre sicher gut, wenn wir einen Sportchef hätten, aber uns fehlten die finanziellen Mittel für eine Anstellung. Die Verzögerung des Stadionbezugs war für uns eine wirtschaftlich schwierige Phase, vergleichbar mit einem Boxkampf, der fertig ist und dich physisch gezeichnet hat. Und plötzlich heisst es, man müsse noch ein paar Runden anhängen.

Hat Fringer in der Winterpause keine Transfers gefordert?

Stierli: Wenn Sie mit einer Hunderternote in die Migros gehen, dann können Sie nicht Waren für 400 Franken beziehen. Wir mussten mit den Transfers auskommen, die wir vor der Saison gemacht hatten. Und kein einziger Transfer lief ohne Fringers Kenntnis und Einverständnis ab. Ein Benjamin Kibebe machte 300 Spiele in vier verschiedenen Ländern, er hat Europacup-Erfahrung. Ein Thomas Prager machte für Österreich 16 Länderspiele. Und plötzlich sind die doch nicht gut genug. Wenn Sie, Herr Bornhauser, einen Wirtschaftsjournalisten suchen, dann holen Sie auch nicht einen aus dem Sportbereich. Ich muss mir also vorher klarwerden, welche Rolle der Neue im Team haben soll.

Hatte Fringer denn keine klare Vorstellungen im Personalbereich?

Stierli: Intern brachte es das Fass zum Überlaufen, als Fringer 14 Tage vor der Entlassung kam und sagte, er wolle Kibebe und Prager nicht mehr. Er forderte hingegen zwei neue Spieler, nebst den bereits verpflichteten Thiesson, Winter und Proschwitz. So geht das einfach nicht. Wir können nicht Dreijahresverträge abschliessen und die Spieler nach einem Jahr wieder loswerden. Wir wären finanziell in ein Chaos gelaufen. Zudem ist Fringer ein schlauer Trainer im Umgang mit den Medien. Alles wäre auf eine Eskalation hinausgelaufen.

Hakan Yakin stand dabei im Fokus. War er im Konflikt mit Fringer wichtiger als der Trainer.

Stierli: Das ist einfach nur lächerlich und provokativ. Es geht dabei um enge Seilschaften zwischen Fringer und dem «Blick» und um die Wahrung der Interessen von Fringer. Jene des FCL hingegen werden ignoriert.

Aber welche Rolle hat denn Yakin nun bei der Entmachtung Fringers gespielt?

Stierli: Überhaupt keine. Der «Blick» ritt eine mediale Attacke, die darauf zielte, auch Yakin beim FCL unmöglich zu machen. Das wäre nach Seoane und Diarra eine weitere finanzielle Katastrophe gewesen. So baute sich zwischen Trainer und Verwaltungsrat ein Spannungsfeld auf.

Hakans Bruder Murat Yakin ist einer von vier Trainerkandidaten beim FCL. Wie heissen die andern drei?

Stierli: Das sage ich nicht. Aber ich will festhalten: Als Fussball-Profi muss man heute topfit sein, das bedeutet, dass im konditionellen Bereich klug gearbeitet werden muss. Mich riefen zwei Fachärzte an, um mich zu fragen, ob ich angesichts der vielen Muskel- und Adduktorenverletzungen die Trainingsqualität von Fringer auch schon hinterfragt habe. Das Zweite, das wichtig ist für den Erfolg, ist die Taktik.

Kann man sagen, dass Murat Yakin im Rennen um den Trainerjob beim FCL in der Pole Position steht?

Stierli: Nein. Wir werden nächste Woche ernsthaft miteinander reden. Wir hatten nie ein Gespräch davor über den Trainerjob, aber wir trafen uns schon, weil Murat auch noch Hakans Berater ist. Vielleicht wird er mir sagen, dass Thun für ihn das Paradies sei.

Sie sähen keine Probleme, wenn der Trainer und der wichtigste Einzelspieler Brüder sind.

Stierli: Ich hätte null Bedenken. Murat hat in Bezug auf Hakan eine Vaterrolle durch die familiäre Vergangenheit. Da sähe ich eher Vorteile bei einer allfälligen Zusammenarbeit, zumal Hakan auf seinen älteren Bruder hört.

Und wenn es dann ein Machtkonzentrat bei den Yakins gäbe?

Stierli: Spieler und Trainer sind Angestellte des FC Luzern. Sie können nicht über die Klubpolitik bestimmen.

Aber bei Misserfolg müssten Sie beide entlassen. Und das ginge ins Geld.

Stierli: Hakan hat noch für ein Jahr einen Vertrag.

Sie rechnen also mit einem baldigen Karrierenende.

Stierli: Das will ich nicht gesagt haben. Entscheidend ist die Leistung, die er bringt. Wir wollen Hakan im Klub behalten, die Position im Scouting-Bereich und in der Nachwuchsausbildung ist bereits geschaffen.

Könnten die aktuellen sportlichen Turbulenzen den Start im neuen Stadion auch wirtschaftlich belasten?

Stierli: Nein. Wir haben schon 7500 Abos für nächste Saison verkauft. Aber klar ist auch, dass wir es uns nicht leisten können, in der zu Ende gehenden Saison nur noch zu verlieren.

Das kann aber passieren.

Stierli: Verantwortung tragen heisst Entscheidungen fällen. Ich bin überzeugt, dass wir den Europacup noch erreichen.

Und kann sich der FCL wirtschaftlich im neuen Stadion eine schlechte Saison leisten? Oder ginge es dann ums Überleben wie in St. Gallen?

Stierli: Wir sind daran, Reserven aufzubauen. Aber nicht mit Tschetschenen wie bei Xamax, sondern mit Innerschweizern. Wir unternehmen alles, damit es nicht auf ein Szenario wie in St. Gallen hinausläuft.
Thomas1365
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Beitrag von Thomas1365 »

tangojoe hat geschrieben: Stierli: Verantwortung tragen heisst Entscheidungen fällen. Ich bin überzeugt, dass wir den Europacup noch erreichen.
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Wiesel
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Beitrag von Wiesel »

Also doch..Fringer entlassen ist billiger wie Yakin entlassen, ansonsten aber überraschend gutes Interview in NLZ...
ADLER 06

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