In der grössten Umbauphase des Vereins einen Trainer zu haben, der diese Situation nicht ausnutzt, sondern sich in den Dienst des Vereins stellt und die neue Philosophie mitträgt und vorlebt, ist rückblickend ein einmaliger Glücksgriff!
Es wäre vermessen, wenn ich seine sportlichen Leistungen bewerten würde. Er ist derjenige vom Fach - und er hat es auch in schlechteren Phasen hingekriegt, nie die Autorität gegenüber dem Team zu verlieren. Ich bin nur der Trottel von der Tribüne der sich denkt, dass Spieler X doch auch mal eine Chance verdient hätte. Gibt es bessere Trainer? Ziemlich sicher ja - der Typ kommt aus Liechtenstein - logisch gibt es bessere. Aber ob es viele gibt, die sich im Umfeld und Niveau des FC Luzern zurechtfinden und dermassen vielen Nachwuchsspielern zum Sprung in die erste Mannschaft verhelfen können, wage ich stark anzuzweifeln.
Und um es ganz klar zu sagen: Es ist mir scheissegal, ob der FCL ein Verein ist, der um Titel mitspielt. Es ging mir als Fan auch immer gut ohne. Viel wichtiger ist es mir, dass der Wille und die Aufopferung da ist, sich einem Team unterzuordnen, welches gemeinsam das unter den gegebenen Möglichkeiten Bestmögliche erreichen möchte. Mario Frick ist ein absoluter Team-Player und hat sich nie wichtiger genommen. Gehe ich die Liste der ehemaligen Trainer und jene der anderen Vereine durch, muss ich sagen: "Fend mol so Eine!"
Für mich ist es etwas vom Grössten, wenn ein Spieler oder ein Trainer einem das Gefühl gibt, dass er sich in diesem Umfeld und in der Region so wohl fühlt, dass er in Luzern ein Stück Heimat gefunden hat. Ich empfinde es als das grösste Lob an Club und Fans, wenn sich jemand so mit dem Verein identifiziert. Und das hat er die Fans zumindest spüren lassen.
Mario Frick hinterlässt grosse Fussabdrücke. Er hat den Verein geprägt, ihn sympathischer und bekannter gemacht - und ihn (natürlich nicht alleine) auf einen nachhaltigen und selbsttragenden Weg geführt. Mario Frick ist verantwortlich dafür, dass der nächste Trainer gewisse Punkte im Trainerprofil erfüllen muss, die Frick mitgebracht hat und von denen man teilweise gar nicht gewusst hat wie wertvoll sie für den FC Luzern sind. Er schien stets bescheiden, war aber nie verlegen Position und Haltung zu beziehen. Danke!
Die Nachricht kommt leider nicht ganz unerwartet. Dennoch bin ich traurig. Ein netter und bodenständiger Mensch verlässt unseren Verein. Aber ich bin irgendwie auch froh, geht man dann getrennte Wege, wenn man gemeinsam auf eine gute Zeit zurückblicken und sich gegenseitig in die Augen schauen kann. Und nicht dann, wenn es zu spät ist und man «froh» ist, wenn es «endlich» so weit ist. Der Mann kann als Freund des Vereins gehen - fast schon als Luzerner.
Und wenn ich erwähne, dass er unseren Verein geprägt hat, dann bin ich mir umgekehrt auch sicher, dass ihn die Zeit bei uns positiv geprägt hat. Er konnte hier viele positive Erinnerungen sammeln, die ihm auf seinem weiteren beruflichen und privaten Lebensweg in manchen Situationen helfen oder nur schon ein gutes Gefühl geben werden.
Mario, ich wünsche dir alles Gute und sage Danke. Mögen deine neuen Ziele in Erfüllung gehen und mögest du und deine Liebsten gesund bleiben. Ich hoffe du findest einen Ort, der deine Person genauso zu schätzen weiss, wie es gemäss Kurvengeflüster hier ganz viele getan haben.
Und uns wünsche ich einen neuen Trainer der ein bisschen so ist wie Mario Frick. Mit ein bisschen weniger frühen Gegentoren und mit erfolgreicheren Cup-Kampagnen
