NOISER hat geschrieben:Pfister: «Stierli ist genügend Realist»
Am Montag zog Walter Stierli seine Kandidatur als FCL-Präsident zurück, am Dienstag war der Posten bereits besetzt: Peter Pfister macht zwei Jahre weiter - und ist deswegen nicht unglücklich.
Peter Pfister, Sie wollten das Amt als FCL-Präsident abtreten und glaubten, mit Walter Stierli einen Nachfolger gefunden zu haben. Was halten Sie von seinem Rückzug?
Peter Pfister: Er ist genügend Realist. Er hat in kurzer Zeit gesehen, welch ein Aufwand auf ihn zugekommen wäre.
Sie haben keinen Groll?
Pfister: Warum sollte ich welchen haben?
Weil Sie sagen könnten, dass Stierli mit dem Präsidialamt kokettiert hat.
Pfister: Wenn sich einer für ein Ehrenamt nicht zur Verfügung stellen will, kann ich ihm nicht böse sein. Wenn ich vor zweieinhalb Jahren im Detail gewusst hätte, was auf mich zukommen würde, hätte ich es mir vielleicht auch noch einmal überlegt.
Jetzt sind Sie so weit, dass Sie sich entschieden haben, wieder zu kandidieren ...
Pfister: Das ist richtig.
Das lässt die Interpretation zu, dass Sie halt doch gerne FCL-Präsident sind.
Pfister: Es gäbe genügend Gründe, sich auf andere Dinge zu konzentrieren. Aber ich stehe zum Klub. Ich kann nicht plötzlich sagen: Es ist mir egal, was damit passiert. Aber meine Zusage habe ich nur unter der Bedingung gegeben, dass der Vorstand um zwei, drei Leute aufgestockt wird und wir vor allem im Marketingbereich vorwärts kommen. Ich habe mit meinem Kollegen eine Firma (Immobilien, Red.), und diese Firma besteht eigentlich nur aus uns beiden. Die Kunden erwarten, dass wir uns um sie kümmern. Darum brauche ich dringend Entlastung.
Also sind Sie keine Notlösung?
Pfister: (lacht) Es gibt sicher Leute, die das so auffassen. Aber diese Leute lade ich herzlich ein, mitzuhelfen und nicht gegen den FCL zu arbeiten.
Können Sie sich vorstellen, dass Walter Stierli in irgendeiner Funktion mitwirkt?
Pfister: Vielleicht nicht im Vorstand. Aber ich möchte ihn in die Stadionplanung miteinbeziehen.
Warum haben Sie sich gleich für eine ganze Amtsperiode von zwei Jahren zur Verfügung gestellt?
Pfister: Weil es nichts bringt, wenn ich sage, dass ich bis am 30. November oder 24. Dezember bleibe. Das hätte keinen Sinn gemacht. Im Gegenteil: Es hätte uns nur wieder unter Druck gesetzt.
Stichwort Druck: Der FCL hat ein Budget von 4 Millionen Franken, aber nicht 4000 Zuschauer im Schnitt, wie es budgetiert wäre ...
Pfister: Auch das ist richtig, wir haben ein ambitiöses Budget. Es ist eine Gratwanderung. Aber wir können den Blick nicht ständig nach unten richten.
Was heisst das?
Pfister: Dass der sportliche Erfolg zurückkehrt, die Leute wieder ins Stadion kommen und wir mit positiven Resultaten erreichen, was wir budgetiert haben. Die Mannschaft steht dafür in der Verantwortung. Aber ich bin sicher, dass wir schon am Sonntag gewinnen.
Und wenn nicht?
Pfister: Dann eine Woche später.
Sie tönen optimistisch.
Pfister: Ich glaube nach wie vor an den FCL. Der Vorstand hat in den letzten zwei Jahren die Kurve gekriegt, und wir können an der GV (am 29. Oktober, Red.) noch bessere Zahlen präsentieren als letztes Jahr. Und die Mannschaft mit ihrem Trainer schafft die Wende auch.
So wars vor einem Jahr zu lesen.
Da nun Stierli kaum mehr zurückziehen wird, frage ich mich, wann denn der Präsi endlich zurücktritt.
Und weiss jemand Genaueres über die gestrige Sitzung? Arbeitet Stierli bis zur Winterpause mit dem jetzigen Vorstand weiter? Und wie stehts mit den Finanzen? Stimmen die letzthin im Blick herumgereichten Zahlen, dass ein neuer Präsident gegen 2Mio Sfr einbringen muss?
Nehme mal an, dass morgen in der Sonntagszeitung ein ausführlicher Bericht erscheinen wird!