Meister FCZ sucht den «Raffael der Trainer»
VON FRANÇOIS SCHMID
04.06.2007 | 23:32:04
ZÜRICH – Ciriaco Sforza (37) und Rolf Fringer (50) sind beim FCZ nicht mehr im Rennen um den Trainer-Job. Muss sich der Meister nun mit einer 1b-Lösung begnügen?
Die 1a-Lösungen Sforza und Fringer kann sich der FCZ abschminken. Sforza, der erst nach langem Hin und Her zwischen Kaiserslautern und Luzern sein Bekenntnis zum FCL abgegeben hat, würde bei einem Wechsel nun enorm an Glaubwürdigkeit verlieren. Und Fringer kann und will seinen Vertrag bis 2009 beim FC St. Gallen nicht auflösen. FCZ-Sportchef Fredy Bickel sagt: «Sforza und Fringer haben wir von der Liste gestrichen.»
Bleiben unter anderen noch Marco Schällibaum (45), Jürgen Seeberger (42) und Umberto Barberis (54). Aber alle drei sind nur 1b-Lösungen.
Schällibaum läuft seit seinem Abgang bei YB 2003 dem Erfolg hinterher.
Seeberger hat sich bei Absteiger Schaffhausen
keinen Ruf als Ausbildner erarbeitet.
Und die goldenen Zeiten von Barberis liegen schon fast 20 Jahre zurück.
Der Nachfolger von Favre soll aber einen Erfolgsausweis vorweisen können, der noch nicht vergilbt ist. Ausserdem soll er den Schweizer Fussball aus praktischer Tätigkeit kennen. Und er soll ein Ausbildner sein, der die vielen Juwelen zum Glänzen bringt.
Aber ein Trainer, der diesen Anforderungen entspricht und zudem noch verfügbar ist, scheint nicht in Sicht.
Eine verzwickte Lage. Denn kann es sich der Meister leisten, einen 1b-Trainer zu engagieren? Bickel: «Es gibt sicher nicht 100 Möglichkeiten. Aber wir werden so oder so eine 1a-Lösung präsentieren. Vielleicht werden wir diese ja in der Challenge League finden.»
Der FCZ sucht den Raffael der Trainer. Eine Trouvaille. Einen, den niemand auf der Rechnung hat und der dann einschlägt wie das brasilianische Supertalent Raffael, das vor zwei Jahren in Chiasso ausgegraben wurde.
Nun, es gibt sie, die interessanten Trainer-Namen aus der Challenge League.
Vladimir Petkovic (43 beispielsweise, der mit Bellinzona einen Zauberfussball à la Favre spielen lässt.
Oder Uli Forte (33), der Wil bis in den Cup-Halbfinal geführt hat.

